Das Erste was auffällt: Köln ist anders. Ist man es gewohnt mal locker leine halbe Stunde vor dem Einlass zu erscheinen, so steht mann der Schlange des E-Werks schon tapfer eine Stunde zuvor. Es stürmte, die Absperrung flatterte, und schon der ganze Tag fühlte sich nach Winter an. Über die Stadt rauschte eine kalte Brise.
Es gibt diese bekannten Drei-Städte-Tourneen. Eher gedacht als Promotion als tatsächlich Tour besuchen viele angloamerikanischen KünstlerInnen gerade mal Berlin, Köln und München.
Karlsruhe, Mannheim, der komplette Rhein-Neckar-Raum bleibt da außen vor.
Larkin Poe kamen nach Köln. Geschätzte 100 Meter schlängelten sich die Menschen am E-Werk entlang. Das E-Werk liegt etwas abseits, am Rande von Mühlheim. In einem sich wandelnden Industriegebiet ist es eine der kulturellen Inseln, die versprechen, dass dieser Stadtteil Potential hat und Entwicklung zeigt. Geht seit einigen Jahren so, große Acts landen hier.
Tom Odell schon vor einiger Zeit in genau dieser Location gesehen. Mit Empore und einer großen Bühne gleicht es von Ausstattung und Größe z.B. dem Rockefeller in Oslo.
Die Schwestern Rebecca und Megan Lovell sind so etwas wie die junge Hoffnung im Blues. Im Southern Rock angesiedelt, beherrschen sie die Gangart des stampfenden Blues, die knackigen Solis und traditionellen Spielweisen. Generationsübergreifend. So setzte sich dann auch das Publikum zusammen. Alle Altersklassen warteten vor der Halle.
Kann man vereinfacht sagen: Authentizität und Engagement auf den Sozialen Medien bringen Larkin Poe gleichermaßen voran.
Son Little im E-Werk, Köln, 26.10.2025
Zuvor jedoch Son Little.Son Little, eigentlich Aaron Earl Livingston, hat die Stimme, den Soul und die Ruhe den Blues in eine gemeinsame Mixture in Richtung Jazz zu führen. Vorgetragen mit der Verständnis für den klassischen Sound, wie ihn die großen Stimmen vor ihm geprägt hatten, gab er dem Blues eine Retro-Note und den Stoß zu einer Reise in die Besten aller Zeiten.
Begleitet von einem Keyboard, das den bekannten Klang zwischen der Wanderung in die Gefilden des Rock, aber auch die Tiefe in den Bars und Tanzcafes prägte. Dabei formte er aus aus der Wärme seines Vortrags eine schmeichelnde Basis für eine Art Geschichte, von der man sich nur allzu gerne verführen ließ.
Son Little ist einer jener ruhigen Songwriter, die den Wurzeln verpflichtet sind. Machen aus dem, was sie – und wir – kennen, etwas Neues, sehr eigenständiges.
Sein Vortrag machte Staunen, seine Spielweise, unterstützt nur von Drums und Keyboard, zitierte leichtfüssig die Geschichte. Ohne seine Unverkennbarkeit zu verlieren.
Eine jener Vorbands, die man nicht missen möchte,. Dann als Entdeckung mit sich rumträgt . Von der man gerne berichtet. Tauglich. Gesucht, auf das er mal eigene Konzerte gibt.
Larkin Poe hatten mit Son Little einen guten Geschmack und eine gute Auswahl bewiesen. Die beiden Schwestern machen Südstaat Rock’n Roll. Tief im Blues verwurzelt. In der Stimmung immer nahe am Sumpf und dem klaren Spiel ihrer Gitarren verpflichtet.
Die Posen gut gewählt, die Riffs gekonnt angerissen, nahmen sie Bühne im Sturm. Zwar sind Rebecca und Megan die Frontfrauen, halten mit E- und Lap-Steelguitar das Ding am Laufen, aber begleitet wurden sie von einem Keyboarder, einer Bassgitarre, sowie dem unverzichtbaren Schlagzeug.
