Der Spieler – Teil 9

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der neunte Teil, indem Mike1516 spricht, die Impulskontrolle komplett hinüber ist und trotzdem nichts stimmt.Andreas Allgeyer, 02.02.2026
Wenn die Dinge aus den Fugen geraten, dann so richtig. Überraschung, hatte ich mal in einem billigen Film gehört, ist der beste Weg um die Situation zu beherrschen. Ich jedoch konnte mich selbs nur schwerlich beherrschen.
Es lagen nun drei Stunden hinter mir. Von denen ich die meiste Zeit damit verbracht hatte, einen Abend hoch zu köcheln. Der hatte das Zeug dazu, immer beschissener zu werden. Das war genau der Zeitpunkt, in dem ich ein klinischer Fall von fehlender Impulskontrolle werden konnte. Menschen, die grinsend vor mir standen, hatten wirklich nicht das Potential mich zu beruhigen.
Er war nicht alleine. Natürlich standen einige sehr junge Männer um ihn herum. Schmächtige und umtrainierte Gestalten, das sah ich sofort. Ich habe keinen Blick für Kampfsituationen, doch ein gutes Gefühl für Bedrohungen. Davon war noch ein Restpontial vorhanden.
Die Behauptung, ich hätte irgendwas unter Kontrolle, wollte ich nicht wagen. Aber ich fürchtete nichts, wollte ein schnelle Ergebnis und holte daher aus,. Gab Mike eine klatschende Ohrfeige.
Sein Gesicht verwandelte sich in ein großes O. Was hauptsächlich an seinem Mund lag. Der sich wiederum sofort verzog, stark eingedellt wirkte. Während er taumelte und zurück in den Sessel fiel. Er starrte mich an.
Wer meint, dass man das so nicht macht, hat vollkommen recht. So macht man das nicht. War mir vollkommen egal. Ich wußte, der ganze Laden würde schweigen.
Keiner rührte sich. Ich beugte mich über den jungen Mann. Sehr nahe an ihm dran. So, dass ich sicher gehen konnte, er würde meinen Atem riechen. Nach Döner und Ayran. Ich würde aufstoßen. Der Krautsalat und die weiße Soße werkelten wie verrückt in mir. Ich war nur sehr schwer zu beruhigen. Mit der rechten Hand nestelte ich an seinem Kragen, mit der linken lag ich auf seinem Kopf und richtete, wie eine drehbare Lampe, auf mich aus. Drei Zentimeter mehr und wir hätten uns küssen können. Aber seine Gesicht verzerrte sich zu purem Hass.
Es war eher die Lautstärke, die mich brüllen liess. Aber ich war sowieso nicht in der Lage auch nur ein leises Wort von mir zu geben. Chemie klopfte unablässig an die Schädeldecke.
„Du kleine Ratte!“ Hätte ich länger überlegt, wären mir bessere Sätze eingefallen. Ich hatte keine Zeit. Und keine Ahnung. „Du hast einen Scheiß-Stein auf mich geworfen. Egal, was du sonst noch in deinem Leben gemacht hast. Das war persönlich!“
Sein Blick wandelte sich. „Ich habe was?“
„Du hast ein Scheiß-Stein auf mich geschmissen. Durch da Fenster! Bei Cörd!“
Er hob die Arme. Seine Stimme festigte sich. Er wirkte tatsächlich erstaunt. War nahe dran, mich aus dem Konzept zu bringen. Ich würde ihn nochmal ohrfeigen. Liess den Kragen los, hob den Arm, holte aus. Verharrte.
„Hör auf damit! Verdammt.“ Seine Stimme wurde klarer, entschlossener. Ich mußte jetzt zuschlagen. Verengte die Augen. „Könntest du bitte damit aufhören? Ich habe keine Ahnung, von was du redest!“
„Du warst heute bei Cörd! Du hast seine Wohnung zerlegt wie ein Erdbeben, ihn verprügelt und irgendeine Scheiß-Platte geklaut. Warst du doch oder? Mike1516?“
Er versuchte sich aufrecht hinzusetzen, die Position zu verändern, mich anzusehen. Ich drückte ihn runter.
Er schnaufte. „Du meinst den Alten?“
„Ich meine den Alten!“
„Das war ein Deal. Ein Auftrag. Ich sollte die Platte besorgen. Keine Ahnung, was die wert ist. Der Typ hat tausende von Platten. Habe sowas noch nie gesehen. Was ist dein Problem? Ich weiß nicht von einem Stein.“
„Du hast mich doch erkannt!“
„Du bist verrückt! Ich kenne dich doch überhaupt nicht. Ich habe dich noch nie gesehen.“
„Du hast mich doch erkannt, als ich auf dich zukam!“
„Du erkennst einen Irren, wenn er auf dich zukommt!“