Warum ein Blogroman?

Es ist an der Zeit eine neue Rubrik zu starten, die quasi eine Art Blog zum Blogroman darstellt. Da der Blogroman eine eigene Sparte der Netzliteratur ist, die ein kaum beachtetes Schattendasein fristet und selten zum Erfolg führt, möchte ich dem Thema in den folgenden Wochen und Monaten, während “Misa” sich entwickelt, eine Art Rubrik gönnen.

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, wie ein Blogroman betrieben und öffentlich gestellt werden kann. In der Vergangenheit gab es vor allem Experimente, die Romane, die im Entstehen waren, abgebildet haben. Bei “Misa” handelt es sich um einen ähnlichen Vorgang.

“Misa” ist ein erster Entwurf. Auch wenn ein grober Plot vorliegt, sind die Details noch nicht ganz klar. Auch stilistisch erscheint es nicht schlüssig, und im Grunde wäre ein durchgehender, immer wieder währender Überarbeitungsprozess notwendig, um die Geschichte in Form zu bringen.  Dieses will ich jedoch vermeiden.

In einem vorhergehenden Experiment (“Nova Orleans” bzw. “Ach. Bankea”) hatte ich während der Entwurfsphase sehr oft Fehler entdeckt, die ich gleich im Laufe des Schreibprozesses korrigieren wollte. Das Problem war, dass ich nach zwei Überarbeitungen kein Konzept zur ordentlichen Veröffentlichung im Blog gefunden habe. Es gab schließlich mehrere Versionen, die ich dem Leser/der Leserin nicht vorenthalten wollte. Im Grunde lag mir viel daran, transparent zu arbeiten. Das trägt jedoch nicht zur Lesbarkeit bei. Gewünscht hätte ich mir eine Diskussion über die Bestandteile und den Fortgang der Geschichte. Das fand jedoch weder bei “Nova Orleans”, noch findet das bei “Misa” statt.

Insofern war es mir nicht bewusst, ab wann ich die Ergonomie der Lesbarkeit quasi unmöglich gemacht habe. Oder wo sich Fehler einschlichen, die ich nicht mal bemerkte. Mit einem gewissen Abstand, nach einer kleinen Schreibpause, die ich zum Überarbeiten nutzen wollte, konnte ich keine Kontinuität, die nachvollziehbar war, aufrecht erhalten. Darunter litt das Projekt, daran starb es.

Das Gute an einem gescheiterten Projekt ist jedoch, ich konnte, mit ein wenig Rückblick, feststellen, woran es gescheitert ist. Daher hat sich die Vorgehensweise bei “Misa” geändert. Ich werde “Misa”, das gar nicht als Blogroman vorgesehen war, ungeachtet seiner Fehler, fortsetzen und kontinuierlich weiterschreiben. Die öffentliche Überarbeitung wird erst stattfinden, wenn die Geschichte im Blog beendet ist. Änderungsvorschläge können in den Kommentarfeldern abgegeben werden, ebenso Ideen für den Fortgang. Einiges kann berücksichtigt werden, aber vergangene Beiträge verbleiben so, wie sie in der ersten Entwurfsversion verfasst wurden, bis die komplette Erzählung abgeschlossen ist.

Erst nach dem Abschluss wird es verschieden Artikel und PDFs geben, in denen ich mögliche Bearbeitungsstände veröffentliche. Und damit kann ich den Prozess, wie sich die Geschichte noch verändert, transparent und nachvollziehbar machen.

Zum Thema Blogroman seien hier noch Links empfohlen, die das Prinzip einer solchen Veröffentlichung verdeutlichen bzw. zu einem Blogroman führen:

5 gute Gründe dafür, einen Blogroman zu schreiben

Sebastian Kraus: Wrangelstraße

In Zukunft habe ich vor, in dieser Rubrik weitere Seiten zu dem Thema “Blogroman” vor zu stellen. Wer also eine Seite kennt, darf sie mir gerne empfehlen. Ich freue mich darauf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to top