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Schlagwort: Singer-/Songwriterin

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Es war noch einer dieser lauen Frühsommertage, die der Mai der Stadt gönnte. Die Fenster standen weit offen, so die Klänge der Probe schon früh durch das ehemalige amerikanische Viertel klangen. Das Mikado liegt am Ende einer Straße, die einst von den US-Soldaten als Hauptquartier in Karlsruhe genutzt wurde. Heute beherbergt das Gebäude ein Kulturgebäude mit einer englischsprachigen Bibliothek, Gastronomie und Veranstaltungsräume.

Anne Pe ist eine Singer-/Songwriterin aus Offenburg, die zusammen mit dem Koraspieler Moussa Cissokho und dem Bassisten Tobias Hölscher in dem Kulturzentrum in der Nordstadt gastierte. In der Kombination aus Stehbass, Gitarre, sowie dem afrikanischen Instrument und ihrer Stimme gewannen die Songs ein angenehmes Volumen und Eingängigkeit.

Die Kora, die sicherlich zu einem der ungewöhnlichsten Instrumente zählt, unterstrich dabei mit ihren Harfenähnlichen Klängen die Möglichkeiten, die sich aus der ungewöhnlichen Verbindung ergeben. Anne Pe Stücke sind geprägt von der angloamerikanischen Folk- und Popmusik, wandern auf diesem Grad selbstsicher mit einer ausdrucksstarken jungen Stimme, und nutzen in ihrer Klangfarbe verschiedene Sprachen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie innerhalb ihrer Lyrics von Deutsch auf Englisch wechselt, aber auch mal französisch intoniert oder italienisch singt. 

Dieser unbefangene Umgang mit den Eigenheiten und Prägungen aus verschiedenen Kultur-Räumen, setzt sie innerhalb der musikalischen Begleitung fort. 

Das ihr das erstaunlich unbeschwert und leicht gelingt, bewies sie auch bei ihrem Auftritt im Mikado, als die Einflüsse aus dem Senegal in ihren Werken markante Punkte setzte. So wob sich der er Gesang von Moussa, der sie in der Sprache der Griots bei einem traditionellen Lied aus der Heimat seiner Ahnen unterstützte, in das Programm des Abends bündig ein.

Überhaupt ist Anne Pe eine Leidenschaft und tiefes Verständnis für das Handwerk des Songwriting anzumerken. Ihre Stücke wirken sowohl geschnitzt, wie geschmiedet und geschliffen, aber vor allem in jeder Art auf ihre Tauglichkeit geprüft und ausgereift. Da war jemand, die an ihrem Liedgut gefeilt hatte und es in mannigfaltiger Ausprägung zu interpretieren wußte. 

Begleitet von ihren beiden Mitspielern zeigte sich ihr Album als vielseitiges Kleinod, das in verschiedenen Kombinationen zu bestehen wußte. Dass man gleichzeitig etwas über die Geschichte des Senegals, den Vorfahren von Moussa und die mündliche Übertragung deren Gesänge erfuhr, zeichnete die Bühnenpräsenz der kleinen Gruppe aus.

Das sie es schafften, ein fast volles Mikado zu begeistern und dabei ein entspanntes, ruhiges Konzert mit eingängigem Material zu präsentieren, bewiesen sie dem Publikum. Offenburg ist nahe genug, um auf eine Wiederholung zu hoffen, die sich sicherlich bald wieder ergeben wird. 

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Es war noch einer dieser lauen Frühsommertage, die der Mai der Stadt gönnte. Die Fenster standen weit offen, so die Klänge der Probe schon früh durch das ehemalige amerikanische Viertel klangen. Das Mikado liegt am Ende einer Straße, die einst von den US-Soldaten als Hauptquartier in Karlsruhe genutzt wurde. Heute beherbergt das Gebäude ein Kulturgebäude mit einer englischsprachigen Bibliothek, Gastronomie und Veranstaltungsräume.

