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Schlagwort: Guitar

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026
Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Fast eine Leistungsschau, und vor allem das exzessive Ausreizen der Möglichkeiten – das ist die spielerisch Kunst von Jeff Aug. Alleine, mit nur zwei akustischen Gitarren, trat er auf die Bühne, zu seinen Füßen die minimalste Ausstattung, die man derzeit an Loops und Effektgeräte antrifft. 

Jeff Aug konnte sich alleine auf seine Fingerfertigkeit verlassen. Der Mann braucht nicht mehr. Als einer der Schnellsten in seinem Metier, schreckte er vor nichts zurück. Genre, Richtungen waren da nur mehr Fingerzeig und Zitate. 

Jeff Aug kreierte dabei einen Stil, der seinesgleichen suchte, und in der Geschwindigkeit eine Herausforderung sein musste. Seine Fertigkeiten an dem Instrument verrieten eine Besessenheit und Verpflichtung, auch das Letzte, das Einzige und Wichtigste aus dem Instrument herauszuholen. Fast mochte man meinen, dass er es nicht er alleine sein konnte, was da so kraftvoll und klar daherkam.

Im KOHI bereits ein gern gesehener und gefeierter Gast, konnte er sein Set – ohne Pause – präsentieren. Das Staunen haftete an ihm. Das war kein Jazz, wenn er mit den Fingen über die Saiten flog, die Spannung steigerte, Elemente miteinander verwob und ein verwirrendes Muster präsentierte. Auch nicht Rock, oder Blues, oder Americana, oder was immer einem einfallen wollte, und dennoch genug von allem, um die Menschen zu begeistern, die auch nur eines davon favorisierten.

Jeff Aug ist ein Meister seines Fach, ein ausgewanderter Amerikaner, der seine Inspiration nun aus allem holt, was die Weide, die Berge und der See in seiner neuen Heimat – dem Allgäu – bietet. Dass er nebenbei in den unterschiedlichsten Projekten beschäftigt ist, trägt zur Farbigkeit bei, aber bietet vor allem Stoff auch für härtere Gangarten. 

Ein größer, bärtiger Hüne also, der die Gitarre mit einer Lässigkeit und Vehemenz nutzte, als müsste er die Stücke voll packen wie kleine Symphonien. Da blieb Zeit und Raum für Details, Verspieltheit und furiosem Vielklang. Genug zu entdecken für die Klassikfans, die Traditionalisten und jene, die den Höhepunkt suchen. Denn davon gab es allemal eine ganze Menge. 

Als Instrumentalist bei einem, der wenigen bestuhlten Konzerte, im KOHI glänzte er mit Bescheidenheit und Können. Kein Nebel, kein Rauch, kaum Lichtwechsel, statisch und konzentriert auf seine Fähigkeiten, gespickt mit kleinen Anekdoten im Slang seines Geburtslandes, wirkte sein Programm so stringent und bündig, dass die Zeit zu schnell verflog, und das nächste Konzert – mit Gruppe und damit Begleitung im TOLLHAUS im nächsten Jahr – Hoffnung auf mehr machen musste. 

Guter Mann mit großartigen Stücken, wenig Aufwand und einem Musikverständnis, das breit genug für wilde Kapriolen und Varianten ist. Ein Name für die Liste, und zum merken. Sollte man in Zukunft nicht verpassen.

Externe Links:

Jeff Aug – https://www.jeffaug.com

KOHI – https://kohi.de

Ryan O’Reilly (mit Andrea Vittozzi und Tali Trow) im NUN, Kulturraum am 17.04.2026

Ryan O’Reilly (mit Andrea Vittozzi und Tali Trow) im NUN, Kulturraum am 17.04.2026

Ryan O’Reilly (mit Andrea Vittozzi und Tali Trow) im NUN, Kulturraum am 17.04.2026

Ryan O’Reilly (mit Andrea Vittozzi und Tali Trow) im NUN, Kulturraum am 17.04.2026

Bündiges, griffiges Songwriting und einer ganzen Menge Humor könnten Ryan O’Reilly beschreiben. Zusammen mit Andrea Vittozzi an der Gitarre und Tali Trow am Bass wußte er das NUN zu nutzen, und erzählte dazwischen Anekdoten von seinen Lectures, Reisen und Beziehungen. 

