Haphazard sind Wiedergänger oder die Erben einer großen, dicken und fetten Plattensammlung.
Es muss mehr als ein vollgestopftes Regal sein. Sie kommen aus dem Land der Schlaghosen und der ausufernden Solis.
Das Rockverständnis von Haphazard ist beachtlich und fußt irgendwo in einer tiefen und nostalgischen Vergangenheit und Liebe.
Der Sound ist nicht aus dieser Zeit, aber das Image sowieso auch nicht. Haphazard haben den Geist aus der Flasche, der Grube oder sonst wo wiedergeholt, um mit einem Flair zu bezaubern, den man verloren glaubte.
Wer sein den Rhythmus der frühen, goldenen Jahrzehnte der berühmten Jahre verloren glaubt, kommt an ihnen sowieso nicht vorbei. In einer Beschreibung zu dem, was sie auf der Bühne bieten, fließen automatisch jene Namen ein, die heute noch für Bewunderung sorgen. All die Gruppen, die aufgelöst oder mittlerweile schlicht zu alt sind, um eine solche Show zu bieten.
Haphazard im KOHI am 07.02.2026
Sie haben, ohne Zweifel, große Vorbilder, aber auch das handwerkliche Können, um an sie ran zu kommen. Dass sie das so kompromisslos und enthusiastisch verfolgen, gebührt alleine schon Respekt. Muss man mal sagen.
Dabei sind sie so viel jünger als die Zitate, die sie nutzen – und so viel ernsthafter als die Altvorderen. Sie lehnen sich damit gegen den Trend und kreieren ihr eigenes Image. Vor allem sind sie eine entschlossene Liveband, die ihren Weg gehen wird.
Nicht geradlinig, schon wie eine Zeitreise, aber es macht einen Heidenspaß, Ihnen dabei zuzusehen.
Viktor Pashnyk auf dem ukrainischen Charity-Festival am 4.07.2026 auf dem Hofgut Scheibenhardt
Die erste Begegnung vor einigen Monaten mit der Musik von Viktor Pashnyk war geprägt von der Neugierde. Die Bandura, ein typisches ukrainisches Instrument, dass oft mit dem Wort „Lautenharfe“ umschrieben wird, erregt Aufmerksamkeit.
Bauchig, mit einem großen Klangkörper ausgestattet, und einer Vielzahl an Saiten wirkt es ungewohnt, erinnert aber in seinen melodiösen Tönen durchaus an jene zwei Instrumente, die gerne für die Beschreibung genutzt werden. Von der Laute hat sie den gitarrenähnlichen, folkloristisch anmutenden Klang, von der Harfe das große Spektrum der Möglichkeiten.
Viktor Pashnyk befindet sich aktuell auf einer langen Tournee durch Deutschland, die ihn nun zum zweiten Mal nach Karlsruhe führte. Im Hofgut Scheibenhardt, jenem Golfclub, der sich auf der Rückseite der Kunstakademie, dem Schloss Scheibenhardt am Rande von Karlsruhe (auf dem weg nach Ettlingen) befindet, fand das alljährliche Charity-Festival des Deutsch-Ukrainischen Vereins statt.
Mit dem Charity-Festival wird versucht, zum einen Spenden für Hilfsgüter und Unterstützung der Menschen in der Ukraine zu sammeln, und zum anderen, die ukrainischen Initiativen, die Kultur, aber auch die kulinarischen Genüsse des Landes zu präsentieren.
In der Atmosphäre des Golfclubs versammelte sich daher eine erstaunliche Vielfalt der ukrainischen Kulturszene, die fast unbeachtet mittlerweile einige interessante MusikerInnen aufzuweisen hat.
Viktor Pashnyk auf dem ukrainischen Charity-Festival am 4.07.2026 auf dem Hofgut Scheibenhardt
So war es nicht nur Viktor Pashnyk, sondern z.B. auch Bloshka & The Love Spirits (demnächst auf dem Unifest in Karlsruhe vertreten) und Nik Prana, die im Laufe des Tages auftraten. Beide hätte ich gerne gesehen, aber es ist Sommer, die Feste und Konzerte liegen so nahe beieinander wie das ganze Jahr sonst nicht.
