JULIE KUHL IM NUN, KULTURRAUM IN KARLSRUHE, 01.02.2025
Traditionell ist es so: Wenn jemand schon mal auf Jazznrhythm.com erwähnt wurde, dann wird fortan eigentlich darauf verwiesen – sobald die Person wieder irgendwo in der Region unterwegs ist. Julie Kuhl hatte schon mal im NUN gespielt, und gehörte zu den angenehmen Konzerten, die mir ganz zu Beginn meiner Zeit dort ein Gefühl für den Veranstaltungsort vermittelt hatten.
Es war eines, jener ruhigen, zurückhaltenden Konzerte, die in ihrer Grundstimmung eine intime Atmosphäre zauberten. Julie schaffte es in diesem kleinen Rahmen, dieses unplugged-Feeling zu erzeugen, dass zu den zauberhaften Momenten der Location gehört. Schon deswegen war es eines der frühen Highlights im Jahr 2025.
Im Sommer veranstaltet die Mannheimer Feuerwache eine ganze Reihe Konzert, die umsonst und draußen vor dem Gebäude stattfinden. Alles frei und kostenlos und mehr als nur eine Chance einige der besten und ansprechendsten Talente zu erleben, die derzeit unterwegs sind.
Julie Kuhl gehört ohne Zweifel dazu. Eine junge Singer-Songwriterin, deren Namen man sich gerne merken kann, und die auf jeden Fall eine Entdeckung ist, für all jene, die sie noch nicht kennen. Die anderen, die sie schon gesehen haben, kommen ja sowieso.
Im Laufe eines Lebens sammelt sich Musik auf die unterschiedlichste Weise in einem Haushalt an. Wer LPs, Kassetten, Mini-Discs und Tonbänder genutzt hat – diese vielleicht auch bereits digitalisiert – steht vielleicht vor dem Problem, eine Unmenge Musik-Dateien verwalten zu müssen.
In dieser kleinen Serie geht es um „Swinsian“. Einen alternativen Musikverwaltungssystem für den Mac. „Swinsian“ wurde speziell für große, sperrige Dateisammlungen entwickelt, die oftmals sehr individuelle Feinarbeiten benötigen, um sie richtig handhaben zu können. Das können Ton-Archive sein, aber auch ganze Bibliotheken an raren, weitgehend unbekannten Musikstücken, die schwierig automatisiert in Griff zu bekommen sind.
„Swinsian“ will dabei kein Gegenstück zu Apples „Musik“ sein, sondern eher eine Ergänzung. Zwar kann es Apples „Musik“ in Sachen Verwaltung ablösen, aber das ist erstmal nicht das Ziel. Es geht vielmehr darum, die Dinge, die unter der Motorhaube von „Musik“ stecken, sichtbarer zu machen.
Vorab sei daher unbedingt gesagt: In den meisten Fällen werden die Funktionen von „Musik“ erschöpfend und ausreichend sein, daher richtet sich Swinsian ganz gezielt an jene, die sehr große Sammlungen mit einfachen Mitteln verwalten wollen.
Es geht vor allem um die bekannten Dateiformate *.mp3, *.acc, *.wav, **.flac und *.ogg. Swinsian ist in diesem Sinne für NutzerInnen wertvoll, die möglicherweise mehrere tausend oder hunderttausend dieser (Musik-) Dateien auf ihren Festplatten schlummern haben.
Die Stärke Swinsians offenbart sich in einer spartanischen, übersichtlichen Oberfläche, die eine freie Gestaltung erlaubt. Schwerpunkte sind dabei: sehr schnell einen Überblick über die vorhandenen Dateien zu bekommen, sowie die Metatags (mit Künstlernamen, Alben- und Songtitel) und eine genaue, leicht beeinflussbare Ordnung herzustellen.
Die herausragenden Eigenschaften des Programms „Musik“ liegen (zum Beispiel) in der Einbindung von iTunes bzw. der Nutzung des Apple eigenen Streaming-Dienstes „Music“.
„Swinsian“ hat dagegen die beiden Optionen nicht und bindet sie nicht ein. Weder den Streamingdienst, noch die Möglichkeit über iTunes Musik käuflich zu erwerben. Kann aber die lokale, vorhandene Musikbibliothek des Apple-Programms nutzen und auch die entsprechenden Playlists integrieren.
Zu den Features von Swinsian, die hier sicherlich nicht alle genannt werden können, gehört die automatisierte Coversuche, die Komplettierung von Metatags und die Einrichtung von „Watched Folders“ (zu beobachtende Verzeichnisse), und damit die Möglichkeit eine Musik-Bibliothek auf verschiedene, angeschlossene und integrierte Datenträger zu verteilen.
Ein „Watched Folder“ (ein beobachtetes Verzeichnis) kann ein Verzeichnis sein, dessen Inhalt automatisch in die Bibliothek bewegt wird, dessen Dateien dorthin kopiert werden oder lediglich zu einem Eintrag in der Bibliothek führen.
(Zu vergleichen ist es am ehesten mit dem Verzeichnis „Automatisch hinzufügen“, das Musik nutzt. Dateien, die dort abgelegt werden, werden von Musik in regelmäßigen Abständen dem Verzeichnis entnommen und der Musikbibliothek hinzugefügt.)
