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Interview mit Bloshka (Bloshka and the Love Spirits)

Interview mit Bloshka (Bloshka and the Love Spirits)

Bloshka & the Love Spirits
Bloshka & the Love Spirits

Vor nicht all zu langer Zeit fand in dem neuen Club 8 lights (Kaiserpassage 1) ein Konzert ukrainischer Bands aus Karlsruhe statt.

Die Liste der Bands machte neugierig. Handelte es sich doch um Gruppen und MusikerInnen, die bisher noch nicht mal im Karlsruher Archiv aufgeführt waren.

Eine der Bands waren Bloshka and the Love Spirits, die bereits kurze Zeit später auf einem Hoffest in der Karlsruher Südstadt zu sehen war.

Bloshka and the Love Spirits sind eine junge, vierköpfige Band, bestehend aus

  • Bloshka – Gesang und Akustikgitarre
  • Joachim– Kontrabass
  • Jonnie – Schlagzeug/Cajon
  • Yulia – Piano


Auf dem Hoffest des Vintage Hunter in der Karlsruher Südstadt, traten sie allerdings zu dritt auf. Es handelte sich um einen der ersten heißen Tage des Jahres. Die Sonne brannte herunter, Schattenplätze waren rar. Es war Mittag, und die  Hitze erreichte ihre höchsten Temperaturen. Trotzdem wählte die Keyboaderin Yulia eine Skimütze als Kopfbedeckung. Bloshka and The Love Spirits fallen auf.

Nicht nur, weil Bloshka in ukrainischer Sprache singt. Die Artikulation bewegt sich zwischen Höhen und Tiefen, die Songs sind geprägt von einem filigranen Konstrukt, das eine Art poetischen Pop präsentiert. Müßte man ein Genre nennen, würde man den Begriff Dreampop wählen, um die akustisch geprägten Songs zu beschreiben.

Einige Tage später traf ich die Sängerin in einem Cafe, um mich mit ihr über die Geschichte der Band, die Entwicklung und die ukrainische Szene zu unterhalten. Es zeigte sich eine der spannendsten Bands, die derzeit in Karlsruhe Fuß fassen.

Bloshka & the Love Spirits werden in den nächsten Wochen an den verschiedensten Locations auftauchen. Zeit also, sich den Namen zu merken. 

Bloshka & the Love Spirits
Bloshka & the Love Spirits

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Eure Gruppe heißt Bloshka & The Love Spirits. Wie lange gibt es euch schon?

Bloshka

Mit meinem Schlagzeuger spiele ich seit Sommer 2023 zusammen, mein Kontrabassist kam wenige Monate später dazu, meine Pianistin vor etwas mehr als einem Jahr. Die Band gibt es insgesamt seit etwa zweieinhalb Jahren. Den Namen „The Love Spirits“ tragen wir allerdings erst seit letztem Sommer.

Andreas Allgeyer

Und du schreibst die Songs?

Bloshka

Ja. Ich schreibe die Lieder und bringe sie als Demo mit in die Probe. Danach entwickeln wir die Arrangements gemeinsam weiter. Jeder bringt Ideen ein, bei denen ich einschätze, wie es sich in das Stück einfügt.  Wenn meine Musiker bei einem neuen Song improvisieren und mich etwas besonders berührt, dann bestehe ich darauf, dass dieser Teil erhalten bleibt.

Andreas Allgeyer

Du hast eine sehr flexible Stimme. Hast du eine musikalische Ausbildung?

Bloshka

Ich bin eigentlich Saxophonistin. In meiner Heimat habe ich Saxophon studiert. Schon als Kind war ich auf einer Musikschule, mit Musiktheorie, Chor und Gehörbildung. Später habe ich zusätzlich Gesangsunterricht genommen.

Andreas Allgeyer

Mit Saxophon hätte ich nicht gerechnet.

