Ankündigung: Weeland im Tempel am 26.09.2025

Ankündigung: Weeland im Tempel am 26.09.2025

Weeland "The Soul Provisions "
Weeland „The Soul Provisions „

Bei Weeland denke ich immer, dass ich sie eigentlich schon genug gelobt haben müsste. Sind sie doch bei mir so präsent und fester Bestandteil in den Listen und auf dem Plattenteller, das sie schon zum familiären Sound zählen. Mit „Keep your light Shining“ haben sie es auf dem aktuellen Album «The Soul Provisions“ einen ausgeruhten Soulhit für die Jetztzeit kreiert, der Potential hat, sich eure Ohren einzuschmeicheln. Wenn er mit dem Werk von der Gruppe um Patrick Wieland nicht vertraut seid, dann wird es jetzt Zeit.

Auf der Recherche sind mir einige Veröffentlichungen begegnet, die auf eine lange Arbeit mit dem Sound andeuten. Heute wirkt es ausgeklügelt, ausgeruht und hochgradig abgestimmt. Eine Band, die einen ganz eigenen, schmeichelnden Soul anbietet, der seine Wurzeln ebenso im Acid Jazz, wie im Nu Soul hat. Reduziert, akzentuiert mit einer klaren Linie und vor allem, ausgesprochen gechillt und angenehm. Sehr authentisch, und swingend. Guter Stoff für schöne Abende.

Verteilt auf den Streaming- und in einigen Second Hand Plattformen lassen sich noch ein paar Veröffentlichungen erhaschen, die es alle wert sind und euch sehr ans Herz gelegt werden.

Ich rechne mit einem professionellen Abend, einem faszinierenden Sound und einer gut eingespielten Gruppe. Freue mich schon eine ganze Weile auf sie. Es stimmt einfach eine Menge: Gitarre, Vocals, ein zurückgelehntes Drumset und eine coole Produktion.

Sie sind noch eine Weile unterwegs, und wenn nicht im Tempel, dann gönnt sie euch anderswo:

  • 25. September 2025 – Hamburg, Nica Jazz Club
  • 26. September 2025 – Karlsruhe, Tempel
  • 2. Oktober 2025 – Laupheim, Kulturhaus
  • 3. Oktober 2025 – Ulm, Roxy
  • 4. Oktober 2025 – Stuttgart, Bix Jazzclub
  • 8. Oktober 2025 – Konstanz, Kulturladen
  • 9. Oktober 2025 – Bern (CH), Sous Soul
  • 10. Oktober 2025 – St. Gallen (CH), Hug’s Kurzeck
  • 11. Oktober 2025 – Friedrichshafen, Kulturhaus Caserne

Externe Links:

Tempel- https://www.kulturzentrum-tempel.de/

Weeland – https://www.weeland.de/

To Athena (Support Gina Été) im Tollhaus, Karlsruhe am 12.09.2025

To Athena (Support Gina Été) im Tollhaus, Karlsruhe am 12.09.2025

To Athena im Tollhaus, Karlsruhe am 12.09.2025
To Athena im Tollhaus, Karlsruhe am 12.09.2025

Was sofort bei To Athena auffällt, ist die Größe der Band und das klare Konzept. Als die komplette Gruppe die Bühne des kleinen Saals im Tollhauses betrat, wäre nicht mehr viel Platz für weitere MusikerInnen gewesen. Mit neun Bandmitglieder, alle gekleidet in schwarz-weiß,  brachte sie schon ein reichhaltiges und interessantes Instrumentarium mit sich. Bratsche, Geige, Harfe, Cello Bass, Gitarre, Schlagzeug und Keyboard. Und natürlich ihr Gesang. Da blieb Raum und Platz für vieles. 

Gina Été im Tollhaus, Karlsruhe am 12.09.2025
Gina Été im Tollhaus, Karlsruhe am 12.09.2025

Eingeleite und supported von Gina Été, einer jungen Künstlerin, die ebenso wie To Athena aus der Schweiz kommt, bewegte sich der Abend in einem Bereich, den man gerne experimentellen Pop nennen möchte. Gina Été bestritt als Solistin mit Geige und Keyboard die erste halbe Stunde des Abends. Zumeist ruhige, lyrische Songs, deren Stimmung und Interpretation von einer hohen Wandlungsfähigkeit in Dramatik und Spannung zeugten. Dabei wurde die Geige zum einleitenden Instrument, das im weiteren die Melodie gezupft unterstützte. Töne für Schweizer Bergseen, weite Landschaften, tiefe Einblicke und schlafende Fabelwesen. Auch wenn es irgendwann um den Abschied aus Köln ging.

