Der Spieler – Teil 26

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der sechsundzwangzigste Teil, und jetzt könnte es richtig um wilden und ungestümen Sex gehen. Oder aber auch wieder nicht.Andreas Allgeyer, 15.02.2026
„Weißt du, Klaus, du darfst mich nicht falsch verstehen, aber es geht nicht darum, deine persönliche Neugierde zu befriedigen. Ich wollte dir damit nur sagen, dass ich in einem sehr intimen Kreis Menschen kennengelernt habe, denen ich in der Regel vertrauen möchte.“
Er stürzte den Wodka schnell in seine Kehle. Seufzte kurz und fuhr dann fort.
Ich hatte beschlossen, meine Neugierde nicht zu sehr zu zeigen, aber die Art und Weise, wie er die Geschichte in die Länge zog, passte nicht zu meiner aktuellen Situation. Ich nagte an der Unterlippe. Komm zu Potte, Cörd, dachte ich. Hielt aber meinen Mund.
„Das mag sich jetzt seltsam anhören, aber einige der Gäste, die ich dort traf, kannte ich von ganz anderen Gelegenheiten. Und aus der Presse. Sofern sie nicht maskiert waren. Das gab es auch.“
Es klang wie in einem Drehbuch. Zu einem gewissen Teil sehr langweilig und gewöhnlich, zu einem anderen Teil war ich geneigt, es zu verurteilen und in der Konsequenz waren die Details gar nicht mehr so wichtig. Ich konnte es mir vorstellen.
„Die Teilnehmer waren bunt gemischt. Männlich, weiblich. Jung, alt.“
„Wieso jung, alt? Wurden die dafür bezahlt?“
„Wie meinst du das?“
„Ich meine das, weil du es selbst gesagt hast, und keinen Sinn ergibt. Warum sollten auf deiner spießigen Orgie, in der sich Leute treffen, die Angst um ihre Publicity haben, junge Menschen herumtreiben? Du meintest, du musst dafür zahlen.“
Er sah mich verwirrt an.“Aber darum geht es doch gar nicht…“
„Cörd, ich weiß nicht, um was es geht. Scheinbar um Mord und Totschlag, und scheinbar um Leute, die sich das leisten können. Dazwischen haben wir nichts zu suchen. Und irgendwelche jungen Leute sind da eigentlich nur Kanonenfutter. Oder?“
Cörd drehte wieder das Glas.
„Banker, Rechtsanwälte, Richter und Kulturschaffende. Du kennst die Klientel in dieser Stadt. Wir haben zwei hohe Gerichte. Hier wimmelt es vor Prominenz, Polizei und Geld. Ich hatte das Gefühl, sie waren alle da. Die, die ich vermisst habe, waren bestimmt maskiert.“
„Du meinst…“
Er zuckte die Schultern. „Es passierte ja auch nichts wirklich schlimmes. Es ging nur um Sex, Klaus. Machen wir uns nichts vor, das ist normaler, als du es gerade wahrhaben willst.
Der Punkt ist, ich kam mit ein paar Leuten ins Gespräch, die dieselbe Leidenschaft wie ich teilten…“
„Sex!“
„Hör doch bitte auf damit, du kannst dich doch nicht den ganzen Abend über Sex unterhalten. Man stellt sich vor, man lernt sich kennen, stößt an, trinkt ein paar Schluck mehr, plaudert über das Leben und über die Dinge, die einen beschäftigen.
Wir sprachen über Musik, ganz profan, so wie ich es überall tue. – Weißt du, manche Leute hatte ich schon bei Konzerten getroffen. Die haben die Kohle, um diese Dinge zu sponsern. Die tauchen in den Publikationen auf, die Veranstalter kennen sie, und so weiter. Wir saßen auf Sessel, ganz gemütlich und sprachen über unsere Plattensammlungen, über seltene Exemplare, über das Leben an sich. Viagra und Herzinfarkte. So Zeug.“
„Ok, ich verstehe das richtig. Du warst auf einer Orgie, wo die Hälfte der Leute mit einer Maske unterwegs waren, und ihr habt über Musik geplaudert. Schwanzvergleich, oder was?“
„Bitte, Klaus!“
„Mit wem, Cörd, ich brauche Namen, ich will das endlich verstehen!“