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Interview mit dem Vinylexpress zum 8ten Vinylflohmarkt am 16.05.2026

Interview mit dem Vinylexpress zum 8ten Vinylflohmarkt am 16.05.2026

Vinylflohmarkt in der Kulturküche
Vinylflohmarkt in der Kulturküche

Am 16.05.2026 ist es wieder soweit: Der Vinylexpress präsentiert den 8ten Vinylflohmarkt in der Kulturküche Karlsruhe. In der Kombination handelt es sich um eine einmalige und liebenswerte Tradition, über die schon auf jazznrhythm.com berichtet wurde.

Der Vinylflohmarkt ist eine Institution für Plattensammler, Vinyl-Liebhaber, aber vor allem für jene Sorte Mensch, die sich freut auch ein bißchen neben dem Mainstream zu fischen und die Händler persönlich kennen zu lernen. Dabei in einer sehr gemütlichen Atmosphäre den Tag zu verbringen.

Zu loben sind die beiden Beteiligten: Der Vinylexpress als Veranstalter, und die Kulturküche als Location, die ebenfalls ein sehr gelungenes, eigenständiges Konzept anbieten kann. Bei der Kulturküche handelt es sich um ein soziales Angebot für die Gemeinschaft. Untergebracht in einem der ältesten Häuser der Innenstadt bietet die Kulturküche einen Treffpunkt für alle an, an dem keine festen Preislisten ausliegen, sondern mit gespendeten Kuchen das gezahlt wird, was angemessen ist bzw. das Portmonee hergibt.

Es war also an an der Zeit mit Lucas vom Vinylexpress über das Konzept und die Idee hinter dem kleinen Vinylflohmarkt zu sprechen. Da er sowohl mit der Ausrichtung, aber auch der Gestaltung sehr eigene Wege geht – und der Erfolg ihm Recht gibt -war es sehr interessant, einmal die Unterschiede zu den bekannten Schallplattenbörsen aufzeigen.

Vinylflohmarkt am 16.05.2026 in der Kulturküche Karlsruhe
Vinylflohmarkt am 16.05.2026 in der Kulturküche Karlsruhe

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ich habe viele Jahre nicht in Karlsruhe verbracht und deine Vinylexpress-Zeit gar nicht mitbekommen. Ich stelle mir das so vor: Du bist mit dem Fahrrad zu Flohmärkten gefahren und hast dort Platten verkauft. Stimmt das?

Lucas (Vinylexpress):
Halb. Ich bin tatsächlich mit dem Fahrrad gefahren, aber es war ein altes Lastenrad, so eine frühe „Long John“-Variante mit Ladefläche vorne. Die wurden früher für Post oder Bäckereien genutzt. Die Idee kam von jemandem aus der Schweiz, den ich auf Instagram gesehen habe – der hat genau so Platten verkauft. Ich fand das super und habe mir innerhalb einer Woche selbst so ein Rad besorgt.

Wir haben dann eine Box draufgebaut und ich bin damit auf Flohmärkte gefahren. In der Praxis war das aber ziemlich anstrengend. Mit 200 Platten, Box und meinem eigenen Gewicht war das kaum noch fahrbar. Es sah gut aus und hatte einen starken Werbeeffekt, aber praktisch war es nicht. Deshalb hat oft ein Freund meine Platten mitgenommen und ich bin nur hinterhergefahren.

Andreas:
Warst du nur in Karlsruhe unterwegs?

Lucas:
Ja, hauptsächlich lokale Märkte, Messplatz, Stephanplatz oder kleinere Aktionen wie Hof-Flohmärkte. Aber es war insgesamt überschaubar. Später hat sich das Ganze ohnehin verlagert, weil ich einen Platz im Laden in der Südstadt bekommen habe. Dort wurde der Raum zum eigentlichen Anlaufpunkt, das Fahrrad stand eher als Blickfang davor.

Irgendwann habe ich es verkauft – kurz vor der Geburt meines Kindes. Es war schön, aber stand am Ende mehr rum, als dass ich es genutzt habe.

Andreas:
Dein Schwerpunkt liegt klar im Hip-Hop-Bereich, oder?

Lucas:
Ja. Ich komme ursprünglich aus dem Hip-Hop, habe über ein Schulpraktikum eine Radiosendung gemacht und darüber viele Künstler kennengelernt. Später habe ich auch Konzerte organisiert, vor allem im Bereich 90er-Hip-Hop. Dadurch ist die Leidenschaft entstanden, und so hat auch das Sammeln angefangen.

