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Schlagwort: Tanzbar

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026
Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Geht man unbedarft an Blind Delon ran, muss man anerkennen: Andere haben mehr Ahnung und sind näher dran. Das KOHI war gut besucht, das Publikum bunt gemischt und die Stimmung auf dem besten Level, dass man sich wünschen konnte. Was immer da in der Luft lag, dass war schon eine gute Ahnung von dem was kommen durfte.

Eröffnen konnte Roma Deserta, allein, nur mit der Gitarre, aber unterstützt von einem Sammelsurium an Klängen, Sounds und eingespielten Instrumenten. Material, das komplex und dicht wirkte. Ein eigenes, kleines Reich, in dem sich sein orchestralen Wave-Verständnis widerspiegelte. 

Roma Deserta verfolgte ein Konzept. Eine Art Plan, der sich nicht nur in einer Multimedia-Show hinter ihm manifestierte, sondern auch in ausschweifenden, tanzbaren Rhythmen, den langen Einleitungen, und die fehlende Angst vor Überlängen. 

Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe
Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe

Das offenbarte eine sympathische Sturrheit, die der aktuellen Zeitbegrenzung nicht unterliegen wollte – aber vor allem auch eine Akribie, die aus einem Song so viel wie möglich heraus holen mochte.

Nicht der Balladensänger, sondern der Multiinstrumentalist und Tüftler standen auf der Bühne. In diesen Rollen holte er sein Publikum mit einem breiten, fetten Sound ab. 

Wurde zwar nur zum Teil live dargeboten wurde, aber bot in seinem dichten Konstrukt eine rhythmische Grundlage für Variationen.

Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe
Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe

Roma Deserta befindet sich damit in einem anspruchsvollen Spannungsfeld, bot aber genug Bodenständigkeit, um die Beine zu bewegen, die Hüften zu schwingen und den Abend kraftvoll einzuleiten.

Blind Delon kamen mit all der Wucht und Kompromisslosigkeit, die diese Mischung aus harten Gitarren, metallenen Percussions, elektronischen Beats und tiefem Gesang zuliessen. Was sich abzeichnete, wurde durchgezogen. Ekstatische Monotonie gepaart mit enthusiastischen Riffs. Wildes Gemenge aus den Besten aller Teile.

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026
Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Mathis Hauray und Corentin Thibur, beide an den Saiten, liessen die Beats einspielen, arbeiteten konzentriert am Rhythmus und schoben alles mit Kraft und Würde in die Nacht. Kernige, akzentuierte Botschaften, die auf die Füße zielten und dem Kopf Pause gönnten. 

Eine Verweis auf alles, was schon da war, was noch kommen kann, und damit so viel zeitgemäßer als viele andere Protagonisten, wenn sie zitieren. Eben jene Momente, die in den Clubs geboren wurden, dorthin gehören und genau an diesen Orten ihren Impuls erleben. 

Mit einer bewundernswerten Energie, und der richtigen Entschlossenheit, dem Ding keine Ruhe zu gönnen, präsentierten Blind Delon eine rasante Mischung, die begeistern konnte. Das zuckte, das krachte, das lebte, dass hatte den richtigen Schlag und die Konsequenz um in die Beine zu gehen, im Nacken spürbar zu bleiben und nicht mehr los zu lassen.

Blind Delon gehören zu jenen Bands, die die Nacht dunkler machen, die Kühle vertreiben und für all das in Erinnerung bleiben. Rock’n’roll der elektronischen Jahre, selbständig genug um im Gedächtnis zu haften . Hat ja auch bisher gut funktioniert.

