Misa

Misa Teil 24

In der Folge rief er mit einem grazilen Fingerschnippen einige seiner Jünger zu sich, denen er die Anweisung gab, uns mit zu nehmen. Sie waren dabei nicht zimperlich, und fassten uns mit harten Griffen an den Armen, um uns mit sich zu führen. Wir wehrten uns, doch überraschenderweise fanden wir uns beim kleinsten Zeichen von Widerstand, in einem unüberschaubaren Tumult, und noch mehr von diesen weißbefrackten Mitläufern stürzten auf uns ein, ergriffen uns, drehten uns die Arme auf den Rücken, zogen den Kopf zurück, rissen an den Haaren, und hieben von allen Seiten auf uns ein, als müssten sie einem unverständlichen Hass freien Lauf lassen. Das schien ihnen zu gefallen. Warum auch immer. Sie zerrten und rissen uns mit sich. George schleiften sie gar auf seinem Rücken aus dem Raum, während Amanda ihren Widerstand schnell aufgab und bereitwillig mit ihnen ging.  Ich hasste sie auch alle. Sofort. In diesem Moment.

Misa Teil 19

Amanda war unruhig, Zuckungen liefen durch ihren Körper. Ihr Messer hielt sie vor sich  in einem rechten Winkel. Bereit zu zustechen. Auf was auch immer. Karl und George hielten jeweils einen großen Ast vor sich. Beide waren vornüber gebeugt, und fixierten den Beutel, den Mario zu drehen begann. Wie einen Sack Murmeln leerte er ihn vor sich aus. Die Augen sprangen auf den Boden und suchten ohne zu Zögern verschiedene Richtungen auf. Sie jagten direkt auf uns zu. Ein jeder von uns mußte sich auf eine ganze Horde Augen konzentrierende durch das Grass schoßen. Sie bemühten  sich ganz offensichtlich , sich unsere Blicken zu entziehen. Sie glänzten in der Sonne, aber schon größere Halme machten es schwer sie zu verfolgen. Sie verbargen sich fast dahinter. Ich sah es an den Bewegungen der Gräser, musste aber schnell feststellen, dass ungefähr die Hälfte der Augen, die mir galten, schon verschwunden waren, bevor ich die Taktik richtig verstand. Sie waren clever. Oder gut programmiert. Oder beides.

Misa Teil 17

Die Zentauren betranken sich. Sie trank mit ihnen. Sie lag sturzbetrunken auf der Wiese, starrte und den Himmel, kotzte ins Gras, stand wieder auf, und fluchte.  Sie war stinksauer, sie wurde wütende, sie wollte eine Änderung. Sie schlug einen Ork. Er wehrte sich nicht. Sie trat einem verdammten Troll in den Rücken. Er liess es geschehen. Sie gab einem Zwerg eine Ohrfeige und er lief taumelnd davon. Sie zeigten den Zentauren ihre Brüste. Sie tranken weiter.

Misa Teil 12

Im Westen der Estancia, wo die Weideflächen fast schon übergingen in die Ausläufer der Anden, fanden sich einige tote Rinder. Zumeist Kühe, die trächtig waren. Ihnen war der Bauch aufgeschnitten, aber man fand nirgendwo die Kälber. Die Kühe verbluteten auf der Weide, und Vögel rißen sich Stücke aus den Gedärmen. Mario zog sich ein Tuch vor den Mund, sprang von seinem Pferd und besah sich die toten Tiere. Hier lebten kaum Menschen. Und die, die hier lebten standen in Lohn und Brot bei seinem Vater. Es ging ihnen gut. Ihre Eltern hatten unter seinen Eltern gearbeitet. Alles hatte seine Ordnung. Keiner von ihnen würde es wagen, seine Rinder zu töten.

Misa (Anfang 63 v. 300 – Teil 7)

Dort, wo sie zuvor gewesen war, erstreckte sich nun wiederum der Park bis zu einem vermeintlichen Horizont. Und vermutlich, davon ging ich aus, war dahinter wieder nur Park, und egal wohin ich mich wenden konnte, war nur Park. Mit denselben Bewohnern, überall, die ihrem Müßiggang frönten. Zentauren, die taumelten, als hätten sie ihr Gehirn in Wein gebadet, Zwerge, die mich angrinsten und mir winkten, und Elfen verschiedener Größen, die einfach sinnlos herumflogen. Nur die Orks und Trolle waren andauernd am Spielen. Selbst federballspielende Orks waren zu erkennen. Die Trolle humpelten der Frisbeescheibe hinterher, oder versuchten sich in anderen Sportarten.

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