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Schlagwort: Bandura

Viktor Pashnyk auf dem ukrainischen Charity-Festival am 4.07.2026 auf dem Hofgut Scheibenhardt

Viktor Pashnyk auf dem ukrainischen Charity-Festival am 4.07.2026 auf dem Hofgut Scheibenhardt

Viktor Pashnyk auf dem ukrainischen Charity-Festival am 4.07.2026 auf dem Hofgut Scheibenhardt
Viktor Pashnyk auf dem ukrainischen Charity-Festival am 4.07.2026 auf dem Hofgut Scheibenhardt

Die erste Begegnung vor einigen Monaten mit der Musik von Viktor Pashnyk war geprägt von der Neugierde. Die Bandura, ein typisches ukrainisches Instrument, dass oft mit dem Wort „Lautenharfe“ umschrieben wird, erregt Aufmerksamkeit. 

Bauchig, mit einem großen Klangkörper ausgestattet, und einer Vielzahl an Saiten wirkt es ungewohnt, erinnert aber in seinen melodiösen Tönen durchaus an jene zwei Instrumente, die gerne für die Beschreibung genutzt werden. Von der Laute hat sie den gitarrenähnlichen, folkloristisch anmutenden Klang, von der Harfe das große Spektrum der Möglichkeiten. 

Viktor Pashnyk befindet sich aktuell auf einer langen Tournee durch Deutschland, die ihn nun zum zweiten Mal nach Karlsruhe führte. Im Hofgut Scheibenhardt, jenem Golfclub, der sich auf der Rückseite der Kunstakademie, dem Schloss Scheibenhardt am Rande von Karlsruhe (auf dem weg nach Ettlingen) befindet, fand das alljährliche Charity-Festival des Deutsch-Ukrainischen Vereins statt. 

Mit dem Charity-Festival wird versucht, zum einen Spenden für Hilfsgüter und Unterstützung der Menschen in der Ukraine zu sammeln, und zum anderen, die ukrainischen Initiativen, die Kultur, aber auch die kulinarischen Genüsse des Landes zu präsentieren.

In der Atmosphäre des Golfclubs versammelte sich daher eine erstaunliche Vielfalt der ukrainischen Kulturszene, die fast unbeachtet mittlerweile einige interessante MusikerInnen aufzuweisen hat. 

Viktor Pashnyk auf dem ukrainischen Charity-Festival am 4.07.2026 auf dem Hofgut Scheibenhardt
Viktor Pashnyk auf dem ukrainischen Charity-Festival am 4.07.2026 auf dem Hofgut Scheibenhardt

So war es nicht nur Viktor Pashnyk, sondern z.B. auch Bloshka & The Love Spirits (demnächst auf dem Unifest in Karlsruhe vertreten) und Nik Prana, die im Laufe des Tages auftraten. Beide hätte ich gerne gesehen, aber es ist Sommer, die Feste und Konzerte liegen so nahe beieinander wie das ganze Jahr sonst nicht.

Viktor Pashnyk ist ein ukrainischer Liedermacher und Interpret traditioneller Weisen. Seine Lieder, zumeist in ukrainisch, mit einem Schmunzeln und einem lockeren Dialog vorgetragen, transportieren die Witz und die menschliche Wärme jener Region. Sein Auftritt ist charmant, nahbar und wurde spontan von dem Geigenspiel einer der Anwesenden unterstützt. 

Eingerahmt von den Darbietungen junger Sängerinnen (angeleitet von Bloshka, die zwei der Formationen leitete) und weiteren Aufführungen, zeigte sich Viktor Pashnyk nicht nur als Spieler der Bandura, sondern auch auf der Gitarre. Mag sich lyrisch nicht alles erschließen – weil man der Sprache nicht mächtig ist – so bleibt das universelle der Musik, die es leicht macht, seine Fertigkeiten zu bewundern. 

Vor allem in der Begleitung, mit den jenen Geigenklängen, die ihn bei 3 Stücken unterstützten, offenbarte sich ein Aspekte, dem man gerne länger gelauscht hätte. 