Viktor Pashnyk ist ein ukrainischer Liedermacher und Interpret traditioneller Weisen. Seine Lieder, zumeist in ukrainisch, mit einem Schmunzeln und einem lockeren Dialog vorgetragen, transportieren die Witz und die menschliche Wärme jener Region. Sein Auftritt ist charmant, nahbar und wurde spontan von dem Geigenspiel einer der Anwesenden unterstützt.
Eingerahmt von den Darbietungen junger Sängerinnen (angeleitet von Bloshka, die zwei der Formationen leitete) und weiteren Aufführungen, zeigte sich Viktor Pashnyk nicht nur als Spieler der Bandura, sondern auch auf der Gitarre. Mag sich lyrisch nicht alles erschließen – weil man der Sprache nicht mächtig ist – so bleibt das universelle der Musik, die es leicht macht, seine Fertigkeiten zu bewundern.
Vor allem in der Begleitung, mit den jenen Geigenklängen, die ihn bei 3 Stücken unterstützten, offenbarte sich ein Aspekte, dem man gerne länger gelauscht hätte.
Das Charity-Festival dient dazu, die Kriegsleiden des Landes zu mildern, die Menschen, die dort verblieben sind, zu unterstützen, aber auch um jenen, die in der Migration sind, einen Ort zu geben, an dem sie ihre Kultur erleben und feiern können. Angesichts des reichhaltigen Angebotes, der Organisation und den Bildern, die hinterher in Social Media einflossen, ist ihnen das sehr gut gelungen.
Wer die Chance hat, die erwähnten Künstler in den nächsten Monaten zu sehen, sollte sie nutzen. Mit Bloshka und Nik Prana hatte sich in den letzten Wochen die Chance für ein Interview ergeben. Siehe unten. Wahrscheinlich wird man sowieso noch einiges von ihnen hören.
Es sind die Hinterhöfe, die der Südstadt ihren Flair verleihen, und dabei ganz ungeahnte Schätze offenbaren. Von außen eher unscheinbar, öffnen sich in unregelmäßigen Abständen in der Werderstraße die Räumlichkeiten von Daniel für rare, aber angenehm kuratierte Wohnzimmerkonzerte.
Ein Geheimtipp, der sich über Social-Media und Newsletter verbreitet, aber schon einige Namen in seiner kleinen Geschichte vorweisen kann, die lohnenswert sind. Daher eine der Locations, die mir ihren Events zur Vielfalt der lokalen Szene beitragen, aber dabei gar nicht so sehr im Focus sind.
Alles privat organisiert, auf freundschaftlicher Basis, über Mundpropaganda weiter getragen, trifft man sich in einer gemütlichen Runde, die Fenster werden dabei weit geöffnet, der Sommer hereingelassen und man findet Platz im gemütlich ausgestatteten Wohnzimmer, oder draußen, unter den Sternen. Das Publikum ist überschaubar, doch zahlreich erschienen. Eltern mit ihren Kindern, Neugierige, viele Bekannte, und damit alles eher in einem familiären, fast privaten Rahmen, der Neuankömmlinge herzlich begrüßt und aufnimmt.
Stefan Ebert (Hey Moment) in Werders Wohnzimmer am 03.07.2026
Wohnzimmerkonzerte können Experimentierfelder und Möglichkeiten sein, den Kulturbetrieb einer Stadt selbst in die Hand zu nehmen. Ihn dadurch zu bereichern, und unter dem Radar den Kunstschaffenden eine Basis ermöglichen.
Stefan Ebert ist ein umtriebiger Liedermacher aus Mannheim. Anzutreffen ist er regelmäßig in den verschiedensten Kombinationen, denn sein Humor wird geschätzt, seine Art kommt an, und sieht man ihn mit seiner Gitarre, dann hat man es eigentlich mit einer ganzen Band zu tun, firmiert er doch selbstbewußt unter dem Namen „Hey Moment“.
Auch wenn er tatsächlich das einzige Mitglied ist. Seine Songs sind lakonische, selbstironische Abrechnungen mit dem Alltag, seine Interpretation der kleinen Geschichten – vor allem in der Art seiner Präsentation – immer mit einem Augenzwinkern versehen.
So wußte er gekonnt die Rockgriffe einzusetzen und das Publikum, innerhalb weniger Songs, einzubinden, als Chorus zu nutzen, und auf seine Seite zu holen. Der richtige Opener für Rosa Hoelger.
