Der Spieler – Teil 18

Der Spieler – Teil 18

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der achtzehnte Teil, in dem es um etwas wie ein Netz und Zigaretten geht. Solange nur der Mond Zeuge ist, ergibt das vielleicht einen Sinn.

Andreas Allgeyer. 05.02.2026

Er wies auf meinen Stuhl.


„Setzen sie sich ruhig wieder. Sie scheinen nicht mehr gut zu Fuß zu sein.“

Ich blieb stehen.

Er nestelte mit der anderen Hand an dem Gegenstand herum, der auf mich deutete. Öffnet ihn. 

„Zigarette?“ 

Er nahm selbst eine, klappte das Etui wieder zu.

„Wir wissen natürlich, dass sie nicht mehr rauchen. Aber angesichts der Situation. Wäre ja ein Grund wieder anzufangen. Wir mussten uns die letzten 36 Stunden sehr viel mit ihnen beschäftigen, Herr Bongels.“

Er zündete sie an. Für einen kurzen Moment sah ich ein hageres, schmales Gesicht mit einer vorwitzigen Hakennase und müden Augen. Dann blies er den Rauch langsam aus.

„Sie sollten sich wirklich setzen.“

„Wer sind sie?“

„Sagen wir es so: Dieses Gespräch findet nicht statt, die Ermittlungen sind am Anfang und ich habe keine Lust mir Ärger einzuhandeln. Also gehen sie einfach davon aus, dass ich mich auskenne. Eine alte Freundschaft verleitet mich gerade dazu, etwas zu machen, was mir noch leid tun wird.“

„Ich wüßte nicht…“

„Machen sie es mir nicht unnötige schwer. Wirklich. Ich habe keine Zeit und Lust für Diskussionen. Natürlich sind wir uns noch nie begegnet. Aber Klaus Bongels war lange genug bei Tageszeitungen beschäftigt, um zu wissen, wie das läuft. Wir sagen nicht alles, manches bleibt unter dem Deckel. Aber die Stadt ist ein Dorf. Egal, wie groß sie wächst. Wer hier sein Leben verbringt hat ein Netz, das manchmal von Nutzen ist, aber auch alles verrät. Verstehen sie?“ 

Er tippte mir auf die Brust.

„Warum bringen sie einen jungen Mann um?“

„Ich habe nicht…“


„Es ergibt keinen Sinn. Sagen sie mir warum. Sie sind auf den Videos, aber bewegen sich noch schwerfälliger als eben. Ich habe keine Ahnung, was sie vorhaben, aber so funktioniert das nicht. Haben sie nie Sport getrieben?“

Er blies den Rauch wieder aus. 

„Ich will ihnen was sagen. Als wir sie auf den Videos identifizierten, bei ihrem Händel mit dem jungen Mann, fragten wir uns, wie sie da rein kamen. Es gab kein weiteres Video mit ihnen, niemand kannte sie. Sie gingen schnurstracks auf den Burschen zu. Was war da mit ihnen los? Waren sie noch ganz dicht? Sie können doch nicht in einen Fetischclub spazieren, und dort jemanden zusammenschlagen.“

„Moment, moment.“ Ich versuchte abzuwehren, hob die Hände. „Moment, ich habe niemanden zusammengeschlagen.“

„Wir gehen von einer Gehirnerschütterung aus. Aber die führte natürlich nicht zum Tod…“

„Das war die Gabel, oder?“

Er stutzte. „Ja. Ein Fest für die Spurensuche. Auf meinem Schreibtisch liegt der schnellste und einfachste Bericht, den ich in den letzten Jahren erhalten habe. Zwei Seiten klare Beweislage. Sie waren es. Die glauben fest daran. Sie haben so ziemlich alles hinterlassen, was man sich vorstellen kann. Sie hätten ihm auch eine Visitenkarte in die Hose stecken können.“

„Woher haben sie meine DNA?“

„Ich weiß nicht, ob sie sich noch an alles erinnern, über das sie im Laufe ihres Lebens berichtet haben. Bei kontaminierten Tatorten, an denen die Presse zu früh aktiv war, nehmen wir auch von unbeteiligten Personen Proben. Um diese auszuschließen.“

„Sie vernichten diese hinterher…“

Er zog schweigend an der Zigarette und verharrte.

„Oder?“ Hakte ich nach.

„Oder..“brummte er leise.

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