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Schlagwort: Karlsruhe

Schreiborte: Einleitung oder An welchen Orten lässt es sich in Baden-Württemberg schreiben

Schreiborte: Einleitung oder An welchen Orten lässt es sich in Baden-Württemberg schreiben

Lern- und Arbeitsflächen bei der Bibliothek des Zentrums für Kunst und Medien
Lern- und Arbeitsflächen bei der Bibliothek des Zentrums für Kunst und Medien

Ich gehöre zu jener Sorte Mensch, die – wenn sie dann mal zum Schreiben kommen – eher außerhalb ihres Wohnbereiches kreative Texte verfassen. Das können Beiträge über Musik sein, aber auch der Fortsetzungsroman, der sich in den Tiefen dieser Webseite befindet.

Ich ziehe es dabei vor, ruhige Orte zu finden, die es mir ermöglichen über einen längeren Zeitraum Texte zu verfassen, ohne dass ich jemanden dabei störe. Cafés stellen in diesem Sinne eine Notlösung da, und werden auch gerne genutzt, aber länger als einen Kaffee möchte ich es mir tatsächlich nicht erlauben, ein kommerzielles Unternehmen für meine Schreiberei zu nutzen. Auch weil es durchaus nicht immer gern gesehen wird, und manche GastwirtInnen schon eine Notbremse gezogen haben. Nicht überall ist die Nutzung eines Notebooks durchgehend gewünscht und erlaubt. In bestimmten Fällen wird es auch als störend empfunden. 

Es liegt mir viel daran dieses zu respektieren. Aber ich persönlich fühle mich auch nicht wohl, wenn ich weiß, dass es nicht zu den Gepflogenheiten gehört, weil man atmosphärisch doch lieber Menschen bedient, die sich in ihrer Freizeit zum Gespräch treffen oder auch mal einzeln ein Buch lesen.

Dieses Thema führt vor allem in Universitäts-Städten zu ganz unterschiedlichen Lösungen. So wird auf der einen Seite zusätzlicher öffentlicher Raum zum Lernen und Arbeiten (ohne kommerziellen Hintergrund) geschaffen, aber auch die Bibliotheken haben sich vermehrt darauf eingestellt, ihre Räumlichkeiten als Lernorte anzubieten. 

Als ich in meiner Heimatstadt Karlsruhe nach entsprechenden Möglichkeiten suchte, war es vor allem spannend zu sehen, dass ich die bekannten Cafés, die als Franchise in allen Fußgängerzonen anzutreffen sind, zwar nett fand, aber sie in der Regel auch zu wenig Platz boten, um ein dauerhaftes Angebot zu sein.

Der andere Punkt ist, und das sollte nicht unterschätzt werden: Wer täglich in Cafés ein Getränk und vielleicht eine Speise geniesst, muss dieses im eigenen Budget einplanen und diesen Etat auch zur Verfügung haben. Es ist ein bequemer Luxus, den ich gerne auch geniesse, aber man sollte vor allem in der schreibenden Zunft nicht davon ausgehen, dass sich das bei allen so verhält.

In Karlsruhe ist das Bemühen um die Lernorte sehr umtriebig und auch auf verschiedenen Seiten dokumentiert. Ich werde in den Beschreibungen die jeweiligen Links an den Bericht anfügen. Doch mir geht es nicht darum eine Art Lexika oder trockene Verweise der Leistungen anzubieten, ich möchte mit dieser neuen Kategorie eine ganz subjektive Möglichkeit zeigen neue Orte kennen zu lernen. 

Es stellt also eine Art Reise-Tagebuch durch Bibliotheken und ähnliche Räumlichkeiten dar, und ist eher als ein Produkt zu sehen, das automatisch entsteht, wenn ich Recherchen anstelle und dafür sowieso unterwegs bin. Ich werde diese Kategorie nicht sonderlich hervorstechen lassen, keine weitere Bewerbung in Social Media vornehmen, sondern sie soll einfach wachsen und entstehen.

In erster Linie werde ich mir in den nächsten Wochen und Monaten, eventuell das ganze Jahr 2026, in Baden Württemberg um sehen, was es hier so gibt. Manches werde ich nicht ganz so detailliert betrachten können, wie es zum Beispiel Einheimische machen. Manches sollte daraufhin ergänzt werden, zu manchen werden ich nochmal zurückkommen. Wie auch immer: Ich bin dabei natürlich auch darauf angewiesen, dass ich Tipps und Hinweise bekomme. Ich freue mich daher über alle Kommentare, jeden Beitrag und Ideen, die hilfreich sein könnten.

