Und was ist aus den CDs geworden?

Und was ist aus den CDs geworden?

Das auf Plattenbörsen tatsächlich nur noch Vinyl zu finden ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war lange, lange Zeit nicht mehr auf solchen Veranstaltungen. Im Grunde blieb ich schon deswegen fern davon, um einfach meinen Finanzhaushalt in Griff zu haben. Plattenbörsen kosteten mich früher ein Vermögen, aber sie waren – neben den Second Hand -Läden – lange Zeit, die einzige Möglichkeit an rare Scheiben zu kommen. Das aber liegt, wie gesagt, schon sehr lange zurück. Mittlerweile gibt es ebay, rebuy und ähnliche Plattformen. Es ist gar kein Problem Musik günstig zu erwerben.

Mein persönlicher Geschmack ist sowieso schräg genug, um aus Nischen bedient zu werden, in denen ich mich fast konkurrenzlos bewege. Wer hört hierzulande außer mir Zydeco oder Cajun? Wer mag außer mir Bluegrass und Acid Jazz? Das sind Richtungen, die erklärungsbedürftig sind und keine Mehrheiten finden. Meine liebsten Tonträger finde ich in der Regel auf Wühltischen. Aber was ist mit den CDs passiert?

Wie gesagt, auf Plattenbörsen spielen sie fast keine Rolle mehr. Als Neil Young zu Beginn der Digitalisierung der Musik einer der größten Gegner der CDs war, hätte ich nie gedacht, dass er mal Recht behalten sollte. Aber scheinbar bewegt sich alles wieder zur empfindlichen Scheibe, die leicht verletzbar unter einer Nadel einen Ton erzeugt. Es gibt gute Gründe dafür, und es gibt eine Menge, die man einwerfen kann, wenn es um die Wirkung von Sonne und andere Umwelteinflüsse geht. Aber auch die CD hat im Laufe ihres Lebens eine massive Wandlung von einem unempfindlichen Datenträger zu einer schnell zerstörbaren Scheibe gemacht. Meine ersten „Frankie goes to Hollywood“-Maxis waren hart, feste, dick und man konnte definitiv nicht durch sie durchschauen, aber vieles, was danach kam, erinnerte mich eher an die tönenden Postkarten meiner Großeltern, als an das tatsächliche Konzept, dass der CD zugrunde lag. Mal abgesehen davon, dass Hund und Katze wahrscheinlich vom analogen Sound immer mehr hatten, als von der CD, die – ähnliche wie MP3 etc – den Sound fürs menschliche Ohr hatte (also unten und oben die unhörbaren Bereiche einfach wegknipste).

Wer Webradio, wie wir macht, der darf sich damit nicht beschäftigen, denn wir senden quasi die komprimierte Version eure Stuben, aber wir verstehen uns auch nur als Eure Begleitung und Inspiration. Und hoffen, dass Ihr den ultimativen Sound kauft. Nur – in welcher Form werdet ihr das tun?

Meine CDs werde ich demnächst vor die Tür stellen (sofern sie niemand abholt. Will sie jemand? Meldet euch), denn den Aufwand, sie in Rebuy zu verkaufen, möchte ich mir nicht mehr antun. Andererseits besorge ich mir mittlerweile meine Musik hauptsächlich über Onlineshops in diverser Qualität (je nachdem) und versuche Datenträger (egal ob analog oder digital) schon aus Platzgründen zu vermeiden, aber wie macht ihr das? Kauft ihr überhaupt noch Musik? Hört ihr lieber Spotify, Amazon, Apple etc.? Habt ihr noch CDs?

Oder ist die CD tatsächlich tot und Vinyl hat, wider Erwarten, alles überlebt und erfreut sich heute ungeahnter Popularität?

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