Mein Musikgeschmack ist privat inzwischen breiter – viel Gitarrenmusik, auch Elektronisches, ein bisschen Jazz. Aber beim Verkaufen konzentriere ich mich bewusst auf wenige Genres, vor allem 90er-Hip-Hop. Das ist der Bereich, in dem ich mich auskenne.

Vinylflohmarkt in der Kulturküche
Vinylflohmarkt in der Kulturküche

Andreas:
Warum diese klare Fokussierung?

Lucas:
Weil alles andere mich überfordern würde. Wenn du auf Flohmärkten einkaufst, müsstest du sonst jede Kiste komplett durchgehen. Das ist extrem anstrengend. Ich konzentriere mich lieber auf das, was ich kenne – da weiß ich, was Sinn ergibt, was gefragt ist und was Qualität hat.

Mir ist auch wichtig, keine Massenware zu haben. Lieber eine kleine, gut kuratierte Auswahl. Ich habe meist vier Kisten dabei, und die sollen so zusammengestellt sein, dass man nicht überfordert ist. Qualität statt Masse.

Andreas:
Du hast dich bewusst für einen Vinyl-Flohmarkt entschieden und nicht für eine klassische Börse. Warum?

Lucas:
Weil mir Börsen oft zu stressig und ungemütlich sind. Es geht dort hauptsächlich ums Verkaufen, die Atmosphäre ist häufig hektisch. Ich komme aus dem Veranstaltungsbereich und habe einen anderen Anspruch: Für mich muss ein Event als Ganzes funktionieren.

Ich wollte einen Ort schaffen, an dem man sich gern aufhält. Gute Location, Essen, Getränke, Musik – und natürlich Platten. Aber eben nicht nur als Verkaufsfläche, sondern als Treffpunkt. Auf Börsen gehst du rein, kaufst und gehst wieder. Bei mir sollen die Leute bleiben.

Andreas:
Das Konzept ist also bewusst kuratiert?

Lucas:
Ja. Ich schaue genau, wer kommt. Keine großen Händler mit riesigen Ständen, sondern eher kleinere Anbieter, Semiprofis und Privatleute. Unterschiedliche Genres, aber keine Massenware.

Mir ist wichtig, dass es eine Mischung gibt: Spezialisten, Plattenläden und auch private Verkäufer. Gerade die privaten sind spannend, weil man nie weiß, was sie dabeihaben. Das macht für mich den Flohmarkt-Charakter aus.

Andreas:
Man merkt auch, dass Händler aus dem Ausland kommen, etwa aus Frankreich. Das ist ungewöhnlich.

Lucas:
Ja, viele davon trifft man sonst nirgends. Die kommen gezielt, weil sie das Konzept mögen. Und umgekehrt wissen die Besucher auch: Da sind Leute, die man nicht überall sieht. Das schafft eine andere Dynamik als auf klassischen Börsen.

Andreas:
Ist dein Publikum anders als bei klassischen Börsen?

Lucas:
Ja, deutlich jünger und gemischter. Viele Studenten, viele Leute aus der Szene, auch Menschen, die zum ersten Mal Platten kaufen. Dazu kommen natürlich auch erfahrene Sammler, aber insgesamt ist es weniger dieses klassische „Nerd-Publikum“.

Das liegt auch daran, wie ich werbe – viel über Social Media und weniger über klassische Plakate.

Andreas:
Bleibst du bei der Kulturküche als Location?

Lucas:
Ja, solange es für alle passt. Das Konzept dort finde ich sehr besonders – viele Nischenangebote, viel Engagement, ein offener Rahmen. Das passt gut zum Flohmarkt.

Die Einnahmen aus den Standgebühren gehen komplett an die Kulturküche. Ich verdiene daran nichts, das ist bewusst so. Für mich ist das ein Hobby und ein Projekt, das sich inhaltlich stimmig anfühlen muss.

Andreas:
Planst du Erweiterungen, etwa größere Events?

Lucas:
Ich habe überlegt, im Sommer etwas Größeres oder auch draußen zu machen, vielleicht in Kombination mit anderen Veranstaltungen. Aber das ist organisatorisch nicht so einfach. Viele Locations überlegen genau, ob sich so etwas lohnt.

Grundsätzlich will ich das Format aber bewusst klein halten. Sobald es zu groß wird, verliert es seinen Charakter.

Andreas:
Wie wählst du die Teilnehmer aus?

Lucas:
Es gibt Stammleute, die ich früh informiere. Dazu kommen neue Anfragen, sowohl von Privatleuten als auch von Händlern. Ich schaue mir immer an, wer sich bewirbt und was angeboten wird.

