Der Spieler – Teil 23

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der dreiundzwanzigste Teil, und es wird jetzt echt Zeit, dass Cörd mal was erzählt.Andreas Allgeyer, 14.02.2026
Er stellte den Wodka auf den Tisch. „Willst du?“
„So schlimm?“
Er wackelte mit dem Kopf. Als sei er nicht sicher.
Ich winkte ab. „Besser nicht. Ich fühle mich, als wäre durch den Fleischwolf gedreht worden. Und wahrscheinlich sehe ich auch so aus…“
„Du siehst so aus!“
„Daher werde ich neue Klamotten brauchen. Ganz allgemein, Alk wäre jetzt nicht so gut. Ich verstehe viel zu wenig. In dem Zustand macht man mich für Tote verantwortlich.“
„Das bestimmt nicht ohne Grund.“
„Hör auf, das ist kein Witz. Was wolltest du sagen?“
Er setzte sich mir gegenüber. Ich bemerkte, wir saßen genauso, wie an jenem Abend, als der Stein durch die Scheibe flog. Die Scheibe, das fiel mir erst jetzt auf, war komischerweise schon wieder ersetzt. Als gäbe es Glaser, die nur auf solche Aufträge warteten. Ich fragte nicht.
Cörd kannte Leute, von denen ich nicht mal wußte, dass sie existieren. Warum also nicht einen Glaser? Alles schien möglich.
Wieder stand die Flasche zwischen uns. Die Welt hatte sich nicht weiter gedreht. Zwischenzeitlich starb ein junger Mann und was mit dem Polizisten war, das wollte ich mir überhaupt nicht ausdenken. Seine Waffe lag zwischen uns, glänzend. Cörd sah hin und wieder darauf. Er wollte sich vergewissern, dass sie kein Eigenleben entwickelt.
Gestandene Terroristen waren mal der Meinung, dass die Waffe deine Haltung und die Art, wie du gehst, veränderst. Als gestandener, alter Mann konnte ich ihnen das bestätigen. Das Ding hing wie Blei an mir, war erstaunlich schwer und irgendwie, obwohl ich keinen Schimmer davon hatte und nicht mal den Typ nennen konnte, wollte ich sie erreichbar haben.
Selbst im Hosenbund forderte sie mich auf, die Hände in Bereitschaft zu halten.
Ich hätte, bis ich das System verstand, mir wahrscheinlich eine Kugel in wichtige Teile gejagt. Genug Krimis gesehen. Ich wußte, dass man sie entsichern musste. Dann gab es noch das Magazin.
Und der Rückschlag würde mich in ein anderes Universum schmeißen.
Cörd legte die Stirn in Falten. „Ich mache mir Sorgen um dich, Klaus.“
„Cörd, hör auf, wir sind hier nicht wegen mir. Erzähl mir alles über den Kleinen.“
„Den du umgebracht hast?“
„Den Toten, richtig.“
Er nahm ein kleines Schnapsglas, füllte es mit Wodka und stürzte den glasklaren Inhalt runter. Er schluckte heftig, hustete verhalten und machte ein paar seufzende Töne. Unruhe breitet sich in mir aus. Vor meinem geistigen Auge spielten sich alle Varianten der nächsten Stunden ab.
In einer lag ich auf der Straße, mit dem Gesicht in einer Pfütze, Handschellen auf dem Rücken und eine Spezialeinheit umringte mich. Das Gefühl, in meine Zukunft zu schauen, beunruhigte mich . Er musste das Stöhnen gehört haben.
„Weißt du, die Platte ist natürlich etwas wert. So als einzelnes Stück. Einzige Pressung. Liebhaberpreise. Problem ist halt, du musst die Liebhaber finden, die sich das leisten können. Deswegen habe ich sie in meinem Besitz. Maulhelden gibt es überall. Aber das Ding kostet richtig Geld.“
„Wieviel?“