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Schlagwort: Suzan Köcher’s Suprafone

Suzan Köcher’s Suprafon im NUN, Kulturraum am 06.03.2026

Suzan Köcher’s Suprafon im NUN, Kulturraum am 06.03.2026

Suzan Köcher’s Suprafon im NUN, Kulturraum am 06.03.2026
Suzan Köcher’s Suprafon im NUN, Kulturraum am 06.03.2026

Sie ist so etwas wie die Zeitreisende des Pops. Im Hier und Jetzt angesiedelt, bringt Suzan Köcher’s Suprafon so viel Verständnis für Vintage und Retro mit, dass man alles zusammen Gesamtkunstwerk nennen muss. So abgestimmt und faszinierend erscheint es dann doch selbst im Detail.

Die Band besteht eigentlich aus vier Mitgliedern, im NUN jedoch schrumpfte sie zusammen auf zwei, dem Gitarristen Julian Müller und die Namensgeberin Suzan Köcher, ebenfalls an der Gitarre, den Vocals und dem Keyboard. Unterstützt von einem Drumcomputer und Loops ergab sich trotz allem ein stimmiges Bild des Konzeptes. 

Beide – mit einer Vorliebe für Glitter und Glimmer – zelebrierten  einen Sound, der zwischen den Jahrzehnten schwebte. Dabei stark melodiös und gitarrenlastig ein Faible für den Pop vermittelte, aber auch seine Anleihen im Rock fand. Suzan Köcher’s Suprafon zeigten dabei, wie breit sie aufgestellt sind – und das sie das eingängige Songwriting beherrschen.

Vollkommen bündig war dabei – als Auszug aus der aktuellen, limitierten EP – die kurze Reise in die Sechziger-/Siebziger Jahre der französischen Musikkultur. Die Werke von Jacques Dutronc und Serge Gainsbourg auf „Le temps d’Lamour“ fügen sich nahtlos in das aktuelle Programm, und zeigten damit auch die Vielseitigkeit der jungen Band. 

So präsentierten sich die Lyrics von Suzan Köcher, wie in diesem Fall, nicht nur auf englisch, französisch, sondern auch auf deutsch und bestätigten damit, das Genres nur Schall und Rauch sind, die auf diese Band nicht zutreffen. 

Suzan Köcher’s Suprafon im NUN, Kulturraum am 06.03.2026
Suzan Köcher’s Suprafon im NUN, Kulturraum am 06.03.2026

Krautrock, Pschydelisch, Pop, Independent, Disco, aber auch Shoegaze sind lediglich das Bemühen, den klaren, und prägnanten Sound Julian Müllers in Einklang mit der fast schon traumwandlerischen Leichtigkeit zu bringen, die die Songs von Suzan Köcher ausmachen. Da kommt die stille Romantik verlassener Westernstädte zum Tragen, aber auch die neonfarbene Reklame von Las Vegas. Nicht zu vergessen das Stroboskop einer Siebziger-Jahre-Disco. 

Suzan Köcher’s Suprafon bedienten sich der Klischees mit einer unschuldigen Freude, und ohne Ironie, um eine nostalgische Romantik zu formen, an der alle teilhaben können. Der Spaß war ihnen anzumerken. Das man zu ihren Songs auch gut tanzen könnte, war spürbar. 

Dieses zu zweit zu vermitteln, das gehörte zu den Highlights des Abends. Ist zwar nicht fair gegenüber den Daheim-Gebliebenen, aber so gut, wie das Programm auf die Besetzung abgestimmt war, hatte man niemand vermisst. 

Alles war bündig, wie aus einem Guß, und Fehler im  Detail wurden( die sowieso niemand bemerkt hätte) charmant und transparent überspielt.

Suzan Köcher’s Suprafon ist der einzige mir bekannte Pop-Export aus Solingen, aber da käme sowieso kein Mensch drauf. Vermutet man sie doch irgendwo in einer Raumstation, jenseits des Wüstenplaneten, wo eine Band, die den Blues gelernt hat, die eigene Gitarre betonen kann zum Fest für alle anderen Galaxien aufspielt. Merci, für den Besuch in unserer Stadt, und diese ungewöhnliche Präsentation. 

Suzan Köcher’s Suprafon im NUN, Kulturraum am 06.03.2026
Suzan Köcher’s Suprafon im NUN, Kulturraum am 06.03.2026

Externe Links:

Suzan Köcher’s Suprafon – https://suzankoecher.com

NUN – https://Nun.cafe

Ankündigung: Suzan Köcher im NUN am 06.03.2025

Ankündigung: Suzan Köcher im NUN am 06.03.2025

Suzane Köcher's Suprafone "In these dying times"-Album
Suzane Köcher’s Suprafone „In these dying times“-Album

Vor einiger Zeit hatte Suzan Köcher’s Suprafon im KOHI gastiert. Wer dabei war, schwärmt heute noch davon. Selbst hatte ich es leider verpasst. Umso mehr freut es mich, dass es eine neue Chance im NUN am 06.03.2026 gibt. Dieses Mal in einer verkleinerten, fast auf den Kern der Band reduzierten Duo-Version.

Suzan Köcher’s Suprafon ist im Namen und Konzept ein Projekt, dass sich an der Ästhetik vergangener Tage anlehnt, ohne den Bezug zu den aktuellen Richtungen zu verlieren. Damit ein Gesamtkunstwerk, dass sich aus tausend Jahre Popkultur nährt, die großen Namen zitiert und daraus etwas ganz Eigenes kreiert. 

Das hat eine Kraft, die es leicht macht ein Bündel Genres in einen Topf zu werfen und Verweise in einer langen Reihe zu nennen. Doch es gehört eine Menge musikalischer Kenntnis dazu all diese Quellen zu nutzen, um damit Songs zu schaffen, deren Leichtigkeit authentisch und originär wirkt. 

Wahrscheinlich aktuell Solingens bekannteste und chancenreichste Band für eine internationale Aufmerksamkeit. So pendelt Suzan Köcher’s Suprafon zwischen den farbenfrohen Tönen des psychedelischen Kulturguts, um eine Atmosphäre zu schaffen, die irgendwo in den mexikanischen Wüsten von dem wilden, urbanen Leben moderner Großstädte erzählt.

Klingt es unvereinbar, wird die Herausforderung angenommen. Das Werk Suzan Köchers ist spannend, und dabei in einer ganz eigenen Welt und verschrobenen Soundtüfteleien angesiedelt, die dem Pop huldigen und den Rock können.

Wenn sie im NUN auftritt, wird sie in der Duo-Version, die Möglichkeit zu einem ruhigen Event mit einem Repertoire haben, dass vor allem ihrer Stimme und den akustischen Instrumenten viel bietet. Das NUN befindet sich damit in der Tradition einiger Videoformate, die sich großer Beliebtheit erfreuen und den beteiligten Bands neue Aspekte abfordern, aber auch zu Entdeckungen einlädt.

Im Falle von Suzan Köcher darf man gespannt sein, gibt es doch bereits auf ihren Alben faszinierend verhaltene Stücke, die in ihrer Erzählweise geradezu geschaffen dafür sind. Suzan Köchers Suprafon darf man sich gerne fett in den Kalender eintragen. Wenn es noch Karten dafür gibt…

Externe Links:

Suzan Köcher’s Suprafone – https://suzankoecher.com

NUN – https://nun.cafe