Rosa Hoelger in Werders Wohnzimmer am 03.07.2026
Rosa Hoelger kommt aus Berlin, genauer aus Eberswalde. Einer Gegend, die sie gerne und ironisierend in einem Song verarbeitet. Soll es dort doch besonders nachhaltig, gechillt und im Geiste der frühen Hippies zugehen.
Aufgefallen bereits auf Instagram, gehört auch sie – wie Stefan – zu jenen Talenten, die im Umfeld der umtriebigen Dota bereits namentlich genannt wurden. Mit einem Fuß im soliden deutschen Songwriting, mit dem anderen in einer Punkband, auf der man im Laufe des Abends immer neugieriger wurde.
Mit dem richtigen Charme, Witz und einer entwaffnenden Natürlichkeit ausgestattet, schaffte es Rosa Botschaften in ihren Songs zu verpacken, die anrührend melancholisch, aber auch kämpferisch ihre Entrüstung verpackten.
Innerhalb dieses Formates, das so vieles erlaubt, und in den schönsten Momenten exklusiver nicht sein konnte, nutzte sie den direkten Kontakt zu den Anwesenden beeindruckend spielerisch.
Ihr Songwriting zeichnet durch leichte, ungewöhnliche Vergleiche, aber auch durch einen ironischen Einsatz ihrer Stimme aus. Mit einer faszinierenden Aufgeschlossenheit gegenüber Genres und Zitaten, waren es die Brüche in der Interpretation, die genutzten Bilder, aber auch der Dialog mit den ZuschauerInnen, die Rosa Hoelger zu einem gern gesehenen Gast machten.
Jemand, der es schaffte, mit kleinen Geschichten und dazwischen gestreuten Anekdoten, vom Zauber eines lauen Sommerabends getragen, in Erinnerung bleiben wird, um ein Wiedersehen nicht zu verpassen.
Vor nicht all zu langer Zeit fand in dem neuen Club 8 lights (Kaiserpassage 1) ein Konzert ukrainischer Bands aus Karlsruhe statt.
Die Liste der Bands machte neugierig. Handelte es sich doch um Gruppen und MusikerInnen, die bisher noch nicht mal im Karlsruher Archiv aufgeführt waren.
Eine der Bands waren Bloshka and the Love Spirits, die bereits kurze Zeit später auf einem Hoffest in der Karlsruher Südstadt zu sehen war.
Bloshka and the Love Spirits sind eine junge, vierköpfige Band, bestehend aus
Bloshka – Gesang und Akustikgitarre
Joachim– Kontrabass
Jonnie – Schlagzeug/Cajon
Yulia – Piano
Auf dem Hoffest des Vintage Hunter in der Karlsruher Südstadt, traten sie allerdings zu dritt auf. Es handelte sich um einen der ersten heißen Tage des Jahres. Die Sonne brannte herunter, Schattenplätze waren rar. Es war Mittag, und die Hitze erreichte ihre höchsten Temperaturen. Trotzdem wählte die Keyboaderin Yulia eine Skimütze als Kopfbedeckung. Bloshka and The Love Spirits fallen auf.
Nicht nur, weil Bloshka in ukrainischer Sprache singt. Die Artikulation bewegt sich zwischen Höhen und Tiefen, die Songs sind geprägt von einem filigranen Konstrukt, das eine Art poetischen Pop präsentiert. Müßte man ein Genre nennen, würde man den Begriff Dreampop wählen, um die akustisch geprägten Songs zu beschreiben.
Einige Tage später traf ich die Sängerin in einem Cafe, um mich mit ihr über die Geschichte der Band, die Entwicklung und die ukrainische Szene zu unterhalten. Es zeigte sich eine der spannendsten Bands, die derzeit in Karlsruhe Fuß fassen.
Bloshka & the Love Spirits werden in den nächsten Wochen an den verschiedensten Locations auftauchen. Zeit also, sich den Namen zu merken.
Bloshka & the Love Spirits
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Eure Gruppe heißt Bloshka & The Love Spirits. Wie lange gibt es euch schon?
Bloshka
Mit meinem Schlagzeuger spiele ich seit Sommer 2023 zusammen, mein Kontrabassist kam wenige Monate später dazu, meine Pianistin vor etwas mehr als einem Jahr. Die Band gibt es insgesamt seit etwa zweieinhalb Jahren. Den Namen „The Love Spirits“ tragen wir allerdings erst seit letztem Sommer.
