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Schlagwort: Session

Buchi trifft ..Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 11.02.2026 im Sandkorn-Theater

Buchi trifft ..Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 11.02.2026 im Sandkorn-Theater

Buchi trifft ..Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 11.02.2026 im Sandkorn-Theater
Buchi trifft ..Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 11.02.2026 im Sandkorn-Theater

Zwar war es die 93.Ausgabe der Reihe „Buchi trifft“, doch für mich eine Premiere. „Buch trifft“ ist ein Vorstellungs- und Konzertformat, bei dem die Musik in ungewöhnlichen Kombinationen und Möglichkeiten in Vordergrund steht. Sowohl der Gastgeber, Stefan „Buchi“ Buchholz (mit der Unterstützung von Claus Kubik am Bass) gestaltet das Musikprogramm, wie auch die anwesenden Gäste. 

Aus ganz unterschiedlichen Regionen und Bereichen vorgestellt, ergab sich wohl im Laufe der Jahre ein farbiges, interessantes und vielschichtiges Programm. Das Stammpublikum zeugt davon, dass sie es nun, während einem aktuellen Bühnentausch innerhalb des Sandkorns, auch schafften den großen Saal zu füllen. Das war nicht nur der Popularität der beiden Eingeladenen – Sandie Wollasch und Matthias Hautsch – zu verdanken, sondern sicherlich auch der Beliebtheit der Reihe.

Es verwundert nicht, wenn Sandie Wollasch in Begleitung von Matthias Hautsch zu einem Anziehungspunkt für ein fast ausverkauftes Haus sorgte. Handelt es sich doch bei ihr um eine der talentiertesten Jazz- und Soulstimme, die nicht nur innerhalb der Region einen hervorragenden Ruf geniesst.  

Sandies Stimme ist auf den unterschiedlichsten Produktionen zu hören. Um nur eine hervor zu heben sei ihre Zusammenarbeit mit DePhazz erwähnt, die in dem weiten Feld aus Soul, Jazz und Electronica eine ganz eigene Stellung belegen. Daher sind sie seit vielen Jahren mit Soundexperimenten auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Buchi trifft ..Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 11.02.2026 im Sandkorn-Theater
Buchi trifft ..Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 11.02.2026 im Sandkorn-Theater

In Zusammenarbeit mit Matthias Hautsch präsentierte sie nicht nur einen Ausblick auf ihre gemeinsame neueste Produktion – ein Album, das demnächst erscheinen wird – sondern auch ein ganzes Spektrum an Songs und inspirierenden Coverversion. 

Die Spannbreite reichte dabei von Harry Nilsson, über Queen zu Billy Idol, aber auch Tina Turner. 


Das Vermögen, in der Interpretation ganz eigene Varianten zu schaffen, die einen Erkennungswert und Alleinstellungsmerkmal in ihrer Stimme und dem Gitarrenspiel von Matthias Hautsch haben, zeichnet sie aus, und verlieh dem Abend jenen einzigartigen Charakter, der ein Markenzeichen von Sandie Wollaschs Konzerte ist. 

Matthias Hautsch spielt nicht nur sein Instrument, er spielt vor allem mit den Möglichkeiten und Varianten, dem Klangkörper etwas zu entlocken, was ihm auch perkussiv unterstützt. Ungeachtet dessen – über alle Verspielt- und Experimentierfreudigkeit hinaus – beinhaltete der Flow und Groove seines Stils immer eine Leichtigkeit. Eine scheinbare Mühelosigkeit, die leicht verdecken kann, wie professionell und versiert und mit welcher Finesse er das Thema bereichert. 

Ein warmer Grundton, eine angenehme Lässigkeit und das Wissen, wie man die Sonne geschickt einfliessen lässt, führen zu einer beschwingten Coolness, die für Sandie einen perfekten Gegenpart für ganz eigene Blickwinkel auf bekannte Stücke bietet.

Buchi trifft ..Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 11.02.2026 im Sandkorn-Theater
Buchi trifft ..Sandie Wollasch und Matthias Hautsch am 11.02.2026 im Sandkorn-Theater

So war es auch hier wieder, wie so oft in Gruppierungen, denen Sandie angehört oder mit denen sie Abende gestaltet, dass der Reichtum an Möglichkeiten und Varianten, der sich dadurch bietet, gepaart mit einem ganz eigenen Charme und Spielfreude der anwesenden Musiker, eine fast unbegrenzte Aussicht darstellten.

Da sang Claus Bubik, und intonierte mit einem großen Bezug zum Americana, Willie Nelson. Um danach Steve Winwoods Interpretation eines Ray Charles Klassikers vorzutragen. 