Private Verkäufer ziehe ich oft vor, weil sie den Flohmarkt-Charakter stärken. Wichtig ist mir eine gute Mischung. Wenn es zu einseitig wird, verwässert das Konzept.

Andreas:
Also bewusst Auswahl statt „jeder kann kommen“?

Lucas:
Genau. Nicht aus Arroganz, sondern weil es sonst nicht funktioniert. Der Rahmen ist klein, und ich möchte, dass das Gesamtbild stimmt – für die Verkäufer und für die Besucher.


Mit ziemlicher Sicherheit wird auch der aktuelle Vinyl-Flohmarkt auch wieder über die Grenzen von Karlsruhe Sammler anziehen, und man darf gespannt sein, wer sich alles einfindet. Soweit bekannt wird auch der Podcast „Vinyl und“ anwesend sein und Live vom Flohmarkt berichten. Auch hier handelt es sich um ein sehr neues, für Karlsruhes Szene interessantes Konzept.

Externe Links:

Vinylexpress – https://www.facebook.com/vinylexpresskarlsruhe

Kulturküche Karlsruhe – https://kulturkueche-karlsruhe.de

Vinyl und – https://www.instagram.com/vinylund/

Plattenläden in Oslo

Plattenläden in Oslo

Oslo und Schallplatten

Oslo ist, was Plattenläden, anbelangt, sehr gut ausgestattet. Vinyl ist keine Mangelware, im Gegenteil. Wer sich auf die Suche macht, wird einiges finden. Die Läden sind durchgehend mit viel Liebe für Genres und Details befüllt, werden ausnahmslos von netten Menschen geführt und angesichts der Auswahl möchte man schwelgen.

Ich kann aktuell nicht alle besprechen. Liegt zum einen Teil an meinem kurzen Aufenthalt, aber natürlich auch daran, das ich irgendwie mein Handgepäck noch tragen muss. Die Reihenfolge in diesem Artikel ist zufällig und keine Wertung. Alle lohnen sich, und ich würde sagen: Besucht sie – wenn ihr Interesse an Schallplatten habt – auf jeden Fall.

Wie ich Platten kaufe

Einführend muss ich kurz erklären, wie ich Platten kaufe. 50 – 70% ist Wissen. Und der Wunsch einen Sammlungsschwerpunkt bzw. eine Diskografie zu vervollständigen. 30% und mehr sind ein Experiment. Bin ich in einem anderen Land, dann kaufe ich keine internationalen Schallplatten, nichts was ich daheim bekomme oder bestellen kann. Wenn ich nicht in England oder Amerika bin, dann wird der vorherrschende Angelo-amerikanische Pop- und Rocksektor komplett ignoriert. Starke Namen, große Künstlerinnen werden gezielt außen vor gelassen. Das gilt natürlich genauso für Jazz. Sicherlich entgehen mir viele Spezialpressungen. Egal. Ist so.

In Norwegen, schaue ich gezielt in das Norsk-Regal. Und natürlich in den regionalen Indie-Bereich. Norsk ist alles was norwegisch ist. Das unterscheidet sich nochmal von skandinavischer Musik. Skandinavische Musik bezieht die Nachbarstaaten mit ein. Es gibt Sortierungen, die hier nochmal weiter differenzieren nach Norsk-Metal, Norsk-Jazz und Norsk allgemein. 

Norsk-Metal ist für viele bestimmt ein Pflichtfach. Herausragend stark, etabliert und mit großen Namen bestückt. Ich habe zu wenig Ahnung davon, und bin auf Freunde angewiesen, die mir immer wieder einen Einstieg bieten. Und darin nicht müde werden.

Norsk-Jazz hat in den letzten Jahren sehr viel Popularität gewonnen, aber ist durch Labels wie ACT auch in Deutschland zu großen Teilen vertreten. Die Namen sind klangvoll, die Musik ist wunderbar, aber es ist oft kein Problem in Deutschland Online- oder regionale Stores zu finden, die sich hervorragend um dieses Genre kümmern. Im Einzelfall kann man aber durchaus hier noch Entdeckungen machen.

Wenn ich sage, das mindestens 30% ein Experiment sind, dann meine ich damit, dass ich Platten im Laden nie anhöre. Ich habe nicht die Zeit dazu, auch keine Lust. 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich Musik, wenn ich sie mir im Geschäft anhöre, einen anderen Eindruck auf mich macht. Vieles, was ich im Zusammenhang mit dem kompletten Werk am Schluss schätze, hätte ich beim Probehören missachtet. Manches hat sich erst sehr viel später in einem anderen Kontext entfaltet. Ähnlich wie Wein. Der erste Schluck aus der frisch geöffneten Flasche kann täuschen.