In der Tendenz ruhig, im Aufbau immer der Spannung verpflichtet, leitete Gina Été charmant zu To Anthena über. Die sie dann, als Mitglied des kleinen Orchesters, mit ihrer Geige unterstützte. To Anthena ist ein auf den Punkt gebrachtes Projekt, dessen Ausgeklügeltheit Staunen macht. Die Professionalität des Auftritts paarte sich mit einer scheinbaren Leichtigkeit, dem das Publikum innerhalb der ersten Songs verfiel. 

Trotz des breit angelegten Backgrounds, des musikalischen Fundaments und der Leistung aller Musikerinnen, blieb dem Spiel mit Steigerung und Effekten, immer eine Eingängigkeit und Kunstfertigkeit gleichermaßen erhalten. In der Mischung aus schwyzerdütschem und englischem Material machte To Athena ihre Authentizität und Begeisterung zu einem wichtigen Bestandteil des Konzertes. Sprach ich von experimentellen Pop, ja, dann war das der Fluch ein Genre benennen zu wollen. Denn To Athena ist irgendwo in dem Bereich, in dem die großen Gesten des Chansons, die Dramatik des Pops und die Finesse der Kammermusik greifen kann. 

To Athena im Tollhaus, Karlsruhe am 12.09.2025
To Athena im Tollhaus, Karlsruhe am 12.09.2025

Den Luxus und das Gefühl MusikerInnen mit klassischen Instrumenten um sich zu scharen, um den Songs eine beeindruckende Ausdruckskraft zu verleihen, muss man loben. Waren es doch genau diese Sequenzen, die neben der gelungenen Lichtchoreographie, mit zu den nachhaltigsten gehörten.

In der Bewegung eine Diva, ausschweifend, groß angelegt und akzentuiert. Und im Gesang herausragend und mit einem weiten Spektrum in der Stimme beschenkt, das ihr vieles erlaubt. So war ihre Interpretationen der eigenen Songs raumgreifend, oder besser saalfüllend. In Tonart und Wirkung ausgesprochen überzeugend.  

Forderte sie ihr Publikum zum Chor auf, riss sie es mit einer Nonchalance hin, die zum Abschluss zu stehendem Applaus und zwei Zugaben führte. Sang sie, wurde sie stille, so schwieg man, um danach in Jubel auszubrechen. Ein Experiment, ganz ohne Begleitung, ohne Verstärkung zu singen, krönte den Abend und zeigte, das alles stimmte, aber es auch ganz leise geht. Und trotzdem funktioniert. 

Sandie Wollasch im Tollhaus am 11.09.2025

Sandie Wollasch im Tollhaus am 11.09.2025

Sandie Wollasch, Sandrine Neye, Sarah Lipfert im Tollhaus am 11.09.2025 mit dem Klaus Wagenleiter Trio
Sandie Wollasch, Sandrine Neye, Sarah Lipfert im Tollhaus am 11.09.2025 mit dem Klaus Wagenleiter Trio

Sandie Wollasch im Tollhaus ist quasi ein Heimspiel. Dafür aber nicht weniger spannend, vielschichtig und neu. „Woman’s Choice“, der Name der Konzertreihe und Titel des letzten Albums, ging in die zweite Runde. Präsentierte damit neue, aber auch altbekannte MitstreiterInnen.

Begleitet vom Klaus Wagenleiter Trio (Klaus Wagenleiter – Klavier, Deceball Badila am Bass und Guido Jöris am Schlagzeug) brachte sie geschätzte Kolleginnen mit auf die Bühne, die sowohl die Vielseitigkeit des Arrangements, aber auch ihren Sinn für feine Instrumentierung und gute Stimmen bewiesen. „Herzensmenschen“ waren ihr Wort für Sandrine Neye (Gesang), Sarah Lipfert (Gesang), sowie Michelle Labonte am Saxophon, Maria Stange an der Harfe und Anna Dorothea Mutterer an der Geige.

Tatsächlich war es eine Mischung aus Soul, Jazz und Blues, in der sich Sandie Wollasch gekonnt bewegt.  In die sich dann Elemente einfügten, die den Melodien eine leichte und klangvolle Einzigartigkeit verliehen. So war es zum Einen die Harmonie des Chores, der ihre kraftvolle Stimme unterstrich, die so facettenreich und akzentuiert verschiedene Stimmungen beschreibt. Aber zum Anderen offenbarte sich  geraden in den Duetten mit Sandrine Neye und Sarah Lipfert, wie bunt und reichhaltig man mit ihren Songs umgehen kann.