Der Sound satt, fett und gut geformte, präsentierte sie in gewohnter Qualität. Nahe am Album, von Improvisationen und Solis geprägt. Nichts wurde vermisst.
Das letzte Album „Bloom“ strotzte vor Selbstsicherheit. Dem frechen, Verständnis , sowie einer Kraft, die sich aus dem 15 jährigen Weg dahin ergab.
Einflüsse aus den verschiedensten Spielarten des Americana ( Bluegrass, Country und Country-Swing ) zeigten sich dann auch in einem ausgedehnten Akustik-Set, das mit Mandoline, Banjo und Megans Steelguitare eine der Höhepunkte darstellte.
Weit weg vom Blues, eher in den Appalachen angesiedelt, präsentierten sie ihre Herkunft, die Wurzeln ihres Spiel und einen Chorgesang, wie man ihn im Umfeld von Nashville kennt.
Larkin Poe sind die Erben und Wegbereiter eines Bluesrock, der stampfend seine Herkunft in den Südstaaten ausspielt, aber alles mitnimmt, was in den letzten 50 Jahren passierten. Alles aufbereitet. Eine neue, unverkennbare Färbung einfließen lässt. Angerichtet und vorgetragen mit einem Lächeln und einer bestimmenden weiblichen Note.
Das Album „Bloom“ stellt den Höhepunkt einer langer Entwicklung dar. Vor einer geblümten, mit Pflanzen geschmückten Bühne, präsentierten sie ein rundes, rockiges Konzept, das stimmig mit den Klischees spielte, die Eckpunkte festlegte und mit einem Lächeln lässig präsentiert wurde. „Larkin Poe“ spielen einen sauberen, geraden Blues, der das Publikum mitnahm, den Rock’n’Roll feierte und den Süden in den Winter holte. Mehr als genug für einen gelungenen Abend.
Jupiter Flynn und Phil Adam im NUN, Kulturraum. am 26.10.2025
Das NUN hat eine sympathische Sonderstellung in Karlsruhe. Tatsächlich vermisse ich die Atmosphäre, Ruhe und kleinen Konzerte, wenn es längere Zeit Terminüberschneidungen mit anderen Events gab.
Und ich es zu selten besuchen konnte.
Scheint nicht nur mir so zu gehen. Auch Jupiter Flynn trat wiederholt im NUN auf. Voll des Lobes für das Team, die Gestaltung und den Abend.
Jupiter Flynn ist eine junge Songwriterin, deren Biografie mit den verschiedensten Orten gespickt ist – geboren in Amsterdam, aber dann taucht auch noch Tokio, Sydney, New York und Frankfurt auf. Und natürlich Berlin für das Debüt-Album „Moon“ (produziert von Pola Roy, dem Schlagzeuger von „Wir sind Helden“). So bunt und so farbig diese Eckdaten klingen, so ruhig, zurückhaltend und angenehm präsentierte sich die Künstlerin.
Jupiter Flynns Songs sind kleine Erzählungen, die scheinbar aus dem Alltag, dem Gewöhnlichen die Essenz herausbrechen, den Gefühlen einen Raum geben und einen Ausdruck verleihen.
Immer verbunden mit einer Einleitung, begleitet von der E-Gitarre Phil Adams, spielen ihre Songs in der Zeit und der Welt der Datings, enttäuschten Beziehungen, glücklichen Verbindungen und allem, was dazwischen liegt.
Im Gesang dem Pop zugewandt, der Leichtigkeit englischer Kompositionen folgenden, trug sie zur akustischen Gitarre ihr Set fast unpluggend vor. Wären da nicht die akzentuierten rockigen Anklänge von Phil, die vo allem durch ihr klares Spiel überzeugten.
