Durchsuchen nach
Schlagwort: Karlsruhe

Salty Tunes bei „Mittwochs um 5“ in der Badischen Landesbibliothek am 15.04.2026

Salty Tunes bei „Mittwochs um 5“ in der Badischen Landesbibliothek am 15.04.2026

Salty Tunes bei „Mittwochs um 5“ in der Badischen Landesbibliothek am 15.04.2026
Salty Tunes bei „Mittwochs um 5“ in der Badischen Landesbibliothek am 15.04.2026

Im Grunde ist es reinstes Crossover, das was Sally Tunes machen. Adaptionen klassischer Stücke werden stark verjazzt, bis sie erkennbar swingen und im Groove zeitgemäß sind. Salty Tunes gehen mutig an ihre Interpretationen. Dabei sind sie jung und ungestüm, und in aller Unschuld variantenreich und erfrischend. Das macht Spaß, brachte das Publikum zum mitwippen und begeisterte. 

„Mittwochs um 5“ ist eine Reihe, die es wohl schon eine ganze Weile gibt, aber bisher noch nicht auffiel. In Zusammenarbeit mit dem Kulturfonds Baden und der Hochschule für Musik stellt die Badische Landesbibliothek in regelmäßigen Abständen an einem Mittwoch um 17 Uhr junge KünstlerInnen und Bands vor.

Salty Tunes gibt es laut Angaben der Band seit 4 Jahren und setzen sich aus Leon Winkler (Saxofon), Daniel Salzmann (Klavier) , Paul Cervenec (E- und Kontrabass) und Tim Brucker (Schlagzeug) zusammen.

Gemeinsam unternahmen sie ein verzweigte Reise durch die Klassiker des Jazz, Reggae und verspielten Kompositionen auf der Basis der großen Meister (Tschaikowski, Grieg, Mozart und Vivaldi).

Das wirkt gewagt, aber funktionierte erstaunlich gut, wenn Bob Marleys „Get up, stand up“ so smooth interpretiert wird, dass es sich fast nahtlos zu einer jazzigen Variation von Edvard Griegs „In der Halle des Bergkönigs“ gesellt. 

In der Komposition des Pianisten David Salzmann, der es gekonnt für beindruckende Parts auf den Tasten nutzte, nannte es sich dann auch „In the Hall of the Jazz King“ und machte damit durchaus Sinn. War es doch eine mitreisende Gestaltung eines bekannten Stückes in einem neuen Gewand.

Salty Tunes agierten kenntnisreich, wenn sie auf Horace Silver und John Henderson zurückgriffen, aber zeigten auch Talent im Schreiben eigener Werke z.B. mit Leon Winters „Waves of Life“, das sich auf das ewige Auf und Ab im Leben bezieht und in dem Zusammenspiel zwischen Klavier und Saxofon seine Größe zeigte. 

Talentiert, professionell und vor allem dem bewegenden Rhythmus verpflichtet, boten die Vier eine kurzweilige Stunde. Der  Vortragsraum der BLB bietet sich für solche Konzerte an, lockt es doch immer wieder Neugierige an die Scheiben, um in den tiefer gelegten Saal zu blicken. Wahrscheinlich sind die beim nächsten Mal selbst unter dem Publikum.

Konzerte in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik bewiesen in dieser Woche zum zweiten Mal, dass sie vorzüglich kuratiert sind, eine hohe Qualität der Beteiligten garantieren und zu einem Etat stattfinden, der es allen ermöglicht an Kultur teil zu haben.

Reihe „Mittwochs um 5“ findet auf Spendenbasis statt und gleicht damit traditionellen Hut-Konzerten. Man gibt, was man kann und es kommt komplett der Band zu gute. Im Falle von Salty Tunes hatte man es mit einer Formation zu tun, die in der Regel Eintritt verlangt und auf ihr Konzert im Oktober im Sandkorn hinweisen konnte. Es verspricht  auch im Oktober ein beschwingter, lockerer und faszinierender Abend zu werden, in dem Grenzen überwunden werden und spannende Eigenkompositionen ihren Platz haben.

