Misa

Misa Teil 26

Es gilt zu bedenken, dass ich keinen Widerstand leistete. Ich ging gefügig mit, folgte ihnen wie ein vertrotteltes Schaf und dennoch behandelten sie mich, als würde ich gerade eine Rebellion anzetteln. Und ich schwor mir, sollte ich jemals die Chance haben, dann würde ich genau das tun. Unter Folterern mag es verschiedene Philosophien geben. Vielleicht wussten sie tatsächlich, wie man mich oder andere Wesen brechen konnte. Durchaus möglich. Ich kenne mich dabei nicht so aus. Ich fühlte nur eine heiße Wut in mir aufsteigen, die sich über alles legte und mein Denken mehr und mehr verkleisterte. Ich biß die Zähne so stark zusammen, ich schmeckte mein eigenes Blut. Ich gönnte ihnen keinen Ton von mir. Selbst mein Stöhnen äußerte sich in einem Biss, der mir fast die Zunge gekostete hätte. Ich spürte nie zuvor so einen Widerstand in mir, wie in diesen Momenten, in denen sie keinen in mir vermuteten und mich dennoch brechen wollte.

Misa

Misa Teil 22

„Nein, mitnichten, überhaupt nicht. Aber du darfst auch hier nicht davon ausgehen, dass du irgendetwas machst, dass sie nicht wissen. Du bist ein Sklave. Wir wissen das, und du bist noch nicht lange genug da. Sklave heißt, nichts von dem, was hier geschieht, auf deinem freien Willen basiert. Das ist ein Hamsterkäfig, ein Experiment. Du kannst nicht sterben, das ist das Problem. Damit haben sie dich. Schwer zu verstehen?“

Misa

Misa Teil 21

Wir waren nackt. Keine Kunstfasern hingen an uns. Recycling und der Kompostierung unserer fleischlichen Hüllen hätte also nichts im Wege gestanden. Ich fand es ausgesprochen bedauerlich, Amanda und George in einer überwindbaren Entfernung nackt zu wissen. Und gleichzeitig zu ahnen, wie wir in Kürze gemeinsam, in tausend Fetzten gerissen irgendwo herumliegen würden. Ich hätte mir gewünscht, dass diese Zustand der Nacktheit zu anderen Optionen führen hätte können.

Misa Teil 17

Die Zentauren betranken sich. Sie trank mit ihnen. Sie lag sturzbetrunken auf der Wiese, starrte und den Himmel, kotzte ins Gras, stand wieder auf, und fluchte.  Sie war stinksauer, sie wurde wütende, sie wollte eine Änderung. Sie schlug einen Ork. Er wehrte sich nicht. Sie trat einem verdammten Troll in den Rücken. Er liess es geschehen. Sie gab einem Zwerg eine Ohrfeige und er lief taumelnd davon. Sie zeigten den Zentauren ihre Brüste. Sie tranken weiter.

Misa Teil 11

Sie trug ihr rotes Haar wie ein geschleudertes Meerschweinchen. Die kurzen Haare standen in alle Richtungen, wirkten fest wie die Stachel eines Igels und waren von unterschiedlicher Höhe und Dichte. In ihrem Gesicht zeichnete sich alles ab, von der schlechten Gesellschaft durch ihre Gefährten, bis zu dem Gebrauch aller Substanzen, die zum Vergessen beitragen konnte. Ihr Körper war drahtig und muskulös. Um ihre Arme rankten sich die Adern wie Efeu um einen Baum, und ihre Augen blitzten mich böse an.

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