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Schlagwort: Gitarre

Tonspur Nr. 10: Silvia Juncosa „Silvia Juncosa“

Tonspur Nr. 10: Silvia Juncosa „Silvia Juncosa“

Silvia Juncosa - Silvia Juncosa
  1. A House is not a Motel
  2. Fuse
  3. Sex & Violins
  4. Reconstruction
  5. Late Night Pay Phone
  6. Alhambra Monrovia

Gefunden auf der Freiburger Schallplattenbörse. Im heißesten Sonnenschein des Frühjahres auf dem Freigelände einer Bierbrauerei. 

Silvia Juncosa fiel irgendwann Anfang der Neunziger mit einem groben, hingerotzten Gitarrenwerk au, das frechweg einen Song enthielt der sich „Lick my pussy, Eddie van Halen“ nannte. Das war provokant, aber auch verflixt einprägsam. Die traut sich was, und tatsächlich malträtierte sie ihre Gitarre fachgerecht. Man könnte sie ehren, als eine der Ersten, die am Denkmal zu rütteln begann.

Diese EP, fachgerecht in Rot gepresst, und auf 999 Exemplare begrenzt, kommt dagegen etwas hölzern und geradezu brav daher. Alles im günstigen Sound eines Badezimmers, aber mit einer Spannbreite aus lakonischen Songs, zurückhaltendem Gesang und Storytelling. Viel weiter von dem, was sie später ausmachte entfernt, und näher an Folk und Straße. Ein kleines, scheinbares, vergessenes Werk, das wohl 1991 erschien, und sich noch an der Welle der Akustik-Alben orientierte. Das sie schnell und geschwind spielen konnte, bewies sie, aber alles ist noch verhalten. Geeignet für kleine Clubs, späte Nächte und dylaneske Lauschereien. Interessant im Kontext und hinsichtlich ihrer Zukunft.

Tonspur ist eine kleine Reihe, die in kurzen und knappen Beschreibungen (maximal 200 Wörter) sich mit den Alben befasst, die ich im Laufe des Tages anhöre. Sie folgt damit keinem Genre und keiner Reihenfolge. Ist lediglich nummeriert

Tonspur Nr. 8 : Sophie B. Hawkins „Free Myself“

Tonspur Nr. 8 : Sophie B. Hawkins „Free Myself“

Sophie B. Hawkins- Free Myself“

Titelliste:

  1. Love yourself
  2. Better off without you
  3. Green eyes
  4. Free myself
  5. Consume me in your Fire (Demo)
  6. Hungered for love
  7. Fairy Tales
  8. Angel in Disguise
  9. I‘m tired of taking care of you
  10. You Are my ballon

Es gibt Namen, die tauchen kurz auf, haben einen veritablen Hit und scheinen dann zu verschwinden. Aber selten ist es genauso. In der Regel produzieren sie weiter Platten, verfeinern ihre Kunst und tauchen vielleicht irgendwann wieder auf.

Sophie B. Hawkins produzierte dieses Album 2023, die prägnante Stimme, die immer noch etwas herausfordernder und rauer klingt, kombiniert sie weiterhin mit dem gekonnten Schreiben ihrer Songs. Das funktioniert. Das Cello im Hintergrund sorgt für die richtigen Momente. Als ob nicht viel Zeit vergangen wäre. Routiniert möchte man sagen. Fast nahtlos schließt sich das an die alten Alben an. 

Auch wenn nicht der Hit drauf ist, den man sich ihr wünscht, ist alles aus einem soliden Guß, der durchlaufen kann, und zum Sommer, den langen Autofahrten und Nächten an der offenen Theke passt. Sophie B. Hawkins beherrscht die Kunst, hat nichts verlernt. Im Gegenteil alles mitgenommen, was es an Blues und Southern-Anklänge gibt, um zu zeigen, dass sie zu Recht in die Geschichte passt. Und weiß was sie tut. 

Alben, die man gerne nebenher mitnimmt.