Externe Links:

Blind Delon – https://www.instagram.com/blindelon/?hl=de

Roma Deserta – https://www.instagram.com/roma_deserta_music/

KOHI – https://kohi.de

Pippa (Support: Nina Jacob) im Kohi, Kulturraum am 09.01.2026

Pippa (Support: Nina Jacob) im Kohi, Kulturraum am 09.01.2026

Pippa im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe am 09.01.2026
Pippa im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe am 09.01.2026

Die Konzertsaison ist wieder eingeläutet. Damit hat das Jahr 2026 offiziell begonnen. Auch für das KOHI. Am Freitag, dem 09.01.2026 waren daher Nina Jacob und Pippa zu Gast in deren Räumlichkeiten.

Mit Nina Jacob präsentierte sich ein junges Talent, dass mit charmanter Unbefangenheit seit einem Jahr den Weg in die Musikwelt eingeschlagen hat. In der Kommunikation und den Melodien überraschend nahe am Publikum, zeigte sie sich deutschsprachig, tanzbar und eingängig. 

Begleitet von einem Gitarristen, der den Begleitsound, sowie die Einspielungen unterstützte, wirkte Nina Jacobs Performance frisch und wie die angenehmste Form des Pops. Party, wo sie passt, durchaus tauglich für den Dancefloor, aber vor allem mit einem guten Gefühl für das, was im Ohr haften bleibt.

Nina Jacob im KOHI,Kulturraum am 09.01.2026
Nina Jacob im KOHI,Kulturraum am 09.01.2026

Für die Feier, die Autofahrt, zum Mitsingen, und allem was dazwischen passiert. Genau das, was honoriert, gefeiert wird und auch an diesem Abend funktionierte. Ausgestattet mit der Energie und dieser Begeisterung, wird sie sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten wieder auftauchen, denn die Bühne nimmt sie locker. Genauso wie die Tanzenden. Da kommt noch was. Die Songs sind clevere, kleine Popgeschichten, die sich einschmeicheln. Und irgendwie hängenbleiben.

In Wien muss es eine kleine Talentschmiede geben. Es ist angenehm, beachtlich –  und wirklich zu würdigen- , wie farbenreich und lyrisch sich die Gruppierungen aus der Region präsentieren.

Pippa im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe am 09.01.2026
Pippa im KOHI-Kulturraum, Karlsruhe am 09.01.2026

 Pippa pflegt einen spröden, aber berührenden Sound, der stark im unabhängigen Verständnis der deutschsprachigen Bands der letzten Jahrzehnte angesiedelt ist. Wurzeln also im Idependent-Bereich – sowohl was die Sprache, wie auch die melodiöse Basis, und damit das Fundament, anbelangt. 

In der klassischen Konstellation einer Gitarrenband (Bass, Gitarre, Vocals, Schlagzeug) schnörkellos, geradeaus, mit einem großem Verständnis für alles, was der Club braucht, der Rock will und im Pop funktioniert, wagten sich Pippa sowohl in die Tanzbarkeit, aber auch in die akustischen Momente. 

Mit vier Alben im Gepäck, das Fünfte in der Vorbereitung, hatten sie ein Programm, das ihnen die Erfahrung und Sicherheit erlaubte, ein bündiges Set mit kleinen Hits, abzuliefern. Da nahm in der zweiten Hälfte das Tempo zu. Wurde entschieden kraftvoller, und mit dem Schwung griffiger Rhythmen stand kaum jemand still.

Pippa bewies ein gutes Händchen in der Zusammenstellung und Einbindung des Publikums. Sie ergriff die richtigen Chancen und kommunizierte entwaffnend sympathisch. Sie zeigte sich dabei, von Song zu Song, als  versierte Komponistin, die es schaffte einen eingängigen Sound zu kreieren, der seinen authentischen Wurzeln aus dem Club und Probenraum nicht versteckt. Rau genug um der Lyrik einen entschlossenen Druck zu geben, Pop genug, um sich ein Wiederhören und – sehen zu wünschen, schnell genug um in die Beine zu gehen. 

Externe Links:

Pippa (Instagram) – https://www.instagram.com/pippa.musik/?hl=de

Nina Jacob – https://ninajacob.de

KOHI – https://kohi.de