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Schlagwort: Bibi Fellner

Kreisky im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 04.03.2026

Kreisky im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 04.03.2026

Kreisky im KOHI am 04.03.2026
Kreisky im KOHI am 04.03.2026

Schwer zu leugnen, dass die vier aus Österreich kommen. Ein Stapel Veröffentlichungen zeugt von der langjährigen Erfahrung. So ist die Bühne für sie ein wohnbekannter Ort, den sie mit lakonischem Humor, einer ganzen Prise eigenwilligem Charme und mit einem Hang zur Krachmusik besetzen.

Kreiskys offensiver Hang zu einer Melange aus Power Pop, wilden Gitarren-Riffs und gut gesetzter Theatralik, brachte das Kaffeehaus ins KOHI, und zeigte eine deutschsprachige Band, die ihr Metier, aber auch das Publikum beherrschte. 

In der klassischen Tradition einer Gruppe die auf Stil und Moderation Wert legt, kamen sie im Jackett und weißem Hemd. Stellten so ihr neues Album vor, dass wiedermal in Verweisen und Wortwitz, den ironischen Betrachtungen frönte, aber unterlegt war mit einer Kraft und Melodik, die in Posing und Darbietung auch auf der großen Bühne in anderem Gewand funktioniert hätte.  

Wo der Sänger Franz Adrian Wenzel (auch Keyboard),  in Schauspiel und Gestik, Großes und Kleines zelebrierte, offerierte der Gitarrist Martin Max Offenhuber das Können der Legenden, legte sich in die Saiten, frönte den harten Tönen und wurde damit kongenial unterstützt von dem Bassisten Helmuth Brossmann, sowie dem Schlagzeuger Klaus Mittler. 

Im Sound versprachen sie keinen Dezibel zu verschwenden, immer an die Grenzen zu gehen und hielten Wort. Das war schweißtreibend, immer voraus, und eben Arbeit, die sich lohnen muss. Verschmitzt in der Kommunikation, herausfordernd in ihrem Verlangen, jetzt auch mal den Applaus zu testen. Sie kannten dabei die Tricks, wußten zu unterhalten und zeigten, dass sie ihrem Ruf gerecht wurden. 

Für das KOHI waren sie einst jene Band, die vor dem Corona-Lockdown zuletzt gespielt hatten,  und damit der legendäre Abgesang für eine lange Zeit. Im gemeinschaftlichen Gedächtnis sind sie daher unbezwungen, geschätzt und geliebt. 

So zeigten sie sich an diesem Abend der Ehre würdig, gaben dem KOHI, was das KOHI verlangte. Inklusive drei Zugaben, und darin verpackt, eine Art Hit, der ihnen bereits vorauseilte. Wurde ihnen als Wunsch sowieso die ganze Zeit zugerufen. „Ein braves Pferd!“

Kreisky im KOHI am 04.03.2026
Kreisky im KOHI am 04.03.2026

Kreisky präsentierten nicht nur ihr neues Album („Adieu Unsterblichkeit!“) als eine runde Sache, sondern gaben auch einen kurzen Einblick in einer der aktuellen Tatortfolgen mit Bibi Fellner und Moritz Eisner. Findet sich dort doch auch ihre Musik wieder. Im Titel und in der Dramatik der Handlung. Wenn es nur halb so gut ist wie die Darbietung, dann gilt die Empfehlung. 

Die schwere Einordnung ihrer Musik spricht für sie, und gab ihnen die Chance zwischen eine massiven Punk-Attitude, einem Hang zum schweren Metall und einer Lust am Tanz, sowie der wilden Pop-Melodie, ein Feld zu beackern, dass ganz in der Tradition verschrobener Chansonniers und Kaffeehaussänger stand.

Im Text immer ein Hang zum Wagnis, spannenden Vergleichen, Wortspielereien und dem wunderbaren Blödsinn, haben sie gezeigt, dass das alles eine Mischung ergibt, die man gerne geniesst. 

Für die Bühne geschaffen, die Jungs. Müssen das wohl noch einen weiteren Stapel Alben lang machen. Geht nicht anders.

Externe Links:

Kreisky – https://www.kreisky.net

KOHI – https://kohi.de