Ich mag das Wühlen, das Lesen der Hülle, das Wiedererkennen von wichtigen Punkte und Themen, aber darauf beschränkt sich das. Es kommt vor, dass ich auf wirklich große Mengen unbekannter Platten treffe, die ich erstmal nach dem Cover im Kopf sortiere. Ich gehe immer davon aus, dass MusikerInnen, die ein qualitativ hochwertiges Cover gestalten oder gestalten lassen, auch einen ähnlichen Anspruch an ihre Musik haben. In Ausnahmefällen mag das nicht stimmen. Aber das ist das Risiko, das ich gerne eingehe.

Gefällt mir das Cover, weil es meinem bevorzugten Genres oder ähnlichen Vorlieben entspricht, dann drehe ich es um. Welche MusikerInnen spielen welche Instrumente? Kenne ich die Namen?

Produzentinnen sind ein nicht zu unterschätzendes Kriterium. Oft taugen sie als KuratorInnen. 

Ist das Label ein Begriff? In Norwegen gibt es Jansen-Records, „Die with your Boots on“ oder Grappa, die ich sehr schätze. Weil ich weiß, dass deren künstlerische Auswahl meinen Hörgewohnheiten entspricht. 

Ist es ein großes Label, das mit einem internationalen Vertrieb ausgestattet ist (z.b. Sony), dann mache ich mir keine Sorgen, dass ich diese Platte nötigenfalls auch daheim bekomme. Zugunsten regionaler Produkte bleibt sie also im Regal.

Mein erster Besuch in Oslo, vor einigen Monaten, führt dazu, dass ich drei Plattenläden innerhalb von einer halben Stunde besuchte, und trotzdem mit einem beachtlichen Stapel nach Hause flog. Und ich war von keiner Scheibe enttäuscht. Im Gegenteil, manche KünstlerInnen sind mir mittlerweile lieb und teuer. Jetzt versuche ich die Sammlung zu vervollständigen.

Die Plattenläden:

Tiger Records

Externer Link: tigernet.no

Bernt Ankers Gate 10

Tiger Records, Oslo

Der kleine, in Gelb gehaltene Laden war die größte und schönste Überraschung dieses Mal. Ein wirklich nettes Team, das mir ausführlich den Hintergrund und die Schwerpunkte erklärte. Tiger Records ist mehr als ein reiner Plattenladen. Im Verbund mit einem Label und Vetrieb beliefern sie die anderen Läden mit eigenen Produktionen.

Wer sich nicht auskennt, in der norwegischen Musikszene, dem sei der Einstieg über diesen gepflegten Laden empfohlen. Neben einer guten, schnell überblickbaren Präsentation der Neuheiten macht man sich die Mühe neue Platten mit einer Art Obi im Verkauf auszustatten. Eine gelbe Papierschlaufe informiert über die Richtung, die Art, den Hintergrund der Platte, aber auch an welche Fans es sich richtet, in dem vergleichbare Artists aufgeführt sind. 

Sehr hilfreiches und schätzenswertes Feature, das mir eine Orientierung im reichhaltigen Angebot bot. Die „Obi“-Schlaufen sind leider, handgefertig, nur im Verkauf zu Werbezwecke, und werden von den Platten, wenn man sie erwirbt, abgenommen. Wahrscheinlich hätte ich sie selbst in der heimischen Sammlung als Erinnerung behalten. Sie machen das gut. Sie können das beibehalten. Hat mir sehr geholfen.

Sie führen, neben den eigenen Produktionen, natürlich auch internationale und regionale Platten. Hauptsächlich neue Veröffentlichungen und dabei erstaunlich viel seltenes. Tiger Records ist eine Fundgrube. Sehr liebevoll gestaltet, mit Sinn fürs Detail und einem sehr netten persönlichen Kontakt.

Råkk and Rålls Second Hand Shop

Stortingsgata 8

Für Råkk and Rålls fährt man in den Untergrund. Ist wahrscheinlich der einzige Second Hand Store, den ich kenne, der eine eigene Rolltreppe hat. Wer Zeit hat – hier kann man Stunden verbringen. Alle Genres, jeder Bereich. Inklusive Subgenres.

Råkk and Rålls in Oslo

Die Tiefe ist erschöpfend. Hier bemerkte ich erstmals, dass man skandinavische Musik bitte nicht mit Norsk verwechseln soll, denn beides sind übervolle Regal mit ganz anderen Schwerpunkte. Wer obskures oder seltenes sucht – ganz egal aus welcher Richtung – hier findet sich bestimmt was. 

