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Monat: Dezember 2025

Neues Bildmaterial im Karlsruher Archiv

Neues Bildmaterial im Karlsruher Archiv

In unregelmäßigen Abständen fliesst immer wieder neues Material in das Karlsruher Archiv . Viele Cover, aus ganz unterschiedlichen Richtungen, Flyer, Fotomaterialien von verschiedenen Bands und Locations, sowie Informationen. In den letzten Tagen wurden vor allem die Diskografien der einzelnen MusikerInnen und Bands erweitert. Mittlerweile ist die Zahl der Seiten, die sich mit ihnen beschäftigen, aber auch Bühnen und Labels berücksichtigen auf 750 angewachsen. Das Bildmaterial, dass sich insgesamt auf jazznrhythm.com befindet und vor allem im Karlsruher Archiv zu sehen ist, liegt bei fast 1900 Abbildungen.

Dabei wurden über 3000 externe Seiten verlinkt, die weiterführende Informationen zu Plattenläden, Labels, Bands etc. führen. Viele Wikiseiten finden sich darunter, aber auch viele Bandcamp Adressen.

Das Archiv wächst langsam, aber stetig. Die aktuelle Galerie leistet dabei nur einen groben Überblick. Der größte Teil verbirgt sich unter der Oberfläche. Da es sich bei vielen Veröffentlichungen um Special-Interest-Themen handelt, die auch Gesangsvereine, Akkordeonorchester und ähnliche musikalische Initiativen nicht unberücksichtigt lassen und auf jeden Fall auch erwähnen, mag es sein, dass manche Seiten lange Zeit unbeobachtet – quasi unter dem Radar – wachsen. Um so größer ist die Freude, wenn wir feststellen, dass es Zeitzeugen oder Menschen gibt, die einen Bezug zu dem einen oder anderen Namen haben.

Grundsätzlich interessieren wir uns aber auch für die Bands, die keine Tonträger offiziell hervorgebracht haben, aber trotzdem in Karlsruhe und Umgebung aktiv waren. Oder sogar noch sind. So gab und gibt es in den meisten Schulen Gruppen und Interpreten, die auf Schulfesten und oft in hauseigenen Proberäume aktiv waren. Falls es hierzu Materialien gibt – es besteht immer Interesse daran.

2025 war ein gewaltiges Konzertjahr. Ein kleiner Ausschnitt:

2025 war ein gewaltiges Konzertjahr. Ein kleiner Ausschnitt:


Dieses ist nur ein eine kleine Galerie von dem was stattgefunden hat. Jazznrhythm.com startete vor 1,5 Jahren. Mittlerweile finden sich über 200 Beiträge über Konzerte, Musik-Themen, Plattenläden und vor allem dem Karlsruher Archiv auf diesen Seiten.

Allein das Karlsruher Archiv umfasst bereits weit über 600 Seiten zu Karlsruher Bands, Clubs, Bühnen und anderen Locations. Über 1700 Abbildungen mit Konzertfotos, Flyer, Eintrittskarten und Alben sind mittlerweile hier zu finden und in den nächsten Wochen und Monaten wird sich das sicherlich verdoppeln.

Jetzt schon zeichnet sich ab, dass der Arbeitsanfall höher ist, als am Anfang gedacht. Deswegen möchte ich jede Verzögerung entschuldigen. Aktuell liegen noch 4 Podcasts und Interviews unbearbeitet bei mir. Ca. 1000 Fotos warten auf ihre Veröffentlichung. Kommt alles noch, versprochen.

Bis das Jahr beendet ist, werde ich noch einige Galerien und Überblicke über die letzten Monate und das, was man hier vorfindet, zeigen.

Fragen beantworte ich gerne. Pläne gibt es eine ganze Menge für das nächste Jahr und Ideen sowieso. Aber wer etwas beitragen möchte, selbst Material hat, darf mir das gerne schicken oder sich auch an Tex Dixigas von Dixigas-Record wenden. Er ist meistens zu den Öffnungszeiten im Laden anzutreffen. Und freut sich auf euch.

„Hier wohnt Rosilein“ im Linden’s Irish Pub am 21.12.2025

„Hier wohnt Rosilein“ im Linden’s Irish Pub am 21.12.2025

Hier wohnt Rosilein im Linden's Irish Pub am 21.12.2025
Hier wohnt Rosilein im Linden’s Irish Pub am 21.12.2025

Wäre ja vieles möglich gewesen. Komplett eingeschneit. Von Stürmen umtost. Vom Frost verriegelt. 