Nichts sonst war notwendig, auch wenn ihre Songs auf den Veröffentlichungen (Auch auf Music-Casstte ! ) von einer Band begleitet werden.
Jupiter Flynn bewegt sich mit ihren Songs in den Fußstapfen großer Namen, nimmt sich Zeit und Muse für die Rückbesinnung, dem Fazit und der Betrachtungen. Songs, die sich einschleichen, wenn man gar nicht mehr damit rechnet, und in ihrer Stille auf ein lauschendes Publikum trafen.
Im Nachhallen zeichnet sich ab, dass ihre manchmal fast spröd-anrührenden Songs in der Enttäuschung und Wut über rätselhafte Beziehungen und deren Ende, manchmal die energiereichsten und farbigsten Werke sind.
Die Zugabe, ein wenig früher als geplant ohne Verstärkung, innerhalb des Publikums, während dieses im Chor mitsang, zeigte nicht nur die Sympathie, die ihr entgegen kam, aber vor allem die Kommunikation mit diesem. Beherrschte sie ohne Zweifel. Bescherte schöne Minuten.
Es ist das Kapital des NUN eine Atmosphäre zu schaffen, in der Raum bleibt für zurückhaltende, handwerklich reiche, aber in Ton und Ausführung ruhige Konzerte. Ein Platz, den Jupiter Flynn zum zweiten Mal zu nutzen wußte, und mit Stimme und Vortrag überzeugte. Sehen wir wieder. Sicher.
Die Black Sea Shipping Company am 24.10.2025 im Tempel
Gäbe es diesen Begriff Klezmer-Fusion, (und wäre Klezmer nicht sowieso eine Vermischung der wildesten Stile), dann möchte man die Black Sea Shipping Company eine Klezmer-Fusion-Band nennen. Aber Genres sind Schall und Rauch. Spätestens dann hinfällig, wenn eine Entwicklung stattfindet.
Die Black Sea Shipping Company spielte im Tempel. Es muss die gut funktionierende Mundpropaganda sein, die aus dem Gemisch aus Social-Media, Tagespresse und Newsletter entstanden ist, die der Band mittlerweile eine stabile Publikums-Basis verschafft.
Mit einer Melange, die einiges verbindet – vor allem aber Rhythmen aus dem Balkan, jüdische Musik und Stücke aus dem Französischen – führt die Black Sea Shipping Company die Tanzenden in Songwelten, die viel zitiere und sich an manches anlehnen.
Der Tempel, alle Stühle beiseite geräumt, die Fläche frei, bot damit den richtigen Ort zur richtigen Zeit.
Das war eine ganze Menge Swing, eine Verwandtschaft zum Ska und das raue Spiel des Delta-Blues. Der Einfluss ganz unterschiedlicher Richtungen mag auch aus der Instrumentierung folgen. So ist die Band, ausgestattet mit Geige, Saxophone (aber auch Klarinette und Querflöte), sowie Bass und Banjo, und Gitarre, – nicht zu vergessen – Drums, vielseitig und in manchen Genres zu Hause.
Alles einend bleibt Klezmer das grundlegende Element. Doch wie schon erwähnt: Klezmer ist eine sich wandelnde Richtung, immer auf der Reise, immer Wirrungen, Reisen und den unterschiedlichsten Strömungen ausgesetzt.
Im Tempel zeigte sich die Black Sea Shipping Company in einem wachsenden Selbstbewusstsein. Stilsicher im Repertoire konnte sie daher auch charmant damit umgehen, dass der Steg des Kontrabass mit einem Schlag plötzlich umkippte, eine Pause nötig war, aber kurz darauf nahtlos die Stimmung gehalten wurde.
Es ist ein Wiedersehen und ein Treffen. Lauschte man den Anwesenden, so folgen sie ihnen durch die Veranstaltungsorte von Konzert zu Konzert, kannte sie von jenem Abend und tauschten Anekdoten von einem Anderen.
