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Neue Sendung Mittwochs: TECHNO unplugged!

Neue Sendung Mittwochs: TECHNO unplugged!

TECHNO unplugged! ist ein neues Format auf RADIO JAZZNRHYTHM, dass sich vor allem Bands widmet, die stark rhytmusorientiert mit traditonellen Instrumenten arbeiten und damit dem Technosound sehr nahe kommen. Ein bekannter Vertreter der Richtung ist die Brassband MEUTE, aber mittlerweile gibt es einige Bands, die einen ähnlichen Sound kreieren. Dazu gehört LGMX aus Frankreich, TechnoBrass aus Rio, Labrassbanda aus München, jedoch überraschten vor fast zwanzig Jahren auch Bauchklang mit einem acapella-Techno-Sound, der ihnen niemand bisher nachmachte.

All diesen Experimenten will sich das neue Format widmen. Dazu gehören auch Grenzgänger wie Moop Mama, die sich eher im HipHop daheim fühlen, oder die Jazzrausch Bigband, die mit durchaus renommierten Jazzern und Funkern zusammen arbeitet, obwohl sie die Hausband eines TechnoClubs in München sind.

Die Welt wird immer kleiner, aber das Spektrum an Möglichkeiten größer und für uns ist diese Variante eine Folgerichtigkeit aus der SwingMusik, dem Neoswing, schließlich dem Electroswing – da war es nur logisch, dass das auch mal umgekehrt laufen darf: Elektronische Musik, die mit traditionellen Instrumenten adaptiert wird.

Übrigens suchen wir noch Bands, die in dieses Programm passen. Liebend gerne nehmen wir noch unbekannte Gruppen auf, die ähnliches machen.

Sendetermin: MIttwochs abends von 17:00-19:00 Uhr.

Mehr Wortbeiträge auf RADIO JAZZNRHYTHM

Mehr Wortbeiträge auf RADIO JAZZNRHYTHM

Im Rahmen der kommenden Buchmesse möchten wir einen größeren und tieferen Blick auf die Literatur werfen. Wir hatten es schon angekündigt: RADIO JAZZNRHYTHM möchte Talenten helfen, bekannter zu werden. Zum einen spielen wir gerne unbekanntere Acts, neue Künstler:innen und aufstrebende Bands, zum anderen möchten wir auch dem Wort mehr Raum geben.

Dazu gehören Autor:innen, Dichter:innen, Schriftsteller:innern und überhaupt alle Schreibenden, die eingeladen sind, kurze Lesungen ihrer Werke online gehen zu lassen. Wir möchten auch wieder Interviews machen, Menschen vorstellen, die schreiben und Lust haben, etwas zu präsentieren.

Das wird langsam passieren, aber die nächsten Monate sind dem Buch gewidmet, der Literatur und bieten Platz und Raum für solche Experimente. Wer Lust hat, soll sich einfach bei uns melden. Mailadresse: andreas@jazznrhythm.com

Neue Musik auf RADIO JAZZNRHYTHM

Neue Musik auf RADIO JAZZNRHYTHM

Wir bemühen uns immer wieder eine kleine Menge neue Musik in das Programm von RADIO JAZZNRHYTHM einzuspielen. Wir nutzen dazu genau die Medien und Quellen, die ihr auch nutzt. Die großen Onlineportale, die Neuerscheinungen auf ihrem Marktplatz vorstellen, sowie die üblichen Verdächtigen unter den Streamingdiensten, die in Playlisten und ähnlichen KI-gesteuerten Algorithmen versuchen unserem Geschmack am nächsten zu kommen.

Was uns dabei allerdings Sorge bereitet: Die Bedienung unseres Geschmacks ist gar nicht das, was wir wollen. Denn dieser ist so vielfältig, wie das Spektrum der Musik, dass es seit über 100 Jahren gibt. Wir mögen Swing, Blues, Rock‘n‘Roll, Soul, Funk, französischer Chanson und vor allem die Musik der kapverdischen Inseln. Wir mögen das Konzept, dass Musik eigentlich keine Grenzen hat und auch keine solchen akzeptiert.

