Durchsuchen nach
Autor: Andreas Allgeyer

Redakteur und Autor auf Jazznrhythm.com. Interessiert an jeder Art Musik, lernt gerne dazu, möchte alle Konzerte erleben und alle Platten gehört haben. Klappt nicht. Aber auf dem Weg dahin sollen alle mitkommen. Weitere Infos (Bild, FAQ, Mail etc.)


Bisher schon in allen möglichen Berufen tätig gewesen (DJ, Zeitungsausträger, Hydraulik-Fachverkäufer, Autor, Bankkaufmann, pädagogische Arbeit, IT-Verkauf, IT-Administrator, IT-Support, Support in der Medizintechnik - Ophthalmologie -, Community-Administration - Musik, Literatur, Foto etc. -, Datenschutzkoordinator, Datenschutzauditor etc. etc.), aber immer noch neugierig auf die nächsten Jobs. 


Hört gerade folgendes (Externer Link): Jazznrhythm auf Last.FM

Tonspur Nr. 14: Los Chalchaleros (con le bandoneón de Dino Saluzzi) „La Cerrillana“

Tonspur Nr. 14: Los Chalchaleros (con le bandoneón de Dino Saluzzi) „La Cerrillana“

Los Chalchaleros - La Cerrillana

Titelliste:

  1. La Huanchaquena
  2. Inti Sumaj
  3. La Llorona
  4. Zamba de Enamorar
  5. El Siestero
  6. Bienhaiga mi tierra
  7. La Cerrillana
  8. Del Silencio
  9. Rio Calchaqui
  10. Zamba de la anoranza
  11. Corazones Partidos
  12. Noches de Tucuman

Irgendjemand wird sich bei RCA schon etwas dabei gedacht haben, als sie auf pinken Hintergrund ein unscharfes Foto von traditionell gekleideten Herren veröffentlichten, deren Gesichtzüge nur zu erahnen sind. Soll heißen: Diese Platte gibt mir Rätsel auf. Hergestellt in Ecuador, unter Mitwirkung des großartigen Dino Saluzzi. Dino Saluzzi hat später das ECM-Label um einige Aufnahmen bereichert, die in dem unbestimmten Zwischbereich, der sich aus Jazz und Tradition ergeben kann, angesiedelt waren. 

Hier auf dieser Platte handelt es sich um lateinamerikanischen, entschlossenen Chorgesang, der kraftvoll vorgetragen, als Zamba oder Escondido benannt wird. Ich bin hier selbst Lernender, und dankbar dafür, dass man mir auf dem rückseitigen Cover die Hilfestellung bietet. Die Platte ist ein traditionelles Frühwerk Saluzzis, auf dem er als Begleitmusiker sein Können auf dem Bandeon in gewohnter Manier zeigen kann. Noch in Mono aufgenommen ist schwer zu bestimmen, in welchem Zeitalter es angesiedelt ist. Könnten die frühen Sechziger sein. Volksmusik zwischen schwungvoll und enthusiastischer Dramatik. Wer sich für die Vielfalt der lateinamerikanischen Musik interessiert und ihre Bezüge zu Spanien sucht, wird sie hier finden. Das Bandeon, jenseits vom Tango, als sowohl beschwingtes und klagendes Instrument macht es atmosphärisch spannend und angenehm.

Tonspur ist eine kleine Reihe, die in kurzen und knappen Beschreibungen (maximal 200 Wörter) sich mit den Alben befasst, die ich im Laufe des Tages anhöre. Sie folgt damit keinem Genre und keiner Reihenfolge. Ist lediglich nummeriert

Tonspur Nr. 13: So Soon „Whether you like it or not“

Tonspur Nr. 13: So Soon „Whether you like it or not“

So Soon - Whether you Like it or not

Titelliste:

  1. It‘s just you getting older
  2. Now I‘m walking
  3. All about the sunshine
  4. Got you on my mind
  5. Elephant
  6. Can Nobody feel
  7. Tie my shoes
  8. Shattered and lonely
  9. In your Grasp

Was man so denkt: Die haben sich in ein Studio eingeschlossen, mit ihren Lieblingsplatten aus den Sechzigern und Siebzigern, so wie ein paar aus den Achtzigern und dann vor sich hingefrimmelt am „Wall of Sound“. Und das nächste: Läuft die Platte eigentlich auf der richtigen Geschwindigkeit?

So Soon haben nach ihrer EP eine LP herausgebracht, auf der das angestrebte Konzept noch mal verfeinerte wurde. Noch dichter, noch verliebter in die Details und Ebenen und noch mehr Spiel am einzelnen Ton. Maßgeblich bleibt: Man lässt sich Zeit, nähert sich langsam an, verstärkt, singt im Chor und obwohl ich Genres und Namen von anderen Bands vermeiden möchte, bleibt mir hier: Folk passt nicht, aber psychedelisch scheint schon ihr Ding zu sein.

Das hat etwas witziges, wenn sie so verschleppt durch die Melodien schleichen, aber gleichzeitig auf ihren Covern die Mitteldeutsche Langweile zelebrieren. Könnten auch Rap machen und den Aufstand planen, wenn man nach dem Design geht. Ist es aber nicht, wird es nicht – im Gegenteil es empfiehlt sich ganz genau hinzuhören, um die Zutaten alle zu erkennen, die zweihunderfünfzig Spuren, die sie für ihre Werke verwenden, zu identifizieren und dann hat das Teil alle Chancen der Welt. Die könnten gewaltig aus der Provinz kommen, wenn sie dranbleiben.

