Misa

Misa Teil 22

„Nein, mitnichten, überhaupt nicht. Aber du darfst auch hier nicht davon ausgehen, dass du irgendetwas machst, dass sie nicht wissen. Du bist ein Sklave. Wir wissen das, und du bist noch nicht lange genug da. Sklave heißt, nichts von dem, was hier geschieht, auf deinem freien Willen basiert. Das ist ein Hamsterkäfig, ein Experiment. Du kannst nicht sterben, das ist das Problem. Damit haben sie dich. Schwer zu verstehen?“

Misa (Anfang 63 v. 300 – Teil 3)

Gerechnet an meinem Bartwuchs dauerte es Monate, die wir im Bauch des lebenden Schiffes verbrachten. Wir konnten uns nicht selbst begutachten, aber ich nannte Bengal schon scherzhaft „Freitag“ und mich selbst „Robinson“. Meine Untätigkeit und die Begrenztheit unserer gemeinsamen Zelle führten mich zu Selbstgesprächen und fortwährenden Beleidigungen meiner Person.

Der Autor und der Tod

Früher mordete ich mit Leidenschaft. Ich tat es gerne, ausdauernd und immer wieder. Es war ein stilistisches Mittel um Spannung zu erzeugen. Helden, Nebenfiguren und überhaupt alle Protagonisten starben grundsätzlich am Ende. Eine Verfahrensweise, die auch Hemingway gerne verwendete. Der Tod als Abschluss. Was sollte danach noch kommen?  Der Tod also auch als unumkehrbare Logik.…

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