Bloshka

Viele nicht. Aber als Saxophonistin beschäftigt man sich automatisch mit Jazz, Standards und vielen verschiedenen Stilrichtungen. Das hat mich musikalisch geprägt.

Andreas Allgeyer

Wie würdest du eure Musik beschreiben?

Bloshka

Meistens sagen wir Indie Dream Rock oder Alternative Rock. Viele meiner Songs folgen nicht den klassischen Popstrukturen. Oft sind es eher Geschichten oder emotionale Entwicklungen, die sich langsam aufbauen.

Andreas Allgeyer

Fast alle Texte sind auf Ukrainisch?

Bloshka

Ja. Das ist für mich eine sehr bewusste Entscheidung. Ich komme aus einer Stadt nahe der russischen Grenze. Dort wurde fast ausschließlich Russisch gesprochen. Auch ich habe bis zum Beginn des Krieges hauptsächlich Russisch gesprochen und geschrieben.

Nach dem 24. Februar 2022 habe ich mich gefragt, wie ich weiterhin Kunst in einer Sprache machen kann, die für mich plötzlich mit dem Angriff auf meine Heimat verbunden war. Seitdem schreibe ich ausschließlich auf Ukrainisch.

Andreas Allgeyer

Seit wann lebst du in Deutschland?

Bloshka

Seit März 2022. Wir sind sehr früh geflohen, weil wir die Angriffe direkt erlebt haben. Helikopter, Explosionen – das war alles sehr nah. Also haben wir beschlossen zu gehen.

Andreas Allgeyer

Wie reagieren Menschen hier auf die ukrainischen Texte?

Bloshka

Viele sagen nach Konzerten: „Ich habe kein Wort verstanden, aber es hat mich berührt.“ Das freut mich sehr. Musik muss nicht immer übersetzt werden. Man kann Gefühle auch ohne Sprache verstehen.

Andreas Allgeyer

Wie viele Konzerte habt ihr inzwischen gespielt?

Bloshka

Mehr als zehn, wahrscheinlich eher fünfzehn oder mehr. Unser erstes Konzert war ein Wohnzimmerkonzert im Tollhaus. Seitdem spielen wir regelmäßig, besonders im vergangenen Sommer fast jeden Monat.

Andreas Allgeyer

Wie kommt ihr an Auftritte?

Bloshka

Teilweise werden wir inzwischen eingeladen. Ansonsten schreiben wir Veranstalter an, bewerben uns auf Ausschreibungen oder organisieren Konzerte selbst.

Andreas Allgeyer

Sind die ukrainischen Musiker in Karlsruhe gut vernetzt?

Bloshka

Ja. Die Community ist ziemlich groß. Es gibt viele kulturelle Veranstaltungen, und dadurch kennt man sich meistens zumindest vom Sehen.

Andreas Allgeyer

Die anderen Musiker deiner Band sind keine Ukrainer?

Bloshka

Nein. Trotzdem würde ich uns als ukrainische Band bezeichnen, weil die Texte, Themen und die kulturelle Perspektive ukrainisch sind.

Andreas Allgeyer

Wie geht es weiter?

Bloshka

Wir arbeiten gerade an einer EP mit fünf Songs. Wenn alles klappt, erscheint sie im September. Auf Spotify findet man mich weiterhin unter dem Namen „Bloshka“, weil ich schon vor der Band unter diesem Namen Musik veröffentlicht habe.

Andreas Allgeyer

Woher kommt eigentlich der Name?

Bloshka

Das ist mein Spitzname. Mein Nachname hat sprachlich etwas mit einem Floh zu tun. Weil ich klein bin, nannten mich Freunde früher „Bloshka“, also ungefähr „kleiner Floh“. Daraus entstand später mein Künstlername.

Andreas Allgeyer

Du hast vorhin erwähnt, dass es eine wichtige Geschichte gibt, die erklärt, warum du heute Musik machst.