Die großen Online-Marktplätze für Musik (also ITunes etc.) versuchen normalerweise ihren Hörer:innen sehr nahe zu kommen, deren Vorzüge zu eruieren und ihnen genau das zu bieten, was sie bevorzugen. Bei einem gesteigerten Interesse für Songs von Leonard Cohen bekommt man halt eben nur das angeboten, was naheliegend in einer ähnliche Stimmung angesiedelt ist.

Die Frage, die sich uns dabei stellt: Wie informiert Ihr Euch über Musik? Was sind Eure Quellen? Wie findet ihr neue Musik?

Wir haben In den letzten Tagen die üblichen Playlisten der ROTATION (Montag-Freitag von 6:00 – 17:00) und DARKER etwas aufgepeppt. Die ROTATION soll eine angenehme Mischung aus altem und neuem darstellen. Nichts soll überliegen, die Schwerpunkte sollen eher gestreut als zielgerichtet werden. In der Rotation darf alles rein, was akustisch und relaxt daherkommt. Da kommen die unplugged Versionen der Nirvana-Titel, aber auch die Interpretation von Neneh Cherry. Da wird Toris Amos, aber auch Alex Clare gespielt Alles nebeneinander, alles von Hand kuratiert, aber vom Zufallsgenerator gemischt.

Die Rotation wurde um weitere fünf Stunden aufgestockt. Sie läuft zwar am Wochenende sehr lange (Donnerstag-Freitag 6:00-21:00, Sonntags als lässiger Sonntag von 6:00-2:00 in der Frühe des nächsten Tages), aber die eigentliche Länge des Programmblocks ist auf über sechzig Stunden ausgelegt. Das heißt: Für über sechzig Stunden gibt es Material in der Rotation. Dieses geschieht, um die Wiederholungen zu verringern. Da finden sich nun, seit diesem Wochenende Klassiker von Creedence Clearwater Revival, besagter Leonard Cohen, einiges von Sting, und eine ganze Menge von Musiker:innen wie Sade, deren Oeuvre heute unterschätzt wird.

Vier Mal in der Woche (Montags, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ) gibt es von 17:00-20:00 Uhr DARKER. Auch Darker, das gerade mal 3 Stunden an vier Tagen läuft, hat eine Playlist, die ungleich länger, nämlich aktuell ca. 20 Stunden lang ist. Ziel ist es allerdings, diese Stundenzahl zu verdoppeln, wenn nicht sogar zu verdreifachen. Wir wollen euch mehr Sound bieten, mehr Abwechslung, viele unterschiedliche Varianten, Cover und Ideen. Auf diesem Weg werden die Playlisten immer wieder wachsen. Aber wie fließen die Ideen da ein?

Auf der einen Seite liegen den Playlisten lange Erfahrungen als DJ und Musikkritiker zu Grunde. Und der Wille möglichst viel Musik aus den unterschiedlichsten Genres kennenzulernen. Die aktuellen Medien sind nicht sehr hilfreich. Verständlicherweise. Musikzeitschriften erfüllen den Zweck ebenfalls auch kaum noch, richten sie sich doch an einen Leserkreis, der eher in einer Zeit verharren will, als neues zu entdecken. Es ist spannend, dass die meisten Musikzeitschriften heute Gesichter auf dem Cover haben, die schon seit 50-20 Jahre bekannt sind, aber nicht das widerspiegeln, was eine aktuelle Musikszene bieten könnte.

Wo also bekommt man einen Gesamtüberblick über alles, was neu erschienen ist, über die Strömungen und Wellen? Ideen sind hier immer willkommen, denn wir möchten gerne wissen, wie ihr das macht. Wo holt ihr Euch Eure Inspirationen? Von wem lernt etwas über neue Musik? Wenn ihr jetzt, von RADIO JAZZNRHYTHM, dann fühlen wir uns natürlich geehrt und freuen uns :-). Versteht sich.

Wo sind nur die Musikzeitschriften hin?

Wo sind nur die Musikzeitschriften hin?