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch verwandelten eine Queen Hymne in ein angejazztes, fast erdiges und sehr gefühlvolles Werk. In der Zusammenarbeit mit Stefan Buchholz (am Cajon und den Vocals) intonierten sie Billy Idols „Sweet Sixteen“ zu einem zarten und dennoch rauen, ruhigem Duett. 

Die Reise durch die Geschichte der aktuellen Musik erfolgte mit Abzweigungen, Verweisen, Anekdoten und dem Grad an Persönlichkeit, der den bekanntem Liedgut neues abgewinnen konnte. Außergewöhnlich in der Gestaltung und dem Rahmen, macht es neugierig, wie es in dem Format weiter geht, aber auch die gemeinsame Arbeit von Sandie Wollasch und Matthias Hautsch präsentierte sich als empfehlenswerter Glücksgriff. Man darf gespannt auf das kommende Album sein.

Externe Links:

Buch trifft – https://www.das-sandkorn.de/spielplan/spielplan/buchi-trifft

Sandie Wollasch – https://www.sandiew.de

Matthias Hautsch – http://www.matthiashautsch.de

Claus Bubik – http://www.clausbubik.de

Mane and Friends – 472 CDs und kein Ende!

Mane and Friends – 472 CDs und kein Ende!

Mane And Friends "krautjazz.de" CD #472 vom 07.November 2025
Mane And Friends „krautjazz.de“ CD #472 vom 07.November 2025

Einleitung

Es bedarf einer Einleitung: Das Projekt „Krautjazz“ begleitet mich seit fast einem Jahr. Als ich der Webseite (https://krautjazz.de) zum ersten Mal begegnete, nahm ich mir vor, dieses Thema eines Tages genauer zu betrachten.

Zu groß schien das alles, zu umfangreich das Material und zu vielfältig im Detailreichtum. Präsentiert sich die Seite selbst unspektakuläre, einfach zu durchsuchen und frei von allem Unnötigem – so handelt es sich dennoch um die beste Beschreibung von Understatement. 

Was ich bei der ersten Betrachtung jedoch nicht wußte, und mir erst im Laufe der Beschäftigung klar wurde: krautjazz.de“ ist in seiner Form ein gewaltiges Arsenal an musikalischen Experimenten und Können, wie es in diesem Land bestimmt einmalig ist.

Um all das in seinem Umfang zu erfassen, bedarf es daher mehr als nur einen Text und diesen Artikel. Es wird also ein Mehrteiler, denn das Material und die Geschichte, mit der es zu tun hat, ist  ausufernd und reich an Anekdoten.

472 Sessions online!

Vor einigen Tagen, am 07.November 2025, erreichte mich die Nachricht, dass auf der Seite von krautjazz.de“ die „CD“ 472 von Mane and Friends (kurz: MaF) erschienen ist. Diese Nachricht bekommt man regelmäßig, zeitweise wöchentlich, wenn man den Newsletter der Seite abonniert hat. Die Release-Abstände sind manchmal faszinierend kurz, der Output gewaltig.

Bis zurück ins Jahr 2013 reichen die Veröffentlichungen von Manfred Bock und seinen Freunden. Er selbst, der Kopf und Initiatior hinter dem Projekt bedient in der Konstellation Gitarre, Bass, aber auch den Mischpult und ist letztendlich – so die Selbstbezeichnung – der Kurator. Zu den Musikern, die die Stammbesetzung darstellen,  gehören: Derek Hauffen (Tasteninstrumente, Drums) , Bernhard Efinger (Gesang, Mundharmonika, Texte) , Erik Hartmann (Schlagzeug, Perkussion) und Werner Lapp (Holzblasinstrumente, akustische Gitarre). 

Mane and Friends existiert in dieser Zusammensetzung als Studioband. Sie treten nicht live auf, ihr Material ist nicht transkribiert und ist  – im Sinne von Jazz –  „nur“ improvisiert. Der Reichtum und das Außergewöhnliche ergibt es sich aus der Qualität der Aufnahmen, dem versierten musikalischen Wissen der Anwesenden und vor allem den Gastmusikern. 

Und alle, wirklich alle Aufnahmen, sind mit Cover, Label, Inlet liebevoll ausgestattet, und kostenlos unbegrenzt zum Download auf der Webseite bereitgestellt. 472 CDs warten damit auf ein Review! 

