Der Spieler – Teil 32

Der Spieler – Teil 32

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der zweiundreißigste Teil, in dem jetzt aber mal Klartext gesprochen wird . Jawohl, geht ja nicht anders.

Andreas Allgeyer, 23.02.2026

Das Übliche zuerst. Bevor mein Gegenüber zu Atem kam und etwas sagen konnte, hielt ich ihm die Waffe vor die Nase. 

„Umdrehen! Rein!“

Er blickte mich erschrocken an, weitete die Augen und wollte wohl etwas sagen. Bemerkte dann Cörd. Die Ratlosigkeit, die ihn erfasste, war spürbar. Aber er dreht sich um. Ging brav wieder rein. Ich folgte ihm, und Cörd mir. Der vor sich hin plapperte. Ich achtete nicht darauf.

War ein Grundrauschen. Fand hinter mir statt. Etwas pochte an meine Schläfen. Mein Kopf wollte platzen. Wenn jetzt etwas schief lief, ja, dann wußte ich auch nicht weiter.

Wir ging durch einen Hausflur, in dem wir den Mercedes hätten parken können. An den Wänden irgendwas, das man wohl Kunst nannte, aber wahrscheinlich von einem Dreijährigen vor dem Frühstück fabriziert wurde.

Wir betraten ein Wohnzimmer, das karg möbliert war, aber genau deswegen so edel wie eine Hotel-Lounge wirkte. Vor uns eine Fensterfront, die den Blick auf unbebautes Stück Wald eröffnete. Wenn man wollte, dann wähnte man sich in Kanada. Oder an einem anderen verwunschenen Ort.

Er war ein untersetzter Mann, in einem Satin-Schlafanzug mit Van Goghs-Sonnenblumen bedruckt. In diesem Aufzug wirkte er in dem Tanzsaal genauso fremd wie Cörd und ich. Wir wirkten wahrscheinlich eher wie Hafenarbeiter auf Montage. 

Um uns herum standen ein paar zufällig verstreute Ledersessel, Glastische, Boxen, die so kugelig waren, dass sie nur teuer sein konnten. Sowie eine Stereoanlage, wie man sie heute nur noch in Museen und bei kostspieligen Barbieren sah.

„Das geht schief!“ Meinte er. Mit einer Stimme, die um ein vielfaches jugendlicher klang, als sein Antlitz wirkte. 

Er war sichtlich schockiert, aber bemühte sich, die Fassung zu bewahren. Ich tippte darauf, dass das Leben als Richter auch nicht so einfach war. Insofern dürfte er einiges gewohnt sein.

Cörd hatte sich vor das Fenster gestellt, wollte unbeteiligt wirken und Abstand zu mir wahren.

„Es tut mir leid.“ Murmelte er.

„Was soll das heißen, Kurt?“

„Ich sagte, es tut mir leid.“

Er nannte ihn Kurt. Kaum zu glauben, was sie schon miteinander angestellt hatten. Wahrscheinlich kannte er einige von Cörds Geheimnissen, die selbst mir noch verschlossen waren. Aber er nannte ihn Kurt. Für einen Moment war ich irritiert. Hielt die Waffe fest umschlossen und auf ihn gerichtet.

Er wandte sich wieder mir zu. 

„Die Waffe ist nicht entsichert. Sie müssen sie…“

„Ich kann die Scheiße auch aus dir raus prügeln, du Wicht!“ Brüllte ich ihn an. Keine Chance geben. Das Heft immer in der Hand behalten. Direkt und geradeaus zum Höhepunkt.

Cörd zuckte zusammen.

„Klaus!“

„Nix Klaus. Ich mache ihn zu einem Klumpen, den seine Frau nicht mehr erkennt.“

Der Richter sah zu Cörd, dann wieder zu mir.

„Sie sehen beide ziemlich beschissen aus.“

„Danke“ sagte Cörd.

„Das geht ihnen gleich genauso.“ Meinte ich.

Cörd wand sich von dem Fenster ab, liess Wald Wald sein, und ging auf Blumscheid zu.“Wir sind hier, weil wir Antworten brauchen. Es wird dir nichts geschehen, wenn wir die Antworten bekommen. Dann sind wir wieder weg..“

„Vielleicht!“ Warf ich ein. Ich mochte das überhaupt nicht, das Cörd jetzt das Heft in die Hand nahm. So war das nicht geplant.

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