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Monat: März 2026

PREYRS (feat. Amy Montgomery) (Support: Weird Gravity) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 20.03.2026

PREYRS (feat. Amy Montgomery) (Support: Weird Gravity) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 20.03.2026

PREYRS (feat. Amy Montgomery) im KOHI am 20.03.2026
PREYRS (feat. Amy Montgomery) im KOHI am 20.03.2026

Weird Gravity vollzogen ihre Feuerprobe im KOHI. Der erste Auftritt an diesem legendären Ort war für die Karlsruher jene Premiere, die ihnen sichtlich Freude bereitet. Stabiler, traditioneller Rock, der kraftvoll mit großen Rädern in den Furchen der Altvorderen wühlte. Da waren massive Kenntnisse der Geschichte, ein fetter Gitarrenboden und große Bilder drin. 

Weird Gravity im KOHI am 20.03.2026
Weird Gravity im KOHI am 20.03.2026

Weird Gravity kamen zu fünft, waren damit schon für einen breiten Sound aufgestellt, hatten sie doch 3 Gitarren, Vocals und das Schlagzeug mit sich. Das war folglich solides Handwerk, die klare Linie und die Referenzen zum Rock, wie er allen in den Gehörgängen sitzt. Ehrlich, ohne doppelten Boden, mit den solistischen Verweisen an eine Zeit, in der es kaum mehr brauchte um eine Band zu gründen, als den Willen, die Übung und den Mut zum lautstarken Statement. 

Weird Gravity im KOHI am 20.03.2026
Weird Gravity im KOHI am 20.03.2026

So überzeugten sie mit Sympathie, dem Spaß an dem Auftritt und der Eingängigkeit der selbstkomponierten Songs. Weird Gravity wußten im Brachialen das Detail zu betonen, die Ballade und dramatisierte Einleitung zu nutzen, aber vor allem zu rocken, wie sich das eben gehört. Angenehme Band, die den Abend gekonnt einleitete.

PREYRS (feat. Amy Montgomery) im KOHI am 20.03.2026
PREYRS (feat. Amy Montgomery) im KOHI am 20.03.2026

Amy Montgomery eilt mittlerweile ein berechtigter Ruf voraus. Es gibt kaum jemand, der auf der Bühne härter arbeitet, über das komplette Event den ganzen Körpereinsatz bringt, und eine ähnliche Energie freisetzt. So ist es kein Wunder, dass eine eigene Fanbase in der ersten Reihe vertreten war, aber auch dass es mit den PREYRS eine gelungene Kombination auftrat. 

Ihre Musik wird meistens mit den Worten Tribal und Alternativ beschrieben. Das kommt dementsprechend kraftvoll und archaisch. Kein Wunder, wird es vor allem von der Rhythmusfraktion vorangetrieben. Die PREYRS, mit Amy zu viert auf der Bühne, beherrschten selbst in kleinen Gesten, den großen Stil. 

In der Wucht kam zusammen, was zusammen gehörte: die Stimmgewalt und Ausdruckskraft von Amy, mit der kompromisslosen Fahrt der PREYRS, die in Geschwindigkeit und Entschlossenheit, ein Gesamtbild formten, dass nichts offen liess und alle Versprechungen erfüllte.


Das passte wie angegossen, funktionierte satt, und bewies mit reinen Vokalparts, dem Wechsel der Instrumente zwischen Gitarre und Schlagzeug, auch Vielseitigkeit und ein Konzept, von dem noch einiges zu erwarten ist.

PREYRS (feat. Amy Montgomery) im KOHI am 20.03.2026
PREYRS (feat. Amy Montgomery) im KOHI am 20.03.2026

Das bleibende Gefühl bei Amy ist immer, da kommt noch was, die wollen noch was, die hören hier nicht auf, die kämpfen sich nach oben und wir werden noch überrascht sein. So auch bei diesem Auftritt, der eine Steigerung ihres letzten Besuches darstellte und zu einem Gesamtkunstwerk wurde, das nun – in der Mitte ihrer Tour – entsprechend geübt und radikal eine Show zeigte, die unermüdlich an die Front ging.