Bloshka

Ja. Mein erstes Lied habe ich mit zehn Jahren geschrieben. Damals war ich bei meiner Großmutter im Garten. Irgendwie kam plötzlich eine Melodie, und obwohl ich damals fast nur Russisch sprach, war das Lied auf Ukrainisch.

Später wollte ich eigentlich Gesang studieren. Mein Saxophonlehrer sagte jedoch zu mir: „Vergiss das. Du kannst nicht singen.“ Ich war sechzehn und habe ihm geglaubt.

Einige Zeit später gründete derselbe Lehrer eine Band und suchte eine Sängerin. Ich habe vorgesungen, wurde aber nicht genommen. Das hat mich sehr verletzt.

Danach habe ich beschlossen, Gesangsunterricht zu nehmen und herauszufinden, was wirklich möglich ist.

Ein halbes Jahr später veröffentlichte ich meine erste Single und spielte mein erstes Wohnzimmerkonzert vor ungefähr zwanzig Menschen.

Andreas Allgeyer

Wie alt warst du damals?

Bloshka

Gerade zwanzig geworden.

Und eine Woche später begann der Krieg.

Andreas Allgeyer

Das verändert natürlich alles.

Bloshka

Ja. Als ich nach Deutschland kam, wusste ich zunächst nicht, wie es weitergehen sollte. Eines Nachts träumte ich, dass ich mit einer Gitarre auf der Straße stehe und singe.

Das Kuriose daran: Ich konnte damals überhaupt keine Gitarre spielen.

Nach diesem Traum habe ich mir eine Gitarre besorgt und angefangen, sie selbst zu lernen.

Andreas Allgeyer

Spielst du heute noch Saxophon?

Bloshka

Nur selten. Meine Stimme ist inzwischen mein wichtigstes Instrument geworden.

Andreas Allgeyer

Hast du Lampenfieber?

Bloshka

Natürlich bin ich vor Konzerten nervös. Aber ich habe keine Angst vor der Bühne. Ich stehe seit meiner Kindheit auf Bühnen.

Mir ist wichtig, meine Gedanken und Gefühle mit Menschen zu teilen. Deshalb finde ich es manchmal schade, dass viele die Texte nicht verstehen. Gleichzeitig freue ich mich, wenn die Emotion trotzdem ankommt.

Andreas Allgeyer

Gibt es etwas, das dir besonders wichtig ist?

Bloshka

Ja.

Man sollte Kindern nicht sagen, dass sie etwas nicht können.

Lehrer, Eltern oder andere Erwachsene können mit einem einzigen Satz sehr viel beeinflussen. Viele Menschen tragen solche Aussagen ihr ganzes Leben mit sich herum.

Deshalb finde ich es wichtig, Menschen zu unterstützen, statt sie kleinzumachen.

Andreas Allgeyer

Du wirkst heute sehr selbstbewusst.

Bloshka

Das war nicht immer so. Früher hielten mich manche für seltsam oder zu anders. Irgendwann habe ich verstanden, dass genau das in Ordnung ist.

Anders zu sein ist nichts Schlechtes.

Andreas Allgeyer

Und heute?

Bloshka

Heute habe ich mein Leben in Deutschland, meine Arbeit, meine Freunde und meine Band. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Aber ich bin dankbar, dass ich weiterhin Musik machen kann. Und vor allem, dass ich Menschen um mich habe, mit denen ich das gemeinsam verwirklichen kann.

Den nächsten Termin bei dem man Bloshka & the Love Spirits sehen kann ist übrigens das Unifest in Karlsruhe (10-11.07.2026)

Externe Links:

Bloshka & the Love Spirits (YouTube)https://www.youtube.com/channel/UCLjY8csr8XOG5CuJRP_lGSQ

Bloshka & the Love Spirits (Instagram) https://www.instagram.com/bloshka_and_the_love_spirits/

Bloshka & the Love Spirits (Linktree)https://linktr.ee/bloshka

Bloshka (Instagram) https://www.instagram.com/bloshkaaa_?igsh=aTZ4NWdyZWR1NjBj

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026
Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Geht man unbedarft an Blind Delon ran, muss man anerkennen: Andere haben mehr Ahnung und sind näher dran. Das KOHI war gut besucht, das Publikum bunt gemischt und die Stimmung auf dem besten Level, dass man sich wünschen konnte. Was immer da in der Luft lag, dass war schon eine gute Ahnung von dem was kommen durfte.

