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Konzertkalender vom 24.10. -1.11.2026

Konzertkalender vom 24.10. -1.11.2026

Symbolfoto (Death South) Konzertkalender

Wichtig!

Ohne Gewähr und Garantie! Bitte schaut euch auf den Seiten der Veranstalter um, ob sich dort etwas geändert hat!

Konzert- und Musiktermine · 24.Oktober – 1. November 2026

Samstag, 24.10.2026

  • 19:00 | Capriccio Fridericiana | Auferstehungskirche Rüppurr
  • 19:00 | Hattler – 25 Jahre Jubiläumskonzert | Tollhaus
  • 20:00 | Karlsunruhe: Feintonfilter + Zweifel | Substage
  • 20:00 | Miri in the green | Tempel
  • 20:00 | Four Imaginary Boys (The Cure Tribute) | Die Stadtmitte
  • 20:30 | Sophie Chassée | NUN Kulturraum
  • 21:00 | Dietah und Thorsten – Das erste Grindcore-Musical der Welt | P8
  • 21:00 | Wisecräcker + Kaptain Kaizen | Alte Hackerei

Sonntag, 25.10.2026

  • 16:00 | Das Klingende Klassenzimmer – Kindermusical | Ökumenisches Gemeindezentrum Oberreut
  • 17:00 | Himmelwärts – Chormusik zwischen Himmel und Erde | Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum
  • 18:00 | Echt? Orgel! – Konzert VI | Christuskirche Karlsruhe
  • 18:00 | Jubilate Deo | Christkönig
  • 18:00 | Johann Sebastian Bach: h-Moll-Messe | Evangelische Stadtkirche Karlsruhe
  • 18:00 | Benefizkonzert: Klassik trifft Pop | Begegnungsstätte Grötzingen
  • 18:30 | By Candlelight (Live Acoustic Music mit Bloshka)| 8 Lights
  • 19:00 | Red Hot Chilli Pipers – „Back To Roots Tour 2026“ | Tollhaus

Montag, 26.10.2026

  • 20:00 | Soulcafé Karlsruhe | Jazzclub Karlsruhe

Dienstag, 27.10.2026

  • keine Meldung

Mittwoch, 28.10.2026

  • keine Meldung

Donnerstag, 29.10.2026

  • 20:00 | Huun-Huur-Tu | Tollhaus
  • 20:00 | Klima Kalima | Jazzclub Karlsruhe

Freitag, 30.10.2026

  • 20:00 | Dreiviertelblut – „Prost Ewigkeit“ | Tollhaus
  • 20:00 | Max Mutzke – Live Tour 2026 | Tollhaus
  • 20:00 | The Dynamite Daze | KOHI
  • 20:00 | Traumkonzert: Reise zu den Sternen | Evangelische Stadtkirche

Samstag, 31.10.2026

  • 16:00 | Lords of the Sound – Die Musik von Ennio Morricone | Stadthalle (Brahms-Saal)
  • 19:00 | Across the Border – 35-jähriges Jubiläum (+ Special Guests) | Substage
  • 20:00 | Guru Guru | Jazzclub Karlsruhe
  • 20:00 | Michael Krebs – „Optimismus. Jetzt stark reduziert.“ | Tollhaus
  • 20:00 | Titanic – Eine unendliche Liebe (Live-Show) | Konzerthaus

Sonntag, 01.11.2026

  • keine Meldung

Es gibt noch weitere gute Veranstaltungskalender:

Ein vorbildlicher, KI-generierter Veranstaltungskalender ist ka-heute.de, der die Informationen von über 700 Seiten abdeckt, und dabei nicht nur Konzerte berücksichtigt. Sehr ergonomisch sind die Filter und Möglichkeiten, die Seite auf seine eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Tex Dixigas informiert regelmäßig auf Instagram über interessante Konzert in Karlsruhe und der Region: https://www.instagram.com/dixigas/?hl=de

Auch Fächerstadt-Hardcore hat eine gute Übersicht über Metal- und verwandte Konzerte: https://www.instagram.com/faecherstadt.hardcore/

Links zu den Veranstaltern findest du hier

Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026

Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026

Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026
Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026

Kaffee, Kunst und Musik sind schon immer eine Verbindung eingegangen. Sind die Kaffeehäuser Wiens doch bekannt für ihre Zirkel, Treffen und dem inspirierenden Austausch. Daher war es fast schon naheliegend, wenn im Röstwerk des Herzogkaffees in Waldbronn eine Vernissage stattfand.