In Struktur und Zusammensetzung waren die Besuchenden ähnlich vielschichtig wie die Zusammenstellung der Songs. Jung, Alt, bunt gemischt, begeistert vom Walzer, verliebt in den Swing, ausgelassen bei den rockigen Ausflügen, und offen für alles was auf der Bühne passierte.
Die Black Sea Shipping Company befindet sich auf ihrem guten Weg zu expandieren und weitere Gewässer und Binnenhäfen zu erobern. Man darf gespannt sein.
Am 10. Januar 2026 treten die Black Sea Shipping Company mit Dobranotch im KOHI, Karlsruhe auf !
Am 15.Oktober 2025 wurde jazznrhythm.com in der aktuellen Version 1 Jahr alt. Tatsächlich jedoch gibt es die Domain allerdings schon viel länger. Der richtige Zeitpunkt also, ein bißchen etwas darüber zu erzählen.
In regelmäßigen Abständen frage ich die diversen Künstlichen Intelligenzen im Internet ab, was an der Seite fehlt oder verbessert werden könnte. Grundsätzlich sind die Antworten der KI, wie gewohnt, sehr wohlwollend und positiv, aber Kritik taucht ebenfalls auf: hinsichtlich der Menüstruktur, aber auch in die erkennbare Ausrichtung der Seite.
Was dann heißt: Die Menüstruktur sollte kleiner und übersichtlicher sein, und auf der Seite sollte sich – wenn möglich – mehr informationen über den Background und die Motivation finden.
Nach einem Jahr versuche ich nun eine Bilanz der Seite in der Form einer FAQ (Frequently Asked Questions – Häufig gestellte Fragen) aufzubereiten.
jazznrhythm.com wurde als Domain im Jahr 2002 registriert. Ist damit also fast 24 Jahre alt. Ursprünglich nutzte ich die Domain für eine Art Blog, der sich ziemlich ziellos um möglichst Popkulturelle Themen, hauptsächlich Musik, beschäftigte. Da ich Jazznrhythm auch gerne als Handle bzw. Pseudonym in den sozialen Medien benutzte, war es ein in der Form immer sehr stark mit mir verbunden und individuell geprägt.
Was bedeutet der Name Jazznrhythm ?
Der Name Jazznrhythm ist ein Kunstwort. Er setzt sich aus drei Wörter zusammen. Übernimmt damit eine Schreibweise, die es auch im Begriff „Rock’n’Roll“ oder „Rhythm’n’Blues“ gibt. „Jazz and Rhythm“ (Jazz und Rhythmus).
In der Deutung gehen die meisten Menschen davon aus, dass Jazz das vorherrschende Element auf der Seite ist. Das ist jedoch nicht beabsichtigt. Jazz ist eine Farbe und ein Stil, der sicherlich am meisten Freiheit und Möglichkeiten der Interpretation und Spielweise erlaubt.
Allerdings wollte ich, damals als ich den Namen wählte, einen Bezug zu Pop-Jazz, Acid Jazz und den ganzen Randerscheinungen aufzeigen. Da Acid-Jazz aber im Grunde keine wirkliche Richtung war, sondern eher eine Art Retro-Soul mit Jazz-Elementen (und vielen weiteren Verweisen) ist, ging es mir darum, ein möglichst breites Spektrum zu schaffen, dass es mir erlaubt alle Genres mit einzubinden.
Jazznrhythm steht also nicht (nur) für Jazz, sondern für alles, was möglich ist und in irgendeiner Weise rhythmisch ist.
Gab es außer der Webseite noch andere Aktivitäten mit dem Namen Jazznrhythm?
Das Internet vergisst nicht. Ja, es gab noch andere Aktivitäten. Einige Spuren sind noch zu finden. Unter dem Namen Jazznrhythm veröffentlichte ich einst auf Soundcloud gesampelte Musik, die wahrscheinlich von lediglich drei Leuten gehört wurde. Das Ganze basierte auf einigen Experimenten mit verschiedenen Tools und Tonsplitter, auf die ich mich mit Begeisterung stürzte.