Externe Links:

Räume der Badischen Landesbibliothek – https://www.blb-karlsruhe.de/service/raeume

Räume in der Stadtbibliothek Karlsruhe – https://stadtbibliothek.karlsruhe.de/angebote/lernort-bibliothek

Räumlichkeiten im Zentrum für Kunst und Medien – https://zkm.de/de/projekte/learning-libraries-karlsruhe

Räumlichkeiten im KIT (Karlsruher Institut Für Technologie) – https://www.bibliothek.kit.edu/freie-lernplaetze.php

Tonspur Nr. 36: Park Walker „The Extra Mile“

Tonspur Nr. 36: Park Walker „The Extra Mile“

Park Walker - The extra Mile
Park Walker – The extra Mile
  • Open Sea
  • Bill Gates
  • Heavy Hearts
  • Strong Stuff
  • Harbours
  • Pour la vie
  • Summer
  • Swarm of Birds
  • Truly

Auf ihren Konzerten zeigen sie Videos mit Wanderungen in einer Berglandschaft. Suggerieren damit Weite und die Ruhe, die in der Natur liegen kann.

„The Extra Mile“ präsentiert sich daher auch als kraftvolles Statement, dass wie ein gezähmtes Biest die Landschaft zurück erobern will. Relaxt in den schönsten Momenten, aber mit all der Wucht, die in den Muskeln lauert.

Park Walker schlendern mit den heimlichen Hymnen durch ein Refugium, dass kultiviert und mit tiefen Wurzeln von einer großen Liebe zur Natur zeugt. Man lässt sich Zeit, das Schlagzeug unterstreicht betont rührig die Stärken und wirkt verhalten in seiner treibenden Kraft. Das hat sehr viel für die großen Bühnen – vor allem mit diesem gewaltigen Klang, die orchestrale Faszination, die gewagten (und gekonnten) Einsätze eines Flügelhorns, aber auch die Duette mit der Sängerin Nadja Mingirulli. 

Park Walker haben mit „The Extra Mile“ ein Album geschaffen, dass am „Wall of Sound“ werkelt und die Dramatik der langsamen Verzögerung in einem starken Gewand zeigt. Da schleichen sich die Balladen ein, werden unterlegt von dem Sound dreier Gitarren, um wieder zurück zu finden, den Dingen ihre Zeit zu lassen und den Blick auf die Täler und Wieser zu senken, die uns umgeben.

Ein Album fürs Verharren, Mitsingen und Ausklingen lassen. Für jenen Zeitpunkt, wenn alle noch mal stumm zusammensitzen, sich in die Augen sehen und den Tag Revue passieren lassen. 

Park Walker laden dazu ein, die Strecke nochmal zu gehen, sich das zu gönnen, dabei auf die Details zu achten und die Schönheit des Augenblicks zu schätzen.

Externe Links:

Park Walker (Webseite) – http://www.parkwalker.de

Park Walker (Instagram ) – https://www.instagram.com/anytimeparkwalker

Park Walker (Facebook) – https://www.facebook.com/anytimeparkwalker

Park Walker (Bandcamp) – https://parkwalker.bandcamp.com/music

Tonspur Nr.34: Micor „Redemption“

Tonspur Nr.34: Micor „Redemption“

Micor "Redemption"
Micor „Redemption“
  • Redemption I
  • It’s everywhere
  • Love is deeper
  • Cat’s wouldn’t do it
  • After all
  • I saw the land
  • All in my head
  • Peace of mind
  • Redemption II

Micor nehmen sich alle Zeit der Welt, steigen langsam ein, verdichten es stark und erschaffen damit ein vielschichtiges Werk, dass sich mit orchestralen Klängen einschleicht. 

Ausgestattet mit der Stimme von Robert Besta, der auch Gitarre und Violine spielt, wagen sich Micor in die Gefilde, die zwischen dunklem, schleppenden Liedgut und der Weite des amerikanischen Folk angesiedelt sind. Das kommt mit dunklem Timbre, einer ausgewählten Instrumentierung (mit Marcus Franzke fliessen auch Trompete und Posaune, neben dem Keyboard ein), aber auch mit dem Mut aus dem Vollen zu schöpfen, daher. 

Micor haben sich aufgemacht, den Chanson schwarz zu färben, die Hymne zu feiern und in der Ruhe den Halt zu finden. Das ergibt ein erdiges, festes Konzept, dass unplugged, und auf der wilden Bühne funktionieren kann, aber vor allem viel Raum für Abende mit einem Blick zum Horizont bietet.

Verwurzelt im amerikanischen Songwriting der großen Individualisten, leisten sie sich die Freiheit, einfach die Dinge mal zu verzögern, noch eine Spur verhaltener angehen zu lassen, um eine Färbung aus Fragilität, schwierigen Wahrheiten und einer eigenen Spielart des Blues zu finden.

Für die Reise im Zug, für den Hobo ohne Ziel, den Rast und die Hütten am Wegesrand. Angenehm in der Produktion, tief im Detail und dem Ideenreichtum. 

Ein Album für das man sich die Zeit nehmen kann, aber auch sollte. Es gibt einiges zu entdecken, und die vierköpfige Band hat sich genug Hilfe geholt, um das Ding angenehm rund zu machen. 

Zur Stammbesetzung gehört noch Stefan Breuer am Schlagzeug, und Johannes Frisch, die zeigen, wie man einen Rhythmus unauffällig drunter schippt, aber dann auch nachdrücklich betont. Können sie alles. 