Anlass war die Präsentation der Bilder des Straßburger Künstlers Marc Felten. Großformatige Abbildungen farbenfroher Fantasiegeschöpfe, oft Tier-Mensch Hybriden, die wuchtig mit versteckten Details glänzen.

Mit kräftigen Tönen, angestrahlt von bunten Scheinwerfern, wirkten sie wie Unikate aus einer anderen Welt, die sich den menschlichen Posen anglichen, aber sie auch gleichzeitig karikierten.

Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026
Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026

Ausgelassen und ungehemmt zugleich, offenbarten sie Stärke, eine ungezügelte Extrovertiertheit, große Münder und ein herausforderndes Gebiss. Marc Feltens Werke, präsentiert zwischen den Gerätschaften und einzelnen Produktionsprozessen, wirken ebenso zufällig, wie bewußt komponiert.

Das Spiel mit Farbe und Technik ist gleichzeitig bewußte Provokation mit Verweis auf Pop-Art, Graffiti und Punk, als ein Verweis an die Göttlichkeit seiner Tierwesen, die soviel mehr sein können als bloßer Mensch. Selbst wenn sie diesen in Posen und Handlung kopieren, scheinen sie doch erhaben, stark und von einer ironischen Dominanz.

Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026
Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026

Aufgestellt in einer Werkstatt-Atmosphäre genoss jedes Bild, zwischen Kaffeesäcken, Fässer, Röstmaschinen und Computer, ein Alleinstellungsmerkmal, das es mit Strahlkraft zu nutzen wußte.

Das Röstwerk, untergebracht in einer ehemaligen Schreinerei in Waldbronn, spielt den Charme der Kaffersherstellung aus, aber fühlt sich auch den Kleinigkeiten und der urigen Umgebung verpflichtet. 

So finden sich überall Hinweise auf die Geschichte der Firma, aber auch verspielte Momente, wie einen immer wieder auftauchenden Hulk, einem Tischkicker, dem Fitnessraum und schließlich auch eine ganze Palette Goldmedaillen, die man sich mit der Qualität des Kaffees verdient hat. 

Durch die Vielzahl der Elemente – hier spektakuläre Kunst, die ihren Raum forderte, dort Mechanik, und die Zeugen eines gut justierten Handwerks- , sowie dem allgegenwärtigen Duft des Kaffees, ergab sich der Rahmen für ein Konzert, wie man es sich im Grunde wünscht. 

Nahezu akustisch, begleitet von einer Gitarre, einem Schlagzeug und einem Keyboard, trug Daënk seine Songs in einer zurückhaltenden Version vor.

Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026
Daënk beim Röstwerk Herzogkaffee zur Vernissage von Marc Felten am 24.10.2026

Sitzend auf einem Barhocker, umgeben von Pflanzen, und all den Verweisen und Utensilien der Kaffee-Geschichte, ergab sich daraus ein ausdrucksstarke Annäherung an das rockige Material. 

Seine Geschichten, deutsch vorgetragene Beobachtungen des eigenen Lebens und Betrachtungen der Entwicklungen, leben von der leidenschaftlichen Erzählung und Ausdrucksweise seiner Stimme.

Jenen Elementen, die den Charakter seiner Songs prägen. Die voluminöse Kraft, die ihren Ursprung in den Hymnen und der Liebe zum Rock hat. 

In den Räumlichkeiten des Röstwerks, mit all den Kunstwerken um ihn herum, wurden die Songs getragen von einer intimen Stimmung und Nahbarkeit. Nichts was ihnen geschadet hat, und auch nichts was ihnen die Kraft nahm.

Im Gegenteil, offenbarte sich doch, dass sie auch durchaus so funktionieren. Ja, fast eine eigene Art Dunkelheit zu produzieren vermögen, wie man sie vielleicht allerhöchstens vom Blues kennt.

