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Schlagwort: Concert

Sandie Wollasch und Sarah Lipfert mit Klaus Wagenleiter im Laden Zwei am 07.03.2026

Sandie Wollasch und Sarah Lipfert mit Klaus Wagenleiter im Laden Zwei am 07.03.2026

Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026
Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026

Man möchte es fast das Ende einer Ära am Gutenbergplatz nennen, denn die Geschichte des Laden Zwei in der Goethestrasse neigt sich dem Ende zu. Nur noch wenige Wochen werden die Räumlichkeiten für den Verkauf und Events genutzt werden. Der Laden Zwei ist mit seinen kleinen Konzerten eine Institution, die vor allem in der Corona-Zeit eine Art stabiler Anker für die Künstler-Szene darstellte.

Die Erinnerung an diese Jahre mag mittlerweile verblassen, die Konzerte bleiben uns hoffentlich auf YouTube noch eine ganze Weile erhalten. Moderiert durch Sandie Wollasch und Rolf Ableiter, wurden im Laufe der Zeit, in der keine Bühne bespielt werden konnte, viele lokale, aber auch überregional bekannte Künstler in einem Videoformat vorgestellt.

Der Laden Zwei diente dabei als Kulisse und Heimstatt für eine ganze Szene, die in der Periode, in der wir alle Abstand halten mussten, unter anderem gelitten hatte. Nach der Phase – nur noch sporadisch – aber immer wieder, fanden regelmäßig im Laden Zwei weitere Präsentationen statt, die mit befreundeten KünstlerInnen und Bands möglich waren. 

Es sind die intimen, nahbaren Auftritte, die fast einen familiären Charakter haben, die diese zu einem unvergleichlichen Juwel in der hiesigen Szene machten. Gleichen sie doch mehr eine Wohnzimmer- oder Tiny-Desk-Concert, kaum propagiert, immer eine Art Geheimtipp, aber geschätzt und genossen, von all jenen, die daran teilhaben durften.

Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026
Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026

Es ist der fleißigen Zusammenarbeit zwischen der Ladenbesitzerin Manuela Seith und der Jazz-Sängerin Sandie Wollasch zu verdanken, dass sie es immer wieder schafften – mit einer beeindruckenden Vernetzung und einem erstaunlichen Bekanntheitsgrad – interessante Namen in den Laden Zwei zu bringen, die man eigentlich nur von wesentlich größeren Locations kennt.

Sandie Wollasch, die sicherlich zu den Sängerinnen der Region gehört, die immer wieder in neuen Kombinationen und Duetten Herausforderungen suchen – daher auch bei den verschiedensten Produktionen Erscheinung treten – hat dabei ein gutes Gefühl und Händchen für Kooperationen und Gäste. 

Es war daher fast folgerichtig, Sarah Lipfert als Duettpartnerin einzuladen, und Klaus Wagenleiter als musikalische Unterstützung. Beide GastmusikerInnen wiesen nicht nur, wie Sandie Wollasch, die richtige Portion Improvisationstalent auf, auch den Humor, dieses in Zitaten, Mash-Ups, Varianten, und abgespeckten Big Band-Improvisationen zu beweisen.

Die Ergänzungen der Stimmen, die in ihren unterschiedlichen Klangfarben sich gegenseitig die Bälle zuspielten, zeigten auch ein Jazz und Soulrepertoire, das fein gewählt eine große Bandbreite der Möglichkeiten beider Interpretinnen bot. Sarah Lipferts und Sandie Wollaschs Enthusiasmus kreirte auf diesem Weg ein Erinnerung bleibendes Event. 

Eingespielt, als würde es sich um eine Band handeln, die man auf jeden Fall gerne wieder sehen möchte, handelte es sich um ein Programm, dass nicht davor zurück schreckte , Höhen zu erreichen und mit eigener Energie zu füllen. Die Leichtigkeit, mit der sie das taten, zeugte von einer hohen Professionalität, und erweckte gleichzeitig den Eindruck, Zaungast bei einer gelungenen Session zu sein.

Die Geschichte des Jazz lebt von seinen gelungenen Zusammenstellungen und den kleinen Ereignissen, über die man hinterher spricht. Im Laden Zwei fanden sie bisher statt. Dieses war wieder eines davon, und so überrascht es nicht, wenn man sich fast mit Träne im Auge davon verabschieden muss. Wer die Gelegenheit hat, sollte noch mal dort vorbeischauen, Manu einen schönen Gruß ausrichten und die vergangenen Ladenkonzerte auf YouTube geniessen.

Externe Links:

Sandie Wollasch – https://www.sandiew.de

Sarah Lipfert – https://www.sarahlipfert.de

Klaus Wagenleiter – http://klauswagenleiter.de

Laden Zwei – http://www.ladenzwei.com

Kreisky im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 04.03.2026

Kreisky im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 04.03.2026

Kreisky im KOHI am 04.03.2026
Kreisky im KOHI am 04.03.2026

Schwer zu leugnen, dass die vier aus Österreich kommen. Ein Stapel Veröffentlichungen zeugt von der langjährigen Erfahrung. So ist die Bühne für sie ein wohnbekannter Ort, den sie mit lakonischem Humor, einer ganzen Prise eigenwilligem Charme und mit einem Hang zur Krachmusik besetzen.