Eröffnen konnte Roma Deserta, allein, nur mit der Gitarre, aber unterstützt von einem Sammelsurium an Klängen, Sounds und eingespielten Instrumenten. Material, das komplex und dicht wirkte. Ein eigenes, kleines Reich, in dem sich sein orchestralen Wave-Verständnis widerspiegelte. 

Roma Deserta verfolgte ein Konzept. Eine Art Plan, der sich nicht nur in einer Multimedia-Show hinter ihm manifestierte, sondern auch in ausschweifenden, tanzbaren Rhythmen, den langen Einleitungen, und die fehlende Angst vor Überlängen. 

Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe
Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe

Das offenbarte eine sympathische Sturrheit, die der aktuellen Zeitbegrenzung nicht unterliegen wollte – aber vor allem auch eine Akribie, die aus einem Song so viel wie möglich heraus holen mochte.

Nicht der Balladensänger, sondern der Multiinstrumentalist und Tüftler standen auf der Bühne. In diesen Rollen holte er sein Publikum mit einem breiten, fetten Sound ab. 

Wurde zwar nur zum Teil live dargeboten wurde, aber bot in seinem dichten Konstrukt eine rhythmische Grundlage für Variationen.

Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe
Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe

Roma Deserta befindet sich damit in einem anspruchsvollen Spannungsfeld, bot aber genug Bodenständigkeit, um die Beine zu bewegen, die Hüften zu schwingen und den Abend kraftvoll einzuleiten.

Blind Delon kamen mit all der Wucht und Kompromisslosigkeit, die diese Mischung aus harten Gitarren, metallenen Percussions, elektronischen Beats und tiefem Gesang zuliessen. Was sich abzeichnete, wurde durchgezogen. Ekstatische Monotonie gepaart mit enthusiastischen Riffs. Wildes Gemenge aus den Besten aller Teile.

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026
Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Mathis Hauray und Corentin Thibur, beide an den Saiten, liessen die Beats einspielen, arbeiteten konzentriert am Rhythmus und schoben alles mit Kraft und Würde in die Nacht. Kernige, akzentuierte Botschaften, die auf die Füße zielten und dem Kopf Pause gönnten. 

Eine Verweis auf alles, was schon da war, was noch kommen kann, und damit so viel zeitgemäßer als viele andere Protagonisten, wenn sie zitieren. Eben jene Momente, die in den Clubs geboren wurden, dorthin gehören und genau an diesen Orten ihren Impuls erleben. 

Mit einer bewundernswerten Energie, und der richtigen Entschlossenheit, dem Ding keine Ruhe zu gönnen, präsentierten Blind Delon eine rasante Mischung, die begeistern konnte. Das zuckte, das krachte, das lebte, dass hatte den richtigen Schlag und die Konsequenz um in die Beine zu gehen, im Nacken spürbar zu bleiben und nicht mehr los zu lassen.

Blind Delon gehören zu jenen Bands, die die Nacht dunkler machen, die Kühle vertreiben und für all das in Erinnerung bleiben. Rock’n’roll der elektronischen Jahre, selbständig genug um im Gedächtnis zu haften . Hat ja auch bisher gut funktioniert.

Externe Links:

Blind Delon – https://www.instagram.com/blindelon/?hl=de

Roma Deserta – https://www.instagram.com/roma_deserta_music/

KOHI – https://kohi.de

Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026

Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026

Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026
Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026

Das zweite Deutschlandspiel der diesjährigen WM hing in der Warteschleife, die Public Viewing Areas versammelten die Fans bei der Hitze und das KOHI bot eine klimatisierte Bühne an. Das darf man nicht unterschätzen. So langsam könnte es zur Location der ersten Wahl werden. 