Daënks Stücke sind Hymnen, sie möchten einen Weg weisen. Auch in die Zukunft hinein, sie möchten vereinen, und für sich gewinnen. In der Ruhe offenbarten sie ihren Ursprung, verloren aber nicht ihre Botschaft. 

Zwei Dinge konnte man dabei erkennen. Eine Location, die es verdient hätte, nochmal bespielt zu werden, und einen Sänger, der im kleinen Rahmen ein Potential entwickelt, auf das er sich stützen kann.

Externe Links:

Daënk (Instagram) – https://www.instagram.com/daenk_official/

Marc Felten (Instagram) – https://www.instagram.com/felten.marc/

Röstwerk – Herzogkaffee (instagram) – https://www.instagram.com/roestwerk_herzogkaffee/

Musa Dagh (mit Safi und als Support: Selina Cifric) in der Stadtmitte am 22.10.2026

Musa Dagh (mit Safi und als Support: Selina Cifric) in der Stadtmitte am 22.10.2026

Musa Dagh (mit Safi und als Support: Selina Cifric) in der Stadtmitte am 22.10.2026
Musa Dagh (mit Safi und als Support: Selina Cifric) in der Stadtmitte am 22.10.2026

Eine Art Vorwort (weil es an der Zeit ist)…

Die Lage ist schwierig. Es kann gar nicht falsch sein, auch darüber zu schreiben. 

Als Aufhänger ein Konzert von Musa Dagh zu wählen, ist bedauerlich, aber das Thema zieht sich durch alle Genres und betrifft alle KünstlerInnen, die in dieser Zeit auf Tour sind. 

Auffallend bei Musa Dagh ist: Es handelt sich um eine gut bewertete Band, deren Relevanz von Wikipedia anerkannt ist. Ihre Zusammensetzung basiert auf bekannte Namen und das aktuelle Album erntet gute Kritiken.

Der Gitarrist Aren Emirze (ehemals Harmful), die Bassisten und Sängerin Sandra Fink (Safi), sowie der Schlagzeuger Martin „Dog“ Kessler (z.B. ehemals H-Blockx) sind also durchaus innerhalb der Kreise, die ihr Publikum darstellen, bekannt und beliebt. 

Trotzdem, und das ist auffallend, wurde das Konzert am Donnerstag von gerade mal geschätzten 20 Leuten besucht, die sich selbst in der Stadtmitte etwas verloren wirkten. 

Wenn es sich um Ausnahmen handelt, dann mag man das abhaken. Man kann mögliche Gründe vermuten, und sich damit zufrieden geben. Dann ist es kein Thema.

Aber es häuft sich. Es kommt gar nicht so selten vor. Touren werden abgesagt. Konzerte neu geplant, manche trotzdem durchgezogen und hin und wieder wird das Problem schon vorher transparent genannt.

Kommt es zu Zahlen, die verdeutlichen können, wie es aktuell aussieht, dann darf man unproblematisch davon ausgehen, dass ein Konzertpreis von 40 Euro, wie er an der Abendkasse für Musa Dagh berechnet wurde, das Minimum für eine Band darstellt, die sich auf Deutschlandtournee befindet. 

Das mag für EinzelkünstlerInnen, die mit Gitarre und dem Zugticket durch das Land reisen – mit dem Einsatz von Nerven und Zeit – zu unterbieten sein. Aber für eine 3-köpfige Band, die Hotels, Equipment, einen Transporter und noch einiges mehr braucht (eventuell noch jemand für Merch und Sound) handelt es sich um einen Betrag, der kaum die Kosten deckt. 

Denn an der Gestaltung des Ticketpreises ist ja auch noch Veranstalter und weitere Kostenpunkte beteiligt.

Sieht man gleichzeitig, dass der Markt für physikalische Tonträger fast nicht mehr existent ist,  dann handelt es sich beim Merch um ein weitere Einnahmequelle. Aber diese kann maximal einen kleinen Teil der Kosten abfedern. Die Lage ist prekärer als viele sie sich eingestehen wollen. Oder sie sehen möchten.

