Der Spieler – Teil 13

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der dreizehnte Teil, indem es viel zu sehr um Gabeln und Freund geht, aber auch irgendwie um Sex oder der Sehnsucht nach Liebe.Andreas Allgeyer.03.02.2026
„Das mit der Gabel stand nicht in dem Bericht. Woher hast du das?“
„Das wird auch nicht darin stehen. Täterwissen.“
„Cörd, nur Täter haben Täterwissen. Darum geht es.“
Er kichert.
„Ich bin dir nicht böse, Klaus. Ich finde es eine Schande. Aber mir tut es leid. Ich habe dich da mit reingezogen. Ich hätte es wissen müssen. Du denkst manchmal einfach nicht nach. Du schaltest dann komplett ab. Das war schon immer so.“
„Cörd, woher weißt du das mit der Gabel?“
Er schwieg kurz. Schnaufte lautstark. Ich dachte, ich muss das Smartphone durch das Fenster werfen. Ich spürte meinen Puls in den Schläfen. Bis hinunter zu den Fußspitzen. Ich dachte, ich drehe durch.
„Du kennst ihn auch.“
„Wen kenne ich, Cörd?“
„Den Angler. Das ist der Kurt. Kurti. Kurti, der Schleimer.“
12 Jahre alt. Leberwurstpausenbrote. Aus der heimischen Metzgerei. Auch ein Grund warum sich Cörd Cörd nannte.
„Scheisse.“
„Ja. Du wolltest ja nicht in der WhatsApp-Gruppe bleiben.“
„Idioten.“
„Genau, alles Idioten. Aber genau das was Kurti brauchte. Hat dort alles haarklein erzählt. Ich wußte nicht mal, dass es dort Welse gibt.“
„Will ja auch keiner, schmecken total nach Schlamm.“
„Man muss sie wässern. Du hast keine Ahnung.“ Er machte eine kleine, viel zu dramatische Pause. Ich hörte ihn leise durch die Zähne pfeifen.“ Egal, Kurti macht das seit Jahren. Genau an der Ecke. Beste Welse. Schreibt Kurti. Haarklein. Er postete sogar ein Rezept dazu. Ich glaube, der kennt sich aus. Aber im Ernst, Klaus: Mit einer Gabel, Klaus, wieso mit einer Gabel?“
„Cördi hör auf mit dem Scheiß. Ich habe niemand umgebracht! Zumindestens kann ich mich nicht daran erinnern.“
„Wieso eine Gabel? Wo warst du? Was habt ihr gemacht? Sowas findet man doch nicht im Altrhein.“
„Man findet alles im Altrhein.“
Cördis chwieg für einen Moment. „Aber wieso…“
„Ich habe vorher einen Dönerteller gegessen.“
„Du hast ihn mit einer Döner-Teller-Gabel erstochen? Bist du blöd? Die werden deine DNA, deine Fingerabdrücke…“
„Ich habe niemanden umgebracht, Cörd!“
„Du hast eben gesagt..“
„Ich habe die verdammte Gabel mitgenommen. Soweit richtig. Ich wußte nicht, was in dem Club auf mich zukommt. Ich hatte sonst nichts. Ein Messer wäre gleich seltsam gewesen. Ich wollte nur die Gabel, nichts weiter. Ich hatte sie nur dabei“
„Ok, dann war es nicht deine Gabel?“
„Vermutlich doch. Sie ist weg.“
Cörd schwieg wieder. Ich sah ihn vor meinem geistigen Auge. Vielleicht dachte er nach. Vielleicht träumte er sich auch nur weg. Das war nicht das Gespräch, das wir führen sollte. Es entwickelte sich auch nicht in die richtige Richtung.
„Cörd, hör zu. Ich weiß nicht, was vorgefallen ist.“
„Wo bist du?“
„Daheim.“
Es ging so weiter. Ich beantwortete ihm eine Frage nach der anderen. In den meisten Fällen, sagte ich „Ich weiß es nicht.“ Er reagierte mit „Hm.“ Oder einem gedehnten „Okay!“.
Ich kannte ihn lange genug. Er glaubte mir kein Wort.
„Du musst weg!“ Meinte er schließlich.
„Ist es nicht vollkommen scheißegal, was ich mache? Ich mache mich doch sowieso verdächtig. Ich meine, ich könnte nackt auf dem Europaplatz herum tanzen. Ich wäre verdächtig.“
„Das würde zu der Geschichte passen“
„Genau, das ist das Problem. Alles würde zu der Geschichte passen. Aber warum sollte ich den verdammten Stricher wegen deiner Platte umbringen?“
„Was wolltest du den von ihm?“
Ich dachte nach. Heute hatte ich keine Antwort mehr dafür. „Er hatte dich grün und blau geschlagen, Cörd, und deine Bude zerstört.“
„Das ist das Problem. Verstehst du. Du bist ein alter Mann, du musst auf deine Blutwerte achten. Du hast keine Impulskontrolle. Erklär das mal den Cops. Du bist nicht mehr in dem Alter, in dem man in einen Stricherclub rennt und Leute verprügelt. – Die glauben dir kein Wort. Außerdem wäre das ihre Aufgabe.“
„Du wolltest kein…“
„Natürlich wollte ich keine, wer will schon mit Strichern genannt werden.“
„Ich dachte, du hättest ihn auf einer Dating App kennengelernt.“
„Habe ich auch, aber das sind Escorts. Oder glaubst du die würden sich mit mir einlassen? Das Einzige, was die an mir attraktiv finden, ist die Kohle. – Ich habe wirklich keine Lust in der Presse zu landen, aber das wird jetzt passieren. Verdammt, Klaus, das hätte doch nicht sein müssen.“
„Ich habe nicht..“
„Dir fehlt die Impulskontrolle, du hast dich nicht im Griff, Klaus. Du weißt nicht, was passiert ist. Das ist doch alles Mist!“ Und: „Komm vorbei, alter Mann. Ich habe eine Hütte geerbt. Weiß kein Mensch, droben auf dem Michaelsberg. Du musst da weg.“