Anne Pe ist eine Singer-/Songwriterin aus Offenburg, die zusammen mit dem Koraspieler Moussa Cissokho und dem Bassisten Tobias Hölscher in dem Kulturzentrum in der Nordstadt gastierte. In der Kombination aus Stehbass, Gitarre, sowie dem afrikanischen Instrument und ihrer Stimme gewannen die Songs ein angenehmes Volumen und Eingängigkeit.

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Die Kora, die sicherlich zu einem der ungewöhnlichsten Instrumente zählt, unterstrich dabei mit ihren Harfenähnlichen Klängen die Möglichkeiten, die sich aus der ungewöhnlichen Verbindung ergeben. Anne Pe Stücke sind geprägt von der angloamerikanischen Folk- und Popmusik, wandern auf diesem Grad selbstsicher mit einer ausdrucksstarken jungen Stimme, und nutzen in ihrer Klangfarbe verschiedene Sprachen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie innerhalb ihrer Lyrics von Deutsch auf Englisch wechselt, aber auch mal französisch intoniert oder italienisch singt. 

Dieser unbefangene Umgang mit den Eigenheiten und Prägungen aus verschiedenen Kultur-Räumen, setzt sie innerhalb der musikalischen Begleitung fort. 

Das ihr das erstaunlich unbeschwert und leicht gelingt, bewies sie auch bei ihrem Auftritt im Mikado, als die Einflüsse aus dem Senegal in ihren Werken markante Punkte setzte. So wob sich der er Gesang von Moussa, der sie in der Sprache der Griots bei einem traditionellen Lied aus der Heimat seiner Ahnen unterstützte, in das Programm des Abends bündig ein.

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Überhaupt ist Anne Pe eine Leidenschaft und tiefes Verständnis für das Handwerk des Songwriting anzumerken. Ihre Stücke wirken sowohl geschnitzt, wie geschmiedet und geschliffen, aber vor allem in jeder Art auf ihre Tauglichkeit geprüft und ausgereift. Da war jemand, die an ihrem Liedgut gefeilt hatte und es in mannigfaltiger Ausprägung zu interpretieren wußte. 

Begleitet von ihren beiden Mitspielern zeigte sich ihr Album als vielseitiges Kleinod, das in verschiedenen Kombinationen zu bestehen wußte. Dass man gleichzeitig etwas über die Geschichte des Senegals, den Vorfahren von Moussa und die mündliche Übertragung deren Gesänge erfuhr, zeichnete die Bühnenpräsenz der kleinen Gruppe aus.

Das sie es schafften, ein fast volles Mikado zu begeistern und dabei ein entspanntes, ruhiges Konzert mit eingängigem Material zu präsentieren, bewiesen sie dem Publikum. Offenburg ist nahe genug, um auf eine Wiederholung zu hoffen, die sich sicherlich bald wieder ergeben wird. 

Externe Links:

Anne Pe – https://annepe.de

Moussa Cisshoko – https://www.princemoussacissokho.com/de

Tobias Hölscher – https://www.backstagepro.de/musiker/tobias-hoelscher-kontrabassist-nordrach-1sw5YP86w4

Mikado – https://mikadokultur.de

Lady Blackbird (Support Lia J) im Tollhaus am 29.04.2026

Lady Blackbird (Support Lia J) im Tollhaus am 29.04.2026

Lady Blackbird (Support Lia J) im Tollhaus am 29.04.2026
Lady Blackbird (Support Lia J) im Tollhaus am 29.04.2026

Lia J hatte wohl nur zwei Tage vorher von ihrer Chance erfahren als Support von Lady Blackbird in Karlsruhe auf der Bühne zu stehen. Ohne Band, nur mit Gitarre und Ukulele, sowie einer virtuellen Begleitung durch ihr Notebook, wagte sie sich auf die Bühne. 