Amy zog das Ding durch. Kaum vorstellbar, dass jemand mit dem gleichen Einsatz, und den selben Anstrengungen auf einer solchen Tour jeden Abend ähnlich unterwegs ist, aber – sie ließ keinen Zweifel daran – es ist diese Mischung aus Ausstrahlung, Fitness, gesanglichen Qualitäten, die zusammen mit der Begeisterung für geraden, harten Rock die Faszination für die PREYRS ausmacht.

PREYRS (feat. Amy Montgomery) im KOHI am 20.03.2026
PREYRS (feat. Amy Montgomery) im KOHI am 20.03.2026

Als wären sie aus einem Stück gegossen, boten die vier einen Abend, der – trotz einiger Tücken mit den Mikros – wie geschaffen war, für das KOHI und andere wilde Orte.

Externe Links:

PREYRS –https://preyrs.com

Weird Gravity – https://gravity.weird.band

KOHI –https://kohi.de

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026
Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Um es einleitend und in einem Satz zu sagen: Jimi Tenor kam, und das KOHI war heiß, voll und schweißtreibend. Wie ein Alchemist, gekleidet in farbenfrohe Gewänder, rührte er ein faszinierendes Gebräu aus Funk, Jazz und Soul, sowie allen Zwischenbereichen, die man noch nennen könnte, an.

Zusammen mit seiner Band, bestehend aus Percussions, Gitarre, Schlagzeug und einem Bläser, bewies Jimi Tenor – selbst an Keyboard, Querflöte und Saxophon – dass er das alles mit einer Lässigkeit vermischt, die seinesgleichen sucht. 

Da vermengten sich afrikanische Elemente mit glanzvollen Disco-Zitaten, um einfach zu zeigen, hier war jemand, der das aufgesogen und schon gespielt hatte, während andere noch auf Entdeckungstour waren.

Jimi Tenor, aus dem kalten Land der Trolle (Finnland) kommend, brachte mit seiner fünfköpfigen Besetzung Musiker mit, die – genauso wie er selbst immer wieder – zwischen den einzelnen Instrumenten wechseln konnten, stilistisch variantenreich waren, aber gerne wieder zurück kamen,  zu einem Groove, der den Jazz zurück auf die Tanzfläche brachte. 

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026
Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Erwartungsgemäß sprach Jimi Tenor damit ein breites, vielfältiges Publikum an. Wie kaum ein anderer jonglierte er zwischen den Zitaten, Versatzstücken und Klischees der einzelnen Richtungen. So tauchte durchaus auch mal Manu Dibangos „Soul Makossa“ auf, als wäre es ein Teil des eigenen Werkes, wie instrumentale Parts, die an die Siebziger erinnerten, oder einfach verspielt am Jazzrock angelehnt waren.

Die Einordnung und Bestimmung seines Werkes mag den Journalisten vorbehalten sein; Jimi Tenor hatte sichtlichen Gefallen daran, die Grenzen zerfliessen zu lassen. 

Die Ernsthaftigkeit eines instrumentellen Kleinods, dargeboten und eingeleitet auf der Querflöte, durfte dann einem beschwingten Hit weichen, der  dann eher auf die Füße abzielte. Von der Querflöte zum Saxophone, mit einer Hand am Keyboard, wußte er zu begeistern.  Stand diese Möglichkeit nicht zur Verfügung, so unterstützte der Posaunist, der auch an der Tuba sein Können zeigte, ihn auf den Tasten.

Der Percussionist vertauschte mit dem Schlagzeuger die Sitzplätze, oder gab den Vocals mit seinem tiefen Timbre einen souligen Anstrich. Das harmonische Zusammenspiel war reich an Überraschungen, aber wirkte alles in allem wie aus einem Guss. 

Jimi Tenor erinnerte damit auch an die großen, konzeptionellen Entertainer, die den Jazz – mit all seinen Spielarten – immer als ein Gesamtkunstwerk betrachteten, das nur in Verbindung mit den begeisterten Menschen vor der Bühne vorstellbar war.