Die Heydays standen schon eine ganze Weile auf der Wunschliste. Irgendwie ständig verfehlt, immer nur ein paar Schnipsel mitgenommen, Einladungen lagen ungünstig, und das ging nun schon Monate lang so. Und die Neugier wuchs. 

The Sonic Spy machten den Support. Klare Sprache, die richtigen Riffs, nach vorne treibend, in den Lyrics verständlich und die ehrliche Haut, die auf der Bühne alle Kraft in den Opener legte. Aus dem Irgendwo zwischen Calw und Stuttgart angereist, versprachen sie vieles, hielten alles, und das Publikum in Bewegung.

The Sonic Spy im KOHI am 20.06.2026
The Sonic Spy im KOHI am 20.06.2026

The Sonic Spy gaben der Schnörkellosigkeit Raum und überzeugten vor allem mit einem fitten, reizvoll genauen Spiel. 3 Männer an den Saiten, einer der im Hintergrund mehr als nur den Rhythmus beherrscht und wie eine Maschine, das Ding am Laufen hielt. 

Damit strebten die Jungs nach vorne, bereiteten den fruchtbaren Boden vor und wußten zu begeistern. Die waren aufgeregt, voll dabei, die konnten das und durften das. Geradeaus Rock, der sich in den meisten Genres bedient, aber stark authentisch, glaubhaft und bodenständig war. Kein Zweifel, das funktionierte. Kann man nicht nur lassen, muss man auch mal loben. Haben sie gut gemacht.

Für Die Heydays genau jene, die sie brauchten. Bündig wie Auge und Faust schlossen sie an, spielten ihren Charme aus, zeigten sich in einer gewitzten Stimmung, die zwischen purem Ernst, klugen Lebensregeln und wildem Punk ihr Ziel suchte.

Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026
Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026

Das ging schnell, fokussiert, mit schierem Spaß am Spiel. Alles sichtbar, alles gleich und jetzt sofort. Mit voller Lakonik, dem Witz im Zitat und der richtigen Mischung aus ungehemmt und ungezügelt. 

Die Heydays machten eine Party. Wollten, das alle mitmachen, vorne am Rand, gaben ihr Bestes und wirkten so, als würden sie da gerne noch eins draufsetzen. 

Wegen der Sonne, dem Ball und was sonst noch an so lauen Sommerabenden zählte, war das KOHI nur halb besucht, aber das hatte nichts mit den Protagonisten auf der Bühne zu tun. Die hätten ihre Rechnung auch mit einigen Hundert gemacht und auf jeden Fall das Zeug dazu. 

Angetan mit weißen Hemden, einem rosa Schlagzeug und einem Frontmann, der sich soweit vorwagte, wie man ihm Raum liess, nahmen sie alles, was irgendwie rumlag, für sich ein und das natürlich in einer urtypischen, klassischen Besetzung. 3 Gitarren und hinten Wumms. Rock’n’Roll vom Feinsten in der modernsten Form. Nennt man Punk, ist Power, hat den Song, die Zeilen und wenn man wollte, konnte man bei den Heydays nach zwei Akkorden auf jeden Fall mitbrüllen. Guter Stoff für solche Abende. Schöne Sache für die Zukunft.

