Durchsuchen nach
Monat: Januar 2026

Dobranotch (Support: Black Sea Shipping Company)  im KOHI am 10.01.2026

Dobranotch (Support: Black Sea Shipping Company)  im KOHI am 10.01.2026

Dobranotch im KOHI, Karlsruhe am 10.01.2026
Dobranotch im KOHI, Karlsruhe am 10.01.2026

Es war fast klar. Es war zu erwarten. Und zeigte: Es gibt in Karlsruhe eine Gemeinde, die sehr aktiv das Thema Klezmer, Balkan und Swing belebt.

Dobranotch waren im KOHI. Und es zeichnete sich schon sehr früh ab: Eine fast legendäre, russische Gruppe fand den Weg in den Kulturraum. Ihnen eilte ein Ruf voraus, der den kleinen Saal füllte und Gäste von weither anlockte.

Die Black Sea Shipping Company als Support waren die richtige Wahl. Mittlerweile fast Lokalhelden, in der Szene schon berüchtigt und bekannt, gehören auch sie zu den Bands, die durch unzählige Live-Auftritte, Mundpropaganda und unbändiger Spielfreude, ihr Publikum erobert haben. 

Black Sea Shipping Company im KOHI am 10.01.2026
Black Sea Shipping Company im KOHI am 10.01.2026

Vor zwei, drei Jahren noch ein Geheimtipp, gibt es – schaut man zurück – kaum eine Location, kaum ein Venue in der sie noch nicht präsent waren. Im Laufe der Zeit kristallisierte sich mehr und mehr die Vielseitigkeit und Eigenständigkeit der Band heraus, so daß sie nun auf ein eigenes Repertoire zurück greifen können, das eine Melange aus den verschiedensten Richtungen darstellt, aber im Kern dem Folk, mit Jazz-Anklängen und großen Swing-Swinganteilen verpflichtet ist. 

Im KOHI, ausgestattet mit Klarinette, Saxophon, Stehbass, Geige, Gitarre und Schlagzeug, präsentierten sich die Fünf professionell, selbstsicher vor allem mit eigenen Songs vor einem Publikum, das in der ersten Minute einstieg und fortan nicht mehr von ihnen lassen wollte. 

Dobranotch waren das Zugpferd, und russisch durchaus eine der vorherrschenden Sprachen, aber die Black Sea Shipping Company schaffte es überzeugend, den Boden zu bereiten, die Stimmung hochzukochen und den Rhythmus vorzugeben. 

Die Black Sea Shipping Company erlaubt es sich, sowohl in den verschiedenen Gesangparts, die ganz unterschiedliche Richtungen unterstützen (mal singt die Saxophonistin in mehreren Sprachen, mal der Gitarrist in einem eher rauen Singer-/Songwriter-Stil, eher vom Blues geprägt), wie auch der Anbindung an die differentesten Einflüsse, eine fesselnde Spannbreite aufzuzeigen, der man schwerlich entgehen kann. 

Für Dobranotch, für die die Bühne fast leer geräumt wurde, war es daher ein stabiles Fundament, das sie nutzen konnten. Ein Publikum, das sie von der ersten Minute an liebte und eine Vorband, die stilistisch den Boden bereitet hatte. Da war es ein furioser, kraftvoller Auftritt, den die Fünf von Dobranotch schon zu Beginn hinlegten.

Dobranotch im KOHI, Karlsruhe am 10.01.2026
Dobranotch im KOHI, Karlsruhe am 10.01.2026

Klarinette, Geige, Drums – wie sie in einer marschierenden Band getragen werden -, ein Hackbrett und ein Stehbass – geradezu reduziert, aber daher auch flexibel und schwungvoll. Dobranotch verwandelten das KOHI in einen Polkaabend, ließen die Anwesenden wirbeln, zeigten Kunststücke an ihren Instrumenten, wechselten Richtungen und Stile in furioser Weise, aber präsentierten vor allem eine Kunstfertigkeit und einen Enthusiasmus, der beeindruckte. 

Das KOHI wurde zu einem Festsaal, einer Gesellschaft, einem Ort, in dem Traditionen ausgelebt wurden, wo aber vor allem jedes Stück zum Tanz aufforderte. Die unbändige Ausgelassenheit von Dobranotch, angetrieben von der Virtuosität der einzelnen Protagonisten, zog die Anwesenden in den Bann und zeigt, dass die Band ihrem Ruf gerecht wird. 