Kreiskys offensiver Hang zu einer Melange aus Power Pop, wilden Gitarren-Riffs und gut gesetzter Theatralik, brachte das Kaffeehaus ins KOHI, und zeigte eine deutschsprachige Band, die ihr Metier, aber auch das Publikum beherrschte. 

In der klassischen Tradition einer Gruppe die auf Stil und Moderation Wert legt, kamen sie im Jackett und weißem Hemd. Stellten so ihr neues Album vor, dass wiedermal in Verweisen und Wortwitz, den ironischen Betrachtungen frönte, aber unterlegt war mit einer Kraft und Melodik, die in Posing und Darbietung auch auf der großen Bühne in anderem Gewand funktioniert hätte.  

Wo der Sänger Franz Adrian Wenzel (auch Keyboard),  in Schauspiel und Gestik, Großes und Kleines zelebrierte, offerierte der Gitarrist Martin Max Offenhuber das Können der Legenden, legte sich in die Saiten, frönte den harten Tönen und wurde damit kongenial unterstützt von dem Bassisten Helmuth Brossmann, sowie dem Schlagzeuger Klaus Mittler. 

Im Sound versprachen sie keinen Dezibel zu verschwenden, immer an die Grenzen zu gehen und hielten Wort. Das war schweißtreibend, immer voraus, und eben Arbeit, die sich lohnen muss. Verschmitzt in der Kommunikation, herausfordernd in ihrem Verlangen, jetzt auch mal den Applaus zu testen. Sie kannten dabei die Tricks, wußten zu unterhalten und zeigten, dass sie ihrem Ruf gerecht wurden. 

Für das KOHI waren sie einst jene Band, die vor dem Corona-Lockdown zuletzt gespielt hatten,  und damit der legendäre Abgesang für eine lange Zeit. Im gemeinschaftlichen Gedächtnis sind sie daher unbezwungen, geschätzt und geliebt. 

So zeigten sie sich an diesem Abend der Ehre würdig, gaben dem KOHI, was das KOHI verlangte. Inklusive drei Zugaben, und darin verpackt, eine Art Hit, der ihnen bereits vorauseilte. Wurde ihnen als Wunsch sowieso die ganze Zeit zugerufen. „Ein braves Pferd!“

Kreisky im KOHI am 04.03.2026
Kreisky im KOHI am 04.03.2026

Kreisky präsentierten nicht nur ihr neues Album („Adieu Unsterblichkeit!“) als eine runde Sache, sondern gaben auch einen kurzen Einblick in einer der aktuellen Tatortfolgen mit Bibi Fellner und Moritz Eisner. Findet sich dort doch auch ihre Musik wieder. Im Titel und in der Dramatik der Handlung. Wenn es nur halb so gut ist wie die Darbietung, dann gilt die Empfehlung. 

Die schwere Einordnung ihrer Musik spricht für sie, und gab ihnen die Chance zwischen eine massiven Punk-Attitude, einem Hang zum schweren Metall und einer Lust am Tanz, sowie der wilden Pop-Melodie, ein Feld zu beackern, dass ganz in der Tradition verschrobener Chansonniers und Kaffeehaussänger stand.

Im Text immer ein Hang zum Wagnis, spannenden Vergleichen, Wortspielereien und dem wunderbaren Blödsinn, haben sie gezeigt, dass das alles eine Mischung ergibt, die man gerne geniesst. 

Für die Bühne geschaffen, die Jungs. Müssen das wohl noch einen weiteren Stapel Alben lang machen. Geht nicht anders.

Externe Links:

Kreisky – https://www.kreisky.net

KOHI – https://kohi.de

Ankündigung: Pete Jay Funk am 12.03.2026 im Tollhaus

Ankündigung: Pete Jay Funk am 12.03.2026 im Tollhaus

Peter Jay Funk am 12.03.2026
Peter Jay Funk am 12.03.2026

Manchmal braucht es dann doch ein eigenes Projekt, mit dem man die ganzen Ideen ausspielen kann, die im Kollektiv einer Band als nicht passend erscheinen. Pete Jay Funk, seines Zeiches Kopf und Songschreiber der Americana-Band „No sugar, no cream“ stellt am 12.03.2026 im Tollhaus sein Solo-Debüt vor.

Nicht komplett anders – das hätte man auch nicht erwartet – aber mit dem Rückhalt anderer Musiker – daher in einem ganz eigenen musikalischen  Gewand und in gewohnt ausgeruhter Manier präsentiert er seine neuen Werke.

Es wurde schon mal auf diesen Seiten erwähnt. Beim letzten Ladenkonzert im Laden zwei gab es bereits einige Stücke zu hören. Noch in schmaler Besetzung, begleitet von seinem Bassisten, zeigte sich da schon die Erzählweise und den Takt, der – wie im guten Americana üblich – genug Country für die schönen Bilder, eine verhaltene Brise Blues für die melancholischen Untertöne und den richtigen Folk für die Authentizität mitbringt.

