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Schlagwort: Konzert

Daniel Benyamin & Simone White im KOHI, Kulturraum, am 01.03.2026

Daniel Benyamin & Simone White im KOHI, Kulturraum, am 01.03.2026

Daniel Benyamin im KOHI am 01.03.2026
Daniel Benyamin im KOHI am 01.03.2026

Wenn Doppelkonzerte stattfinden, dann sind die Strukturen und Regeln im Normalfall klar. Es gibt Supporter und Hauptacts. Daniel Benyamin und Simone White brachen diese auf, gingen neue Weg und präsentierten sich immer wieder im Wechsel.

Was wie ein Widerspruch klingt, auch unter der Berücksichtigung der musikalischen Ausrichtungen, war dann ein kreatives, erfrischendes Arrangement zwischen zwei sehr kreativen Charakteren.

Begleitet von einer visuellen Beamer-Show, die je nach Komposition und InterpretIn wechselte, zeigte sich Daniel Benyamin als experimentierfreudiger Arrangeur seiner Werke. Ausdrucksstark in Stimme und Lyrik, liess er sich von einem alten Tape-Recorder begleiten. Die Unzulänglichkeiten der Bandaufnahme, ein leichtes Übersteuern, Rauschen oder verzogenes Klingen des Pianosspiels, bildeten für seine Stücke interessantes Fundament, dass er mit elektrischer Gitarre und, hin und wieder, Stehdrums als Baustein nutzte.

In Vielseitigkeit und Farbigkeit stand er den Bildern hinter ihm in nichts nach, und bewies, – zurückblickend auf viele Jahre im Duo – auch in den neueren Werken, dass er die Kunstfertigkeit des modernen Chansons mit einem Schwerpunkt auf seinen Gesang zu nutzen weiß. Eine klare, deutliche, kräftige Intonation gehört zu seinen Schwerpunkt, der durch einen lausbübischen Charme unterstützt wird. 

Simone White im KOHI am 01.03.2026
Simone White im KOHI am 01.03.2026

Die Überleitungen zu seiner Konzertpartnerin waren fast spielerisch, und vollzogen sich, trotz einer komplett anderen Herangehensweise in einer feinen Harmonie. Von gegenseitigem Respekt und Hochachtung geprägt, liessen sich beide genug Raum, um dem Publikum ein bündiges Konzept zu präsentieren. 

Es funktionierte, trotz -aber vielleicht auch vor allem wegen – Simone Whites Zurückhaltung, die , begleitete von Schneefall- und Regenbilder im Hintergrund, eine angenehme Grundstimmung und eine Basis für ihre ruhigen Songs boten. 

Simone White gehört damit zu jenen großen Singer-/Songwriterinnen, die ihr eigenes Material in eine Reihe, der kleinen Geschichten stellen können, die haften bleiben. Weil sie in Komposition, Blickwinkel und Vortrag eine Einheit bilden, die von jahrelangem Handwerk und Können erzählen.

Nur begleitet von ihrer akustischen Gitarre trug sie einen Teil ihres, mittlerweile sehr umfangreichen Gesamtwerks vor. Bezüge und Namen fallen einem eine Menge ein, aber aufgrund des Könnens und dem Geschick ihres Vortrags braucht Simone White keine Vergleiche. Sie auch nicht zu scheuen. 

Im Zusammenhang mit Daniel Benyamin, der sehr unterschiedliche Kompostionen – so auch für eine Sternwarte – im Gepäck hatte, stellte sie den ruhigen, zurückgelehnten Part da. Eine Entdeckung, denn erstaunlicherweise sind hierzulande ihre Songs kaum bekannt, obwohl sie es verdient hätten. Erzählen sie doch die kleinen Geschichten in kunstvoller Manier.

Daniel Benyamin präsentierte mit dem Re-Relase eines ihrer Alben, eine Konzerttournee, die mit einem sympathischen Akzent, zwei Künstler zeigte die durchaus alleine den Abend bestreiten könnten, aber zusammen gewinnen.

Externe Links:

Daniel Benyamin – https://www.instagram.com/daniel__benyamin/?hl=de

Simone White – https://www.simonewhite.com/index.html

KOHI – https://kohi.de

Ankündigung: Preyrs (feat. Amy Montgomery) am 20.03.2026 im KOHI

Ankündigung: Preyrs (feat. Amy Montgomery) am 20.03.2026 im KOHI

Amy Montgomery am 20.12.2024 im KOHI
Amy Montgomery am 20.12.2024 im KOHI

Amy Montgomery stampft die Bühne einen Stock tiefer, und hebt die Rhythmen eine Latte höher. Das sofort und mit voller Entschlossenheit. Die Shows von Amy Montgomery sind kraftvoll, archaisch und muten an wie wilde Stammesrituale, an denen sie uns teilhaben lässt.

Amy Montgomery besuchte das KOHI schon 2024, und ihr Auftritt gehörte zu jenen eigenständigen Events, die sich eingebrannt haben, ihren Namen festigten und die Abwesenden neidisch machte. (Rezension weiter unten).

Es ist also geradezu Pflicht, der neuen Formation, an deren Front sie erscheint, eine Chance zu geben, sie bloß nicht zu verpassen und gespannt zu sein, wie sie den Saal nochmal in ihren Bann zieht. Amy Montgomery liefert in ihren Shows ein gewaltiges und kraftvolles Spektrum an Emotionen ab. Wild, ausgelassen, und für viel größere Bühnen bestimmt. 