Es ist eine schwierige Zeit. Dobranotch gehören aktuell zu den wenigen Gruppen, die aus Russland stammen und hierzulande die Authentizität der musikalischen Vielfalt aus dem Balkan und den anliegenden Staaten transportieren können. Hinter ihnen liegt eine Flucht. Aber sie zeigen in diesen Zeiten wie verbindend Musik sein kann, wie sehr die verschiedensten Einflüsse aufeinander wirken und dass es am Schluss eine große Beziehungen zwischen allen Richtungen gibt. Und vor allem: Es bedarf nicht viel, um den Saal zum Tanzen zu bringen. Dobranotch machen das im Handumdrehen, mit Leichtigkeit und der entsprechenden Begeisterung.

Externe Links:

Dobranotch –https://dobranotch.com

Black Sea Shipping Company – https://www.blackseashippingcompany.de

KOHI – https://kohi.de

Pippa (Support: Nina Jacob) im Kohi, Kulturraum am 09.01.2026

Pippa (Support: Nina Jacob) im Kohi, Kulturraum am 09.01.2026

Pippa im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe am 09.01.2026
Pippa im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe am 09.01.2026

Die Konzertsaison ist wieder eingeläutet. Damit hat das Jahr 2026 offiziell begonnen. Auch für das KOHI. Am Freitag, dem 09.01.2026 waren daher Nina Jacob und Pippa zu Gast in deren Räumlichkeiten.

Mit Nina Jacob präsentierte sich ein junges Talent, dass mit charmanter Unbefangenheit seit einem Jahr den Weg in die Musikwelt eingeschlagen hat. In der Kommunikation und den Melodien überraschend nahe am Publikum, zeigte sie sich deutschsprachig, tanzbar und eingängig. 

Begleitet von einem Gitarristen, der den Begleitsound, sowie die Einspielungen unterstützte, wirkte Nina Jacobs Performance frisch und wie die angenehmste Form des Pops. Party, wo sie passt, durchaus tauglich für den Dancefloor, aber vor allem mit einem guten Gefühl für das, was im Ohr haften bleibt.

Nina Jacob im KOHI,Kulturraum am 09.01.2026
Nina Jacob im KOHI,Kulturraum am 09.01.2026

Für die Feier, die Autofahrt, zum Mitsingen, und allem was dazwischen passiert. Genau das, was honoriert, gefeiert wird und auch an diesem Abend funktionierte. Ausgestattet mit der Energie und dieser Begeisterung, wird sie sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten wieder auftauchen, denn die Bühne nimmt sie locker. Genauso wie die Tanzenden. Da kommt noch was. Die Songs sind clevere, kleine Popgeschichten, die sich einschmeicheln. Und irgendwie hängenbleiben.

In Wien muss es eine kleine Talentschmiede geben. Es ist angenehm, beachtlich –  und wirklich zu würdigen- , wie farbenreich und lyrisch sich die Gruppierungen aus der Region präsentieren.

Pippa im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe am 09.01.2026
Pippa im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe am 09.01.2026

 Pippa pflegt einen spröden, aber berührenden Sound, der stark im unabhängigen Verständnis der deutschsprachigen Bands der letzten Jahrzehnte angesiedelt ist. Wurzeln also im Idependent-Bereich – sowohl was die Sprache, wie auch die melodiöse Basis, und damit das Fundament, anbelangt. 

In der klassischen Konstellation einer Gitarrenband (Bass, Gitarre, Vocals, Schlagzeug) schnörkellos, geradeaus, mit einem großem Verständnis für alles, was der Club braucht, der Rock will und im Pop funktioniert, wagten sich Pippa sowohl in die Tanzbarkeit, aber auch in die akustischen Momente. 

Mit vier Alben im Gepäck, das Fünfte in der Vorbereitung, hatten sie ein Programm, das ihnen die Erfahrung und Sicherheit erlaubte, ein bündiges Set mit kleinen Hits, abzuliefern. Da nahm in der zweiten Hälfte das Tempo zu. Wurde entschieden kraftvoller, und mit dem Schwung griffiger Rhythmen stand kaum jemand still.

Pippa bewies ein gutes Händchen in der Zusammenstellung und Einbindung des Publikums. Sie ergriff die richtigen Chancen und kommunizierte entwaffnend sympathisch. Sie zeigte sich dabei, von Song zu Song, als  versierte Komponistin, die es schaffte einen eingängigen Sound zu kreieren, der seinen authentischen Wurzeln aus dem Club und Probenraum nicht versteckt. Rau genug um der Lyrik einen entschlossenen Druck zu geben, Pop genug, um sich ein Wiederhören und – sehen zu wünschen, schnell genug um in die Beine zu gehen. 

