Der Spieler – Teil 29

Der Spieler – Teil 29

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.
Dieses ist der neunundzwanzigste Teil, und der einzige Weg irgendwie aus dem Schlamassel rauszukommen, auch wenn Cörd das Gefühl hat, es geht gerade erst richtig los.

Andreas Allgeyer, 23.02.2026

Die Waffe steckte ich mir in den Hosenbund des Jogginganzuges. Zugegeben, das was alles andere als professionell. Aber wer ist schon Profi? Ich sah uns nur als Spielbälle, in einer immer wilder werdenden Geschichte. 

Es zog mir fast die Hose aus. Als ich die Waffe hinter dem Gummiband verstauen wollte, trug sie auf und mit ihrem Gewicht das Kleidungsstück runter. So ging das nicht.

„Hast du eine Jacke? Einen Anorak? Irgendetwas?“

Cörd brachte mir ein aufgeplustertes, synthetisches Ding. Leicht wie Watte, aber es umgab mich, als müsste ich mich verdoppeln. Ein Kreuz so lang wie breit. Mein restlicher Körper wirkte dagegen schmächtig und klein. 

Das Teil war für Türsteher und solche, die welche es werden wollten, geschaffen. 

Ich sah aus, als wäre ich gerade aufgestanden, und hätte mir die Jacke über den Schlafanzug geworfen. 

Kein Outfit, mit dem ich vertraut war. Aber schon führte mich Cörd durch das Treppenhaus in den Fahrradkeller. Unten angekommen, öffnete er eine Stahltüre, die uns in die Tiefgarage brachte. Zwischen den Autos zeigte er den Weg, auf dem wir uns ins Nebenhaus begaben.

Ich hatte nicht zu hoffen gewagt, dass es so einfach geht. Der Ablauf bereitete mir fast Sorge. Wer immer mir auf den Fersen war, konnte das doch nicht übersehen haben. 

Trotzdem begegneten wir niemanden. Unser Weg war frei. Wir gelangten ohne Probleme auf die Parallelstraße zu Cörds Eingang. Sollte uns jemand beobachtet haben, so konnte es durchaus sein, dass wir ihm entwischt waren.

Ich traute der Situation zwar noch nicht, aber ich konnte nichts feststellen, das mir Sorge bereitete.

Es war die Zeit der Morgendämmerung. Die Nacht verabschiedete sich. Menschen führten Hunde aus, Frauen schoben Kinderwägen, die Straße war also nicht menschenleer. Wir waren gut vorangekommen. Ich staunte.

Die Waffe lastete schwer in meiner Anoraktasche. Ich hatte den Eindruck, sie zöge mich einseitig zu Boden. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. 

Immer noch dachte ich daran. Die Waffe verändert deinen Gang. Du bist erkennbar. Es hing wie ein Mantra in meinem Kopf. Ich fühlte mich, als könnte jeder sehen, was ich in meinen Taschen trug.

„Du musst mich fahren, Cörd!“

„Nein, das is unmöglich. Das kann ich nicht machen. Was immer du vorhast, ich möchte nicht mit reingezogen werden. Wirklich nicht.“

„Keine Diskussion. Ernsthaft, Cörd, du steckst schon drin.“

Er sah mich bedauernd an. 

„Du könntest den Wagen selber fahren..“

„Du weisst, wo er wohnt. Du kennst die Adresse. Das macht keinen Sinn, dass ich da alleine hin fahre. Überhaupt nicht.“

Er zwinkerte nervös mit dem gesunden Auge.

„Was hast du vor?“

„Himmel, Cörd, wir müssen uns darüber unterhalten. Ich muss das einfach klären. Das kann so nicht weiter gehen.“

Er wandte sich kurz ab, dann wieder zu mir und sah aus, wie ein Schuljunge, der von einem Bein auf das andere wackelte. 

„Du meinst, er wird den Mord einfach gestehen?“

„Nein, ich glaub nicht, das er etwas damit zu tun hat. Aber er wird mit helfen können.“

Cörd schien nicht überzeugt. Er suchte irgendwo über mir einen Punkt, den er fixieren konnte. 

Schwieg und sah mich dann wieder an. Fast traurig.

„Ich weiß nicht, wie ich dir helfen kann.“

„Du musst mich fahren!“

„Nur fahren?“

„Es wäre von Vorteil, wenn du dabei wärst.“

Sein Kopf bewegte sich abrupt und energisch. Die Stimme wurde lauter.

„Nein, ich bleibe ihm Auto! Dann fahre ich!“

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