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026
Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Schon in den Bühne-Outfits einer Weltoffenheit verpflichtet, präsentierte sich die Band als bunte Truppe, die dadurch auch in ihrer Optik Bezüge zu klangvollen Namen und der großen Geschichte ähnlicher Bands aufbaute. Das KOHI katapultiere sich damit in eine Zeitlosigkeit, die den Jazzrock fühlbar, dem Acid Jazz huldigte und Discofunk erlebbar machte. 

Was immer man erwartet hatte, Jimi Tenor brachte es mit. 

Und zeigte es mit einer sympathischen Zurückhaltung, die viel Raum für seine Mitspieler ließ. Einer der Guten. Nicht verpassen, wenn er wieder die Region kommt.

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026
Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Externe Links:

Jimi Tenor – https://www.jimitenor.com

KOHI – https://kohi.de

Schrägfest mit Jule, Lampe und Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Schrägfest mit Jule, Lampe und Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Natürlich ist Freitag, der 13te, ein mutig gewähltes Datum, aber trotz alledem war das Schrägfest im Jubez Karlsruhe ein gut frequentiertes Event. Veranstalter des Schrägfests, und damit verantwortlich für die gewählte Programmzusammenstellung war das Team vom Schrägfunk

Beim Schrägfunk handelt es sich um eine monatliche Radiosendung, die im Querfunk produziert, aber auch in anderen Radiosendern ausgestrahlt wird. 

Hinter dem Schrägfunk – aber auch direkt am Micro –  stehen Tina und Micha, die unermüdlich im Geschehen für und um unabhängige Künstlerinnen unterwegs sind. Das Ganze wird sympathisch und engagiert präsentiert, aber wird vor allem in diversen, sogenannten „Schrägfesten“, die an verschiedenen Veranstaltungsorten stattfinden, live angeboten.

Dort werden dann jene Musikerinnen vorgestellt, die ihnen am Herzen liegen und damit die Chance bekommen, sich einem größeren Publikum vorzustellen. 

Schaut man in das Archiv der Webseite, so trifft man unter ihren geladenen Personen einige bekannte Namen und interessante Persönlichkeiten. Auftrittsorte  sind das KOHI, der Tempel und das Jubez.

Im Jubez, dem Jugend- und Begegnungszentrum am Kronenplatz fand das aktuelle Schrägfest statt. Das Jubez bietet sich schon aufgrund seines reichhaltigen Programms als anspruchsvoller Veranstaltungsort an. Die Größe und Ausstattung taugt für KünstlerInnen, die einen Fankreis haben, aber ebenso für jene, die gerade am Anfang der Karriere stehen. 

Mit der ausgewogenen Kombination an neuen und eingeführten Namen, mischten die MacherInnen vom Schrägfunk eine abwechslungsreiches Programm deutschsprachiger InterpretInnen zusammen. 

Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

So war es der Hamburgerin Jule überlassen sich zum ersten Mal in Karlsruhe vorzustellen. Alleine mit ihrer Gitarre, brachte sie die Songs ihres Debütalbums „Es ist nie zu spät für Frühstück“ mit.

Kraftvolle Protestsongs gegen die Widrigkeiten des Alltags. Reflexionen über Beziehungen, deren Abschluss, Folgen und Hinwendungen zu den eigenen Ängsten und Zweifeln. Das Kommen und Gehen von Freunden, deren Verlust und Abschied, sowie den entschlossenen Abschluss, waren ihre Themen, ebenso wie das Verhältnis zu ihrer Mutter.

Alles mit der richtigen Prise Authentizität und dem Mut zu ehrlichen Worten. Gnadenlos gegenüber den eigenen Ängsten, formte sie mit Stimme und rockigen Anklängen, Hymnen für den Kampf im täglichen Leben. Dargeboten mit dem Charme und der Unsicherheit der ersten Auftritte, eroberte sie die Herzen und blieb in den Köpfen. 