Externe Links:

Pippa (Instagram) – https://www.instagram.com/pippa.musik/?hl=de

Nina Jacob – https://ninajacob.de

KOHI – https://kohi.de

Plattenbörsen – 6 wichtige Punkte. Eine Art Anleitung

Plattenbörsen – 6 wichtige Punkte. Eine Art Anleitung

Plattenbörse in der Festhalle Durlach am 10.01.2026
Plattenbörse in der Festhalle Durlach am 10.01.2026

Jeder redet von Vinyl, doch wenn es um jene Treffpunkte geht, die mehrmals jährlich stattfinden und die Sammelnden zusammenbringen, dann heißt es doch wieder Plattenbörse.

Die Plattenbörse ist eine Institution. Meistens findet sie in einer Halle statt, die den Charme vergangener Feste oder sportlicher Leistungen beinhaltet, und lockt HändlerInnen aus einem Umkreis von bis zu 100 Kilometer an. Angeboten werden Schallplatten, neudeutsch Vinyl, oft auch CDs, und manchmal kommen DVDs und Blu-Rays dazu. Letztere Kategorie bedarf manchmal Altersbeschränkungen und damit auch separate Zutrittsmöglichkeiten. Wenn Comics angeboten werden, dann ist das eine nette Erweiterung, aber eher selten.

Beim ersten Besuch einer Plattenbörse ist das Angebot erschlagend, die Preiskategorien verwirrend, und sehr schwer einen Überblick zu gewinnen. Die meisten Anbietenden haben Schwerpunkte, aber auch eigene Ordnungskriterien, sowie oft sehr unterschiedliche Preisvorstellungen.

Daher ein paar Hilfestellungen (die natürlich nicht beachtet werden müssen, da es im Detail immer Abweichungen gibt).