Ich bin allerdings in Sachen Musik lediglich enthusiastischer Konsument. Ich spiele kein Instrument, mein Bezug zu Noten und der Musiktheorie ist nicht ausreichend genug, um daran etwas zu ändern, und ich glaube nicht mal, dass ich ein außergewöhnliches Gehör habe. Meistens stelle ich fest, dass ich mein Leben lang lernen werde und eigentlich nichts weiß.
laut.fm ermöglicht es, dass man einen Radiosender mit seiner Musik erstellt. Eine Zeitlang hat mich dieser Weg fasziniert, und ich habe dort im Zusammenhang mit jazznrhythm.com Playlists zusammengestellt, die rund um die Uhr liefen.
Das war verlockend interessant, aber nicht lange. laut.fm ist eine faszinierende Plattform mit einem verführerischen Konzept. Man kann dort sehr einfach Sparten-Sender erstellen, die darauf beruhen, dass man Songs hochlädt, in eine Bibliothek einfügt und nach einem Sendeplan abspielt.
Es war ein Experiment, ging nicht lange, und fand dabei nicht die Hörerschaft, die ich mir wünschte. Einige Adressen im Netz verweisen noch auf den Sender, aber er existiert nicht mehr.
Um es einfach auszudrücken: Ich schreibe sehr gerne, ich höre sehr gerne Musik. Das zu verbinden war das Ziel. Mein Musikgeschmack ist breit, oft kurios und in vielen Fällen in meiner Neugierde begründet. Manchmal bin ich auf einem Konzert, höre eine Platte und würde gerne anderen davon erzählen. Weil ich meine, dass die KünstlerInnen zu wenig Resonanz erfahren oder ein Stück ein „Opfer der Hektik“ ist.
„Opfer der Hektik“ wird es genannt, wenn Songs oder Alben zum falschen Zeitpunkt erscheinen, und einfach ungehört verschwinden. Meine persönlichen Bekannten wissen das, kennen das, aber sind auch leidlich genervt, wenn ich ihnen jede Woche von neuen Namen und Songs erzähle. Bleibt also das Internet. Das ist groß und geduldig.
Das ist der Hintergrund von jazznrhythm.com, aber im Laufe der Zeit haben sich natürlich noch weitere Gründe ergeben.
Hast du einen musikalischen Hintergrund? Eine Ausbildung? Bist du Journalist?
Ich habe weder eine journalistische Ausbildung, noch einen musikalischen Hintergrund, auf den ich mich stützten kann. Zwar schreibe ich seit Jahren in den verschiedensten Richtungen, aber die Zahl der Ablehnungen würden Ordner füllen. Genauso, wie die Spuren in Tageszeitungen, vergessenen Fanzines und Literatur- bzw. kulturellen Magazinen, im Internet-Archive u. Veröffentlichungen in Anthologien (unter Pseudonymen) mich wahrscheinlich erstaunen würden. Die meisten Veröffentlichungen haben ich vergessen oder in einem Berg Papier begraben.
Als erfolgloser DJ war ich genauso aktiv, wie als Moderator in den sozialen Medien zu ganz unterschiedlichen Themen (Musik, Literatur, Fotografie etc.). Ich arbeitete im pädagogisch Bereich, in der IT, lernte den Bankkaufmann, verdiente mit IT (in der Administration und Support im medizintechnischen Bereich) und zuletzt als Datenschutzkoordinator in einem großen Forschungszentrum mein Geld.
Also alles andere als Musik.
Mir wurde eine fürchterliche Schreibe, ein unverständlicher Stil, aber auch das Gegenteil bescheinigt. Bleibt ein Auf und Ab. Manchmal trifft man mich in Kursen und Workshops für AutorInnen. Oft suche ich den Kontakt zur schreibenden Zunft, aber für das dicke Buch fehlt mir die Disziplin.