Ein Vorprogramm war nicht angekündigt, ihr Name dem Großteil der Anwesenden unbekannt und dennoch – Lia J wusste die Bühne zu nutzen. Kraftvolle Stimme, ein unbekümmerter Charme und die Möglichkeit auf spontane Zurufe zu reagieren gehörten zu den Punkten auf ihre Habenseite. So war es kein Wunder, dass sie das Publikum, das eigentlich auf Lady Blackbird wartete kurzweilig und erfolgreich unterhielt. 

Als Singer/Songwriterin, normalerweise mit einer Band unterwegs, war es vor allem ihre Stimme, die in den Bann zog und die knappe Stunde, die ihr zur Verfügung stand, zu einem Bündel eingängiger Songs zusammen schmelzen ließ. Lia J bot ein Repertoire an, dass sich sowohl der spanischen, wie englischen Sprache bediente. 

Lady Blackbird (Support Lia J) im Tollhaus am 29.04.2026
Lady Blackbird (Support Lia J) im Tollhaus am 29.04.2026

In der dargebotenen Form clever ausbalancierte Popsongs, die mit der prägnanten Kraft ihres Gesangs an Persönlichkeit gewannen und in der Darbietung entsprechend schnell die Anwesenden für sie einnahmen. War dann auch kein Wunder, dass Alle zum mitsingen bereit waren, somit der Boden für Lady Blackbird vorbereitet war und alles qualitativ locker zueinander passte. 

Spricht man von Lady Blackbird, so bleibt es nicht aus, zumindestens in zwei Worten auf ihr Outfit einzugehen. Schon immer waren ihre Auftritte geprägt von ihrer Ausstrahlung und ihren phantasievollen Gestaltungen. Barfuss, bekleidet mit einer bestickten Jacke, an deren Schultern ausladende Pfauenfedern angebracht waren, offenbarte sich in Stimme und Präsenz wieder: Hier ist die Queen des aktuellen Souls, mit einem Können, das nicht viel Begleitung braucht, aber sich mit allen messen kann. 

Nahbar, unaufgeregt, begleitet von 3 Bandmitglieder (Gitarre und Piano, Bass und Drums) bewies sie, dass sie jedem Ruf gerecht werden konnte. So war es eine Reise durch ihre bisherigen Veröffentlichungen, auf den Kern herunter gebrochen, und eine Stippvisite in Cover und Songs ihres nächsten Albums. Material, das ihre gesanglichen Leistungen in den Vordergrund stellte und dem Funk genug Platz ließ.

Mit „Come together“ leitete sie nach der erste Hälfte in einen Instrumentalpart, den ihre Band mit Bravour meisterte, schälten sie doch die groovigsten Anteile heraus, steigerten sie furios, klangen dann eher wie eine Fusion-Band aus dem Jazz-Rock-Lager, die dem Funk nicht abschwören wollten, aber holten Lady Blackbird damit natürlich auch wieder auf die Bühne. 

Lady Blackbird (Support Lia J) im Tollhaus am 29.04.2026
Lady Blackbird (Support Lia J) im Tollhaus am 29.04.2026

Im zweiten Teil lockerte sich die Rhythmen auf, nahm das Tempo etwas zu, waren die Riffs tanzbarer – Melodien, die die Füße lockten und die weite Spannbreite ihrer Titel zeigte. Anzumerken ist, wieviel Spaß ihr das Konzert machte, wie locker sie von einer Verwechslung erzählte, die ihr die Niederländer verziehen, als sie sie diese dereinst mit „Hallo Germany!“ begrüßte. 

Die Aufregung der frühen Jahre war sichtlich gewichen und die Bühnenpräsenz vom Augenzwinkern und Flirt mit dem Publikum geprägt. Hier war die Lady, hier war der Soul, und selbst der vielbesungene „Major Tom“ wurde zu einer kleinen Hymne und dunklen Ballade.