Genug Material also für seine Stücke, aber auch für alles was ansonsten wichtig ist. So reichten ebenfalls die musikalischen Verweise von Americana bis Irland und – durch Andrea Vittozzis feines Spiel – auch in die klassische, filigrane Kunst des Saitenspiels.

Tali Trow im NUN, Kulturraum am 17.04.2026
Tali Trow im NUN, Kulturraum am 17.04.2026

Tali Trow, der nicht nur am Bass seine Fähigkeiten zeigte, leitete den Abend mit eigenen Werken auf der akustischen Gitarre ein. Zurückgelehnte, prägnante Stücke, die ihrer englische Heimat – im Klang und den Lyrics – problemlos zugeordnet werden konnten. Wie auch Ryan O’Reily gehört Tali Trow zu jenen, die in der langen Tradition gut geschmiedeter Songs stehen. 

In aller Bescheidenheit – mit dem Wissen um die Kunst vertraut – setzten sie die Akzente an den richtigen Stellen, schliffen ihre Werke, bis sie schon beim ersten Hören vertraut wirkten und gehören damit zu jenen Menschen, deren Melodie an den unterschiedlichsten Orten funktionieren mögen. Material also, das am Lagerfeuer, in der geselligen Runde, auf der winzigen Bühne und immer unplugged seine ZuhörerInnen finden kann.

Ryan O’Reilly (mit Andrea Vittozzi und Tali Trow) im NUN, Kulturraum am 17.04.2026
Ryan O’Reilly (mit Andrea Vittozzi und Tali Trow) im NUN, Kulturraum am 17.04.2026

Zusammen gelang ihn einer dieser harmonischen Abende, die von ihrer familiären Atmosphäre leben und von einem ruhigen, zurückhaltenden Publikum geprägt wurden. Ryan O’Reilly präsentierte sich dabei als versierter Songwriter, der seine Werke mit einer sympathischen Leichtigkeit vortrug. Eine Reise durch die Zeit,  sowie Städte wie Berlin, Toronto und Oslo.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass KünstlerInnen wieder in das NUN zurückkehren, wenn sie schon einmal dort gespielt hatten. Auch für Ryan O’Reilly war es ein Wiedersehen. Die Kontinuität in den veranstalteten Konzerten, die neuen Talenten eine Chance geben, aber auch bekannte Gäste immer wieder gerne begrüßen, gehört zu den Pluspunkten der kleinen Location.

Fast unscheinbar im Osten der Stadt angesiedelt, in einer ehemaligen Eckkneipe, bietet sich das NUN gerade für die ruhigeren Abende an. In der Grundstimmung mit einem lauschenden Publikum bedacht, greifen dann auch die leisen, manchmal spontanen Konzepte. Wie jene Zugabe, bei der es zu einem Gastspiel von Laura Eigbrecht (Hier wohnt Rosilein) am Akkordeon kam. 

Ryan O’Reilly (mit Laura Eigbrecht und Tali Trow) im NUN, Kulturraum am 17.04.2026
Ryan O’Reilly (mit Laura Eigbrecht und Tali Trow) im NUN, Kulturraum am 17.04.2026

Als Trinklied, mit dem erhobenen Glas Wein, sangen Ryan O’Reilly und Tali Trow zu den Klängen des Instruments einen traditionellen Abschluss. Es war die Rundung, die der Abend noch benötigte, um den Interpreten den richtigen Rahmen zu geben. 

Ryan O’Reilly zeigte sich als einer, der die neuen HörerInnen zu erstaunen wußte, und die, die ihn kannten, natürlich weiterhin begeistern konnte. Aber vor allem, dass er ein wunderbarer Entertainer ist. Und ein verflixt gutes Händchen bei der Wahl seiner musikalischen Begleiter hat.

Externe Links:

Ryan O‘ Reilly – https://www.ryanoreilly.uk

NUN –https://nun.cafe

Andrea Vittozzi – https://www.instagram.com/andreavittozz/

Tali Trow – https://talitrow.bandcamp.com

Hier wohnt Rosilein – https://www.instagram.com/hierwohntrosilein/