Bei Streaming (also Spotify, Apple-Music, Deezer, Tidal etc.) handelt es sich nicht um die Option, ein geregeltes Einkommen zu erwirtschaften, sondern um einen Rückschritt in jene Zeiten, als MusikerInnen ihr Auskommen über Dienstleistungen, Nebenjobs und Hochzeiten oder ähnlichen Veranstaltungen verdienten. 

Egal wie viel ein Streamingdienst abwirft – keiner konnte bisher den Ertrag, den der Tonträgerverkauf früher gesichert hat, erreichen. 

Zwar gibt es auch über Streaming eine Handvoll großverdienende KünstlerInnen, doch handelt es sich um Ausnahmen. Die wachsende Mehrheit finanziert sich über endlose, fleißige Touren, bis ihre persönliche Entscheidung gegen die Musik fällt. Für ein stabiles Leben, möglicherweise mit Kind, ist die Situation oftmals zu prekär.

Wir befinden uns fast wieder in jener Zeit, in der es noch keine physikalischen Tonträger gab. Als fahrende Musikanten oder Mäzenatentum diese Kulturrichtung prägten.

Und dann stellt sich die Frage: Woran liegt es, das Konzerte wie dieses kein Publikum finden? Ist das Angebot zu groß? Der Konkurrenzdruck durch andere Konzerte ein Faktor? Ist der Preis zu hoch, das Geld zu knapp, der Markt zu unübersichtlich, die Werbung zu schlecht? Und wenn letzteres ein Faktor ist: Wie macht man mittlerweile gute Werbung?

….. und das Konzert

Die Stadtmitte, obwohl mittlerweile etabliert für ihre Clubkonzerte, wird oft immer noch als ein Club wahrgenommen, der so gar nicht zu jener Gangart passen will, die im hinteren Saal das Tempo bestimmt. Abgetrennt vom Lounge und Tanzflächen-Bereich, hat sich die Stadtmitte einen Ruf geschaffen, der durchaus experimentellen und ungestüme Acts eine Bühne bietet. 

Während sich vielerorts engmaschiger Filter über die Auswahl legt, wird in der Stadtmitte gerne den Genres gefrönt, die gewagt an das Dunkle und Laute gehen möchten. Musa Dagh befanden sich damit genau am richtigen Ort. 

Selina Cifric in der Stadtmitte am 22.10.2026
Selina Cifric in der Stadtmitte am 22.10.2026

Es zeichnet die Stadtmitte aus, als Support lokalen KünstlerInnen zu bevorzugen. Selina Cifric gehört zu den hart arbeitenden Singer-/Songwriterinnen in dem Metier. 

Umtriebig ist sie überall dort anzutreffen, wo man sie nicht vermutet. Sie reist weit, sie reist oft. Schätzt man die Häufigkeit ab, steht sie ein Drittel des Jahres auf irgendeiner Bühne. Etwas, was man ihr anmerkt. Nur mit akustischer Gitarre ausgestattet, zeigen sich selbst ihre eigenen Songs als kraftvoll, ausgeschliffene Stücke, die zwischen einem rauen Blues und ungehobelten Americana ihre Heimat suchen.

Selina ist dort zuhause, wo die Stimme sich in den Vordergrund drängt, das Gitarrenspiel schnell und verwegen kling, aber vor allem die Tonart zwischen Wut und Sensibilität beeindruckt. Immer mit einem Fuß im Punk, aber mittlerweile viel zu versiert, um dort mehr als die Wurzeln zu haben, weiß sie mit ihrer Erfahrung sehr genau wie das Ding klingen muss.

Sie rockte sich daher – selbst in dieser schmalen Version, alleine mit der Gitarre – aus der puren Songwriter-Situation heraus und man konnte sich gut vorstellen, mit welchem Verständnis und Energie eine Band mit ihr das Ding vorantreiben könnte. Aber, und das sei erwähnt: Nötig wäre es nicht.

Neben eigenem Material band sie Coverversionen ein, die sie mit ihrem Timbre einfärbte, und damit ungeschliffener, aber auch entsprechend ehrlich, interpretierte. Da war Tracy Chapmans Hymne von der Revolution und der Wunsch nach dem Benz von Janis Joplin. Material, das wie geschaffen schien, in diesem Zusammenhang und dem allgemeinen Wunsch nach Veränderung. 