Lady Blackbird war die Entertainerin und der klangvolle Paradiesvogel des Neo-Soul. Die Frau, die die Flagge hochhält, der die Sympathie entgegen fliegt und mit einem ausgeklügelten, guten Set aufwarten konnte. 

Externe Links:

Lady Blackbird –https://www.ladyblackbird.com

Lia J – https://lia-j.com

Tollhaus – https://www.tollhaus.de

Liv Solveig (& Nico Schnepf) beim Tollhaus Jahresempfang am 19.04.2026

Liv Solveig (& Nico Schnepf) beim Tollhaus Jahresempfang am 19.04.2026

Liv Solveig (& Nico Schnepf) beim Tollhaus Jahresempfang am 19.04.2026

Eigentlich nur ein Teaser, und daher wenig um das man viele Worte machen sollten: Trotzdem – es sei erwähnt: Liv Solveig ist ein erstaunliches Talent, dass in nur drei Songs eine Bandbreite an stimmlichen und spielerischen Fähigkeiten zeigte, die neugierig machen.

Auf dem Jahresempfang des Tollhauses, für den sie eigentlich nur ein Teil des Rahmenprogramms darstellten, präsentierten sich Liv Solveig und Nico Schnepf als ein eingestimmtes Duo, und dennoch auf die zusammen geschrumpfter Version des aktuellen Vereinsheims. Den darum ging es: Das Vereinsheim, eine Veranstaltung, die mit wechselnden Gastmusikern in regelmäßigen Abständen stattfindet, hat dieses Mal Liv Solveig in ihre Mitte genommen. 

Nico Schnepf, am Piano einer des Vereinsheim-Stampersonals, liess sich zusammen  mit ihr, dazu überreden an dem morgendlichen Jahresempfang teilzunehmen. Der Jahresempfang ist der Rückblick und die Vorausschau des Wirkens des Tollhauses. Es bedarf eine größeren Textes, dieses noch mal gesondert vorzustellen, daher sei hier nur darauf eingegangen: Liv Solveig gastiert mit dem Vereinsheim an zwei Abenden im Tollhaus, stellt dabei ihre Songs vor, spielt Geige, und schaffte es in dieser kurzen Vorstellung genug Energie reinzulegen, um sowohl einer solchen Veranstaltung den richtigen Auftakt zu geben, aber auch zu zeigen, dass es sich bei ihr um eine Künstlerin handelt, die kraftvolles, ausgeklügeltes Material mitbringt.

Hat selbst in dieser Kombination alles was es braucht.

Nico Schnepf hatte sich vor einigen Woche schon mal mit Flavian Graber als ein Musiker gezeigt, der flexibel mit Anforderungen umgehen kann, für Begleitungen den richtigen Ton findet, und wahrscheinlich vor keinem Tasteninstrument zurückschreckt. 

Liv Solveig gastiert mit einem neuen Album in Karlsruhe, und wenn jemand noch Zeit hat, diesen Artikel gerade liest, dann heißt es sputen: Heute abend ist sie nochmal im Tollhaus. Ansonsten gastiert sie in einigen Wochen solo in unserer Stadt. Hiermit empfohlen. Offiziell.

Externe Links:

Liv Solveig – https://livsolveig.com

Tollhaus –https://www.tollhaus.de

Interview mit Anne Pe (zu ihrem Konzert im Mikado am 09.05.2026)

Interview mit Anne Pe (zu ihrem Konzert im Mikado am 09.05.2026)

Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025
Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025

Anne Pe fiel mir vor einigen Monaten als Songwriterin auf. Sie geht mit ihrem Konzept einen sehr eigenen Weg, der ihr in der hiesigen Musiklandschaft ein Alleinstellungsmerkmal gibt. So fließen verschiedene Sprachen in ihre Texte, aber auch afrikanische Elemente in die Musik ein. Ihre Stücke, präsentiert mit der Gitarre und der Kora, gespielt von Moussa Cissokho, sowie Tobias Hölscher am Kontrabass, gewinnen dadurch – neben einer überzeugenden Eingängigkeit – ein  durchaus interessantes Klangspektrum.