Råkk and Rålls liegt ausgesprochen zentral, nahe an touristischen Anlaufpunkten, und der Fußgängerzone. Es wird international empfohlen und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Der Ort zum Eingraben und die Zeit zu vergessen.

Ich suchte Platten von Malin Pettersen, die ich in Deutschland sowieso nur schwer bekomme, und hier fand ich ein Exemplar mit einem Autogramm. Ich habe es nicht gewagt etwas brasilianisches zu suchen, und die Finger von allem gelassen, das man Herz aus dem internationalen Bereich begehrt. Ich hätte mit Sicherheit etwas gefunden. Bei Råkk and Rålls schreckt man nicht vor Künstlern zurück, die vielleicht über Jahre im Regal stehen. Das ist etwas, was man nicht vergessen darf: Nur damit werden manche Sortimente wertvoll, wenn sich darin auch Sachen finden, die 90% der Kundschaft einfach stehen lässt bis die eine Person kommt, die die Sparte liebt.

Es gibt natürlich auch verschiedene Preiskategorieren, sehr viele Angebote und ein Wust aus Merchandise-Artikel, die einfach mitgeführt werden. Råkk and Rålls ist für diejenigen, die den Second-Hand-Himmel lieben und ihr Glück suchen. 

Platekompaniet

Externer Link: www.platekompaniet.no

Storgata 19

Das Platekompaniet bietet zu 100% Neuware an. Alle Richtungen, gut vorgestellt, mit einer übersichtlichen, sauberen, geradezu verschwenderischen Präsentation. Ein vergleichsweise modernes Ladenkonzept, das Raum und Platz bietet, um Wertigkeit der Platten zu unterstreichen. 

Platekompaniet ist damit einer jener Orte, die schnell erfassbar, klar strukturiert und professionell wirken. Alles was  aktuell und wichtig ist, findet sich darin. Regional, überregional, und schnell durchschaubar. 

Auch hier ist das Norsk-Regal nicht zu unterschätzen, aber der Schwerpunkt liegt eindeutig im internationalen Bereich. Und dabei auch im Hip-Hop, Adult Pop-Rock oder Electronic-Segment. 

Dadurch unterscheidet sich Platekompaniet von den meisten Geschäften. Zwar sind die Schallplatten der Schwerpunkt, aber durch Aufbau und Struktur, sowie der Auswahl an neuen CDs und anderen Produkten geht es hier eher um die Gegenwart und Zukunft des Medienverkaufs. Wer gezielt Neuheiten sucht, eventuell von der Presse und der Rezensionen mancher Ausgaben angefixt ist, kommt nicht daran vorbei. 

Vom Bahnhof kommend, kann es als ersten Anlaufpunkt dienen. Zum schwärmen und viel zu viel Geld ausgeben. Passiert einfach.

Platebutikken Big Dipper

Externer Linkbigdipper.no

Møllergata 3a

Mein erster Besuch im Big Dipper – vor einigen Monaten – war wuchtig und kurz. In der Osloer Innenstadt angesiedelt und vom Bahnhof aus in einer Viertelstunde zu erreichen. Es kommt vor  – das war der Fall, als ich zum ersten Mal betrat – dass lokale Bands ihre Platten mit einem kleinen Konzert vorstellen. Schönste Musik, wunderbares Americana, aber es war voll und ich hatte großes Glück, dass ich direkt an der Tür auf das Norsk-Regal stieß. 

Betritt man den Big Dipper Record Store, so trifft man sofort auf die regionale Musik, gut sortiert nach Norsk, Norsk-Jazz und Norsk Metal. Selbstverständlich sind auch alle anderen Richtungen, internationale Musik und Vorstellungen der Neuerscheinungen sehr übersichtlich und mit guten Durchgängen vertreten. 

Big Dipper führt vorzugsweise Neuware, und einen überschaubaren Gebrauchtanteil. Neuware ist Genremäßig auf Aufstellern und Wandregalen gut präsentiert und schnell zu erfassen. Regionale Musik rangiert in der Vorstellung zwischen den internationalen Künstlern und überhaupt ist die Gleichstellung und die Schwerpunkte sehr erfrischend. Und natürlich lobenswert. 

Herausragend und geschätzt ist, wie schnell man sich in dem kompletten Laden zurecht findet. Trotz der Fülle, den vielfältigem Angebot ist es einfach zu überblicken, hat klare Strukturen und eine ansprechende helle Gestaltung.