Schrägfest mit Lampe  im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Lampe im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Im Kontrast dazu, kamen Lampe als Duo (Gitarre und Cello) so selbstironisch und geübt daher, als wären sie auf allen Bühnen schon daheim gewesen. Das Symbol im Namen und als überdimensionierte Glühbirne auf der Bühne, schuf eine Ebene des Humors, die in den Songs beibehalten wurde. 

Fast kammermusikalisch dargeboten, aber breit ausgelegt für die verschiedenen Genres, hatte Tilman Claas seinem Bandprojekt eine angenehme Seite hinzugefügt. Die Wahl des Cellos war liebenswert warm im Ton, aber gab dem Indie-Pop auch eine Note, die aus Lo-Fi spannendes, und gar Tanzbares formte.

Lampe geht die eigenen Geschichten mit Humor und Freude an . Dabei bleibt es ansteckend, hinreißend und nahbar. So war es kein Wunder, dass das Publikum den Aufforderungen folgte, den Geburtstag der Lebensgefährtin feierte, und begeistert mitsang.

Lampe bewiesen in dieser Kombination, dass die kleinen Teile ein tiefsinniges Ganzes ergeben, somit für einLächeln und den Abend taugt. 

Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Matze Rossi, der Dritte im Bunde, kam zu einer Zeit, die er selbst ungewöhnlich fand, aber auch als jemand, der erwartet und bekannt war, bevor er die Bühne bereits betrat. Mit rauer Stimme, dem Selbstvertrauen eines Veteran, griff er auf ein Repertoire aus Mutmacher-Songs und Geschichten zurück, die alle vereinnahmten, aber vor allem einen Künstler zeigten, der dem Leben  mit Neugier und Offenheit begegnet.

Gerne angesiedelt in einer wilden Zwischenwelt, die man mit Folk und Punk eingrenzen will, kam Matze Rossi als traditionsbewußter Singer-Songwriter daher, der fast ohne weitere Effekte einer jener Stimmen und Erzähler war, bei denen man sich vom Lagerfeuer bis zur großen Bühne alles vorstellen konnte. 

Darauf bedacht, den Abend zu einem gemeinschaftlichen Ereignis zu machen, blieb er die ehrliche Haut, der nahbare Bote der Hoffnung und charmante Reisende. Da war viel Herz, aber vor allem auch eine Menge Kommunikation mit dem Publikum. Selten hat jemand so locker, auf die Zugabe verzichtet, und dennoch den Lauschenden das Gefühl geboten, viel erlebt zu haben. 

Matze Rossi spielte sein Konzert mit Begeisterung, der flexiblen Setlist, aber vor allem ohne doppelten Boden und damit bewußt schnörkellos. Die Zugabe war – wie eigentlich immer – Teil des Programms, also gab es eine klare Linie, ein versprochener Ablauf und alle honorierten das. Zumal, er den letzten Songs nicht mehr auf der Bühne, sondern im Kreis der Anwesenden darbot.

Matze Rossi kam als jener, mit dem man die versprochene Flasche Rotwein leeren wollte, und der Entschluss blieb haften.  Die Vorstellung, dass er genau dafür der richtige Mann dafür ist, sowieso.

Den MacherInnen von Schrägfunk muss man ein Lob aussprechen. Vor allem mit der Hoffnung, dass noch viele weitere, ähnliche Abende mit diesem Konzept folgen mögen. Sie können das, wissen die richtigen Akzente zu setzen, und eine stimmige Zusammenstellung zu bieten. Haben sie gut gemacht.

Externe Links:

Schrägfunk – https://schraegfunk.de

Jule (Album) – https://www.ghvc-shop.de/fruehstueck

Lampe – https://www.lampeband.de

Matze Rossi – https://www.matzerossi.de

Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026

Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026

Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026
Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 12.03.2026

Kein Gesang, der komplette Verzicht auf Mikrofone und nur spartanische Ansagen, waren gestern das stilprägende Element des gemeinsameren Abends von Leech und Lucid Void im KOHI. Zwei Bands, die sich beide gegen den Zeitgeist der kurzen Songs sträuben, instrumental unterwegs sind, und die Möglichkeiten, die sich Ihnen dadurch bieten, komplett ausnutzen.

