Der Spieler – Teil 12

Der Spieler – Teil 12

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der zwölfte Teil, indem alles viel genauer wird, aber auch schrecklich und blutig.

Andreas Allgeyer. 02.02.2026

„Habe ich Beweismittel vernichtet?“

Ich würgte. „Kannst du die Hose bitte waschen?“

„Leerst du bitte vorher die Taschen?“

Ich griff in die hintere Gesäßtasche. Entnahm den Geldbeutel, fächerte ihn kurz auf. Sah bescheiden aus, aber komplett. Sehr übersichtlich. Karten, Scheine, Fotos. Alles da. Die Cargotaschen links und rechts waren verschlossen, schienen aber leer.

Ich griff in die rechte Tasche. Sie war leer. Ich konnte mich getäuscht haben. Öffnete die linke. Griff hinein. Leer. Das musste nichts bedeuten.

„Es sieht aus, als hättest du im Schlamm gekniet.“

„Es sieht aus, als hätte sie jemand durch den Schlamm gezogen.“

„Oder so.“

„Was mich wundert, das sind eher die anderen Flecken.“

„Die dunklen?“

Ich deutete auf einen. In der Höhe des Gürtels bevölkerten sie wie Ameisen den Stoff. Viele kleine Flecken. 

„Ja.“

Sie wirkten wie Sommersprossen. Der Schlamm war großflächig, bedeckte die Beine krustig und bröckelte an manchen Stellen. Ich merkte, das meine Hand zitterte. Eine leichte Panik überfiel mich. Mein Verstand sagte mir, dass alles nicht stimmen konnte, aber in meinem Magen rotierten die Steine. Die Finger wurden eiskalt. Auf der Stirn bildeten sich bereits Schweißtropfen. 

Ich wußte, dass es keine dunklen Flecken waren. Ich wollte es nur nicht aussprechen.

„Es ist Blut.“ So kühl, wie es klang, war dennoch jedes Wort ein Schlag, der mich erschütterte. Ich kannte das. Das dunkle Blau der Hose verwandelte Blutspritzer in dunkle Flecken. Wer sich damit beschäftigte, mochte ein Auge dafür haben.

Die obere Hälfte der Hose war übersät davon. Manche so groß wie ein Mückenfleck, andere glichen mehr geplatzte Wassertropfen. Alle vom Stoff eingesogen, und in Unmengen vorhanden. 

Was ich mir zusammen reimte, machte die Geschichte nicht angenehmer. Die Quelle musste nahe gewesen sein, doch sicherlich auch eine Armlänge entfernt. Zu klein und zu vielfach waren die Tropfen verteilt. Eine geöffnete Ader mochte so spritzen. Forensisch vollkommen ahnungslos versuchte ich mir zu erklären, was vorgefallen war.

Die Gabel war nicht in den Taschen. Weder links noch rechts. Über den Tatverlauf gab es keine Aussagen. Ich saß im Schlafanzug am Küchentisch. Roch nach Nacht und Schlaf, nach Kneipe, und Bier. Mein Atem schmeckte wie ein Pfuhl und der Fußboden begann zu rotieren. 

Inge nahm mir die Hose ab. „Ich weiche die Hose ein!“


„Du landest in der Zelle neben mir!“

„Scheiß drauf, wir sind zu alt, als dass uns das was ausmacht.“

Das Smartphone kündigte eine neue Nachricht von Cörd an. Ich wollte das Display nicht berühren.Er hatte gesehen, dass ich den Kram gelesen habe. Es war mir sehr unangenehm. 

„Ruf mich an!“

„Lass mich in Ruhe!“ fluchte ich und legte das Teil beiseite.

Fünf Minuten später rief ich ihn an.

„Klaus, bist du da?“

„Ja.“

„Was für eine Scheiße hast du gemacht? Was für eine gottverdammte Scheiße hast du gebaut.“

Ich schnappte nach Luft. Genau das, womit ich gerechnet habe.

„Cörd!“

„Du hättest ihn doch nicht umbringen müssen! Verdammt, es ist doch nur eine Platte…!“

„Cörd!“

„Wie konntest du das tun!“

„Cörd!“

„Mit einer Gabel!“

Ich zuckte zusammen, liess das Handy in meinen Schoss fallen, fixierte die Sonne und es wäre vollkommen okay gewesen, wenn es das letzte gewesen wäre, was ich gesehen hätte.

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