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Schlagwort: Lesung

Juliane Streich (Lesung) im NUN „These Girls forever!“ Am 19.10.2026

Juliane Streich (Lesung) im NUN „These Girls forever!“ Am 19.10.2026

Juliane Streich und Julia Neupert bei der Lesung "These Girls forever!" am 19.10.2026 im NUN
Juliane Streich und Julia Neupert bei der Lesung „These Girls forever!“ am 19.10.2026 im NUN

Eigentlich ist es ein wildes Unterfangen. Wie geht man vor, wenn man die weibliche Musikgeschichte unterhaltsam und ansprechend abbilden will? Gibt es eine Musikgeschichte aus rein weiblicher Perspektive? Wäre sie eine andere, als jene, die bisher und lange Zeit von hauptsächlich männlichen Kollegen honoriert, dokumentiert und aufgezeigt wird?

Es gibt eine Menge Fragen, wenn man die Historie unter einem eher ungewohnten Blickwinkel betrachtet, und sich dabei rein auf die Frauen in der Musik und deren Auswirkungen fokussiert. Juliane Streich ging das Thema an, und es zeichnet sie aus, dass nicht sie alleine die Feder schwang, sondern Autorinnen und Journalistinnen um Mithilfe bat. Als Herausgeberin bündelte sie mittlerweile in drei Bänden, geschichtliches, aktuelles, unterhaltsames und verborgenes über weibliche Musikerinnen der populären Geschichte seit 1920. 

Dabei sind nicht die Geschmacks- oder Genregrenzen, die alle von uns haben, ausschlaggebend, sondern alleine die persönliche und allgemeine Bedeutung der Kreativen wichtig. So finden sich in ihren Bänden sowohl Nena, wie Bessie Smith, die No Angles, aber auch Not Seattle. Dazwischen mögen Welten liegen, aber es zeigt sich auch: Es gibt keinen Bereich in dem Frauen nicht mitgewirkt haben. Die Geschichte der populären Musik ist voll mit Frauen, die sie geprägt haben, aber auch ganz eigene Varianten entdeckt und entwickelten haben.

Hin und wieder sind die Spuren nur noch im Kontext zu finden, aber – auch wenn die Geschichte nicht umgeschrieben wird – so wird sie doch um einige Farben erweitert und um Role-Models bereichert.

Juliane Streich wählte dabei einen sehr persönlichen Weg, und wie ein DJ belegte sie ihre Lesung mit Klangbeispielen, ergänzte sie um eine persönliche Note und ein Hörbeispiel, das ihre eigenen Gehversuche im Punk-NDW-Umfeld dokumentierte.

Das war kurzweilig, unter der Mithilfe von Julia Neupert fast ein Talkformat und in dem kleinen NUN auf jeden Fall am richtigen Platz. Gerade die unabhängigen, fast basisdemokratischen Veranstaltungsorten, in denen sich Menschen ehrenamtlich engagieren, legen verstärkt Wert auf ein Angebot, das alle berücksichtigt. 

Auf großen Festivals fällt jedoch nach wie vor auf, dass die Line-Ups, also Zusammenstellungen der auftretenden KünstlerInnen, männlich geprägt sind. Schon seit Jahren ein Thema, bieten die Bücher von Juliane Streich hier eine Diskussionsgrundlage, die die Farbigkeit der Szene hervorhebt, und das vor allem in einer unterhaltsamen, kompakten Form, die den Zugang erleichtert. 


Die Missachtung der Genregrenzen bietet Platz für Neuentdeckungen, die Vielzahl der Stimmen, die sie als Herausgeberin gesammelt hat, eine breite Palette der persönlichen Vorlieben, aber auch differente Sichtweisen.

In seiner Form eine Lesung, die versucht eigene Wege zu gehen, aber daher der Thematik am ehesten gerecht werden konnte. Und zeigte: Es gibt bestimmt noch viel zu erzählen. Man kann als mal den Platz für einen vierten Band frei halten. 

Externe Links:

Juliane Streich – https://julianestreich.de

NUN – https://nun.cafe