Andreas Allgeyer
Und du schreibst die Songs?
Bloshka
Ja. Ich schreibe die Lieder und bringe sie als Demo mit in die Probe. Danach entwickeln wir die Arrangements gemeinsam weiter. Jeder bringt Ideen ein, bei denen ich einschätze, wie es sich in das Stück einfügt. Wenn meine Musiker bei einem neuen Song improvisieren und mich etwas besonders berührt, dann bestehe ich darauf, dass dieser Teil erhalten bleibt.
Andreas Allgeyer
Du hast eine sehr flexible Stimme. Hast du eine musikalische Ausbildung?
Bloshka
Ich bin eigentlich Saxophonistin. In meiner Heimat habe ich Saxophon studiert. Schon als Kind war ich auf einer Musikschule, mit Musiktheorie, Chor und Gehörbildung. Später habe ich zusätzlich Gesangsunterricht genommen.
Andreas Allgeyer
Mit Saxophon hätte ich nicht gerechnet.
Bloshka
Viele nicht. Aber als Saxophonistin beschäftigt man sich automatisch mit Jazz, Standards und vielen verschiedenen Stilrichtungen. Das hat mich musikalisch geprägt.
Andreas Allgeyer
Wie würdest du eure Musik beschreiben?
Bloshka
Meistens sagen wir Indie Dream Rock oder Alternative Rock. Viele meiner Songs folgen nicht den klassischen Popstrukturen. Oft sind es eher Geschichten oder emotionale Entwicklungen, die sich langsam aufbauen.
Andreas Allgeyer
Fast alle Texte sind auf Ukrainisch?
Bloshka
Ja. Das ist für mich eine sehr bewusste Entscheidung. Ich komme aus einer Stadt nahe der russischen Grenze. Dort wurde fast ausschließlich Russisch gesprochen. Auch ich habe bis zum Beginn des Krieges hauptsächlich Russisch gesprochen und geschrieben.
Nach dem 24. Februar 2022 habe ich mich gefragt, wie ich weiterhin Kunst in einer Sprache machen kann, die für mich plötzlich mit dem Angriff auf meine Heimat verbunden war. Seitdem schreibe ich ausschließlich auf Ukrainisch.
Andreas Allgeyer
Seit wann lebst du in Deutschland?
Bloshka
Seit März 2022. Wir sind sehr früh geflohen, weil wir die Angriffe direkt erlebt haben. Helikopter, Explosionen – das war alles sehr nah. Also haben wir beschlossen zu gehen.
Andreas Allgeyer
Wie reagieren Menschen hier auf die ukrainischen Texte?
Bloshka
Viele sagen nach Konzerten: „Ich habe kein Wort verstanden, aber es hat mich berührt.“ Das freut mich sehr. Musik muss nicht immer übersetzt werden. Man kann Gefühle auch ohne Sprache verstehen.
Andreas Allgeyer
Wie viele Konzerte habt ihr inzwischen gespielt?
Bloshka
Mehr als zehn, wahrscheinlich eher fünfzehn oder mehr. Unser erstes Konzert war ein Wohnzimmerkonzert im Tollhaus. Seitdem spielen wir regelmäßig, besonders im vergangenen Sommer fast jeden Monat.
Andreas Allgeyer
Wie kommt ihr an Auftritte?
Bloshka
Teilweise werden wir inzwischen eingeladen. Ansonsten schreiben wir Veranstalter an, bewerben uns auf Ausschreibungen oder organisieren Konzerte selbst.
Andreas Allgeyer
Sind die ukrainischen Musiker in Karlsruhe gut vernetzt?
Bloshka
Ja. Die Community ist ziemlich groß. Es gibt viele kulturelle Veranstaltungen, und dadurch kennt man sich meistens zumindest vom Sehen.
Andreas Allgeyer
Die anderen Musiker deiner Band sind keine Ukrainer?
Bloshka
Nein. Trotzdem würde ich uns als ukrainische Band bezeichnen, weil die Texte, Themen und die kulturelle Perspektive ukrainisch sind.
Andreas Allgeyer
Wie geht es weiter?