Tonspur ist eine kleine Reihe, die in kurzen und knappen Beschreibungen (maximal 200 Wörter) sich mit den Alben befasst, die ich im Laufe des Tages anhöre. Sie folgt damit keinem Genre und keiner Reihenfolge. Ist lediglich nummeriert

Tonspur Nr. 12: Knut Kiesewetter „So sing‘ ich nur für dich“

Tonspur Nr. 12: Knut Kiesewetter „So sing‘ ich nur für dich“

Knut Kiesewetter - So sing‘ ich nur für dich

Titelliste:

  1. Annies Lied
  2. Ein Stück Holz
  3. Der Winter steht klirrend vorm Fenster
  4. Ein Fremder in der eignen Heimatstadt
  5. Willst du dein Herz mir schenken
  6. Wir Liebenden
  7. So sing ich nur für dich
  8. Der Lehrer
  9. Der Sommer geht über die Felder
  10. Öffne dein Fenster
  11. Mein Sinn ist mir vewirret
  12. Ich werde dich und uns‘re Zeit wohl nie vergessen

Die Wurzeln von Knut Kiesewetter lagen im Jazz. Trotzdem bewegte er sich zunehmenden, vom Jazz-Gesang, in die Interpretation amerikanisch orientierter Country- und Folksongs auf Deutsch. Im Grenzbereich zu den damals, in den Siebzigern, sehr populären Liedermachern, war Knut Kiesewetter schwer einzuordnen. In seiner späteren Phase war er mehr im Plattdeutschen daheim , und huldigte damit seine friesische Heimat.

Seine Stimme schien, durch das eher bass-orientierte Auftreten, passend für die Countrywelle. Es gab auch keine Scheu, die auch im Original teilweise sehr einfach gestrickten Texte, äquivalent ins Deutsche zu übersetzen bzw. ähnliches zu texten. Was Knut Kiesewetter auszeichnete, war eine einfühlsame, sehr glaubhafte Ehrlichkeit, so dass er trotz seines stabilen und geradem Auftreten, sehr gefühlvoll und sensibel wirkte. Er erzählte Geschichten, die in der nordischen Ebene angesiedelt waren. Die noch dazu mit dem Aufnahmeort „Friesenhof“ in ihrer Authenzität verstärkt wurden. 

Heute hat das Album einen nostalgischen, warmherzigen Bezug zu den Siebziger – in einer Tonlage, wie sie heute eher im Schlager vermutet wird. Trotzdem ist Knut Kiesewetter nahe beim irischen Folk und seinen Spielarten. In der, durchaus angenehmen Schlichtheit, kann man sagen, dass es musikalisch zwar nun aus der Zeit gefallen wirkt, aber Knut Kiesewetter es verdient hat, vor allem wegen seinem weiteren künstlerischen Gang, genauer betrachtet zu werden.

Tonspur ist eine kleine Reihe, die in kurzen und knappen Beschreibungen (maximal 200 Wörter) sich mit den Alben befasst, die ich im Laufe des Tages anhöre. Sie folgt damit keinem Genre und keiner Reihenfolge. Ist lediglich nummeriert

Tonspur Nr. 11: Belina „Songs aus aller Welt“

Tonspur Nr. 11: Belina „Songs aus aller Welt“

 Belina - Songs aus aller Welt

Titelliste:

  1. Shir l‘lo Milim
  2. El Vito
  3. Por Siguiriyas
  4. Suliram
  5. Troika
  6. Burgalesa
  7. Pastechl
  8. Man hat uns nicht gefragt
  9. A jiddische Momme
  10. Varche
  11. Es brennt
  12. Az der Rebbe tanzt
  13. March zu di Eigalach
  14. Exodus

Belinas Alben nannten sich immer „Music around the World“, „Lieder aus aller Welt“ oder wir hier „Songs aus aller Welt“. Fast alle ihre Aufnahmen, bis auf ihre späteren Werke, nahm sie mit dem klassischen Gitarristen Siegfried Behrend. Von ihm gibt es auch auf den verschiedensten Labels vorzügliche Aufnahmen spanischer Gitarrenmusik.

Das Projekt Belina und Siegfried Behrend war in den sechziger Jahren außergewöhnlich, weil sie als eine der Ersten in Deutschland, es wagten jüdische Musik wieder zu etablieren. Belina beschränkte sich jedoch nicht nur auf diesen Kulturkreis, sondern traute sich, sprach- und vielseitig begabt, genauso an spanische Tänze, russische Weisen und Indonesische Musik. Ihre Interpretation war in der Regel sehr getragen, sehr ernsthaft und stark in den Traditionen verwurzelt. Sie behandelte die musikalischen Stücke mit Respekt und Hochachtung. Ihre eigene Singweise orientierte sich die authentischste, reinste Form, die möglich war.  „Songs aus aller Welt“ ist daher eine eher ruhig, manchmal tragische und dramatische Platte, die durch das zurückhaltende, aber kunstfertige Spiel von Siegfried Behrend unterstrichen wird. Das ist kein Klezmer, wenn es jüdisch wird, keine Aufforderung zum wilden Tanz, aber ein historisch wichtiger Fingerzeig, wer im Deutschland der Nachkriegszeit dem Folk einen Weg schuf.

Tonspur ist eine kleine Reihe, die in kurzen und knappen Beschreibungen (maximal 200 Wörter) sich mit den Alben befasst, die ich im Laufe des Tages anhöre. Sie folgt damit keinem Genre und keiner Reihenfolge. Ist lediglich nummeriert