Amy Montgomery am 20.12.2024 im KOHI
Amy Montgomery am 20.12.2024 im KOHI

Das Genre braucht einen eigenen Namen. Ist aber vor allem intensiver, schlagfertiger Rock, in prägender Detailarbeit und mit viel Sinn für die richtige Wucht. Eben ein ausgelassenen Abend, der über das übliche Fußwippen hinausgeht. 

Im KOHI komprimiert, nahbar und  mitreißend. So wie sich das gehört, aber vor allem mit der richtigen impulsiven Energie und Begeisterung für den schönsten Lärm. 

Wird gut und im Gedächtnis bleiben.

Externe Links:

Amy Montgomery – https://www.amymontgomery.me

Kohi – https://kohi.de

Ankündigung: Lady Blackbird am 29.04.2026 im Tollhaus

Ankündigung: Lady Blackbird am 29.04.2026 im Tollhaus

Lady Blackbird in der Alten Feuerwache in Mannheim am 18 Februar 2023
Lady Blackbird in der Alten Feuerwache in Mannheim am 18 Februar 2023

Zu den wahrscheinlich prägnantesten Stimmen im Soul und Jazz-Bereich dürfte Lady Blackbird gehören. Ihr kommender Auftritt im Tollhaus kann damit zu den Highlights der diesjährigen Konzertsaison gezählt werden. Stark an den Vorbildern der klassischen Ära orientiert, ist sie bekannt für ihre außergewöhnlichen Shows, die auch in ihrem Design und Konzept einer Linie folgen, die eine Verbindung zwischen der Erneuerung und der traditionellen Einflüsse der Richtung  darstellen.

Lady Blackbird inszeniert sich selbst damit als große Hoffnung und Zukunft des gesamten Genres, in dem sie die Stärken eines breiten Sounds mit ihrer gesanglichen Leistung koppelt. Schon früh mit einem auffallenden Talent gesegnet, orientierte sich im Alter mit 12, als sie den Vertrag mit einem Label einging, in Richtung der christlichen Musik, um später, als eigenständige Singer-/Songwriterin auch Material für Anastacia zu liefern.

2021 erregte sie mit ihrem Album „Black Acid Soul“ Aufsehen, das zwar in die Zeit der Retrobewegungen passte, aber so eigenwillig und selbstbewußt daher kam, dass ihr Name haften blieb. Ihre Auftritte wurden innerhalb kurzer Zeit legendär und schufen mit dem ganz eigenen Charakter eine neue Hoffnungsträgerin.

Mittlerweile gab es Kooperationen mit Moby, Trevor Horn und anderen, einen Stoß großartiger Remix-Varianten des bekannten Albums von 2021, und natürlich Auftritte an allen Orten, die zu den wichtigsten des Genres zählen (z.b. das North Sea Jazz Festival in Rotterdam).

Sie im Rahmen des Tollhauses zu sehen, bietet die Chance eine weiterhin aufstrebende, sehr eigenständige Sängerin zu erleben, die mit ihrem Charme, einer sehr authentischen Show und schwer zu vergleichenden Leistung überzeugen kann. Sollte man sich nicht entgehen lassen. Großes Kino, ganze nahe und echt.

Lady Blackbird am 20.Juli 2022 im Tollhaus , Karlsruhe
Lady Blackbird am 20.Juli 2022 im Tollhaus , Karlsruhe

Externe Links:

Lady Blackbird – https://www.ladyblackbird.com/

Tollhaus – https://www.tollhaus.de

Ankündigung: Das Kirsten-Rosa-Trio im Musentempel am 21.03.2026

Ankündigung: Das Kirsten-Rosa-Trio im Musentempel am 21.03.2026

Das Kirsten Rosa Trio im Musentempel in Karlsruhe am 19.09.2025
Das Kirsten Rosa Trio im Musentempel in Karlsruhe am 19.09.2025

Das Kirsten Rosa Trio kommt wieder mal in den Musentempel. Zeit also, die Erinnerung aufzufrischen, aber auch auf die drei Musiker aufmerksam zu machen. Es handelt sich um ein junges, engagiertes Trio, die mit eigenen Interpretationen der Jazz-Standards und Variationen bekannter Melodie auf dem Weg sind, sich in der hiesigen Szene einen Namen zu machen. 

Dass sie wieder im Musentempel auftreten ist ein Glücksgriff. Bietet diese versteckte Räumlichkeit  – hinter dem bekannten „Tempel“ – doch eine ruhige, geordnete Atmosphäre und gute Akustik.  Die richtige Umgebung für die spielfreudigen MusikerInnen. 

Kirsten Rosa hatte ihren beiden Mitstreiterinnen, sowie Gästen,  bei ihrem letzten Auftritt schon bewiesen, dass man das Trio im Auge behalten sollte. Insofern sei die Rezension nochmal hervorgekramt und verlinkt. 

Wunderbarer, klarer Jazz mit viel Gefühl für die Klassiker und Randbereiche, der einen angenehmen Abend für alle Genießenden verspricht.

Externe Links:

Kirsten Rosa Trio – https://www.instagram.com/kirsten.rosa.trio

Musentempel – https://www.musentempel-karlsruhe.de