Kam dann noch das kraftvolle Saxophone von Michelle Labonte hinzu, dann war es ein sattes, kraftvolles Ereignis, das mitriss, das Publikum sichtlich bewegte, und dem Soul eine gebührende Plattform bot. 

Sandie Wollaschs Souveränität, ihr Charme und die Natürlichkeit ihrer Bühnenpräsenz führten durch ein Programm. Es hat sowohl Wiederholungen, aber auch noch weitere Bühnen verdient. 

Das Zusammenspiel mit dem Klaus Wagenleiter Trio kann nicht genug gelobt werden. Das war – wie immer –  schon leicht, unglaublich geübt, als freundschaftlich und verbunden erkennbar. Doch im Gleichklang, und Dialog mit der Harfe von Maria Stange bekam es eine traumhafte Farbigkeit, die nicht nur bereicherte – man will sie sich nicht mehr wegdenken. Gehört dazu. In all der Schönheit. 

Sandie Wollasch ist ein begabte Songwriterin, der die Erfahrung aus anderen Projekten anzumerken ist. Sie schafft es mühlos Genregrenzen verschwimmen zu lassen, und innerhalb ihres Konzertes ein Niveau zu halten, dass sich im minimalen, akzentuierten Sound ebenso wohlfühlt, wie im Volumen einer Big Band. Waren alle auf der Bühne, der Chor (Sandrine und Sarah) verstärkt durch Guido Jöris, und neben Harfe und Saxophon noch die Geigerin Anna Dorothea Mutterer, dann bekam man eine Ahnung davon, dass viel Können, aber auch viele Möglichkeiten vorhanden sind. 

Ihren Mitstreiterinnen ließ sie Raum ihr Können zu zeigen. Nicht nur, dass sie im Dialog mit den Stimmen von Sandrine Neye und Sarah Lipfert, deren Qualitäten aufzeigte, auch Anna Dorothea Mutterer offenbarte an der Geige ein überraschendes Talent, das man sich unbedingt – wie alle Namen, die auftraten – merken muss. Qualitativ großartige Künstlerinnen präsentierten sich damit in einem gemeinsamen Format, das nach der Sommerpause des Tollhauses, ein gelungener Einstieg in die neue Saison war.

Das 10te Atoll Festival im Tollhaus vom 18-28. September 2025: Ein Fest mit 9 Nationen

Das 10te Atoll Festival im Tollhaus vom 18-28. September 2025: Ein Fest mit 9 Nationen

Bernd Belschner und Stefan Schönfeld auf der Pressekonferenz zum Atoll im Tollhaus am 09.09.2025
Bernd Belschner und Stefan Schönfeld auf der Pressekonferenz zu Atoll-Festival im Tollhaus am 09.09.2025

Unter dem Motto „Cirque Ahead“ präsentiert das Tollhaus sein 10. Atoll Festival. Was einst, 2016, an einem einzigen Wochenende über die Bühnen ging, ist nun eine wichtigsten Veranstaltungsreihen des Tollhauses. Jährlich wiederholt zeigt es das variantenreiche Spektrum des zeitgenössischen Zirkus weltweit.

Die Gäste sind illustren, die Themen fast unbegrenzt und als Publikum ist sowohl jung, wie auch alt anvisiert. Die Geschichte des Tollhauses offenbart schon immer eine Nähe zum Zirkus. Was bereits 1990 mit einer französischen Truppe begann, bietet auch dieses Mal innerhalb des diesjährigen Atoll-Festival einen krönenden Abschluss. In „En attend le grand soir“ von Cie Le Doux Supplice werden die Grenzen zwischen der reinen Aufführung und einem Ball verschwimmen, so dass auch das Publikum aufgefordert sein wird, an einem rauschenden Fest teil zu nehmen.

Hier offenbart sich, dass das Thema soviel mehr einschließt, auch Streetart, Akrobatik und Artverwandtes. Das Spektrum ist weit und offen. In rund 50 Vorstellungen präsentiert das Tollhaus innerhalb von 10 Tagen, vor allem unter der Mitwirkung und Kuration von Bernd Belschner und Regisseur Stefan Schönfeld eine Vielfalt, die auch innerhalb Deutschlands relativ einmalig ist. Dabei sind Premieren, Außergewöhnliches und eben jene Anteile, die den Rahmen des Zirkus sprengen mögen.