  1. Schallplatten werden gerne in Hüllen ausgestellt. Plastikhüllen müssen nicht im Preis enthalten sein, können jedoch mitgegeben werden. Dieses ist nicht selbstverständlich, machen aber viele. Wer keine Hüllen benötigt, sollte das beim Kauf sagen. Die Anbietenden nutzen sie gerne für die nächsten Platten. Wegwerfen sollte vermieden werden. Plastikhüllen verhindern, dass Cover beim Durchsehen beschädigt werden. Da Platten aufrecht stehen, und von oben zugegriffen wird, und dabei die Cover mit Finger und Fingernägel berührt werden, kann es sein, dass ein Börsentag ausreichend ist, um die Außenhülle zu beeinträchtigen.
  2. Schallplatten, wenn gebraucht (Second-Hand) sollten betrachtet werden (vor dem Kauf). Umtausch ist auf Börsen i.d.R. nur mit der Kulanz der Verkaufenden möglich. Wer eine Scheibe gerne betrachten möchte, sollte kurz rückfragen, ob das möglich ist, dem nichts entgegensteht oder ob derjenige hinter dem Stand, sie lieber gerne zeigen möchte. Fremde Schallplatten betrachtet man, in dem man mit Hand in die Innenhülle fährt, die Finger in der Mitte der Schallplatte platziert – als Berühungspunkt – und den äußeren Rand (nicht die Rillen, nicht die Einlaufrille)- locker am Daumen anlegt, so daß nur der Rand, nicht jedoch die Oberfläche der Platte die Haut berührt. Das bedarf etwas Übung, führt aber dazu, dass die Oberfläche schmutzfrei bleibt. Das berühmte Knistern beim Aufsetzen der Nadel rührt in der Regel daher, das Platten mit zwei Fingern auf der Einlaufrille (oben und unten, Seite A und B) aus der Hülle gezogen wurden. Neuwertige Platten knistern nicht. Müssen eigentlich nie knistern.
  3. Die Preisgestaltung der meisten Händler orientiert sich oft an Discogs. Früher waren sogenannte Preiskataloge, oder Magazine wie Record Collector führend. Durch das Internet hat sich Discogs durchgesetzt. Eine Orientierung an Ebay und Amazon ist nicht zielführend. Diese Plattformen richten sich nicht an Sammler, sondern eher an Gelengenheitskäufer. Es ist zwar möglich, dort Schnäppchen zu machen, aber in der Preisgestaltung sind sie frei, richten sich nicht nach realistischen Marktwerten, und versuchen Trends zu setzen – die meist weit über dem tatsächlichen Wert liegen. Was bei Ebay oder Amazon hunderte Euro kosten kann, wartet dort nur auf einen Käufer, und liegt im richtigen Markt möglicherweise in der Grabbelkiste. Der Discogs-Preis ist ein durchschnittlicher Ideal-Wert, der sich auf ihrer Plattform durch Kauf und Verkauf ergab. In der Regel wird sowohl der niedrigste, wie auch höchste Preis dort genannt. Diese Preise dienen nur als Orientierung, nicht als verbindliche Aussage über den tatsächlichen Wert. Diese kann – wie bei einer Aktie – schwanken, sich ändern, aber auch im Markt eine Basis für Verhandlungen sein. Was nicht passieren sollte – der Preis auf einer Plattenbörse sollte sich nicht zu weit davon weg bewegen. Obwohl alle die Discogs-Preise kennen, macht es keinen guten Eindruck, mit dem Smartphone in der Hand nach Schnäppchen zu suchen. In fast allen Fällen versuchen die Verkaufenden den Preis nach unten zu regeln und ein Angebot zu machen, das als attraktiv aufgefasst werden kann. Der Handel vor Ort ist in den meisten Fällen, auf Börsen und stationär, günstiger als Discogs. Unter Berücksichtigung des Zustandes. (Natürlich gibt es auch Ausnahmen).
  4. Wer viele Schallplatten kaufen möchte – sagen wir 20 und mehr – sollte sich bewußt sein: Hallen sind groß, Schallplatten sind schwer. Es gibt Rucksäcke, die das Tragen erleichtern und für Schallplatten tauglich. Selbstverständlich gibt es auch rollbare Einkaufskörbe und Koffer, die aber im Handling, auf Börsen – wo es sehr voll wird – eher nicht tauglich sind. Über die Schulter getragene Taschen, wie sie als Souvenir in Plattenläden zu erstehen sind, taugen auch nicht wirklich für große Mengen und machen Börsen zur Quälerei (wenn man mal richtig aufstocken will). Die Konstitution mag verschieden sein, aber Platten-taugliche Rucksäcke können ein Gamechanger sein.
  5. Geordnete und ungeordnete Stände: Es gibt Anbietende, die ihre Stände gut sortiert, sauber geordnet und fachlich versiert beschriftet haben. Und es gibt solche, die fünf Kisten hinstellen, auf denen jeweils ein attraktiver Preis steht. Dieser Preis bedeutet, dass jeder der darin enthaltenen Platten, zu diesem verkauft wird. Ungeachtet ihres Zustandes.  Aber, um komplett zu verwirren: Es gibt auch Stände, die beides haben. Ungeordnete und geordnete Kisten. Grobe Regel: Wer seine Platten ordnet, der weiß was sie im Einzelnen wert sind. Versucht Wertvolles gesondert hervorzuheben und hat Genres, in denen fachliche Kenntnis vorherrscht. Wer seine Platten nicht ordnet, favorisiert kein Genre, hat vieles und nichts, kann aber dafür eine Fundgrube sein. Wer beides hat – Ordnung und Wühlkiste – möchte Wertvolles von scheinbar Unnötigem und Unattraktiven trennen und Dinge loswerden, die vielleicht wie Blei im Regal liegen. Es gibt dazu – für Sammelnde – empfehlenswerte Vorgehensweisen: An Ständen, an denen Metal als Genre vorherrschend ist – können, in vorhandenen Wühl- und Grabelkisten, fantastische Jazzplatten liegen. Dieses ist nur ein Beispiel. Hier wird weder beim Verkauf, noch durch das Publikum, Wert auf Jazz gelegt. Diese Platten bewegen sich in dem Umfeld gar nicht, können aber als Beifang beim Ankauf einer Sammlung auftauchen. Sie landen für einen niedrigen Preis in der ungeordneten Kiste. Gerade dort, wo ein Genre vorherrschend ist, lohnt sich ein Blick in die Kiste. Wer z.b. – wie ich – gerne brasilianische Musik hört, schaut natürlich dort, wo es ein Fach dafür gibt. Aber auch dort, wo man sie niemals vermutet. Natürlich auch, wenn genügend Zeit ist, an den Ständen, an denen alles durcheinander in Billigkisten steht. Aber – die Billigkisten sind oft das Ergebnis von Sammlungsaufkäufen, die nicht in das Sortiment passen. Soll heißen, hinter fünf Billigkisten mit Preisangaben kann sich ein stationärer Laden verbergen, die diese Kisten im Laufe der Zeit durch Aufkäufe und Auflösungen angesammelt hat. Auf Börsen werden die Kisten zu attraktiven Preisen aufgestellt, damit andernorts das Sortiment sauber, aber auch für den Online-Handel auf Discogs ergonomisch bleibt. Es sind schlicht zuviele Platten im Umlauf.
  6. Bezahlung. Plattenbörsen, allgemein der Second Hand-Markt in Deutschland, funktioniert mehrheitlich über Barzahlung. Zunehmend wird auf Börsen auch Paypal angeboten. Eher selten sind Kreditkarten möglich. Das ändert sich von Jahr zu Jahr, aber es dominiert Bargeld. Man sollte das wissen, und darauf vorbereitet sein. Natürlich kann man auf Plattenbörsen Schallplatten zum Preis eine Cappucinos kaufen, aber es ist durchaus möglich – wenn es sich um seltene Aufnahmen, Bootlegs (nicht lizenzierte Liveaufnahmen, die eigentlich nicht gehandelt werden dürfen) oder andere Raritäten handelt -, dass Preise bei mehreren hundert Euro liegen. Aber um nicht unrealistisch zu wirken: Das ist selten. Oft liegen die Preise unter 10 Euro. Bei Klassik (ein verschmähtes Genre) und Schlager (noch so eine verschmähte Gattung) weit darunter, und wer Volkslieder sucht, der ist auf der Plattenbörse vielleicht sogar falsch.