Tonspur ist eine kleine Reihe, die in kurzen und knappen Beschreibungen (maximal 200 Wörter) sich mit den Alben befasst, die ich im Laufe des Tages anhöre. Sie folgt damit keinem Genre und keiner Reihenfolge. Ist lediglich nummeriert

Tonspur Nr. 7 : Tim Knol „Long live your Friends“

Tonspur Nr. 7 : Tim Knol „Long live your Friends“

Tim Knol - Long live your Friends
Tim Knol – Long live your Friends

Titelliste:

  1. Brand New Day
  2. Under the Gun
  3. To the Darkness
  4. We‘re gonna make it (ft. Tara Wilts)
  5. Long live your Friends
  6. Being in Love
  7. Dance with me
  8. Maybe
  9. Change
  10. Carry on

Zu Tim Knol überrascht mich vieles. Zum Einen die Menge der Alben, die sich in irgendeiner Form bereits bei mir finden. Zum Anderen die Bandbreite des Outputs. Tim Knol ist ein Singer-/Songwriter aus den Niederlanden. Begegnet ist er mir auf dem letzten Bluegrass Festival 2025 in Rotterdam. Dort trat er mit den Bluegrass Boogiemen auf, und das in einer ausgesprochen traditionellen, geradezu stark in den Wurzeln verhafteten Version. Sehr überraschend, vor allem, weil es sich hier um eine Gruppe Niederländer und nicht um Gang knarziger Appalachen-Gitarristen handelt. „Long live your Friends“ ist dagegen geradezu britisches Songwriting. Vielstimmigkeit, Hall, elektrifiziert und lediglich Anklänge an den amerikanischen Folk. 

Ich fand die Platte im Sale des 3345-Shops in Den Haag. Weil ich ihn kurz vorher gesehen hatte, machte mich das neugierig. Feine Popsongs, die gelerntes Handwerk zeigen. Der Mann hat schon einige Jahre auf der Bühne hinter sich und weiß, wie es funktioniert. Kann man getrost auf Konzerten besuchen. Die Melodien, Refrains, sitzen und er weiß mit einem Studio umzugehen. Verspielte Farben, die er einstreut. Alles rund, auf seine Person zugeschnitten, und wie gesagt, gutes, stabiles Songwriting.

Tonspur ist eine kleine Reihe, die in kurzen und knappen Beschreibungen (maximal 200 Wörter) sich mit den Alben befasst, die ich im Laufe des Tages anhöre. Sie folgt damit keinem Genre und keiner Reihenfolge. Ist lediglich nummeriert

Tonspur Nr. 4 : So Soon „Then“

Tonspur Nr. 4 : So Soon „Then“

So Soon - Then
So Soon – Then

Titelliste:

  1. Then
  2. You Don‘t understand
  3. Silent moment
  4. Rest
  5. Carousel

Die Entdeckung der Langsamkeit als erstrebenswertes Ziel. So Soon gönnen sich alle Zeit, nähern sich in kleinen Schritten und großer Harmonie dem guten Song-Handwerk. Das klingt internationaler als man bei dem Cover vermutet. Erstaunlich bescheiden in der Aufmachung, verfrickelt im Sound-Design. Nähe, Ferne, orchestrale Vermutungen. In den paar Minuten presst man viel rein, was man von großen Vorbildern gelernt hat. Das Understatement, das ihnen den Raum lässt für lakonische Bilder, bereitet ihnen den Teppich für leichte Annährungen an die großen Stücke. Hier noch ein Tupfer Hall, dort mal klassisches Melodienstricken. Sie können – muss man mit Respekt anerkennen – viel, haben eine Menge mitgenommen von denen Sachen, die man schon seit Jahren liebt und wissen das zu verwenden.

Bei Black Sea Dahu im Tollhaus tauchten sie als Vorgruppe auf. Sitzend und nahezu unplugged, ohne Hektik, spielten sie ihr Set. Fast kammermusikalisch. Harmonischer Chorgesang. Und wußten mit all dem zu überzeugen.

„Then“ ist ihre EP. Es gibt noch eine LP. Then ist ein verspieltes, folkiges Experiment mit viel liebenswerter Tüftelei, das man vielen, vielen Leuten schenken kann.

So Soon im Tollhaus Karlsruhe als Vorgruppe von Black Sea Dahu am 17.07.2025
So Soon im Tollhaus Karlsruhe als Vorgruppe von Black Sea Dahu am 17.07.2025

Tonspur ist eine kleine Reihe, die in kurzen und knappen Beschreibungen (maximal 200 Wörter) sich mit den Alben befasst, die ich im Laufe des Tages anhöre. Sie folgt damit keinem Genre und keiner Reihenfolge. Ist lediglich nummeriert.