Der Spieler – Teil 24

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der vierundzwanzigste Teil, in dem es so ganz, ganz langsam beginnt sich zu lichten.Andreas Allgeyer, 14.02.2026
„Das ist unschätzbar.“
„Was soll das denn heißen? Das Ding muss doch ein Preis haben!“
„Ja, sicher, man kann einen Preis festlegen, aber es ist wie immer: Der Markt regelt! Wenn keiner den Preis zahlen kann, dann ist er nicht erreichbar. Wenn keiner das Geld dafür hinlegen will, dann ist das Thema durch.“
„Wie bei einer Auktion..“
„Eine Auktion ist ein gutes Beispiel. Bei einer Auktion wird ein Preis genannt, der quasi fiktiv ist. Aber von Experten so angesetzt wird. Das ist ein probates Mittel um auf dem Markt einen richtigen Preis zu erzählen. So könnte es funktionieren, muss es aber nicht. Es kann auch ganz anders laufen. Ganz anders.“
Er holte tief Luft.
„Der Haken daran ist, dass es ein Tondokument ist. Ist es erstmal in der Welt, dann ist das Thema erledigt“
„Der Sammlermarkt bringt also mehr?“
„Nicht unbedingt. Es ist kompliziert . Vor allem in der heutigen Zeit. Du hattest es schon angesprochen. Theoretisch könnte jeder, der Zugriff auf das Internet hat, einen entsprechenden Fake konstruieren – verstehst du? Das heißt: So, in der rohesten Form, hat die Platte einen Sammlerwert, der wird nicht vergehen. Der ist aber abhängig davon, ob sich die richtigen Leute dafür interessieren
.
Anders, fernab von dieser Hardware, die der Tonträger an sich darstellt, gibt es die Musik, die Software. Wer die Platte hat, der könnte auch mit der reinen Software Gewinn machen. Das heißt, sie digitalisieren es. Um es auf Tonträger oder im Stream gewinnbringend einsetzen. Nach meinem Verständnis dürfte das rechtlich mittlerweile nicht mal ein Problem darstellen. Es könnte also zur Gelddruckmaschine werden, aber…“
„..aber?“
„Aber das wäre nur kurzfristig möglich. Nicht langfristig. Sobald diese Aufnahme irgendwo auftaucht, wäre sie überall erreichbar, tausendfach gefälscht und mit ihr würden noch viele seltsame Aufnahmen, die so tun, als wären sie aus der Zeit, auftauchen.“
„Was heißt das jetzt?“
„Zusammengefasst: Man muss sehr schnell einen Käufer finden. Vor allem einen vertrauensvollen, oder einen, der die Onlinestrukturen für sich ausnutzt. Das wäre jedoch nicht möglich für jemanden wie diesem Mike.“
„Sage ich doch. Sagt jeder. Das drängt sich doch auf. Ein Stricher klaut das Ding nicht. Never. Niemals“
„Doch, er klaut es, hat es ja getan. Es ging ihm ja nur um die Platte. Um nichts anderes.“
„Ich verstehe nicht, auf was du hinauswillst.“
„Das Bild muss größer sein. Ich ging alles nochmal durch, nachdem du gegangen bist. Wer wusste von der Platte?“
„Und?“
„Ich glaube, er hat die Platte geklaut, aber in einem Auftrag gehandelt.“
„Was daraufhin deuten würde, weil er jetzt nicht mehr plaudern kann. Und auch der Polizist davon gesprochen hat, dass es größer ist. – Allein das hilft mir noch nicht. Das ist die Sackgasse, vor der ich stehe. Wer war das mit dem Backstein? Der Junge? Das ergibt doch keinen Sinn. Würde ja bedeuten, er wäre zurück gekommen.
In seiner Welt kommt man aber nicht an Tatorte zurück und bedroht Mitwisser.“ Ich merkte wie die Erregung die Kontrolle übernahm.
„In einer anderen Welt, die mir wesentlich mehr Angst macht, bedroht man Mitwisser. Deswegen erzähle mir alles, Cörd! Jetzt!“