Der Spieler – Teil 21

Der Spieler – Teil 21

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der einundzwanzigste Teil, in dem es um Waffen geht und allsowas.

Andreas Allgeyer, 12.02.2026

Sie ließen so plötzlich von uns ab, wie es begonnen hatte. Ohne Erklärung rannten sie davon, verflüchtigten sich in die Nacht wie Schatten, die sie waren. Ich heulte, mein Magen war eine einzige Wunde, die Schmerzen fraßen sich unter die Schädeldecke. Vorsichtig bewegte ich mich auf den Unbekannten, der das Sprechen übernehmen wollte, zu. Er lag unweit von mir, an einen Stein gelehnt. Sein Atem ging stoßweise, aus seinem Mund tropfte eine dunkle Flüssigkeit. Seine Worte gluckerten mehr.

„Sie müssen Hilfe rufen!“

„Ich habe kein Handy..“

„Nehmen Sie meines. Brusttasche!“

Ich beugte mich über ihn. Tastete seinen Oberkörper ab. Etwas hartes, schweres in Brusthöhe..

„Rechts!“

„Sie haben eine Waffe!“

„Ja!“

„Warum haben sie die nicht gezogen?“

„Ach,..“ er versuchte abzuwinken.

Ich öffnete seinen Mantel. Suchte die Waffe, griff nach ihr.

Er wollte protestieren. Versuchte die Hand zu heben. Ich schob sie beiseite, nahm die Waffe an mich. Sie wog schwer in meiner Hand. 

„Sie dürfen nicht..“

Ich schüttelte den Kopf. Suchte das Handy, fand es und zog es hervor. 

„Es ist gesperrt.“

„Gesicht“

Ich hielt es ihm vor die Augen, und rief den Notruf.  Ich überlegte kurz, ob ich es an mich nehmen sollte, aber verwarf den Gedanken wieder. Zu gefährlich. Cörd hatte recht, ich sollte mich daran halten. Wenigsten in den grundsätzlichen Punkten musste ich ihm zustimmen. 

Ohne Plan ergeben Regeln vielleicht einen Sinn.

Er versucht sich abzustützen. Es gelang ihm nicht. Er sank einfach wieder zurück. 

„Das mit der Waffe wird nicht funktionieren . Ich muss sie als gestohlen melden.“

„Umso besser.“

„Es wäre hilfreicher, wenn sie hier lassen würden..“

„Nein!“

„Die Untersuchungen werden mich von allen weiteren Vorgängen ausschließen. Sie haben keine Ahnung. Sie werden alleine sein!“

„Da haben sie recht, das bin ich schon jetzt. Sie sind mir bisher keine Hilfe gewesen.“

Er stöhnte.Vorsichtig versuchte ich ihn in eine bessere Position zu schieben.

„Der Krankenwagen ist unterwegs. Sie sollten gleich da sein.“

„Hm..ich wollte ihnen etwas sagen, Herr Bongels. Deswegen…“

„Was?“

„Ich gehe davon aus,“ Er atmete schwer, schluckte.“..ich bin anderer Meinung als meine Kollegen. Ich denke, sie waren es nicht.“ Holte Luft. „..aber.“ Schluckte, hustete, holte Luft. Röchelte.

„Aber?“

„Das ist größer. Um einiges.“ Brach ab. Schloss kurz die Augen.

„Hey, von was reden sie.“

„Reiner Wein. Ganz offen. Seien sie ein Lockvogel. Bleiben sie dran, schrecken sie sie auf. Aber seien sie vorsichtig.“ Ich hörte ein Lachen in der Ferne. 

Wo blieb der Rettungswagen?

Sein Kopf wankte hin und her. Ich leuchtet ihn mit dem Handy an. Es lag nun an mir, die Situation zu verdeutlichen und ihn mit den Folgen zu konfrontieren. Ich konnte hier unmöglich bleiben.

„Ich werde gehen müssen. Die werden nur mit der Polizei hier rein kommen. Das kann ich mir nicht leisten. Ich muss verschwinden.“

„Sie können nicht…“

„Ich muss. Das Handy lasse ich ihnen selbstverständlich da. Können sie den Notruf aktiv drücken? Es hat doch einen Notruf?“

„Ja, aber ich dachte, sie hätten schon..“

„Habe ich, aber es ist besser, wenn sie ihre Position verdeutlichen können. Sie verstehen? Es ist stockdunkel, der Park ist geschlossen. Sie werden alle Mittel nutzen müssen.“

„Verstehe, aber seien sie nicht verrückt..“

„Ich will nicht mit ihnen streiten, aber ganz klar scheinen sie auch nicht zu sein. Sagen sie ihren Kollegen, die, die uns verprügelt haben, hätten ihre Waffe mit genommen. Lassen sie mich aus dem Spiel. Oder sie läge im See. Was immer ihnen einfällt, nur erwähnen sie mich nicht. Ich glaube, sie täten sich damit einen Gefallen.“

Er nickte schwach, spuckte, röchelte und nickte nochmal.

„Gut, ich bin weg.“ Ich drückte seine Hand nochmal auf das Handy. „Notruf wählen. Die finden sie sonst nicht.“ 

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