Externe Links:

Salty Tunes – https://saltytunes.net

Kulturfonds Baden – https://www.kulturfonds-baden.de

Hochschule für Musik – https://hfm-karlsruhe.de

Badische Landesbibliothek – https://www.blb-karlsruhe.de

Matt Elliott im Kohi, Kulturraum am 10.04.2026

Matt Elliott im Kohi, Kulturraum am 10.04.2026

Matt Elliott im Kohi, Kulturraum am 10.04.2026
Matt Elliott im Kohi, Kulturraum am 10.04.2026

Wenn er seine Gitarre wie eine Laute hielt, die Balladen langsam und karg anging, dabei düstere Walzer anstimmte, erschien Matt Elliott wie ein Gegenargument zu dieser Zeit. Bewusst ruhig zelebrierte er seine Drinking-Songs (Titel des letzten Albums), die sich sie dann furios zu instrumentalen Saxophon-Passagen steigerten.

Matt Elliotts Besuch im KOHI war ein ernsthaftes, verzwicktes Arrangement aus den Tiefen der dunklen Seele und den experimentierfreudigen Möglichkeiten der vielstimmigen Loops. Sehr ernsthaft, mit zurückhaltender Ironie gewürzt, kündigte er seine Werke an. Nicht ohne ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass er sich Zeit nimmt, die Stücke gerne mal eine Viertelstunde gehen können. 

Damit war er schon gegeben, der Hinweis auf die Vielschichtigkeit. Jene Reise, die zumeist mit tiefer Stimme, wohl gesetzten Refrains, klassischen Anklängen in einer Ballade landete, die irgendwann – während die Saitenklänge im Hintergrund hängen blieben, zu einem Saxophonspiel übergingen, das nachdrücklich und gewaltig wie Orgelklänge sein konnte.

Matt Elliott im Kohi, Kulturraum am 10.04.2026
Matt Elliott im Kohi, Kulturraum am 10.04.2026

Die Nähe zur Elektronik war gegeben, das Spiel mit den Klängen durchaus auch mal verzerrend, so daß die Verwandtschaft zu den Wilden und Schnellen sichtbar blieb, aber bei ihm immer mit Bedacht und vorsichtigen Schrittes einfloss.


Er bewies, dass er es konnte – den Wohlklang zerfasern, dem spartanischen Krach huldigen, aber blieb dennoch im Rahmen eines hochmusikalischen Verständnisses. 

Matt Elliotts Auftritt war gleichzeitig eine Huldigung an jene Sänger, die alleine mit der Gitarre und ihrer Stimme eine Atmosphäre aus Zerfall, zarter Hoffnung und dem Unverständnis gegenüber dem Lauf der Dinge ausmalen. 

Bilder, die er entwarf, formte er aus dem Entsetzen über die Kriege, der Warnung vor ihren Auswirkungen und dem Wunsch nach Frieden. 

Aber es waren auch gefühlvolle Zeichnungen, die aus dem kleinen Instrumentarium – Gitarre, Saxophon und Loop – zu einem Feuerwerk aus bluesigen, sowie jazzeigen Elementen in einen Zwischenbereich aus Bar- und Kammermusik gelangten.

Es ist ein ganz eigenes, manchmal brachiales Verständnis, dass seine Ruhe, sein Gefühl für Zeit und den Möglichkeiten seiner Werke präsentierte. Mit sich selbst im Chor, in der puren Lust am Klang, und dem volltönenden Blasinstrument auf mehreren Spuren, sprengte er die Beschränkungen der Genres und der klassischen Möglichkeiten. 

Seine Liebe zum Spiel mit den Einzelteilen, der nerdigen Zuneigung zu Samples und Effekten konnte an dem Publikum manchmal die Grenzen austesten. Aber auch hin und wieder mit einer Begeisterung geführt werden, die Zeugnisse von so manchen Tüfteleien sein durften.

Matt Elliott im Kohi, Kulturraum am 10.04.2026
Matt Elliott im Kohi, Kulturraum am 10.04.2026

Matt Elliott stellte sich als faszinierender Grenzgänger vor. Als Liedermacher mit einem klassischen Verständnis, der Offenheit für all die Möglichkeiten, die sich ihm bieten, jedoch ebenso, als einer, der mit seinem komplexen Vorgehen das Thema ausreizen möchte. 