Falls es Punkte gibt, die man dem noch hinzufügen kann, bitte unbedingt in das Kommentarfeld schreiben. Ich habe wahrscheinlich noch vieles vergessen, oder es gibt andere Meinungen dazu. Die sechs Punkte sollten eine kleine Orientierung geben, wie Plattenbörsen funktionieren.

Ankündigung: Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado am 09.05.2026

Ankündigung: Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025
Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025

Das Mikado in der Nordstadt beherrscht das Understatement. Leise, und fast unbemerkt schaffen sie es immer wieder einige empfehlenswerte Acts zu präsentieren. Anne Pe wird am Samstag, 09.05.2025 im dort zu Gast sein.

Die Offenburger Singer- und Songwriterin brachte im letzten Jahr ihr Album „Songs and Lines“ heraus, auf dem sie verschiedener Sprachen in ihren Songs mit traditionellen, afrikanischen Instrumenten verknüpfte. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich, der Klang faszinierend.

Es ist die harmonische Herangehensweise, die Anne Pes Werk auszeichnet. So fließen die Elemente zusammen, um in einer ungewöhnlichen Einheit präsentiert zu werden. Anne Pe nutzt die lyrische Ausdrucksweise fremder Worte und Sätze, um deren Klangwelten zu aufzuzeigen, und die Möglichkeiten interkultureller Varianten zu offenbaren.

Moussa Cissokho ist ein Meister der Kora, jenem legendären, westafrikanischen Instrument, das wie eine Harfe zu klingen vermag. Doch nicht nur das: In seinen Händen scheinen die Optionen unendlich, so dass er den Saiten ungewohntes und fremdartiges zu entlocken vermag. Ohne Zweifel gehört Moussa aktuell zu einem der besten Koraspieler weltweit. Bei dem Konzert im Mikado wird er neben dem Kontabassisten Tobias Hölscher Anne Pe begleiten.

Anne Pe Lieder sind eingängige, oft berührende Anekdoten aus ihren Reisen, Beziehungen und Aufenthalte in anderen Städten. Sie sind Beobachtungen, Einblicke, aber vor allem im Zusammenspiel zwischen Text und Melodie gut abgestimmte Bilder, die von einem guten Gefühl für Sprache und Musik geleitet werden. Ihr Gesang zeichnet eine angenehme Ruhe und Frische aus, der sie leicht erkennbar macht, aber auch nachhaltig in Erinnerung behält.

Es dauert noch ein paar Tage bis zum 09.05.2026, aber es kann nichts schaden, wenn der Termin im Kalender schon mal rot umkreist wird.

Anne Pe und Moussa Cissohko am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)
Anne Pe und Moussa Cissohko am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)

Externe Links:

Mikado – https://mikadokultur.de

Anne Pe. –https://annepe.de

Moussa Cissokho – https://www.princemoussacissokho.com/de