Durch die Vielseitigkeit der Kora ist es möglich, sowohl berührende Harfenklänge, wie auch rhythmische  Elemente einfliessen zu lassen. In der Kombination ein Glücksgriff für alle Beteiligten und das Publikum.

Eine Besprechung ihres aktuellen Albums „Songs and Lines“ findet sich, ebenso wie ein Rückblick auf ein Wohnzimmer-Konzert, weiter unten.

Am 09.05. ist sie in Karlsruhe im Mikado zu Gast, und im Vorfeld hatte ich schon mal die Möglichkeit mit ihr in ihrer Heimatstadt Offenburg ein Interview zu führen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Zum Einstieg etwas, dass mir auffiel, du singst auf dem Album in mehreren Sprachen?

Anne Pe:
Ja, im Song „John Bear“ singe ich überwiegend auf Deutsch, mit einigen Zeilen auf Englisch und am Schluss auf Französisch. In „Malinalli“, dem längsten Stück des Albums, gibt es einen spanischen Abschnitt. Ein neuer Song ist auf Italienisch. Und dann singe ich gelegentlich auch in der Sprache von Moussa Cissokho mit, die ich zwar nicht beherrsche, aber phonetisch gelernt habe.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wenn du sagst, dass du Moussas Sprache nicht beherrschst – wie sieht es mit den anderen aus?

Anne Pe:
Englisch spreche ich sehr gut, Französisch ebenfalls fließend, auch wenn es bei Spezialthemen anspruchsvoller wird. Spanisch beherrsche ich auf einem touristischen Niveau, sodass ich mich in einem spanischsprachigen Land gut verständigen kann. Italienisch verstehe ich ein wenig und kann mich im Alltag zurechtfinden.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist das Begabung oder hast du längere Zeit in diesen Ländern verbracht?

Anne Pe:
Ich war mit Anfang zwanzig zweieinhalb Monate in Spanien. In Berlin hatte ich zuvor spanischsprachige Freunde, von denen ich die Grundlagen gelernt habe. Vor Ort wurde ich dann ins kalte Wasser geworfen – etwa, als ich zehn Tage lang in einem Meditationszentrum mit einer Gruppe Spanier gekocht habe. Da musste ich die Sprache anwenden.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ich hatte den Eindruck, dass du Sprachen auch als klangliches Element einsetzt. Jede hat ja ihre eigene Farbe.

Anne Pe:
Ja, absolut. Es freut mich, dass du das bemerkt hast. Die Klangfarbe einer Sprache spielt für mich eine große Rolle und beeinflusst meine musikalischen Entscheidungen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie reagieren die Zuhörer darauf?

Anne Pe:
Bislang gab es nur positive oder neutrale Reaktionen. Das dreisprachige Lied „John Bear“ lief sogar mal im französischen Radio und auf einer brasilianischen Spotify-Playlist. Das zeigt, dass Musik oft über die Sprachbarrieren hinaus wirkt.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Bringt es dir etwas, auf Playlists vertreten zu sein?

Anne Pe:
Ja, definitiv. Dadurch erreicht man neue Hörer. Über den Artist-Account kann ich Statistiken einsehen und sehe, wo meine Musik gehört wird. Es ist schön zu entdecken, dass jemand in Stockholm oder Vancouver ein Lied hört.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist das nachhaltig? Wird man durch Playlists populär?

Anne Pe:
Das ist schwer zu sagen. Vieles hängt vom Algorithmus ab. Aber die Präsenz sorgt für Sichtbarkeit und neue Kontakte. Wenn etwas im Radio gespielt wird, erfährt man meist davon – etwa über Promoter oder Musikredakteure.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Welchem Genre würdest du deine Musik zuordnen?