Es braucht sie. Jene, die verstehen, wie das Ding funktioniert, und es dann mit neuen Mitteln zerlegen. So hatte er alles, was man erwartet. Und konnte dennoch überraschen.

Externe Links:

Matt Elliotthttps://mattelliott.bandcamp.com

KOHI https://kohi.de

Schreiborte: Einleitung oder An welchen Orten lässt es sich in Baden-Württemberg schreiben

Schreiborte: Einleitung oder An welchen Orten lässt es sich in Baden-Württemberg schreiben

Lern- und Arbeitsflächen bei der Bibliothek des Zentrums für Kunst und Medien
Lern- und Arbeitsflächen bei der Bibliothek des Zentrums für Kunst und Medien

Ich gehöre zu jener Sorte Mensch, die – wenn sie dann mal zum Schreiben kommen – eher außerhalb ihres Wohnbereiches kreative Texte verfassen. Das können Beiträge über Musik sein, aber auch der Fortsetzungsroman, der sich in den Tiefen dieser Webseite befindet.

Ich ziehe es dabei vor, ruhige Orte zu finden, die es mir ermöglichen über einen längeren Zeitraum Texte zu verfassen, ohne dass ich jemanden dabei störe. Cafés stellen in diesem Sinne eine Notlösung da, und werden auch gerne genutzt, aber länger als einen Kaffee möchte ich es mir tatsächlich nicht erlauben, ein kommerzielles Unternehmen für meine Schreiberei zu nutzen. Auch weil es durchaus nicht immer gern gesehen wird, und manche GastwirtInnen schon eine Notbremse gezogen haben. Nicht überall ist die Nutzung eines Notebooks durchgehend gewünscht und erlaubt. In bestimmten Fällen wird es auch als störend empfunden. 

Es liegt mir viel daran dieses zu respektieren. Aber ich persönlich fühle mich auch nicht wohl, wenn ich weiß, dass es nicht zu den Gepflogenheiten gehört, weil man atmosphärisch doch lieber Menschen bedient, die sich in ihrer Freizeit zum Gespräch treffen oder auch mal einzeln ein Buch lesen.

Dieses Thema führt vor allem in Universitäts-Städten zu ganz unterschiedlichen Lösungen. So wird auf der einen Seite zusätzlicher öffentlicher Raum zum Lernen und Arbeiten (ohne kommerziellen Hintergrund) geschaffen, aber auch die Bibliotheken haben sich vermehrt darauf eingestellt, ihre Räumlichkeiten als Lernorte anzubieten. 

Als ich in meiner Heimatstadt Karlsruhe nach entsprechenden Möglichkeiten suchte, war es vor allem spannend zu sehen, dass ich die bekannten Cafés, die als Franchise in allen Fußgängerzonen anzutreffen sind, zwar nett fand, aber sie in der Regel auch zu wenig Platz boten, um ein dauerhaftes Angebot zu sein.

Der andere Punkt ist, und das sollte nicht unterschätzt werden: Wer täglich in Cafés ein Getränk und vielleicht eine Speise geniesst, muss dieses im eigenen Budget einplanen und diesen Etat auch zur Verfügung haben. Es ist ein bequemer Luxus, den ich gerne auch geniesse, aber man sollte vor allem in der schreibenden Zunft nicht davon ausgehen, dass sich das bei allen so verhält.

In Karlsruhe ist das Bemühen um die Lernorte sehr umtriebig und auch auf verschiedenen Seiten dokumentiert. Ich werde in den Beschreibungen die jeweiligen Links an den Bericht anfügen. Doch mir geht es nicht darum eine Art Lexika oder trockene Verweise der Leistungen anzubieten, ich möchte mit dieser neuen Kategorie eine ganz subjektive Möglichkeit zeigen neue Orte kennen zu lernen. 