No Sugar, no cream gehören zu den fleißigen Bands in der Region, die auf eine Handvoll Alben zurückblicken und heute klingen, als hätten sie schon einige Touren im Süden der USA hinter sich. Oder sich auf eine große Verwandtschaft mit ihren skandinavischen Kollegen eingeschworen.

Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Songs von Pete Jay Funk die Bodenständigkeit und das Storytelling der großen Vorbilder mitbringen, aber vor allem auch im Vortrag den Erwartungen entsprechen. Man hat das schließlich mittlerweile in der Feder und im Blut. So darf man sich auf einen spannenden Abend gefasst machen, der die Bilder von Weite und Ruhe entstehen lässt, aber vor allem geerdet und handwerklich sauber daher kommt. Kino für die Ohren. Von Leuten dargeboten, die wissen, wie man damit umgeht.

Externe Links:

Pete Jay Funk – https://www.petejayfunk.com/

Tollhaus – https://tickets.tollhaus.de/catalog/tickets/92045-tickets-pete-jay-funk-kulturzentrum-tollhaus-karlsruhe-am-12-03-2026

Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026

Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026

Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026
Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026

Die Finca Roasters, eine kleine Kaffeerösterei in der Augartenstraße 30, feierte das 3-jährige Bestehen ihres Ladens in der Südstadt. Grund genug alle Freunde und Bekannte, aber auch diejenigen, die noch nie dort waren, zu einem Besuch einzuladen. 

Musikalisch durch ein Konzert von Fernanda Tarrech untermalt, konnten die Finca Roasters, zum einen ihre kleinen, aber angenehmen Räumlichkeiten (die erstaunlich viel Platz für die Anwesenden boten) und ihr Konzept vorstellen. Eine eigene Röstung, mit lateinamerikanischen Wurzeln und Bezügen, die aber im Zusammenhang mit dem Geschäft auch Heimat für eine Community wurde, die in Karlsruhe lebt, aber ihren Ursprung in Lateinamerika hat.

Fernanda Tarrech ist eine junge Musikerin aus Uruguay, die innerhalb der Region Karlsruhes bei schönem Wetter gerne mal in der Fußgängerzone angetroffen wird. Sie stellt dort ihre eigenen Songs vor, in der Sprache ihrer Heimat – spanisch – oder in englisch. 

Material findet sich auch auf YouTube, Spotify und Bandcamp. Aber es ist auch möglich (und sowieso empfehlenswert) die Chance zu nutzen, wenn man sie irgendwo trifft, ihre selbstgebrannte CD zu erwerben. Wenn man nicht auf das Erscheinen ihres ersten Albums warten möchte. Das ist angekündigt, aber hat noch keinen Termin.

Ausgestattet mit einer Loop-Machine und der akustischen Gitarre präsentierte sie zur Geburtstagsfeier des Ladengeschäfts ihr Repertoire. Der Trubel eintreffender Gäste, das vielfarbige Stimmengewirr aus allen möglichen Sprachen, erstarb, sobald Fernanda sang. So schlossen sich teilweise Augen, die Anwesenden lauschten und die Ausgeglichenheit ihrer Ausstrahlung legte sich über alles.

Es ist die Professionalität, die Leichtigkeit ihres Spiels und die warme Stimme, die in den Bann zieht, aber auch eine Künstlerin zeigte, die schon seit einigen Jahren in den verschiedensten Kombination und an ganz differenten Orten aufgetreten ist.

Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026
Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026

Ihr (Bühnen-) Auftritte sind rare Glücksgriffe. Umso größer die Freude, wenn es die Möglichkeit gibt, sie in einem solchen, kleinen – geradezu privaten Rahmen zu erleben. 

Fernanda Tarrech  gehört innerhalb der hiesigen Szene zu einem der Namen, die – hat man sie mal gehört oder auf Video genossen – nicht so schnell vergisst. Faszinierend, wie das Publikum auf ihre selbstkomponierten Stücke reagiert, die in ihrer Eingängigkeit so vertraut und traumwandlerisch perfekt funktionieren. 

Ihre Stärke ist in Vortrag und Komposition einen liebenswerten Charme einzuflechten, der die Komplexität der Details vergessen lässt. Wirkt es doch so, als hätte sie Inspirationen aufgefangen, spontan daraus eine Melodie gewoben, die von der Liebe, dem Kummer darum und all den Dingen dazwischen erzählt.

Fernanda Tarrechs Songwriting wirkt vertraut, zugleich frisch. Die Art und Weise, wie sie ihre Lieder darbietet machen sie zu einem der Talente, bei denen man sich eine Menge Auftritte vorstellen kann, denen man aber vor allem viele weitere Chancen wünschen möchte.

Die Finca Roasters hatten damit ein gutes Händchen für ihr 3 jähriges bewiesen. Und der Kaffe ist sowieso gut. Kann man sich jederzeit gönnen.

Externe Links:

Finca Roasters – https://www.fincaroasters.de

Fernanda Tarrech auf Bandcamp – https://fernanda.bandcamp.com