Die Entscheidung und Wahl für sie war gut getroffen, korrespondierte sie doch nur zu gut mit der brachiale Bereitschaft zum Lärm von Musa Dagh . 

Musa Dagh (mit Safi und als Support: Selina Cifric) in der Stadtmitte am 22.10.2026
Musa Dagh (mit Safi und als Support: Selina Cifric) in der Stadtmitte am 22.10.2026

In einer Dreibesetzung, nur bestehend aus Drums, Bass und Gitarre waren sie angetreten alles vor ihnen und nach ihnen zu zerlegen. Das brauchte Standvermögen, geschützte Ohren und die Bereitschaft sich darauf einzulassen. Das hatte seine Zeit und seinen Moment, aber vor allem war die Wucht nach Selinas Auftritt ein Vermögen, das sie problemlos ausspielen konnten.

Safi, hier am Bass und Gesang, hatte das KOHI schon erfolgreich besucht. Die Kombination als Frontfrau dieser Band war neu, die Vehemenz jedoch gewohnt entschlossen. Safis Performance ist immer geprägt von ihrer Entschlossenheit, mit der sie sich sowohl in ihrem Basspiel, wie auch in ihren Gesang beweist. 

Im Zusammenspiel mit Aren Emirze ergaben sich dabei, eingehüllt in einem Orkan aus Unbeschreiblichkeiten, sowie einem Tornado aus Geschwindigkeit und purer Lust am Lärm, ein feines Spiel aus Zitaten und klassischen Anklägen, die manchmal nur für Bruchteile eines Stückes erkennbar waren.

Musa Dagh (mit Safi und als Support: Selina Cifric) in der Stadtmitte am 22.10.2026
Musa Dagh (mit Safi und als Support: Selina Cifric) in der Stadtmitte am 22.10.2026

Ungeachtet der fast leeren Stadtmitte, konnte man keine Spielfreude vermissen. So gab die Band alles, vollführten die Reise durch das Zentrum des Sturms, zeigten sich dabei gelassen, sympathisch und dennoch so entschlossen, dass selbst die Gitarren-Saiten ihrem Anspruch nachgaben. 

Musa Dagh, vor allem mit Safi, hätten den Laden in seiner besten Füllung zum Schwitzen bringen können, das heutige Unwetter vorweg nehmen mögen und diese Chance mindestens verdient. 

In den Details und der Intensität, sowie einer hektischen Fingerfertigkeit, handelte es sich bei ihnen um eine Live-Band, die zur Entdeckung taugt. 

Geradlinig, einem Tempo und Sound verpflichtet, trotzdem verspielt, schoßen sie kurzweilig durch ein bündiges Programm. Es glich einem  beständigen Funkenflug durch die Verstärker.

Man nehme die Lust am frühen Rock’n’Roll, die Frechheit des Punks, jage das durch den Mixer, und schütte ein paar Oud-Weisen hinein. Und dann stelle man alles auf Anschlag, und erhöhe auf jeden Fall die Geschwindigkeit. So ungefähr. Und doch viel mehr. 

Nächstes Mal bitte voller. Der Saal. Nicht der Sound. Und bestimmt gibt mir mein Ohrenarzt auch noch einen Tipp. Aber auf jeden Fall wieder.

Externe Links:

Musa Dagh – https://www.musadagh.info

Safi – https://safimusic.com

Selina Cifric – https://www.selinacifric.com

Stadtmitte – https://die-stadtmitte.de

Ankündigung (und ein kleiner Rückblick): Das Schrägfest im NUN am 21.11.2026

Ankündigung (und ein kleiner Rückblick): Das Schrägfest im NUN am 21.11.2026

Cabin on Pluto auf dem Schrägfest im KOHI am 10.10.2026
Cabin on Pluto auf dem Schrägfest im KOHI am 10.10.2026

In den letzten Monaten kristallisiert es sich fast heraus. Der Name „Schrägfunk“ – eigentlich eine regelmäßige Radiosendung auf dem Querfunk – etabliert sich mehr und mehr als eine Kette Veranstaltungen, die nicht einmal auf eine Location, sondern eher auf ein sympathisches Format festgelegt sind. 