Es stellt also eine Art Reise-Tagebuch durch Bibliotheken und ähnliche Räumlichkeiten dar, und ist eher als ein Produkt zu sehen, das automatisch entsteht, wenn ich Recherchen anstelle und dafür sowieso unterwegs bin. Ich werde diese Kategorie nicht sonderlich hervorstechen lassen, keine weitere Bewerbung in Social Media vornehmen, sondern sie soll einfach wachsen und entstehen.

In erster Linie werde ich mir in den nächsten Wochen und Monaten, eventuell das ganze Jahr 2026, in Baden Württemberg um sehen, was es hier so gibt. Manches werde ich nicht ganz so detailliert betrachten können, wie es zum Beispiel Einheimische machen. Manches sollte daraufhin ergänzt werden, zu manchen werden ich nochmal zurückkommen. Wie auch immer: Ich bin dabei natürlich auch darauf angewiesen, dass ich Tipps und Hinweise bekomme. Ich freue mich daher über alle Kommentare, jeden Beitrag und Ideen, die hilfreich sein könnten.

Externe Links:

Räume der Badischen Landesbibliothek – https://www.blb-karlsruhe.de/service/raeume

Räume in der Stadtbibliothek Karlsruhe – https://stadtbibliothek.karlsruhe.de/angebote/lernort-bibliothek

Räumlichkeiten im Zentrum für Kunst und Medien – https://zkm.de/de/projekte/learning-libraries-karlsruhe

Räumlichkeiten im KIT (Karlsruher Institut Für Technologie) – https://www.bibliothek.kit.edu/freie-lernplaetze.php

Tonspur Nr. 36: Park Walker „The Extra Mile“

Tonspur Nr. 36: Park Walker „The Extra Mile“

Park Walker - The extra Mile
Park Walker – The extra Mile
  • Open Sea
  • Bill Gates
  • Heavy Hearts
  • Strong Stuff
  • Harbours
  • Pour la vie
  • Summer
  • Swarm of Birds
  • Truly

Auf ihren Konzerten zeigen sie Videos mit Wanderungen in einer Berglandschaft. Suggerieren damit Weite und die Ruhe, die in der Natur liegen kann.

„The Extra Mile“ präsentiert sich daher auch als kraftvolles Statement, dass wie ein gezähmtes Biest die Landschaft zurück erobern will. Relaxt in den schönsten Momenten, aber mit all der Wucht, die in den Muskeln lauert.

Park Walker schlendern mit den heimlichen Hymnen durch ein Refugium, dass kultiviert und mit tiefen Wurzeln von einer großen Liebe zur Natur zeugt. Man lässt sich Zeit, das Schlagzeug unterstreicht betont rührig die Stärken und wirkt verhalten in seiner treibenden Kraft. Das hat sehr viel für die großen Bühnen – vor allem mit diesem gewaltigen Klang, die orchestrale Faszination, die gewagten (und gekonnten) Einsätze eines Flügelhorns, aber auch die Duette mit der Sängerin Nadja Mingirulli

Park Walker haben mit „The Extra Mile“ ein Album geschaffen, dass am „Wall of Sound“ werkelt und die Dramatik der langsamen Verzögerung in einem starken Gewand zeigt. Da schleichen sich die Balladen ein, werden unterlegt von dem Sound dreier Gitarren, um wieder zurück zu finden, den Dingen ihre Zeit zu lassen und den Blick auf die Täler und Wieser zu senken, die uns umgeben.

Ein Album fürs Verharren, Mitsingen und Ausklingen lassen. Für jenen Zeitpunkt, wenn alle noch mal stumm zusammensitzen, sich in die Augen sehen und den Tag Revue passieren lassen. 

Park Walker laden dazu ein, die Strecke nochmal zu gehen, sich das zu gönnen, dabei auf die Details zu achten und die Schönheit des Augenblicks zu schätzen.

Externe Links:

Park Walker (Webseite) – http://www.parkwalker.de

Park Walker (Instagram ) – https://www.instagram.com/anytimeparkwalker

Park Walker (Facebook) – https://www.facebook.com/anytimeparkwalker

Park Walker (Bandcamp) – https://parkwalker.bandcamp.com/music