Der Spieler – Teil 31

Der Spieler – Teil 31

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der einundreißigste Teil, und wir gehen da jetzt rein. Aber richtig.

Andreas Allgeyer, 23.02.2026

Nun saß er stocksteif hinter dem Lenkrad, sah voraus auf die Villa und wartete.

„Ok“ sagte ich. „ Du bist dir sicher, das er hier wohnt? Ich meine, warst du schon mal hier?“
„Nein.“

„Wieso bist du dir dann sicher?“

„Hab’s gegoogelt.“

„Du hast seine Adresse?“

„Ja. Nein. Er hat es erwähnt. Ich hätte ihn besuchen können.“

Die Sonne schien in den Wagen. Cörd wirkte blass. Immer noch zerschlagen, so daß die Seite, die mir zugewandt war, vielfarbig und verschwollen war. 

Ich schätzte, ich sah ähnlich aus.

„Damit ich das verstehe: Er ist Richter, in einer öffentliche Position und so, geht auf schwule Orgien, ist aber verheiratet, und hat dich so liebgewonnen, das er dir seine Adresse gab. Das, obwohl sein Leben kontinuierlich bedroht ist?“ Ich schnaufte hörbar „Verstehe.“

Wir schwiegen beide.

„Cörd, ich habe unglaubliches Kopfweh. Ich bin müde. Ich kann nicht heim. Es gibt ein Mordopfer, an dem ich schuld bin und ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Wir sitzen gerade vor dem Haus eines Richters, der wahrscheinlich so tief in dem Kram drinsteckt, das er auch vor dir Angst haben muss. Und du willst hier sitzen bleiben?“

„Ja!“

„Schau dich mal im Spiegel an. Deine Bude hast du gut wieder hinbekommen, mit deiner Visage dürfte das nicht so einfach klappen. Interessiert dich nicht, was er uns erzählt?“

„Hm.“

Er sah mich nicht an, er schaute einfach nur geradeaus. Die Tür des eingeschossigen Gebäudes öffnete sich. Eine Frau kam heraus, sie trug ein Bündel auf ihrem Arm und schob einen Kinderwagen vor sich her. Irgendwas rief sie in das Haus, bevor sie die Tür schloss und auf einen SUV zusteuertet, der in der Einfahrt wartete.

„Seine Frau?“ Meinte ich.

„Hm.“ 

„Dann ist er jetzt alleine?“ Der SUV fuhr an uns vorbei.

„Zwei Kinder.“

„Wie? Zwei Kinder?“

„Zwei Kinder. Es muss noch eines im Haus sein.“

„Scheiße. Cörd, ich brauche dich. Ich kann das nicht alleine durchziehen. Du weißt, ich kann mich nicht beherrschen. Wenn der nur Müll redet, dann geht das schief. Und wenn ein Kind darin ist – du musst mitkommen.“

„Klaus, was hast du vor? Um Himmels willen.“

„Ich weiß es nicht, ich brauche einfach nur Antworten. Die Geschichte fängt hier an. Wir müssen hier rein. Hier geht es los.“

„Klaus, ich kann nicht.“

„Du kannst das. Ich brauche dich als Aufpasser. Anders geht das nicht.“

„Fahren wir wieder zurück.“

„Nein!“ Ich riß die Tür auf, trat auf die Straße und griff nach der Waffe in der Tasche.

„Verdammt, du weißt doch nicht mal, wie man die bedient.“

„Ich will die auch nicht bedienen. Es reicht, wenn ich sie ihm vor die Nase halten muß.“ Zischte ich in das Innere.

Er sprang aus dem Wagen, fluchte, schmiss die Tür lautstark zu, und war schon zwei Schritte hinter mir.

Leise schimpfte er vor sich hin. Blieb aber hinter mir. Die Waffe in der Hand, aber so an meiner Seite, dass man sie vom Haus nicht sehen konnte, näherten wir uns der Eingangstür. Cörd vergrub seine Hände in den Hosentaschen. Wirkt wie ein Fünfzehnjähriger.

Da öffnete sich die Tür.

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