Dabei stehen die beiden Aktiven noch nicht einmal für ein Genre, viel mehr stellen sie auf ihren sogenannten „Schrägfesten“ sehr unterschiedliche, aber zumeist unabhängige KünstlerInnen vor. Das bewerben sie per Plakat, im Social Media – aber im Ganzen immer noch in einer Art Flüsterpropaganda im regionalen Kulturbetrieb – und schaffen damit einen Qualitätsbegriff, der seine Anziehungskraft entwickelt.

City Light Thief auf dem Schrägfest im KOHI am 10.10.2026
City Light Thief auf dem Schrägfest im KOHI am 10.10.2026

Für Außenstehende faszinierend ist die scheinbare Leichtigkeit, mit der sie altgediente Recken, junge Talente, harte Rhythmen und fragiles Songwriting zusammenbringen. Dafür nutzen sie das NUN, das KOHI, das Jubez, und wer weiß was ihnen morgen einfällt.

So zeugten CABIN ON PLUTO und CITY LIGHT THIEF am 10.10. 2026 für die härtere Gangart im KOHI,  mit einer befreienden Ungestümtheit, und lieferten in ihren Sets all das was zwischen Power, Punk und purer Freude eine Schattierung findet. 

Zu gut für nur drei Griffe, zu schnell für die eigene Kunstfertigkeit und zu kompromisslos um in einem klassischen Genre gefangen genommen zu werden. 

Nachdem sie mit JULE, LAMPE und MATZE ROSSI am 10.03.2026 im Jubez geradezu klassisches Songwriting in einer kompakten Präsentation vorgestellt hatten, und dabei fast drei Generationen auf die Bühne brachten, zeigte das KOHI-Konzert, dass Spannbreite und Überraschungen Teil des Formates sind. 

Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Tina und Michael liefern damit nicht nur monatlich einen regional wichtigen Beitrag zur wuseligen Independenten-Szene, sind dazu erstaunlich gut vernetzt und als Interviewpartner geschätzt, sondern exportieren vor allem ihre Reihe in weitere unabhängige Radiostationen durch ganz Deutschland. 

Das wiederum sollte man nicht unterschätzen. In einer Szene, die zwar viel bevölkert ist, aber durch die Sparmaßnahmen im Kulturbereich immer weiter in ihren Auftritts- und Ausdrucksmöglichkeiten beschnitten wird, leisten die freien Radiosender einen wichtigen Beitrag.

Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Dieses weiter fort zusetzen und in einer eigenen Konzertreihe zu verwirklichen, ist nicht nur konsequent, sondern eine Basis zur Stärkung der Community. 

Die Unabhängigkeit dabei die komplette und befreundete Karlsruher Location-Szene zu nutzen, führt dann eigentlich zu einer Win-Win-Situation, in der die Radiosendung und die Bühne gemeinsam abstrahlen und ihr Publikum sammeln.

Das nächste Schrägfest, das man eigentlich nicht verpassen darf ( schon weil die Reihe das Potential hat, legendär und zu einer gemeinsamen Erinnerungskultur zu werden ) wird als 9.te Veranstaltung im NUN am 21. November 2026 mit den Musikern JULIAN KNOTH und FREDERIK TEBBE stattfinden. In dieser genannten Kombination verbirgt sich dahinter eine weitere Variante – handelt es sich hier doch um eine Lesung & ein Konzert.  

Schrägfest mit Lampe im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Lampe im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Auf kleiner Bühne, mit seiner legendären zurückhaltenden Atmosphäre ist das NUN dafür gut gewählt, und damit eine Empfehlung für einen spannenden, angenehmen Abend.

Externe Links:

Schrägfunk – https://schraegfunk.de

Querfunk – https://querfunk.de

Schrägfest – https://schraegfest.de

NUN – https://nun.cafe

KOHI – https://kohi.de

Jubez – https://jubez.de

Julian Knoth – https://www.instagram.com/julian_knoth/?hl=de

Frederik Tebbe – https://www.instagram.com/nulluhrachtundfuenfzig/

Cabin on Pluto – https://cabin-on-pluto.jimdosite.com

City Light Thief – https://www.instagram.com/citylightthief/?hl=de