Externe Links:

Die Heydays https://www.dieheydays.de

The Sonic Spyhttps://thesonicspy.com

KOHIhttps://kohi.de

Charm of Finches auf dem Watthaldenfestival, Ettlingen am 21. Juni 2026

Charm of Finches auf dem Watthaldenfestival, Ettlingen am 21. Juni 2026

Charm of Finches auf dem Watthaldenfestival in Ettlingen am 21.06.2026
Charm of Finches auf dem Watthaldenfestival in Ettlingen am 21.06.2026

Immer mal wieder spült der Algorithmus der Social-Media-Kanäle das Porträt einer neunen Band in den Feed. Charm of Finches sind ein Duo aus Australien. Die Schwestern Mabel und Ivy Windred-Wornes sind aktuell auf Europatournee. Sie selbst beschreiben ihre Musik als eine Art Kammer-Folk, und bestechen dabei vor allem mit ausgeklügeltem Harmoniegesang, den sie mit Keyboard, Geige und Gitarre untermalen.

Renommierte Namen, die auch gerne auf dieser Seite erwähnt werden, folgen ihnen mittlerweile auf den Kanälen, denn was sie machen und auf der Bühne zeigen, ist eine melodiöse Art feingliedrigen Pops, der mittlerweile schon zu vier Alben geführt hat.

Das Watthaldenfestival in Ettlingen führte sie dabei, fast passend, in eine schöne Parklandschaft der gleichnamigen Grünanlage am Ende der Ettlinger Altstadt. Malerischer Baumbestand, ein kleiner See, umgeben von vielen Ständen, gehört das Festival zu jenen Veranstaltungen, die vor allem für die Anwohner Ettlingens geschätzt werden.

Charm of Finches auf dem Watthaldenfestival in Ettlingen am 21.06.2026
Charm of Finches auf dem Watthaldenfestival in Ettlingen am 21.06.2026

Engagierte Gruppen präsentierten sich selbst und ihre Arbeit, während eine große Zahl kulinarischer Spezialitäten als Gaumenfreuden aufgefahren wurden. Der Eintritt zum Festival ist frei, da es sich aus Spenden und dem Verkauf der Festivalbändchens finanziert.

Es sind derzeit die heißesten Tage, die das Ende des Junis und den Anfang des Sommers einleiten. Angekündigt sind und waren Rekordtemperaturen. So waren die unbedachten Reihen Bierbänke vor der Bühne fast leer, denn die beiden Schwestern gehörten zu den frühen Acts des Tages. Um 14:30, als die Schattenplätze rar waren, der Himmel klar und die Sonne ihre Strahlkraft voll entfaltete, gab es kaum eine Chance der Hitze zu entfliehen.

The Charm of Finches machten ihrem Namen alle Ehre. Songs, die geformt sind aus der Schönheit ihrer Stimmen, die ihre Wurzeln in der reichen Tradition der keltischen und Anglo-amerikanischen Volksmusik haben, waren im Grunde genau das, was man unter Bäumen, beim leichten Rauschen eines Windes geniessen möchte.

Und es war ihrem Verständnis an gutem Klang geschuldet, was sich hier als eine Art zeitgenössischem Folk mit eingängigen Pop-Anleihen als einnehmende Musik für ein Publikum anbot, dass alle Altersklassen vertrat. Eine Reihe Preise wurde ihnen ihn ihrem Heimatland schon aus verständlichen Gründen verliehen. In Ettlingen bewiesen sie, dass es durchaus verdientes Lob war. 

Charm of Finches auf dem Watthaldenfestival in Ettlingen am 21.06.2026
Charm of Finches auf dem Watthaldenfestival in Ettlingen am 21.06.2026

Demnächst kann man sie in der Nähe von Karlsruhe, im Betriebswerk in Heidelberg, erleben. Am 5ten August gastieren so dort für eine Abend, mit wahrscheinlich laueren Temperaturen, und einem Sound, der dazu passt. Wer dieses Jahr noch etwas entdecken will, und Gefallen an gut abgestimmten Gesang, sauberer Spielweise und einer erstaunlichen Reinheit in der Instrumentierung finden kann, sollte die Möglichkeit nutzen.

Externe Links:

Charm of Finches – https://www.charmoffinchesband.com

Charm of Finches – https://www.instagram.com/charmoffinchesband/?hl=de

Betriebswerk Heidelberg – https://betriebswerk.de