Der Spieler – Teil 44

Der Spieler – Teil 44

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der vierundvierzigste Teil, in dem alle mehr wissen und können als Klaus

Andreas Allgeyer, 19.03.2026

Die Hoffnung, dass ich irgendetwas erkennen konnte, währte für weniger als eine Sekunde. Vermittelte mir keinen Eindruck der Umgebung. Als sie sich auf mich stürzten, mich knebelten, und mir eine Maske überzogen, war ich praktisch blind. Der Bruchteil, in dem ich das Licht erkannte, kam so plötzlich, dass ich sowieso geblendet war, und meine Augen zusammen pressen musste.

Kurz: Ich hatte keine Ahnung, wo ich war. Gemessen an der Zeit, mochte ich ungefähr 30 – 60 Kilometer von Karlsruhe entfernt sein. Das machte es nicht einfach. Theoretisch gab es nun Heidelberg, Baden-Baden oder die Pfalz zur Auswahl. Ich war mir sicher, dass ich eine Fahrt in die Berge bemerkt hätte. Aber sicher konnte ich mir selbstverständlich nicht sein.

Für einen Richter war das eine ganze Latte an Vergehen. Wie konnte das sein, dass man sowas auf sich nahm für eine Platte, die erst so wieso niemanden zeigen konnte? Die Umstände waren an Verrücktheit nicht zu überbieten.Sie zerrten mich aus dem Auto und setzten mir Kopfhörer auf. Ich war blind, taub und stumm

Ohrenärzte kennen sich damit wahrscheinlich besser aus. Können die Zusammenhänge sicherlich erklären. Für mich hat Gleichgewicht viel mit Wahrnehmung zu tun. Ich hatte schon bemerkt, und das kam mit dem Alter, dass es eine Leistung des Gehirns ist, mich auf den Füßen zu halten. Die aber nur funktionierte, wenn die Sinne nicht beeinflusst waren. Ohne Augenlicht, oder Hören geriet ich ins Straucheln. Ist eine dumme Geschichte. Ich wollte mir schon immer mal die Ursache erklären lassen, aber hatte auch Angst davor. Es konnte nichts Gutes dabei rauskommen. 

Sie nahmen mir die Schlinge ab, richteten mich auf und ich hätte vor Schmerzen brüllen können. Meine Knochen rebellierten, meine Muskeln fühlten sich an, an würden sie zerschnitten und mein Magen wollte irgendwas nach oben spülen. Wahrscheinlich sich selbst. Ich vermute, ich gab einen Laut von mir, der nach einem sterbenden Elch klang. Keine Ahnung, die Kopfhörer hielten den Ton von mir ab, die Knochen übertrugen ihn und der Knebel tat sein übrigens. 

Sie stellten mich wie eine Marionette auf die Füße, drückten mich gleichzeitig nach unten, zogen meine Arme nach hinten und führten mich so vor sich her. Der Weg fühlte sich uneben an, einige Stufen liessen mich stolpern und von Zeit zu Zeit taumelte ich, was sie veranlasste, mich wieder hoch zu reißen. Sie taten das mit einer solchen Gewandtheit, dass ich nicht stürzte, aber gleichzeitig spürte – sie hatten einfach Übung darin. Von einer Waffe bemerkte ich nichts, aber ich war ihnen sowieso so ausgeliefert, dass sie mich auch mit ihren Händen erwürgen oder in einen Gulli hätte schmeißen können.

Mit den Füßen bemerkte ich festen Boden, beim gelegentlichen Stolpern, knallte ich erst rechts gegen eine Wand, so dass ich mich absichtlich gegen links fallen ließ. Die Luft wurde muffig. Feucht. Abgestanden, aber auch mit einem kühlen Hauch, der von vorne kam. Aufgrund der Situation, links und rechts, ging ich von einem Gang aus. Wegen den Temperaturverhältnissen und der Luft, von einer Art Tunnel. Wir sind nicht hinabgegangen. Ich hätte das gemerkt. Eigentlich führt der komplette Weg nach oben.

Wir waren in einem Berg. In einem Bunker. Einer Einrichtung zur Wasserversorgung. 

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