Und was noch alles. 

Aber alles hätte funktioniert. Irgendwie.

Das Jahresabschlusskonzert im Linden’s Irish Pub mit „Hier wohnt Rosilein“ ist schon eine nahezu familiäre Tradition. Am Rande der Hektik, wenn es ausklingen sollte – aber eben immer noch am 4. Advent – durften alle ihre Blockflöten, Stimmen, Texte und andere Instrumente mitbringen. 

Sie betonten mehrmals, das sei nicht ihr eigentliches Konzertprogramm, hätten auch wenig geprobt, und so ein bißchen Anarchie war fortan dabei. Die Zugabe kam zuerst. Der Rest in spontaner, aus dem Hut gezogener Abfolge. Aber bot der Phantasie genug Raum für alles, was möglich war.

Angekündigt als interaktives Konzert, war das Publikum aufgefordert, Wunschtitel, Texte und Karaoke-Beiträge ein zu bringen. Viel Platz für manches, aber auch für erstaunliche, charmante Improvisationskunst, die Hürden vermied, Hänger nicht aufkommen ließ und selbst englischsprachige Buchtexte – wild herausgegriffen – stimmgewaltig interpretierte. 

Daria Schirmer und Laura Eigbrecht liessen ein Konzept wie Chaos wirken. Um dann daraus ein Programm zu formen, dass ihr Publikum fesselte, einband und zu einem Teil des Chors wandelte.

Fast folgerichtig war der Einstieg einer spontanen Besucherin aus Lettland. Sie kam schnell mit der Geige, spielte drei Weihnachtslieder , und verschwand danach wie Schneewittchen.

„Hier wohnt Rosilein“ nennen, das was sie machen, ein lyrisches Akkordeongemetzel. Sie bewegen sich dabei in der Tradition des Kabaretts, der Kneipengesänge und den wilden Momenten der Volksmusik.

Beeindruckend vor allem wegen der gut ausgebildeten Stimme Darias, aber auch Lauras kenntnisreichen Akkordeonspiel. Da war kein Zurückschrecken vor Anforderungen, ungewöhnlichen Musikwünschen, traditionellen Klassikern, oder den Schlagern, die wir alle lieben. 

Sie sind frech, ausdrucks- und meinungsstark, vertreten die richtige Positionen.  Haben die Hymnen, die alle brauchen und machen das mit einem Instrumentarium, das sowohl durcheinander gewürfelt, wie bescheiden wirkt.

Die richtige Mischung aus Guggemusik, Lokalrunde, dem Biss des Varietes, aber auch mit einem verflixt hohen Kenntnisstand in der Kunst des Musizieren und der Nutzung der Stimme. Flösste Respekt ein. Vor allem in der offensichtlichen Lässigkeit der Darbietung.

„Hier wohnt Rosilein“ gehören damit zu jenen, kleinen Bands, die irgendwo auftauchen und viel zu spannend sind, um sie zu verpassen. 

Und wahrscheinlich überall spielen können. Weil es dann doch so wenig braucht. Ohne Verstärker, umringt von den richtigen Leuten, entfalteten sie eine erstaunliche Kraft an Witz und Humor. Alles getragen von einer beeindruckenden Angstfreiheit und vor allem guter Laune.

Das macht Spaß, das bindet ein, ist vielfältig, bunt und divers, rund und authentisch. 

Hier wohnt Rosilein“ treten am 13.Februar mit ihrem regulären Programm im Cafe Noir im P8 auf. Notieren. Vorbeischauen. Eigentlich Pflicht.

Externe Links:

Hier wohnt Rosileinhttps://www.instagram.com/hierwohntrosilein/

Lindens Irish Pubhttps://www.instagram.com/lindensirishpub/?hl=de

Masou und Leise (Vorprogramm: Sarah Weiss) in der Schlosskirche St. Michael, Pforzheim am 20.12.2025

Masou und Leise (Vorprogramm: Sarah Weiss) in der Schlosskirche St. Michael, Pforzheim am 20.12.2025

Masou & Leise in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025
Masou & Leise in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025

Die Kombination ist sowohl ambitioniert, wie auch beeindruckend. Die Pforzheimer Schlosskirche St. Michael ist ein Ehrfurcht gebietender, von der Spätgotik geprägter Bau, der in seiner Tiefe und Höhe einen Rahmen bietet, dem man erst einmal gerecht werden muss.