Für alle, die auch schon mal Cowboy Junikes, Lambchop und ähnliches gehört haben.

Externe Links:

Micor – https://www.micor.band

Sandie Wollasch und Sarah Lipfert mit Klaus Wagenleiter im Laden Zwei am 07.03.2026

Sandie Wollasch und Sarah Lipfert mit Klaus Wagenleiter im Laden Zwei am 07.03.2026

Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026
Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026

Man möchte es fast das Ende einer Ära am Gutenbergplatz nennen, denn die Geschichte des Laden Zwei in der Goethestrasse neigt sich dem Ende zu. Nur noch wenige Wochen werden die Räumlichkeiten für den Verkauf und Events genutzt werden. Der Laden Zwei ist mit seinen kleinen Konzerten eine Institution, die vor allem in der Corona-Zeit eine Art stabiler Anker für die Künstler-Szene darstellte.

Die Erinnerung an diese Jahre mag mittlerweile verblassen, die Konzerte bleiben uns hoffentlich auf YouTube noch eine ganze Weile erhalten. Moderiert durch Sandie Wollasch und Rolf Ableiter, wurden im Laufe der Zeit, in der keine Bühne bespielt werden konnte, viele lokale, aber auch überregional bekannte Künstler in einem Videoformat vorgestellt.

Der Laden Zwei diente dabei als Kulisse und Heimstatt für eine ganze Szene, die in der Periode, in der wir alle Abstand halten mussten, unter anderem gelitten hatte. Nach der Phase – nur noch sporadisch – aber immer wieder, fanden regelmäßig im Laden Zwei weitere Präsentationen statt, die mit befreundeten KünstlerInnen und Bands möglich waren. 

Es sind die intimen, nahbaren Auftritte, die fast einen familiären Charakter haben, die diese zu einem unvergleichlichen Juwel in der hiesigen Szene machten. Gleichen sie doch mehr eine Wohnzimmer- oder Tiny-Desk-Concert, kaum propagiert, immer eine Art Geheimtipp, aber geschätzt und genossen, von all jenen, die daran teilhaben durften.

Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026
Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026

Es ist der fleißigen Zusammenarbeit zwischen der Ladenbesitzerin Manuela Seith und der Jazz-Sängerin Sandie Wollasch zu verdanken, dass sie es immer wieder schafften – mit einer beeindruckenden Vernetzung und einem erstaunlichen Bekanntheitsgrad – interessante Namen in den Laden Zwei zu bringen, die man eigentlich nur von wesentlich größeren Locations kennt.

Sandie Wollasch, die sicherlich zu den Sängerinnen der Region gehört, die immer wieder in neuen Kombinationen und Duetten Herausforderungen suchen – daher auch bei den verschiedensten Produktionen Erscheinung treten – hat dabei ein gutes Gefühl und Händchen für Kooperationen und Gäste. 

Es war daher fast folgerichtig, Sarah Lipfert als Duettpartnerin einzuladen, und Klaus Wagenleiter als musikalische Unterstützung. Beide GastmusikerInnen wiesen nicht nur, wie Sandie Wollasch, die richtige Portion Improvisationstalent auf, auch den Humor, dieses in Zitaten, Mash-Ups, Varianten, und abgespeckten Big Band-Improvisationen zu beweisen.

Die Ergänzungen der Stimmen, die in ihren unterschiedlichen Klangfarben sich gegenseitig die Bälle zuspielten, zeigten auch ein Jazz und Soulrepertoire, das fein gewählt eine große Bandbreite der Möglichkeiten beider Interpretinnen bot. Sarah Lipferts und Sandie Wollaschs Enthusiasmus kreirte auf diesem Weg ein Erinnerung bleibendes Event. 

Eingespielt, als würde es sich um eine Band handeln, die man auf jeden Fall gerne wieder sehen möchte, handelte es sich um ein Programm, dass nicht davor zurück schreckte , Höhen zu erreichen und mit eigener Energie zu füllen. Die Leichtigkeit, mit der sie das taten, zeugte von einer hohen Professionalität, und erweckte gleichzeitig den Eindruck, Zaungast bei einer gelungenen Session zu sein.

Die Geschichte des Jazz lebt von seinen gelungenen Zusammenstellungen und den kleinen Ereignissen, über die man hinterher spricht. Im Laden Zwei fanden sie bisher statt. Dieses war wieder eines davon, und so überrascht es nicht, wenn man sich fast mit Träne im Auge davon verabschieden muss. Wer die Gelegenheit hat, sollte noch mal dort vorbeischauen, Manu einen schönen Gruß ausrichten und die vergangenen Ladenkonzerte auf YouTube geniessen.

Externe Links:

Sandie Wollasch – https://www.sandiew.de

Sarah Lipfert – https://www.sarahlipfert.de

Klaus Wagenleiter – http://klauswagenleiter.de

Laden Zwei – http://www.ladenzwei.com