Das Charity-Festival dient dazu, die Kriegsleiden des Landes zu mildern, die Menschen, die dort verblieben sind, zu unterstützen, aber auch um jenen, die in der Migration sind, einen Ort zu geben, an dem sie ihre Kultur erleben und feiern können. Angesichts des reichhaltigen Angebotes, der Organisation und den Bildern, die hinterher in Social Media einflossen, ist ihnen das sehr gut gelungen. 

Wer die Chance hat, die erwähnten Künstler in den nächsten Monaten zu sehen, sollte sie nutzen. Mit Bloshka und Nik Prana hatte sich in den letzten Wochen die Chance für ein Interview ergeben. Siehe unten. Wahrscheinlich wird man sowieso noch einiges von ihnen hören.

Externe Links:

Ukrainer in Karlsruhe – https://ukrainer-in-karlsruhe.org

Viktor Pashnyk – https://www.instagram.com/viktorpashnyk/?hl=de

Bloshka & the Love Spirits – https://www.instagram.com/bloshka_and_the_love_spirits/

Nik Prana – https://www.facebook.com/nikPrana/

Viktor Pashnyk im Deutsch-Ukranischen Verein e.V. Karlsruhe am 21.05.2026

Viktor Pashnyk im Deutsch-Ukranischen Verein e.V. Karlsruhe am 21.05.2026

Viktor Pashnyk im Deutsch-Ukranischen Verein e.V., Karlsruhe am 21.05.2026
Viktor Pashnyk im Deutsch-Ukranischen Verein e.V., Karlsruhe am 21.05.2026

Zuerst war es das Instrument, dass meine Aufmerksamkeit erregte. Viktor Pashnyk, ein Singer-/Songwriter, besuchte die Räumlichkeiten des Deutsch-Ukrainischen Vereins e.V. mit der Gitarre und der Bandura. 

Der Deutsch-Ukrainische Verein e.V. hatte in den letzten Wochen ein Abend mit jungen, ukrainischen Musiker und Bands veranstaltet, der gut besucht war, aber von dem ich erst im Nachhinein hörte. 

Die Kenntnis, dass es einen regen, aktiven Verein in Karlsruhe gibt, der die Traditionen und kulturellen Entwicklungen der Ukraine repräsentiert, war weitgehend unbekannt. Die üblichen Quellen, die in der Regel Beachtung finden, hatten nicht darüber berichtet. Die Namen der Musiker und Bands fanden sich bisher nicht – obwohl in Karlsruhe ansässig – in der Liste für das Karlsruher Archiv.

Bei Viktor Pashnyk handelt es sich um einen Musiker aus der Ukraine, der aktuell auf seiner Tournee die Kulturzentren in den einzelnen Städten besucht. Der Bandura, die auf seinen Bekanntmachungen als fremdes Saiteninstrument auffällt, darf man eine tiefere Recherche widmen.

Sie ist als altes, ukrainisches Instrument bekannt. Ihre Form gleicht dabei einer großen, breiteren Laute. Ihre Spielweise jedoch ist hochkant, so dass man sie wie eine Harfe verwenden kann. Die Verwandtschaft zur Zither ist schon, aufgrund der Finger, denen kleine Metalringe zum zupfen übergestülpt werden, klar zu erkennen. Die Spielweise erinnert stark an das populäre Instrument.

Im Klang gleicht die Bandura auch der Harfe. Wie die Harfe wird sie auch gestrichen, gezupft, oder angeschlagen. Aufgrund der bis zu sechzig Seiten ist das Spektrum der Möglichkeiten als variantenreich zu bezeichnen. Kompositorisch kann man sich vieles vorstellen, und die Verwendungsmöglichkeiten für experimentierfreudige MusikerInnen dürften unendlich sein.

Geht es nach Wikipedia, dann wird das Instrument auch gerne als „ukrainische Lautenzither“ beschrieben. In der Tradition und im Rückblick offenbaren sich viele Gemeinsamkeiten mit der Laute, daher lassen sich auch Spuren bis in das 6. Jahrhundert feststellen, die auf diesen Bezügen beruhen. 