Was ist das Karlsruher Archiv?
Über das Karlsruher Archiv schreibe ich regelmäßig, aber ich fasse es mal zusammen. Das „Karlsruher Archiv“ ist eigentlich nur ein Arbeitstitel. Im Grunde müsste es „Karlsruher Musik Archiv“ oder „Karlsruher Band Archiv“ heißen.
Ich bin dabei nur der Chronist. Der Kopf, der das Ding leidenschaftlich am Laufen hält, alles sammelt wie ein Besessener ist der geschätzte Martin Christoph (Tex Dixigas), der mit viel Liebe und einem wahnsinnigen Enthusiasmus seit vielen Jahrzehnten alles anhäuft, was irgendwie mit Karlsruhe zu tun hat. Tex ist Labeleigner, DJ, Plattenhändler, Musiker und hat wahrscheinlich schon alles gemacht, was irgendwie mit Musik zu tun hat. Außerdem ist er der Fachmann für Lou Reed und Nico. Wirklich DER Fachmann.
Seine Sammlung im Internet abzubilden und öffentlich zugänglich zu machen, ist das Ziel des Karlsruher Archives. Damit soll eine aktuelle und historische Materialsammlung zur populären Musik entstehen.
Die Grundlage war, dass ich der Meinung war, man müsste Karlsruhe besser präsentieren und z.b. die Clubs und Veranstaltungsorte, sowie Plattenhändler der Region mal listen. Mittlerweile wird es ein Selbstläufer, es geht regelmäßig Material ein, und wächst.
Der Fokus liegt auf Karlsruhe. Wir werden aber exklusives Material aus anderen Regionen selbstverständlich nicht abweisen, wenn es historisch interessant ist. Das Wichtigste am Archiv ist allerdings die Mitarbeit von Allen, die dazu etwas beitragen können. Wirklich jedem, der oder die in Karlsruhe musikalisch aktiv ist oder war.
Wie ist das mit den Podcasts? Die erscheinen unregelmäßig?
Ja, die Podcast haben keinen regelmäßigen Termin. Ich bin, was das anbelangt, sehr langsam, hadere mit der Technik und dem Ton. Daher brauche ich immer sehr viel Zeit, um diese vorzubereiten und online zu stellen.
In der Vergangenheit, vor einigen Jahren, lebte ich noch in Heidelberg und etablierte kurz vor Corona eine Webseite und Podcast-Reihe mit dem Titel „Not so urban“. Diese Reihe waren sehr kurze, bündige Podcasts von ca. 20 Minuten mit Menschen, die sich für ein Thema begeisterten und engagierten. Ganz unterschiedliche Bereiche waren dabei vertreten. AutorInnen, Musikerinnen, Alpakafarm-Betreiberinnen und ähnliche. Ich liebte diese Reihe. Leider kam Corona dazwischen. Ich hätte es online weiterführen können, merkte aber bald, das es nicht dasselbe war, mir weniger Spaß bereitete und während überall Podcasts wie Pilze aus dem Boden schoßen, stellte ich die Reihe wieder ein.
Bei dem Thema Podcasts bin ich sehr am Zweifeln, ob es sich um ein nachhaltiges, wichtiges Format handelt. Daher ist es in erster Linie ein unterstützendes Medium, dass zur Webseite und Thematik etwas Live-Atmosphäre vermitteln soll. Wie sich das entwickelt, kann ich augenblicklich aber noch nicht sagen. Es wird auf jeden Fall beibehalten und weiter entwickelt.
Wieviele Beiträge befinden sich derzeit auf Jazznrhythm.com? Und wieviele Zugriffe hat die Seite?
Es befinden sich aktuell 180 Beiträge auf der Webseite. Das „Karlsruher Archiv“ wird, weil es sich um feststehende Seiten handelt, da nicht mitgerechnet.