Ohne vorzugreifen, ist es durchaus Respekt einflössend, wenn zwei Musiker ein Projekt dieser Größenordnung auf die Beine stellen. Dieses dann erfolgreich zum Laufen bringen – und auch noch eine zweite Vorstellung für einen Tag anzuberaunen – gilt es zu erwähnen.

Masou (PIano) und Leise (Schlagzeug) sind in diesen Tagen – der Adventszeit – auf einer Weihnachtstour. Untertitel „Zwischen den Zeilen“

Die Auftrittsorte sind dabei Kirchen. Die Ausstattung ist üppig, dramatisch und ein opulentes Zusammenspiel aus Licht, einem kammermusikalischen Orchester und einer verspielten Farbigkeit in allen Tonlagen mit klassischen, modernen und folkloristischen Elementen. 

Doch die Akustik eines sakralen Baus, der in seiner üppigen Räumlichkeit dem Klang schmeichelt,  und in seiner Größe eine Weite für Beleuchtung und Klang offenbarte, gab auch der Singer-/Songwriter Sarah Weiss (Flensburg), die Möglichkeit ihre Stücke zu präsentiere. 

Sarah Weiss in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025
Sarah Weiss in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025

Ausdrucksstarke, von einer markanten Stimme vorgetragene Werke, die von einer großen Erfahrung, aber auch von einem guten Gefühl für Melodie und Rhythmus zeugten. Begleitet vom Gitarristen Björn Koschnike, stellte sie sich dem Publikum mit Gitarre und Piano vor. 

Dabei wurden ihre Songs auf ein Gerüst reduziert, dass die Intensität verstärkte, das Spiel der Instrumente klar herausstellte und der Kraft ihres Gesangs eine Option bot, die sie zu nutzen wusste. Fast bedauerlich nur eine Handvoll ihrer Kompositionen präsentiert bekommen zu haben, doch genug, um den Weg zurück zu finden, und in den nächsten Tagen ihre Alben – zwei sind es, beide auf Vinyl erhältlich – näher zu betrachten.

Masou und Leise schöpften aus dem Vollen. Die Bühne, der Altarraum der Kirche bot Platz für ein siebenköpfiges Streichorchester, einem Dudelsackspieler, einem ausufernden Arsenal an Drums und Percussion, sowie dem Piano von Masou. Es war augescheinlich pures Understatement der Komponisten, Produzenten und Arrangeure, sich selbst in den Hintergrund zu begeben, und dem Sound so die volle Entfaltung zu erlauben.

Was sie boten war ein Zusammenspiel aus den verschiedensten Elementen, die sich harmonisch in einander fügten und kraftvoll aus einer großen Stilbreite schöpften. Der weitgehende Verzicht auf Elektronik in der Instrumentierung, die Begrenzung auf die Akustik und die Entscheidung diesen Klangkörper damit – inklusive dem Gebäude und den beteiligten Musikern – in vollem Umfang zu nutzen, gaben dem Konzert eine Einmaligkeit, die staunen machte. 

Licht, Laser, überhaupt das komplette Design der Illumination verrieten akribische Feinarbeit und Abstimmung in Klang und Planung. Was ineinander greifen konnte, das tat genau dieses. 

Der Umfang der detailreichen Kleinarbeiten, die zum Gelingen des Projektes beitrugen, verdient schon deswegen große Aufmerksamkeit, weil die beiden Musiker unabhängig und fast unter dem Radar agierten. 

Die opulente Inszenierung war beruhigend, spannend und dramatisch gleichermaßen. In den Elementen klassisch, aber auch neo-klassisch, offen für progressive bis volkstümliche Akzente. Es waren Bezüge zum Aufbau der hymnischen Filmmusik ebenso erkennbar, ohne diese zu zitieren oder gar auf eine eigene Handschrift zu verzichten. 

Masou und Leise präsentierten ein farbgewaltiges, optisches und musikalisches Werk, das eine große Liebe und Leidenschaft zu diesem Projekt zeigte. Sie erzeugten Bilder, die das Publikum in ihren Herzen heimtrugen. Ein Event, das sicherlich in die Traditionen einfliessen darf. 

Masou & Leise in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025
Masou & Leise in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025

Externe Links:

Masou & Leise – https://masou-leise.de

Sarah Weiss – http://sarah-weiss.com