Bloshka
Wir arbeiten gerade an einer EP mit fünf Songs. Wenn alles klappt, erscheint sie im September. Auf Spotify findet man mich weiterhin unter dem Namen „Bloshka“, weil ich schon vor der Band unter diesem Namen Musik veröffentlicht habe.
Andreas Allgeyer
Woher kommt eigentlich der Name?
Bloshka
Das ist mein Spitzname. Mein Nachname hat sprachlich etwas mit einem Floh zu tun. Weil ich klein bin, nannten mich Freunde früher „Bloshka“, also ungefähr „kleiner Floh“. Daraus entstand später mein Künstlername.
Andreas Allgeyer
Du hast vorhin erwähnt, dass es eine wichtige Geschichte gibt, die erklärt, warum du heute Musik machst.
Bloshka
Ja. Mein erstes Lied habe ich mit zehn Jahren geschrieben. Damals war ich bei meiner Großmutter im Garten. Irgendwie kam plötzlich eine Melodie, und obwohl ich damals fast nur Russisch sprach, war das Lied auf Ukrainisch.
Später wollte ich eigentlich Gesang studieren. Mein Saxophonlehrer sagte jedoch zu mir: „Vergiss das. Du kannst nicht singen.“ Ich war sechzehn und habe ihm geglaubt.
Einige Zeit später gründete derselbe Lehrer eine Band und suchte eine Sängerin. Ich habe vorgesungen, wurde aber nicht genommen. Das hat mich sehr verletzt.
Danach habe ich beschlossen, Gesangsunterricht zu nehmen und herauszufinden, was wirklich möglich ist.
Ein halbes Jahr später veröffentlichte ich meine erste Single und spielte mein erstes Wohnzimmerkonzert vor ungefähr zwanzig Menschen.
Andreas Allgeyer
Wie alt warst du damals?
Bloshka
Gerade zwanzig geworden.
Und eine Woche später begann der Krieg.
Andreas Allgeyer
Das verändert natürlich alles.
Bloshka
Ja. Als ich nach Deutschland kam, wusste ich zunächst nicht, wie es weitergehen sollte. Eines Nachts träumte ich, dass ich mit einer Gitarre auf der Straße stehe und singe.
Das Kuriose daran: Ich konnte damals überhaupt keine Gitarre spielen.
Nach diesem Traum habe ich mir eine Gitarre besorgt und angefangen, sie selbst zu lernen.
Andreas Allgeyer
Spielst du heute noch Saxophon?
Bloshka
Nur selten. Meine Stimme ist inzwischen mein wichtigstes Instrument geworden.
Andreas Allgeyer
Hast du Lampenfieber?
Bloshka
Natürlich bin ich vor Konzerten nervös. Aber ich habe keine Angst vor der Bühne. Ich stehe seit meiner Kindheit auf Bühnen.
Mir ist wichtig, meine Gedanken und Gefühle mit Menschen zu teilen. Deshalb finde ich es manchmal schade, dass viele die Texte nicht verstehen. Gleichzeitig freue ich mich, wenn die Emotion trotzdem ankommt.
Andreas Allgeyer
Gibt es etwas, das dir besonders wichtig ist?
Bloshka
Ja.
Man sollte Kindern nicht sagen, dass sie etwas nicht können.
Lehrer, Eltern oder andere Erwachsene können mit einem einzigen Satz sehr viel beeinflussen. Viele Menschen tragen solche Aussagen ihr ganzes Leben mit sich herum.
Deshalb finde ich es wichtig, Menschen zu unterstützen, statt sie kleinzumachen.
Andreas Allgeyer
Du wirkst heute sehr selbstbewusst.
Bloshka
Das war nicht immer so. Früher hielten mich manche für seltsam oder zu anders. Irgendwann habe ich verstanden, dass genau das in Ordnung ist.
Anders zu sein ist nichts Schlechtes.
Andreas Allgeyer
Und heute?
Bloshka
Heute habe ich mein Leben in Deutschland, meine Arbeit, meine Freunde und meine Band. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Aber ich bin dankbar, dass ich weiterhin Musik machen kann. Und vor allem, dass ich Menschen um mich habe, mit denen ich das gemeinsam verwirklichen kann.
Den nächsten Termin bei dem man Bloshka & the Love Spirits sehen kann ist übrigens das Unifest in Karlsruhe (10-11.07.2026)
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