Der Spieler – Teil 10

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der zehnte Teil, indem jetzt alles nur noch verwirrender wird.Andreas Allgeyer, 02.02.2026
Mike1516s Kopf drückte gegen meine Hand, bewegte sich langsam nach oben. Hinter mir bemerkte ich Bewegungen. Sie wurden unruhig. Es waren nur vier, aber sie begannen sich aus ihren Sitzgelegenheiten zu schälen.
Das Licht blendete mich. Entweder hatte jemand den Scheinwerfer auf mich gerichtet oder etwas anderes änderte sich gerade.
„Das ist genug!“ Eine Hand griff an meine Schulter, drückte sie eisenhart zu, zog mich zurück und eine Andere griff in meinen Nacken, wie man es bei jungen Hunden macht. „Du beruhigst dich jetzt.“
Ich wollte herumfahren. Stieß Mike zurück, und sah in die Augen meines Freundes von der Theke.
„Wenn ihr euch unterhalten wollte, dann macht das draußen.“ Und als hätte wäre es ihm gerade eingefallen. „Ich will dich sowieso nicht mehr hier sehen. Betrachte das als Hausverbot.“
——
„Und dann?“
Ich zuckte mit den Schultern. Hielt mich an der Kaffeetasse, die vor mir stand, drehte sie mit zwei Fingern und vertiefte mich in den Dampf. „Ich weiß es beim besten Willen nicht. Wie kam ich hierher?“
Inge lehne sich an die Fensterbank. Hinter ihr schien die Sonne. Es war früh am Morgen.
Ich hörte wie die Nachbarskinder herunter kamen. Als würde sie wie Bowlingkugeln die Treppe herunter rollen. Eine ganze Fußballmannschaft. Ich fand jeden einzelnen von ihnen übertrieben dumm und verzogen. Es war jeden Morgen das Gleiche.
Inge kam an jedem zweiten Morgen. Außer am Wochenende. Machte mir einen Kaffee, wischte nass durch die Küche, natürlich auch den Boden und dazwischen stand sie auf dem Balkon und rauchte drei Zigaretten mit einem Goldrand. Es waren immer drei.
Sie hatte einen Schlüssel. Ich gab ihn ihr als ich erkannte, dass es mir egal wurde, ob mich jemand besucht.
Ich kannte sie aus einer Zeit, in der wir Dinge ausprobierten. Nichts davon hat geklappt. Jetzt hatte sie einen Schlüssel, und sorgte dafür, dass ich nicht total verkomme.
„Ich weiß nichts.“
„Du lagst im Bett wie jeden Morgen…“
„Also habe ich es alleine nach Hause geschafft.“
„Hm.“ Sie hielt ihre Tasse vor das Gesicht. Atmete den Geruch ein als hätte er eine Heilwirkung. Wahrscheinlich war es einfach nur zu heiß.
Die letzten Tage hatte es immer mal wieder geregnet. Jetzt wollte die Sonne alles rückgängig machen. Die Strahlen durchbrachen die Schlieren auf den Scheiben und zeigten auf Staubschichten, die ich und Inge vergessen hatten.
„Ich habe keinen blassen Schimmer, Inge.“
„Sowas ist schlimm. Wenn es schon jetzt passiert.“ Inge wußte überhaupt nicht, was Trost ist.
„Ich war in dem Klub, der Typ von der Theke schickte uns raus. Ich glaube, wir gingen auch raus, allerdings wird es da schon umkonkret. Ich hatte gar nichts gesagt. Wo sind meine Kleider, verdammt?“
Sie deutet auf das Schlafzimmer. „Ich habe sie auf den Stuhl gelegt. Lagen verteilt auf dem Boden. Hattest nicht viel Zeit. Warst wohl müde.“
„Ich war entsetzlich müde. Cörd’s Scheiße…ich war müde.“
„Dein Handy lag auch auf dem Boden, Eine Menge Nachrichten von ihm. Auch heute morgen.“
„Was will er?“
„Sperre. Hätte ich es dir vor die Nase halten sollen?“
Sie reichte es mir.
5 Nachrichten am Morgen. 20 bestimmt am Abend zuvor. Während ich versuchte zu scrollen, öffneten sie sich.
Eine Menge Vorwürfe. Viel über seine Katze. Viel, was ich mache. Wo ich bin. Eine Nachricht jedoch lautet „Hast du ihn umgebracht?“
Ich stoppte, fuhr mit dem Finger rauf und runter. Versuchte die anderen in eine Reihenfolge zu bringen. Überflog sie. Ein Zeitungsartikel als Foto.
Und die Frage: „Hast du ihn umgebracht?“