Lucid Void aus Darmstadt haben sich einem pulsierenden, geradezu warmen Klang verschrieben. Ein Eintopf aus Rock-, Jazz- und Soulelementen, den sie liebevoll vor sich hinköcheln lassen, mit allerlei Gewürzen versehen und ausgiebig zubereiten. Sie kamen zu viert, Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug, und weckten durch die Elemente ihrer Songs mannigfaltige Bezüge in die Tiefen der Rockgeschichte. 

Lucid Void im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026
Lucid Void im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 12.03.2026

Im Auftreten waren sie gelassen, in den Zitaten aber bewusst im Umfeld derjenigen, die Songs als große Leistungsschau zelebrierten, und in ihrer handwerklichen Qualität ganz nah am Geschehen dran. Lucid Void weckten Erinnerungen.  Könnten auch als jene genannt werden, die dem variantenreichen Jazzrock genauso nahe stehen wie dem Acid Jazz. Beides Label, die voraussetzen, dass ein Verständnis für eine breite Spanne vorhanden ist, und die Umsetzung einer Fusion gelungen ist.

Lucid Void brauchen Vergleiche nicht zu scheuen, denn ihr Respekt ist groß und ihre bescheidene Freude am Spiel mit diesen Zutaten spürbar. 

Mit einer Handvoll Songs – alle im gehörigen Maß ausgekostet und rhythmisch ansteckend waren – präsentierten sie einen kraftvollen Charme, der durchaus für größere Sets und Bühnen tauglich ist. 

Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026
Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 12.03.2026

Leech sind Baumeister. Sie werkelten am Wall of Sound, kräftig, laut, herausfordernd, mit allem, was möglich war, und in voller Entschlossenheit etwas Großes zu schaffen. Ausgestattet mit drei Gitarren, einem Keyboard (in wechselnder Bedienung), einem breit ausgelegten Schlagzeug, und elektronischen, sowie akustischen Percussion-Instrumenten, traten sie in voller, fünfköpfiger Formation an. 

Leech kamen selbstbewußt, mit einer Bühnenshow und Gitarrenchoreographie, die wie geschaffen war für gewaltige Räume, aber dennoch in ihrer Wucht funktionierte. Das Spektrum aus Soundgewitter, Klangkaskaden, symphonischen Anklängen und druckvoller Präsentation wußten sie in auszureizen, die Messlatte entsprechend hoch zu legen, und dem KOHI eines seiner bebendsten Konzerte zu geben. 

Als Vertreter einer Richtung, die ausladend und in Details verliebt, Songs gestaltet – diesen farbenreiche Facetten hinzufügt – zelebrierten sie Übergänge fast fließend. Zementierten damit ein Konzept, dass wie ein bündiges Werk daher kam. Ein Strauß Songs, wie in Stein gemeißelt. In den Riffen kantig, geschaffen für die Füße, das Herz und den Nacken. So hatten ihre Songs eben jene Härte und Eingängigkeit, die geradeaus ging – aber auch bei allen schnellen Gangarten – eine Leichtigkeit mitbrachten, die haften blieb.

Der Anspruch war sichtbar hoch. Die Entschlossenheit, diesen umzusetzen, anzumerken. So gönnte sich Leech keine Pause, keine Ruhe, kam durchaus melodiös in Spuren, um der Dramatik Raum und ein Haus zu geben. Die Architektur strebte nach Großem, die Umsetzung meisterten sie glasklar und mit Bravour. 

Was sie mitbrachten, war routiniert, ausgefeilt, lang erprobtes Material, dass in Stürmen bestehen konnte, sichtbar lustvoll und schweißtreibend herangetragen wurde und das auf jeden Fall als Gesamtwerk bestehen und in Erinnerung bleibt. Großes Kino für alle Locations. 

Externe Links:

Lucid Void – https://lucidvoid.bandcamp.com

Leech – http://www.leech.ch

Kohi – https://kohi.de