Lässt man nur Einträge dieser beobachteten Verezeichnise von Swinsian in der Datenbank einer Musik-Bibliothek vornehmen, dann kann man mit verschiedenen Watched-Foldern eine Sammlung über mehrere Datenträger aufbauen. In den folgenden Artikel soll es darum gehen, wie man eine solch große Sammlung sinnvoll gestaltet und pflegt.
Es werden dabei die Hürden, aber auch Möglichkeiten aufgezeigt, dieses unter Umständen mit veralteter Hardware, einem nicht mehr aktuellen Betriebsystem und geringem Arbeitsspeicher-Bedarf zu machen.
Ziel ist es vor allem, eine unabhängige Installation aufzubauen, die es erlaubt, seine eigene Musik in digitaler Form leicht zugänglich zu machen, und damit unabhängig von Streamingdiensten zu genießen.
Begleitend wird auch erwähnt werden, wie man analoge Musik auf einem Mac digitalisieren und damit transportabel machen kann, aber vor allem, wie man mögliche Bestände aus Musikkassetten, Mini-Discs und Vinylplatten wieder zum Leben erwecken und unterwegs hörbar machen kann.
Viele Tipps, die hier genannt werden, gelten auch für „Musik“. Denn im Hintergrund benutzen beide Programme dasselbe Betriebsystem (MacOs) und dieselbe Technologie.
Dinge, die bei „Swinsian“ berücksichtigt werden müssen, trifft man daher auch oft bei „Musik“ an .
Weiter geht es im zweiten Teil, demnächst. (Wird – sobald online – selbstverständlich hier verlinkt).
(Bitte schreibt in die Kommentare, wenn euch etwas besonders interessiert.)
Yara sind sowas wie der offizielle Underground von Heidelberg.
Ungebremste Chansonniers ist einer neuen Generation. Da geht es um Liebe, verzwickte Abende, Zigaretten, und Verlangen.
Sie sind dabei respektlos, gut geeignet für die kleine verrauchte Bühne, aber mittlerweile auch tauglich für die großen Locations. In den letzten Monaten waren sie gern gesehen Gäste auf Uni-Festen, füllten die heimatlichen Hallen und fast täglich ihre Social Media Kanäle.
Yara besitzen die große Frechheit, eingängige Melodien mit unverschämten Texten zu machen.
Das klingt dann stark nach Wein und Bier und Selbstgedrehten, hat aber auch den ehrlichsten Charme der Straße. Sie erzählen von der Jugend, der Vergänglichkeit, dem Spaß am Leben und, auch wenn das alles nicht gesund klingt, ist es doch genau das, was man später vermissen wird.
Sie bestechen durch eine raue, klare Sprache, aber auch durch eine Poesie, die sie selbst nicht schont.
Kann man geziemt und brav mitsingen oder laut gröhlen – und glaubt mir, das geht schon beim ersten Mal.
Yara in der Heidelberger Halle 02 am 5.April 2025
Yara gehören zu jenen Bands, die mit der Sprache spielen und große Vorbilder haben. Das ist ein verführerischer Liebreiz, der nuschelt und rotzt. Da standen die Barden, die Straßenmusiker und die französische Musik Pate. Aber auch die Unverkrampftheit des Punks und die Lust an der Provokation.
Aber so nahbar bleibt, dass er für gelungene Abende taugt. Darf man nicht bierernst nehmen, aber schaden kann es nicht, das Bier.
Haphazard sind Wiedergänger oder die Erben einer großen, dicken und fetten Plattensammlung.
Es muss mehr als ein vollgestopftes Regal sein. Sie kommen aus dem Land der Schlaghosen und der ausufernden Solis.
Das Rockverständnis von Haphazard ist beachtlich und fußt irgendwo in einer tiefen und nostalgischen Vergangenheit und Liebe.
Der Sound ist nicht aus dieser Zeit, aber das Image sowieso auch nicht. Haphazard haben den Geist aus der Flasche, der Grube oder sonst wo wiedergeholt, um mit einem Flair zu bezaubern, den man verloren glaubte.
Wer sein den Rhythmus der frühen, goldenen Jahrzehnte der berühmten Jahre verloren glaubt, kommt an ihnen sowieso nicht vorbei. In einer Beschreibung zu dem, was sie auf der Bühne bieten, fließen automatisch jene Namen ein, die heute noch für Bewunderung sorgen. All die Gruppen, die aufgelöst oder mittlerweile schlicht zu alt sind, um eine solche Show zu bieten.
Haphazard im KOHI am 07.02.2026
Sie haben, ohne Zweifel, große Vorbilder, aber auch das handwerkliche Können, um an sie ran zu kommen. Dass sie das so kompromisslos und enthusiastisch verfolgen, gebührt alleine schon Respekt. Muss man mal sagen.
Dabei sind sie so viel jünger als die Zitate, die sie nutzen – und so viel ernsthafter als die Altvorderen. Sie lehnen sich damit gegen den Trend und kreieren ihr eigenes Image. Vor allem sind sie eine entschlossene Liveband, die ihren Weg gehen wird.
Nicht geradlinig, schon wie eine Zeitreise, aber es macht einen Heidenspaß, Ihnen dabei zuzusehen.
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