Es gab mal eine Zeit, in der Musikzeitschriften einen beeindruckenden Stellenwert hatten. Sie nahmen für sich in Anspruch aktuell, modern und ein wichtiges Sprachrohr der Jugend zu sein.

Sie waren in vielen Formen und Ausrichtungen zu finden, doch immer prangte jemand auf dem Titelblatt, der gerade dabei war, die Charts zu erobern, oder die ersten Plätze belegte. In ihrer Ausprägung lag ein Anspruch. Musikzeitschriften waren lange Zeit der Puls am Beat und Sound eines Jahrzehnts. Das ging eine ganze Weile so, und es gab DJs und auch andere Menschen, die lasen sie alle. Soweit es ging. Es gab Zeitschriften für Pop, die noch andere jugendliche Themen behandelten und nebenbei ein bißchen Aufklärung betrieben. Es gab Zeitschriften für Reggae, die immer ein bißchen mit den Ganja-Rebellen der Großstädte sympathisierten, und es gab Punk-Postillen. Es gab, nebenbei , eine unglaubliche, unüberschaubare Anzahl an sogenannten Fanzines, die eine eigene Kultur darstellten. Zusammengebastelt aus Fotokopien und geklauten linken Comics waren sie der Underground des Genres, aber meist waren sie näher und schneller dran, als es die großen Zeitschriften waren.

Geht man heute in einen Bahnhof, dann ist der Musikzeitschriftenständer viel Internationaler, aber das kaschiert nur, wie wenig aktuelle deutschsprachige Blätter es noch gibt. Es muss sich halbiert haben, seit ich mir das zum letzten Mal angesehen habe, aber es kann auch gerne um zwei Drittel geschrumpft sein. Vielleicht ist das notwendig und normal, in einer Zeit, in der es Spotify, Amazon und Apple gibt. In der 3 Milliarden Podcasts um unsere Aufmerksamkeit ringen und es auch noch Webradios gibt, die nicht so genau wissen, wie sich ihr Markt definiert. Eine Auslese muss ja nichts schlechtes sein. Könnte sie doch zu mehr Qualität führen.

Ganz so scheint es jedoch nicht. Der Zeitschriftenständer für Musik sieht aus wie vor 30 Jahren. Ach, was sage ich, 40 Jahren. All die Titelblätter sind besetzt mit Namen, die mindestens seit den Achtziger Jahren im Business sind, aber auch damals ihre größten Erfolge gefeiert hatten. Es ist eine Reise zurück. Pure Nostalgie. Und natürlich würde ich mir gerne das Prince-Special kaufen, aber wie erfahre ich, wer heute sein Erbe ist? Wo ist die Zeitschrift für Funk, Disco, Jazz und seine Randgebiete? Wo für Folk und Blues, und warum ist das geschätzte „American Songwriter“ auch wieder nur eine Blatt, in dem unter der Hand dieselben Namen auftauchen, die schon in den Siebzigern genial klangen. So als hätten die letzen 40 Jahre nicht existiert sieht heute der Zeitschriftenmarkt aus. Da frönen einige Hochglanzmagazine einer Zeit, in der die Helden Led Zeppelin, Deep Purple oder Genesis, und mir kommt der Verdacht, dass niemand um die zwanzig heute noch so etwas braucht und kauft. Es sind nur diese ältlichen Nostalgiker, denen ich mich anschließen sollte. Schwarzes Band-T-Shirt, umfangreiches Spezialwissen über den Klang von Vinyl und rutschende Jeans, sowie ein Handy in einer Klapphülle.

Zu all diesem Anachronismus gehört natürlich auch RADIO JAZZNRHYTHM. Wenn jetzt nichts mehr da ist, und keine Periodikas helfen bei der Einordnung der aktuellen Musik, dann wollen wir helfen. Da wo die Musikzeitschriften aufhören, spielen wir einen nahtlosen Mix aus alt und neu. Aus Cover und Bekanntem. Kein Problem. Das kriegen wir hin.

Aber bedauern tue ich das schon irgendwie schon. Ich werde sie vermissen, die Tage, in denen ich soviel aus den Blättern wie SOUNDS, SPEX, Q, FACE etc. lernte. Lange ist es her.