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Schlagwort: Moussa Cissokho

Interview mit Anne Pe (zu ihrem Konzert im Mikado am 09.05.2026)

Interview mit Anne Pe (zu ihrem Konzert im Mikado am 09.05.2026)

Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025
Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025

Anne Pe fiel mir vor einigen Monaten als Songwriterin auf. Sie geht mit ihrem Konzept einen sehr eigenen Weg, der ihr in der hiesigen Musiklandschaft ein Alleinstellungsmerkmal gibt. So fließen verschiedene Sprachen in ihre Texte, aber auch afrikanische Elemente in die Musik ein. Ihre Stücke, präsentiert mit der Gitarre und der Kora, gespielt von Moussa Cissokho, sowie Tobias Hölscher am Kontrabass, gewinnen dadurch – neben einer überzeugenden Eingängigkeit – ein  durchaus interessantes Klangspektrum.

Durch die Vielseitigkeit der Kora ist es möglich, sowohl berührende Harfenklänge, wie auch rhythmische  Elemente einfliessen zu lassen. In der Kombination ein Glücksgriff für alle Beteiligten und das Publikum.

Eine Besprechung ihres aktuellen Albums „Songs and Lines“ findet sich, ebenso wie ein Rückblick auf ein Wohnzimmer-Konzert, weiter unten.

Am 09.05. ist sie in Karlsruhe im Mikado zu Gast, und im Vorfeld hatte ich schon mal die Möglichkeit mit ihr in ihrer Heimatstadt Offenburg ein Interview zu führen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Zum Einstieg etwas, dass mir auffiel, du singst auf dem Album in mehreren Sprachen?

Anne Pe:
Ja, im Song „John Bear“ singe ich überwiegend auf Deutsch, mit einigen Zeilen auf Englisch und am Schluss auf Französisch. In „Malinalli“, dem längsten Stück des Albums, gibt es einen spanischen Abschnitt. Ein neuer Song ist auf Italienisch. Und dann singe ich gelegentlich auch in der Sprache von Moussa Cissokho mit, die ich zwar nicht beherrsche, aber phonetisch gelernt habe.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wenn du sagst, dass du Moussas Sprache nicht beherrschst – wie sieht es mit den anderen aus?

Anne Pe:
Englisch spreche ich sehr gut, Französisch ebenfalls fließend, auch wenn es bei Spezialthemen anspruchsvoller wird. Spanisch beherrsche ich auf einem touristischen Niveau, sodass ich mich in einem spanischsprachigen Land gut verständigen kann. Italienisch verstehe ich ein wenig und kann mich im Alltag zurechtfinden.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist das Begabung oder hast du längere Zeit in diesen Ländern verbracht?

Anne Pe:
Ich war mit Anfang zwanzig zweieinhalb Monate in Spanien. In Berlin hatte ich zuvor spanischsprachige Freunde, von denen ich die Grundlagen gelernt habe. Vor Ort wurde ich dann ins kalte Wasser geworfen – etwa, als ich zehn Tage lang in einem Meditationszentrum mit einer Gruppe Spanier gekocht habe. Da musste ich die Sprache anwenden.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ich hatte den Eindruck, dass du Sprachen auch als klangliches Element einsetzt. Jede hat ja ihre eigene Farbe.

Anne Pe:
Ja, absolut. Es freut mich, dass du das bemerkt hast. Die Klangfarbe einer Sprache spielt für mich eine große Rolle und beeinflusst meine musikalischen Entscheidungen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie reagieren die Zuhörer darauf?

Anne Pe:
Bislang gab es nur positive oder neutrale Reaktionen. Das dreisprachige Lied „John Bear“ lief sogar mal im französischen Radio und auf einer brasilianischen Spotify-Playlist. Das zeigt, dass Musik oft über die Sprachbarrieren hinaus wirkt.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Bringt es dir etwas, auf Playlists vertreten zu sein?

Anne Pe:
Ja, definitiv. Dadurch erreicht man neue Hörer. Über den Artist-Account kann ich Statistiken einsehen und sehe, wo meine Musik gehört wird. Es ist schön zu entdecken, dass jemand in Stockholm oder Vancouver ein Lied hört.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist das nachhaltig? Wird man durch Playlists populär?