Die Bandura ist, nach allen Quellen tief in der ukrainischen Kultur verwurzelt und hat in dem Musikgeschehen der Region seit dem Beginn des 20sten Jahrhunderts eine Renaissance erlebt. Das führte dazu, dass sie vor allem im populären Liedgut der ukrainischen Kompositionen die Bandura ihren Niederschlag fand. 

Das Instrument ist so sehr verwurzelt in der Kultur der Ukraine, dass es innerhalb der Sowjetunion als feindlich und problematisch angesehen wurde. Im Rahmen einer Verfolgung wurden viele Musiker um 1935 exekutiert oder verliessen das Land. In Nordamerika findet sich heute noch eine Gemeinschaft aus aktiven Banduristen, die das in gerader Linie aus der damaligen Migration stammen.

Viktor Pashnyk im Deutsch-Ukranischen Verein e.V., Karlsruhe am 21.05.2026
Viktor Pashnyk im Deutsch-Ukranischen Verein e.V., Karlsruhe am 21.05.2026

Ich muss gestehen, dass ich der ukrainischen Sprache nicht mächtig bin. Mein Verständnis für Viktor Pashnyks Lyrik ist daher begrenzt auf Wirkung seiner Darbietung. Dabei zeigte sich Viktor Pashnyk als kraftvoller, sympathischer Troubadour. Barfüssig, leutselig, nahbar für alle Anwesenden, verzichtete er auf jede elektronische Verstärkung oder mögliche Effekte. 

Nur mit einem der beiden Instrumente, vielen Erklärungen und einer tiefen Verbundenheit mit seinem Publikum präsentierte er sich als ein kenntnisreicher Künstler. Gekleidet in einem weiten Blouson, mit den typischen Stickereien seiner Heimat, wechselten seine Stücke zwischen wohlbekannten Volkslieder, einer Interpretation eines deutschen Stückes und Werken, die von schmunzelnden Akzenten durchsetzt waren.

Es war ein besonderer Tag, jener 21.Mai, der schon zu einem Zug der Anwesenden durch die Innenstadt geführt hatte. Man hatte schon im Laufe des Tages die weiten Kleider, Blusen und Hemden mit den bekannten Stickkünsten angezogen und in einem gemeinsamen Zug, auch mit Viktor Pashnyk, präsentiert. So war es nicht verwunderlich, alle in diesem Gewand und der Atmosphäre eines Festtages im Publikum anzutreffen. Die Stimmung war gelöst, die Bereitschaft im Chor mitzusingen und die bekannten Lieder gemeinsam zu interpretieren, gehörten zu den Höhepunkten des Abends. 

Viktor Pashnyk einnehmender Charme, sein Zwiegespräch mit dem Publikum, und auf deren Wünsche einzugehen, gemeinsam etwas anzustimmen, aber vor allem sich als Chansonier und Sänger der Balladen mit einem beachtenswerten Stimmvolumen auf zu treten, gehörte zu seinen erkennbaren Stärken. 

Als Bandurista konnte er die Stärken des Instruments ausspielen. Homogen floss der Sound in sein Programm und unterstützte die verbindenden Elemente. Aber es waren vor allem diese Anteile, die zeigten, das sei zu den emotionalsten gehörten – wenn der vollstimmiger Chor sich erhob und ihn unterstützte.

Man darf ihn Erinnerung behalten, gerne wieder einladen und ihm ein großes Publikum wünschen. Er hat es verdient, kann das locker und braucht dennoch so wenig dafür. 

Respekt.

Externe Links:

Viktor Pashnyk (Facebook) – https://www.facebook.com/viktor.pashnyk/

Viktor Pashnyk (Instagram) – https://www.instagram.com/viktorpashnyk/?hl=de

Deutsch-Ukrainischer Verein e.V – https://ukrainer-in-karlsruhe.org/