Anne Pe:
Am ehesten dem Folk. Allerdings mit Einflüssen aus Indie, Pop und World Music. Ich sehe mich als Singer-Songwriterin mit einer klaren folkigen Heimat.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Welche Einflüsse haben dich geprägt?

Anne Pe:
In meiner Kindheit hörte ich durch meine Mutter Künstler wie Joan Baez, Leonard Cohen, Cat Stevens, Joni Mitchell und Hannes Wader. Später kamen Tracy Chapman, Suzanne Vega und Elliott Smith hinzu. Auch die Grunge-Ära der 90er hat mich geprägt.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du hast Hannes Wader erwähnt. Das Genre der Liedermacher gerät zunehmend in Vergessenheit.

Anne Pe:
Ja, und es hat mich stark beeinflusst – auch in meiner Wahl der Gitarre. Bei einem Auftritt habe ich sogar ein kleines Hannes-Wader-Set mit neu arrangierten Liedern präsentiert.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Moussa Cissokho und der Kora?

Anne Pe:
Ich habe ihn 2018 im Spitalkeller gehört und war vom Klang der Kora fasziniert. Als ich mein neues Album plante, fragte ich ihn an. Er war interessiert, und so entstand die Zusammenarbeit.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du kombinierst Folk mit einem westafrikanischen Instrument. Das ist ungewöhnlich.

Anne Pe:
Ja, aber es passt sehr gut. Moussa bringt die World-Music-Elemente ein, aber vorallem passt es sehr gut, weil wir ähnliche „musikalische Werte“ und Vorstellungen haben. So auch mit meinem longtime Musikerkollegen dem Kontrabassisten Tobias Hölscher. Diese Mischung ergänzt sich wunderbar.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Dein neues Album ist dein zweites. Das erste erschien 2017. Warum hat es so lange gedauert?

Anne Pe:
Es gab Verzögerungen durch Terminprobleme und die Pandemie. Rückblickend war es gut, denn einige Stücke konnten reifen. So entstand beispielsweise die Zusammenarbeit mit Famoudou Konaté erst in dieser Zeit.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Was kommt zuerst – Text oder Melodie?

Anne Pe:
Meist entstehen beide gemeinsam, immer mit der Gitarre. Nur selten schreibe ich zuerst den Text.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist Songwriting für dich eine Eingebung?

Anne Pe:
Ja, oft. Es ist ein besonderer kreativer Zustand, der viele Künstler fasziniert und glücklich macht.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du arbeitest auch beruflich mit Musik. Was genau machst du?

Anne Pe:
Ich arbeite als Musiktherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie und begleite Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Und ich gestalte Klangreisen und Singkreise

Andreas (Jazznrhythm.com):
Beeinflusst diese Arbeit deine Musik?

Anne Pe:
Ja. Mir ist wichtig, Musik zu schaffen, die berührt und beruhigt. Meine Lieder sollen Menschen ansprechen und ihnen Raum zur Identifikation geben.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie stehst du zu Social Media?

Anne Pe:
Ich nutze es bewusst und dosiert. Es ist eine wertvolle Plattform, um mit meinem Publikum in Kontakt zu treten, darf aber nicht zu viel Raum einnehmen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie beurteilst du die heutige Musiklandschaft?

Anne Pe:
Sie hat zwei Seiten. Streaming erschwert es, vom Verkauf zu leben, bietet aber gleichzeitig große Chancen, unabhängig Musik zu veröffentlichen und ein internationales Publikum zu erreichen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Das bedeutet viel Eigenarbeit.

Anne Pe:
Ja, das Do-it-yourself-Prinzip ist anstrengend, schenkt aber kreative Freiheit und Selbstbestimmung.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Was habe ich vergessen zu fragen?

Anne Pe:
Ich freue mich, wenn du erwähnst, dass wir im Mikado auftreten werde und dass man uns auch für privat organisierte Wohnzimmerkonzerte buchen kann.

Externe Links:

Anne Pe-https://annepe.de

Kulturhaus Mikado – https://mikadokultur.de