Anne Pe:
Das ist schwer zu sagen. Vieles hängt vom Algorithmus ab. Aber die Präsenz sorgt für Sichtbarkeit und neue Kontakte. Wenn etwas im Radio gespielt wird, erfährt man meist davon – etwa über Promoter oder Musikredakteure.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Welchem Genre würdest du deine Musik zuordnen?

Anne Pe:
Am ehesten dem Folk. Allerdings mit Einflüssen aus Indie, Pop und World Music. Ich sehe mich als Singer-Songwriterin mit einer klaren folkigen Heimat.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Welche Einflüsse haben dich geprägt?

Anne Pe:
In meiner Kindheit hörte ich durch meine Mutter Künstler wie Joan Baez, Leonard Cohen, Cat Stevens, Joni Mitchell und Hannes Wader. Später kamen Tracy Chapman, Suzanne Vega und Elliott Smith hinzu. Auch die Grunge-Ära der 90er hat mich geprägt.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du hast Hannes Wader erwähnt. Das Genre der Liedermacher gerät zunehmend in Vergessenheit.

Anne Pe:
Ja, und es hat mich stark beeinflusst – auch in meiner Wahl der Gitarre. Bei einem Auftritt habe ich sogar ein kleines Hannes-Wader-Set mit neu arrangierten Liedern präsentiert.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Moussa Cissokho und der Kora?

Anne Pe:
Ich habe ihn 2018 im Spitalkeller gehört und war vom Klang der Kora fasziniert. Als ich mein neues Album plante, fragte ich ihn an. Er war interessiert, und so entstand die Zusammenarbeit.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du kombinierst Folk mit einem westafrikanischen Instrument. Das ist ungewöhnlich.

Anne Pe:
Ja, aber es passt sehr gut. Moussa bringt die World-Music-Elemente ein, aber vorallem passt es sehr gut, weil wir ähnliche „musikalische Werte“ und Vorstellungen haben. So auch mit meinem longtime Musikerkollegen dem Kontrabassisten Tobias Hölscher. Diese Mischung ergänzt sich wunderbar.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Dein neues Album ist dein zweites. Das erste erschien 2017. Warum hat es so lange gedauert?

Anne Pe:
Es gab Verzögerungen durch Terminprobleme und die Pandemie. Rückblickend war es gut, denn einige Stücke konnten reifen. So entstand beispielsweise die Zusammenarbeit mit Famoudou Konaté erst in dieser Zeit.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Was kommt zuerst – Text oder Melodie?

Anne Pe:
Meist entstehen beide gemeinsam, immer mit der Gitarre. Nur selten schreibe ich zuerst den Text.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist Songwriting für dich eine Eingebung?

Anne Pe:
Ja, oft. Es ist ein besonderer kreativer Zustand, der viele Künstler fasziniert und glücklich macht.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du arbeitest auch beruflich mit Musik. Was genau machst du?

Anne Pe:
Ich arbeite als Musiktherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie und begleite Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Und ich gestalte Klangreisen und Singkreise

Andreas (Jazznrhythm.com):
Beeinflusst diese Arbeit deine Musik?

Anne Pe:
Ja. Mir ist wichtig, Musik zu schaffen, die berührt und beruhigt. Meine Lieder sollen Menschen ansprechen und ihnen Raum zur Identifikation geben.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie stehst du zu Social Media?

Anne Pe:
Ich nutze es bewusst und dosiert. Es ist eine wertvolle Plattform, um mit meinem Publikum in Kontakt zu treten, darf aber nicht zu viel Raum einnehmen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie beurteilst du die heutige Musiklandschaft?

Anne Pe:
Sie hat zwei Seiten. Streaming erschwert es, vom Verkauf zu leben, bietet aber gleichzeitig große Chancen, unabhängig Musik zu veröffentlichen und ein internationales Publikum zu erreichen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Das bedeutet viel Eigenarbeit.