Ein Teil der Sessions kann auch auf YouTube betrachtet werden: https://www.youtube.com/channel/UC_nmZ5AnlxaM4NChoLhMd6A

Namen, Namen, Namen

Jede Session hat Gastmusiker, neue Besetzungen und mutige Kombinationen. Die Geschichte von Manfred Bock, Derek Hauffen und ihren Mitmusikern reicht weit zurück in die Rockgeschichte. 

Im Rahmen der Recherche für das Karlsruher Archiv, das sich mit der Musikgeschichte von Karlsruhe und der Region beschäftigt, begannen wir alle Bandnamen, die uns bekannt waren, hin- und her zu werfen. 

Es stellte sich dabei sehr schnell heraus, dass es einige Personen in Karlsruhe gibt, die all den Jahren – teilweise seit den frühen Sechzigern – in fast allen wichtigen Bands tätig waren und deren Geschichte Teil eines großen Netzwerks ist. 

Kurz, wenn man sich mit der populären Musik In Karlsruhe beschäftigt, dann führt kein Weg an den Namen der Mitglieder von „Mane and Friends“ vorbei. In einem der folgenden Beiträge werde ich noch näher darauf eingehen. Hier sei schon mal gesagt: Wenn Manfred Bock und Derek Hauffen laden, dann kommen langjährige Freunde und viele Namen, die teilweise mit ganz anderen Genres und Geschichten verbunden sind.

Die Liste ist umfangreich und bunt: Gäste bei den bisher aufgenommenen Sessions waren z.B. Leonie Klein, Gabriel Herbst, Kibro, Mac Geyer, Claudia Olma, Elvira Novello, Sebastian Manuel Million, Giga Brunner, Gerhard Lesser, Jürgen Zöller, Wolle Koegel, Georg Stindl, Norbert Masino, Frank Benneter, Hubl Greiner, Klaus Becker, Rudi Metzler, Julia Neumann usw. usw.

Kraut und Jazz

So vielfältig, wie sich die Wahl der Gäste, präsentiert, so reich und verspielt ist die Musik, die bei den Sessions zustande kommt. Mane and Friends scheinen den Flow zu lieben, wirken entspannt, ausgesprochen professionell und geben sich und ihren Gästen immer wieder die Chance, kleine Diamanten zu erzeugen. Man möchte ihnen danken – für die Akribie und die Beständigkeit all das aufzunehmen und zur Verfügung zu stellen. 

Verwunderlich ist, dass das seit Jahren weit unter dem Radar stattfindet, und der Umfang des Projektes von einer Bescheidenheit gezeichnet ist, die dem Können nicht gerecht werden kann. 

Hört man sich die einzelnen Stücke an, so offenbart sich sehr schnell die Lässigkeit, der Witz, aber vor allem das Improvisationstalent der MusikerInnen. Der Name Kraut und Jazz ist Programm. Und wahrscheinlich die genialste Domain für das Thema. 

Experimentierfreudig, wie sich ehemals der Krautrock auf die Reise begab und frei wie der Jazz, der alles in sich aufnimmt, sind die Aufnahmen. Durch die immer neuen Zusammenstellungen der Musizierenden ergeben sich neue Einflüsse und Konstellationen, die das Projekt spannend und gleichzeitig wild machen.

„Krautjazz“ ist daher ungehemmtes Improvisieren, aber wertvoll bleibt es durch seine Hörbarkeit, dem Hang zum Groove, und der Tauglichkeit für alle GenießerInnen. Mane and Friends arbeiten damit tapfer an einem Monument, das wöchentlich und über die Jahre wächst, aber vor allem für Musikliebhaber eine unglaubliche Fundgrube darstellt. 

Die Gestaltung ist liebevoll, die CDs ergeben eine schlüssige Historie. Die Bedeutung für die hiesige Musikgeschichte ist noch nicht absehbar, denn auch wenn alles nach Spaß und viel Freizeit wirkt, dokumentiert es doch einen großen Teil der Verbindungen, die MusikerInnen untereinander aufbauen und welche wunderbare Sprache sie untereinander sprechen können.

Es kommt noch mehr

Manfred Bock und seine Freunde sind natürlich mittendrin, und ein Ende der Sessions ist nicht abzusehen. Wer jetzt einsteigt, der bekommt sicherlich den besten Eindruck, aber auch Jazznrhythm wird sich in den nächsten Wochen und Tagen nochmal damit beschäftigen. Dieses sollte nur ein kleiner Einstieg sein, der das Augenmerk ein bißchen auf diese Domain richtet. Hört euch das mal, wir werden noch mal darüber berichten. Reviews folgen selbstverständlich auch noch. Aber auch noch mehr!