Zirkus haftet von jeher etwas Poetisches, Traumhaftes an. Nicht immer ist alles erklärbar, manches bleibt ein Rätsel, vieles soll es aber auch für immer bleiben. 

Neun Nationen sind zu Gast, darunter auch die Schweiz, Frankreich und Finland. Um nur einige zu nennen. Die Schweiz hat sich in den letzten Jahren bei der Förderung des Zirkus besonders hervorgetan. Es zeigt sich, dass öffentliche Förderung, wenn sie etabliert und verlässlich erfolgt, die kreative Szene erfrischend belebt. Dieses Jahr vertreten unter anderem folgende Gruppen den südlichen Nachbarn: Circus Fahraway mit dem Stück „Elefant“ und die Compagnie Most mit „Lab Rats“.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang vor allem auch Cie Enz, die mit „Bistro“ den ersten offiziellen Kindertag des Atoll-Festivals bereichern. Der Kindertag ist eine neue Veranstaltung, die sich innerhalb des Festivals an das jüngste Publikum richtet. Am 21. September, also in der Mitte des Festivals, sind Kinder die geladenen Gäste, haben freien Eintritt und dürfen ein, auf sie zugeschnittes Programm, erleben. Mitmachaktionen zum Basteln, Spielen, Gestalten, aber auch für Akrobatik, stellen das Rahmenprogramm dar.

Ein besonderes Highlight für Allerkleinsten stellt das Stück „Be Kind“, das das Emilie Weisse Circustheater aufführt. Speziell für einen Publikumskreis aus der Altersgruppe zwischen 6 und 18 Monaten, benötigt es für die Teilnahme allerdings – wegen dem begrenzten Platz – eine Voranmeldung.

Hervorzuheben ist auch die Aufführung „Essence“ von der Gruppe Urbanatix. Aus dem Ruhrgebiet stammend, bieten sie eine wagemutig Ausweitung hin zur Streetart. Eine Verbindung aus Parcour, Hip Hop und Theaterelementen in einer dysotopischen Welt.

Das Atoll ist eine Wiederbegegnung mit beliebten KünstlerInnen der vergangenen Jahren. Es zeichnet das Festival aus, dass es zu einem markanten Punkt in der künstlerischen Landschaft wurde. Damit auch immer wieder der Anziehungspunkt für die verschiedensten Gruppierungen aus der internationalen Akrobatenszene. 

Um die Finanzierung des Festivals aufrecht zu halten, ist das Tollhaus mehr als je zuvor auf das eigene Einfallsreichtum, aber auch auf Finanzierungsformen durch SponsorInnen und SpenderInnen angewiesen. So gibt es dieses Jahr, neben dem beliebten Atoll-Bier, drei verschiedene Limonaden exklusiv zum Festival mit einem entsprechenden Label. 

Das Atoll-Festival finanziert sich damit zu einem Drittel über die Eintrittsgelder, zu einem weiteren über die Zuschüsse, die leider tendenziell eher weniger als stabil werden, und ein weiteres Drittel sind die Anteile, die durch private Geldgeber dazu gewonnen werden. Wie bei allen Kulturveranstaltungen in diesen Tagen wird auch hier vermehrt auf die Mithilfe durch private Zuwendungen gebaut. So gibt es für die Spenderinnen, unabhängig von der Höhe es Betrages, ein SpenderInnen-Bändchen, das einem Festivalbändchen gleicht. 

Nicht alle Schwerpunkte konnten hier aufgeführt werden, daher noch ein paar Tipps für den Notizzettel:

Es gibt Veranstaltungen für den schmalen Geldbeutel, die sich trotzdem lohnen. 10 Euro für 

Post uit Hessdalen „Ballroom“ , immer im Abschluss des Tages, sowie Kunststück, ein artistischer Rundgang. Am 27. und 28. September.

Bei Theresa Kuhn „Oblik“ und ZirkusOn Work in Progress ist der Eintritt frei. Achtung: Bei ZirkusOn ist eine Reservierung notwendig!

Kinder zahlen, wie bei Schülerinnen und Studierende bis 27 Jahren nur den halben Preis. Das gilt allerdings nicht für 10 Euro-Tickets.

Mehr erfahrt Ihr direkt beim Tollhaus im alten Schlachthof

Externer Link: https://www.atoll-festival.de