Anne Pe:
Ja, das Do-it-yourself-Prinzip ist anstrengend, schenkt aber kreative Freiheit und Selbstbestimmung.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Was habe ich vergessen zu fragen?

Anne Pe:
Ich freue mich, wenn du erwähnst, dass wir im Mikado auftreten werde und dass man uns auch für privat organisierte Wohnzimmerkonzerte buchen kann.

Externe Links:

Anne Pe-https://annepe.de

Kulturhaus Mikado – https://mikadokultur.de

Ankündigung: Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado am 09.05.2026

Ankündigung: Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025
Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025

Das Mikado in der Nordstadt beherrscht das Understatement. Leise, und fast unbemerkt schaffen sie es immer wieder einige empfehlenswerte Acts zu präsentieren. Anne Pe wird am Samstag, 09.05.2025 im dort zu Gast sein.

Die Offenburger Singer- und Songwriterin brachte im letzten Jahr ihr Album „Songs and Lines“ heraus, auf dem sie verschiedener Sprachen in ihren Songs mit traditionellen, afrikanischen Instrumenten verknüpfte. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich, der Klang faszinierend.

Es ist die harmonische Herangehensweise, die Anne Pes Werk auszeichnet. So fließen die Elemente zusammen, um in einer ungewöhnlichen Einheit präsentiert zu werden. Anne Pe nutzt die lyrische Ausdrucksweise fremder Worte und Sätze, um deren Klangwelten zu aufzuzeigen, und die Möglichkeiten interkultureller Varianten zu offenbaren.

Moussa Cissokho ist ein Meister der Kora, jenem legendären, westafrikanischen Instrument, das wie eine Harfe zu klingen vermag. Doch nicht nur das: In seinen Händen scheinen die Optionen unendlich, so dass er den Saiten ungewohntes und fremdartiges zu entlocken vermag. Ohne Zweifel gehört Moussa aktuell zu einem der besten Koraspieler weltweit. Bei dem Konzert im Mikado wird er neben dem Kontabassisten Tobias Hölscher Anne Pe begleiten.

Anne Pe Lieder sind eingängige, oft berührende Anekdoten aus ihren Reisen, Beziehungen und Aufenthalte in anderen Städten. Sie sind Beobachtungen, Einblicke, aber vor allem im Zusammenspiel zwischen Text und Melodie gut abgestimmte Bilder, die von einem guten Gefühl für Sprache und Musik geleitet werden. Ihr Gesang zeichnet eine angenehme Ruhe und Frische aus, der sie leicht erkennbar macht, aber auch nachhaltig in Erinnerung behält.

Es dauert noch ein paar Tage bis zum 09.05.2026, aber es kann nichts schaden, wenn der Termin im Kalender schon mal rot umkreist wird.

Anne Pe und Moussa Cissohko am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)
Anne Pe und Moussa Cissohko am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)

Externe Links:

Mikado – https://mikadokultur.de

Anne Pe. –https://annepe.de

Moussa Cissokho – https://www.princemoussacissokho.com/de

Anne Pe und Moussa Cissokho am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)

Anne Pe und Moussa Cissokho am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)

Anne Pe und Moussa Cissohko am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)
Anne Pe und Moussa Cissohko am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)

Im Oktober erreichte mich Anne Pes neues Album „Songs and Lines“. Was mir direkt auffiel, und nachhaltig in Erinnerung blieb, ist ihr Umgang mit Sprache als musikalisches Element. Die Klangfarbe, die jeder Sprache zu eigen ist, nutzt sie innerhalb ihrer Songs im Wechselspiel. Das gehorcht keinen Regeln, offenbart aber einen feinen Sinn für Harmonie und Wirkung. Von Englisch auf Deutsch ist nur das erkennbarste Beispiel, aber es bleibt nicht dabei. Anne Pe ist vielsprachig, offen für Impulse aus ganz anderen Regionen und nutzt diese gekonnt. 