Man unterscheidet zwischen Beiträge und Seiten. Beiträge sind als aktuelle Artikel zu verstehen, die bedingt durch Datum und Zeitbezug irgendwann nach hinten verschwinden. Seiten sind Anteile, die verlinkt und gelistet sind.
Es gibt aktuell 518 Seiten. Diese Seiten enthalten Adressen, Links, Konzerttickets und – Fotos, sowie weitere Informationen über Bands, MusikerInnen und Veranstaltungsorte.
Die Zugriffe werden zur Zeit nur rudimentär gemessen. Daher können sie nicht als vollständig und verbindlich betrachtet werden. Ich vermeide den Einsatz von Cookies und ähnlichen Analyse-Tools, die sehr genau auf die Besucher schauen, aber der Zustimmung bedürfen. Es gibt daher keinen Cookie-Banner. Wahrscheinlich ist das schon aufgefallen. Wie lange das so bleiben kann, weiß ich nicht. Die Einbindung von Fremdinhalten (Musik, Video von Streamingplattformen etc.) wird unweigerlich zu Cookies und dem ungeliebten Banner führen.
Die gemessenen Zugriffe (ungeachtet der Roboter von Suchmaschinen und Angriffe durch ausländische Server) liegen zwischen 60-100 Zugriffe pro Tag. Das ist, zugegeben, relativ wenig. Nach einem Jahr Betrieb, lediglich durch den Einsatz von Social Media, Mundpropaganda und einem Artikel in der Tagespresse und durch die Begrenzung auf einen regional abgesteckten Bereich, finde ich das persönlich durchaus angenehm. Schnelles Wachstum war nie angestrebt.
Die Zukunft ist groß und weit offen. Gewollt ist eine Vernetzung und Übersicht über die hiesige und regionale Musikszene. Dabei wird der Kontakt und die Kommunikation mit Aktiven gesucht. Jede/r, der oder die in diesem Bereich tätig ist, ist als GesprächspartnerIn gewünscht. Im Grund wächst jazznrhythm.com durch die Beteiligung und das Wissen, das dadurch entsteht, aber sich auch dadurch weiter vermitteln lässt.
Im Normalfall versuche ich Kontakte herzustellen und Fragen zu stellen. Von Zeit zu Zeit gehe ich da zu unbefangen, fast naiv vor. Manchmal drängle ich, manchmal nehme ich mir zu viel vor, aber in der Summe geht es immer darum, für die Szene eine Präsentation zu finden und eine Möglichkeit für Einzelne einen Überblick zu gewinnen.
Karlsruhe und Umgebung hat eine lange Geschichte mit unglaublich vielen, talentierten Bands. Einiges ist schon von Anderen gut geschrieben, vieles findet sich in den sozialen Medien und wieder einiges verstreut in Wikis. Es geht dabei nicht darum, all das hierher zu transportieren. Das wird auch nicht möglich sein. Eher geht es darum, einen Anlaufpunkt zu bieten, der so gut vernetzt ist, dass alle, die sich darüber informieren wollen, was es gibt, wissen wo sie mit der Recherche anfangen können. Mehr braucht es gar nicht zu sein.
Dabei sind Exponate, Beispiele, Berichte, Anekdoten und ähnliches wichtig. Aber auf dem Weg dahin, zeichnet sich jetzt schon ab: jazznrhythm.com ist nicht die einzige Seite, die das macht, und es ist wichtig, auch die anderen zu zeigen, die hier schon gute Vorarbeit geleistet haben oder aber auch noch dabei sind, einen wichtigen Beitrag zu leisten.
An dieser Stelle beende ich das Resümee. Ich hoffe, ich konnte einen kurzen Überblick über die Ziele und den Stand der Dinge, so wie die Motivation bieten. Wenn ich etwas vergessen habe, dann dürft ihr mir gerne Fragen zu senden, die ich hier gerne einfügen werde.
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