Der Spieler – Teil 33

Der Spieler – Teil 33

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der dreiunddreißigste Teil, und es wird jetzt einfach Zeit zu improvisieren. Verfahren. Verfahren. Wer hätte das geahnt.

Andreas Allgeyer, 24.02.2026

„Sie wissen, wo sie hier sind?“

„Name steht an der Tür!“ Behauptete ich.

„Eben nicht. Jede Minute kann die Polizei hier auftauchen.“

„Was soll das?“

„Ich habe keine Ahnung, mit welchen Vorstellungen, sie hier her kamen.“ Er wuchs sichtlich über sich hinaus. Er wurde geradezu größer, als stünde er auf Zehenspitzen. „Ich bin einer der obersten Richter in diesem Land. Keine Ahnung, was in ihrem Kopf vorgeht. Je nach Bedrohungslage wird die Überwachung hoch- oder runtergefahren. Aktuell scheint die Bedrohungslage so hoch zu sein, dass sie hier kaum wieder rauskommen. Von den Kameras ganz zu schweigen.“

„Welche Kameras?“ Ich war verwundert. Ich schwöre, ich hatte keine gesehen.

„Wie naiv sind sie eigentlich? Natürlich gibt es hier Kameras.“

„Natürlich!“ Murmelte Cörd.

Ich sah mich um, aber konnte bei besten Willen keine erkennen.

„Hier?“

„Nein, draußen.“

„Müsste da nicht ein Schild stehen?“

„Die Rechtslage erlaubt, dass ich mein Privatgrundstück überwache, wie es mir beliebt.“

„Aber doch nicht den Bereich, der öffentlich frequentiert wird!“ 

„Sie wollen sich jetzt nicht mit mir darüber streiten, oder? Wie gesagt, sie haben keine Chance.“

„Verdammt, dann löschen sie den Kram!“

„Oder was? Was denken, sie wo der..Kram ist? Natürlich sind hier keine Aufnahmen, die sie löschen können. Und natürlich würde jeder Versuch, in das System einzugreifen, einen Alarm auslösen.“

„Natürlich!“ Murmelte Cörd wieder und konzentrierte sich offensichtlich auf die Aussicht. 

In mir begann das Blut zu kochen. Vielleicht war ich zu müde, zu zerschlagen oder einfach nicht ganz bei mir. Es lief alles falsch. 

„Ja, Kurt!“ Wand er sich nun wieder an Cörd. Ich hasste schon dieses „Kurt“. Ich hasste aber auch die ganze Situation. Vor allem aber, dass sich Cörd nicht von dem Wald abwenden konnte.

„Wir nehmen ihn mit!“ Rief ich Cörd zu. „Der muss mit. Das ist zu heiß hier.“

„Sie sind verrückt, ich gehe selbstverständlich nirgendwo mit ihnen hin!“

„Deine Meinung interessiert hier niemanden. Du hast keine Verhandlungsbasis. Und ich die Waffe!“ Ich hielt ihm das Stück Eisen direkt vor die Stirn.

„Wie gesagt, sie ist nicht ent..“

„..sichert“ ergänzte ich. „Riskieren sie es. Riskieren sie, was immer sie vorhaben. Ich bin gespannt, wie sie danach darüber urteilen. Los!“

„Verdammt, sie wissen doch gar nicht, wie man damit umgeht.“

„Machen sie ruhig so weiter. Los. Machen sie.“ Ich würde ihm das Ding über den Schädel ziehen. Dachte ich. Tausendmal gesehen. Der Kleine hatte keine Chance. 

„Da kommt jemand!“ Cörd sah fasziniert auf den Wald. Ich folgte seinem Blick, konnte aber nichts erkennen. Tannenwald. Und davor ein paar Laubeichen. An denen schon im Mittelalter Leute aufgeknüpft wurden. Stämme, hinter denen man sich grüppchenweise verstecken konnte. Sah aus, wie die Kulisse eines Märchenstücks. 

Eine Bewegung zeichnet sich ab. Etwas gelbes stakste durch Reisig und Moos. Gab sich sichtlich Mühe, das unbeschadet zu überstehen. Besuchte augenscheinlich nicht oft einen Wald. Ungeübt. 

Ich hielt die Waffe immer noch auf Blumscheids Stirn gerichtet, aber mein Blick blieb auf dieser Person, die sich aus dem Etwas schälte, haften. Er sah aus, als wäre er aus der Tour de France gepurzelt. Gelber Helm, ein ebenso grelles T-Shirt, und Beinbekleidung, die den Körper mehr entblösste als bekleidete. Er kam direkt auf die Veranda zu. Den Blick immer nach unten gerichtet, als wollte er nicht in Maulwurfshügel treten. 

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