In der Instrumentierung fließen daher auch Elemente ein, die vor allem im deutschsprachigen Songwriting unvermittelt und gewagt wirken. So ist die westafrikanische Kora ein Instrument, dass sich nahtlos und melodisch in das Fundament ihrer Songs einfügt. Die Kora mag manchmal wie eine Harfe klingen, dann wieder – vor allem in der Verfremdung – sich dem Keyboard annähen. Durch die Anzahl der Saiten, aber auch den bauchige Klangkörper, sind dabei kaum Grenzen gesetzt. 

Es war daher eine Menge Neugier dabei, dieses Werk auch einmal live zu erleben. Die Chance sie und ihren musikalischen Begleiter Moussa Cissokho im Rahmen eines Wohnzimmerkonzertes zu sehen, war zu verlockend. 

Wohnzimmerkonzerte sind kleine, privat organisierte Konzerte mit einer fast intimen Atmosphäre. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, die Termine werden zumeist unter Freunden und  Bekannten weiter gereicht. Der Kreis der Teilnehmer setzt sich daher sehr oft aus Stammgästen zusammen, die schon mehreren Konzerten beiwohnten. 

In Offenburg war es möglich, am Beginn einer solchen Konzertreihe mit einer Anmeldung beizuwohnen. Eine Option, für die ich im Nachhinein sehr dankbar bin. Denn die Veranstalter schufen eine ein angenehmes Arrangement, das dieses Konzert zu einem erinnerungswürdigen Event an einem regnerischen Nachmittag machte. Der Nebel hing dicht über das Land, die Kälte war draußen allgegenwärtig, doch von dem Konzert ging in diesem Rahmen eine spürbare Wärme aus. 

Moussas Spielweise der Kora, aber auch seine Stimme, die kräftig und in ihren Nuancen eine ganz eigene prägnante Färbung der Lieder von Anne Pe darstellen, erwies sich als Glücksgriff und perfekte Ergänzung. Die Kombination mit ihrem Gesang – reduziert auf das Zusammenspiel zwischen ihnen – zeigt sich als vielschichtig, angenehm zurückgelehnt und passend für den Augenblick und die Nähe, die erlebbar war.

In ihren Werken beschreibt sie die Liebe, die Symbolik eines Tonband in Berlin, aber auch traditionelles aus Westafrika – der Heimat Moussas –  fand seinen Weg in das Repertoire. So bekam die Kora einen prominenten Platz innerhalb des Konzertes, und wurde vorgestellt. Jedoch zudem ein Teil der Geschichte Westafrikas vermittelt. 

Faszinierend, und in diesem Rahmen von ihm erzählt, ist die Geschichte des Königs Abubakari II, der – so die überlieferte durch die Griots  – Brasilien bzw. Amerika im Jahre 1350 entdeckt haben soll. Da im Senegal und Mali historisches nur mündlich überliefert wurde, ist vieles für uns eher unbekannt, aber eine weitere Recherche wert. Moussa erläuterte damit in groben Zügen den Hintergrund des traditionellen Liedgutes seiner Region.

Die Reise, die das Publikum mit Anne Pe unternommen hatte, schließt Kulturen, Gefühle und ein tiefes Gefühl der Ruhe mit ein. Sie verwandelte das Wohnzimmer in eine friedliche Insel an einem trüben Novembertag. Fast gemacht für den 1. Advent. 

Ein sehr familiärer Rahmen, der ihre Musik und die Vorstellung des neuen Albums, gekonnt in einem stilvollen Kleid präsentierte.

Sie ist aktuell noch unterwegs, um ihr neues Album vorzustellen. Weitere Konzert mit Moussa sind in Planung. Näheres auf ihrer Webseite.

Externe Links

Anne Pe http://annepe.de

Moussa Cissokhohttps://www.princemoussacissokho.com/de

Anne Pe „Songs and Lines“

Anne Pe „Songs and Lines“

Anne Pe - " Songs and Lines" (CD , erscheint am 10 Oktober 2025)
Anne Pe – “ Songs and Lines“ (CD , erscheint am 10 Oktober 2025)

Ganz unterschiedliche Geschichten in verschiedenen Sprachen, erzählt Anne Pe auf ihrem neuen Album „Songs and Lines“. Musikalisch und textlich bereist sie damit komplett differente Orte dieser Welt. Ihre Wege führen sie von Berlin nach Westafrika. Dokumentiert und interpretiert findet sich das in den 13 Stücken der CD, die am 10. Oktober erscheinen wird. 

