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Schlagwort: Tobias Graf Carl

Tonspur 39: Real Turds – Leibstandarte Traci Lords

Tonspur 39: Real Turds – Leibstandarte Traci Lords

Tonspur 39: Real Turds - Leibstandarte Traci Lords
Tonspur 39: Real Turds – Leibstandarte Traci Lords
  1. (You’re the) Ringo Starr
  2. Esoteric Love
  3. Cramps
  4. Change your ways
  5. Sunday on my mind
  6. My Way
  7. Overexposed
  8. Girls
  9. Transistor Radio
  10. Leibstandarte Traci Lords
  11. Uptown Weekend Cruiser
  12. Rubber Doll

Orgeln sich durch den Beat als kämen sie aus der Garage. Ganz dem hippen Sound der vergangenen Jahrzehnte verpflichte klopfen die Real Turds auf einer Vergangenheit rum, die nostalgisch einem ungestümen Jugendkult anhängt. Gewagt im Cover und Titel sind die meisten Titel geschicktes Namedropping. Der Gesang (Tex Dixigas) kommt dabei ungehobelt und frech geradeaus. Punk’n’Roll in bester Tradition. Die Real Turds stehen für Partys, schnelle Zitate und hohe Geschwindigkeiten. Immer Richtung Horizont, immer unter Dampf, trashig genug für jeden Spaß.

Heute der Kult-Kram. Steht bei Dixigas-Records noch im Schrank. Archivware, die fast vergessen ist und nur auf den Seiten von Jazznrhythm.com noch gerne gepflegt wird. Sie holzen und bolzen sich durch 12 Titel als hätten sie vorgehabt einen Stapel Singles rauszuschmeissen. Immer den Fuß auf dem Gas, akzentuierte Gitarrenintros, die sich auf „Hey!“ Und „All right“ etwas zusammen reimen. Passt locker zwischen Bubble-Gum-Bildchen und schreiende Poster. 

Die Real Turds beziehen sich dabei auf die Götter der Bewegung , haben die richtig Vokabeln zusammen gemischt, die Regler an den Anschlag gedreht und gnadenlos alles malträtiert, was an Instrumenten im Proberaum rumlag. Das klingt dann entsprechend ungehemmt nach der Geburtsstunde des Beats, stammt aber aus den Gefilden Karlsruhes im Jahre 2006.

Mag der Titel provokant sein, das Cover nicht durch die Zensur kommen, doch die Produktion ist so sauber, dass die Ohren klingeln dürfen. Wenn ihr das Ding findet, dann dürft ihr es euch ruhig gönnen. Die Schweineorgel schwelgt auch noch schön unter dem aufgeregten Chorgesang z.B. wenn die Jungs von den „Girls“ schwärmen. Für die nächste Fete mit dem richtigen Rückblick auf jeden Fall eine nette Sache, die dem Pogo die Würze geben kann.

Das Artwork, in aller Auffälligkeit, ist von Ray Ahn, mitgewirkt hat damals: Jan Hecking, Patrick Bader, Reinhard Beck, Tex Dixigas (himself) und Tobias Graf Carl.