Misa

Misa Teil 24

In der Folge rief er mit einem grazilen Fingerschnippen einige seiner Jünger zu sich, denen er die Anweisung gab, uns mit zu nehmen. Sie waren dabei nicht zimperlich, und fassten uns mit harten Griffen an den Armen, um uns mit sich zu führen. Wir wehrten uns, doch überraschenderweise fanden wir uns beim kleinsten Zeichen von Widerstand, in einem unüberschaubaren Tumult, und noch mehr von diesen weißbefrackten Mitläufern stürzten auf uns ein, ergriffen uns, drehten uns die Arme auf den Rücken, zogen den Kopf zurück, rissen an den Haaren, und hieben von allen Seiten auf uns ein, als müssten sie einem unverständlichen Hass freien Lauf lassen. Das schien ihnen zu gefallen. Warum auch immer. Sie zerrten und rissen uns mit sich. George schleiften sie gar auf seinem Rücken aus dem Raum, während Amanda ihren Widerstand schnell aufgab und bereitwillig mit ihnen ging.  Ich hasste sie auch alle. Sofort. In diesem Moment.

Misa

Misa Teil 23

Auch ich sah an mir hinab, und dachte, dass ich über gewisse Dinge gar nicht nachdenken sollte. Ich hätte mir Kleider gewünscht. Ich war Vorkoster. Mein Körper war alles andere als ein Tempel und schwankte zwischen Diäten und anderen Extremen. Es gab Dinge, die an mir ganz gut aussahen, aber mit Kleidung hätten sie besser gewirkt. Eine Notsituation, dachte ich. Wir sind auf einem unbekannten Planeten. Rituale, eingehen auf die Bedingungen, Anpassen, Versuchen Kontakt zu Menschen zu bekommen, an dem Kontakt festhalten. Ich hatte das Briefing für solche Situation erhalten. Ich konnte es vor mich herbeten. Ich machte alles richtig. Ich trat in die Schwärze und hatte das Gefühl darin zu versinken, so sehr umgab sie mich. Ich bekam für einen Moment keine Luft mehr, weil ich dachte, ich sei eingeschlossen.

Misa Teil 17

Die Zentauren betranken sich. Sie trank mit ihnen. Sie lag sturzbetrunken auf der Wiese, starrte und den Himmel, kotzte ins Gras, stand wieder auf, und fluchte.  Sie war stinksauer, sie wurde wütende, sie wollte eine Änderung. Sie schlug einen Ork. Er wehrte sich nicht. Sie trat einem verdammten Troll in den Rücken. Er liess es geschehen. Sie gab einem Zwerg eine Ohrfeige und er lief taumelnd davon. Sie zeigten den Zentauren ihre Brüste. Sie tranken weiter.

Nova Orleans (vormals “Ach, Bankea!” bzw. “Bankea reloaded”)

Bis zum Januar 2016 pflegte ich in unregelmäßigen Abständen eine Webseite mit einem Blogroman. Das Projekt hatte verschiedene Namen (“Ach, Bankea!”, “Bankea reloaded” und “Nova Orleans”). Da ich immer wieder dazu neigte, alles zu überarbeiten, an allen Ecken und Enden weiter zu schreiben, ohne es fertig zu bekommen, erstarb irgendwann das komplett Projekt und wurde…

Die Brücke (noch so ein Anfang..)

In seinen jungen Jahren trug Peter seine Haare lang, färbte sie silbern und ging mit einem blau angemalten Gesicht zur Schule. Er war damals 16, bevorzugte gelbe Kleidung mit Warnhinweisen und war der feste Überzeugung in keinster Weise der irdischen Rasse anzugehören. Im Unterricht beantwortete er alle Fragen charmant und glänzte mit einer bestechenden Logik.…

Wie ich rezensiere

Wie ich lese Würde man mich fragen, wie ich lese, dann wäre meine Antwort wohl dieselbe. Daher muß ich etwas ausholen. Ich lese sehr gerne. Ich lese viel. Es gibt kaum ein Genre, das ich bewusst auslasse. Im Gegenteil, ich entdecke gerne Talente. Es gibt nicht viel, was schöner ist, als einen unbekannten Kunstschaffenden zu…

Der Autor und der Tod

Früher mordete ich mit Leidenschaft. Ich tat es gerne, ausdauernd und immer wieder. Es war ein stilistisches Mittel um Spannung zu erzeugen. Helden, Nebenfiguren und überhaupt alle Protagonisten starben grundsätzlich am Ende. Eine Verfahrensweise, die auch Hemingway gerne verwendete. Der Tod als Abschluss. Was sollte danach noch kommen?  Der Tod also auch als unumkehrbare Logik.…

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