Dabei erklingen exotische Instrumente, wie die Kora – gespielt von Moussa Cissokho, ebenso wie die Djembé, eine traditionelle Trommel, in einem Song, von dem wahrscheinlich bekanntesten Spieler dieses Instrumentes, Famoudou Konaté („Brothers and Swans“).

Die Stimme angenehm, zurückhaltend, harmonisch in ihrem Gitarrenspiel und der Begleitung von Moussa eingebunden, wechselt fliessend in zwischen Englisch, Deutsch und weiteren Klangfarben. Die Verbundenheit die sie mit der instrumentalen Begleitung aus mehreren Kulturen schafft, findet damit auch textlich eine Fortsetzung. Offenbart eine Harmonie, die innerhalb ihrer Musik einem Konzept und einer Logik folgt. 

Anne Pe verwebt damit gekonnt in einer sorgfältigen Produktion Anteile der globalen Musiklandschaft, die sie im Laufe ihres Lebens beeinflusst und geprägt haben. Die Zusammenarbeit mit dem 85 jährigen Famoudou Konaté in Guina war ihr daher besonders wertvoll.

„Seit 25 Jahren begleitet mich Famoudou Konaté Musik“, erzählt Anne Pe „Alles was ich mit der Djembé gelernt habe, hatte er in den Westen getragen. Aber leider konnte ich zu der Zeit als er Professor in an der UdK in Berlin war, nicht an seinen Kursen teilnehmen, weil ich dort nicht eingeschrieben war. Mich mit ihm auszutauschen war eindeutig noch ein loser Faden in meiner Geschichte.“

Wie alle MusikerInnen unserer Tage, hatte auch für Anne Pe die Coronazeit zu einer Zwangspause und Innehalten, mit Sorgen und kreativen Versuchen, aus dem Stillstand der Kultur auszubrechen, geführt. 

Umso mehr merkt man nun dem Album, seine Reifung, rückblickende Betrachtung der Möglichkeiten und dem Setzen von individuellen Akzenten an. Anne Pe’s Erzählungen sind variantenreich, mit Farbtupfern in Selbstbetrachtung und Aufbruch geprägt. Sie führen die Hörenden durch die Reisen und Landschaften, in denen die afrikanischen Gesänge der Griots durch Moussa Cissokho ebenso erklingen, wie die weiten Spuren des Anglo-amerikanischen Folks. Behutsam ist sie dabei Reiseleiterin und Sammlerin der Töne und Möglichkeiten.

Das Werk ist geprägt von einer positiven Stimmung, die neue Hoffnung schöpft, und einen musikalischen Weg durch die Disharmonie der aktuellen Zeiten zu zeigen vermag. Zeit für die leisen Tönen seien ihr gegönnt, denn diese sollte man sich nehmen, um die Feinheiten der Arrangements wie die Pinselstriche eines Gemäldes zu erkunden.

Anne Pe wird in den nächsten Tagen in einigen Städten auf Konzertreise sein. Es finden dabei einige Konzerte statt, die eher in einem kleinen Rahmen ein Möglichkeit bieten, die Songs fast unplugged und in einer fast privaten Atmosphäre zu hören. Passend zu der nahen und verbindlichen Stimmung des Albums – das wie geschaffen dafür zu sein scheint. Strahlt es doch alle Ruhe aus, die einem Abend mit Freunden entspricht. Schaut auf ihre Webseite, nutzt die Chance. 

Am 09.05.2026 wird Anne Pe auch im Mikado, dem Kulturhaus in der Karlsruher Nordstadt, (Externer Link: https://mikadokultur.de ) spielen.

Externer Link: https://annepe.de/

Video zu „Tonband Berlin“ https://youtu.be/RGKXyvjM_68?si=Fc6lRsTWXQOAHibI

(Die CD und begleitenden Materialien wurden Jazznrhythm.com vorab von der Agentur zur Verfügung gestellt)