Der Spieler – Teil 57

Der Spieler – Teil 57

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.

Dieses ist der siebenundfünfzigste Teil und Blumscheid versucht zu erklären.

(Nebenbei: Wenn jemand Vermutungen äußern will, wie es weiter geht – dann würde mich das interessieren. Bitte unten ins Kommentarfeld schreiben)

Andreas Allgeyer, 27.03.2026

Blumscheid sah mich lächelnd an. 

„Ich bin Richter nicht geworden, weil ich darin das große Geld sah. Wahrscheinlich bekommen gute Rechtsanwälte mehr als ich. Meine Berufung ist das Recht. Oder besser Gerechtigkeit. Soweit Rechtsprechung tatsächlich etwas damit zu tun hat.“ 

Er atmete laut und lehnte sich zurück.

“Wenn die Welt aus den Fugen gerät, dann braucht es Institutionen, die verlässlich sind. In ihrer Beurteilung und Einschätzung der Situation. Im Gegensatz zur Kirche sind die Grundlagen der aktuellen Rechtsprechung geradezu jung.“

„Selbst wenn mich ihr philosophischer Diskurs irgendwie interessieren würde, verstehe ich nicht, wie ein Mord in diese Art der Argumentation passt. Sowohl in der kirchlichen, religiösen Auffassung, aber vor allem in der gültigen Rechtsprechung gibt es keine Entschuldigung für Mord.“

„Zur Verteidigung höherer Werte und der Erhaltung einer Struktur, die allen Menschen Frieden und Wohlstand bringt, dienten die Mittel der Selbstverteidigung. Ein Land darf sich verteidigen. Die Tötungen, die in diesem Zusammenhängen geschehen, sind bedauerlich, aber sie dienen der Verteidigung.“

Ich sah mich um. „Was haben sie mit mir vor?“

„Warten sie es ab. Sind sie nicht neugierig?“

„Sie sitzen in einem Raum mit verstaubten Papieren. Ich bin ihr Gefangener. Sie fragen, ob ich neugierig bin? Ficken sie sich! Sie sind nicht der Erzbösewicht aus einem Comic und ich bin nicht so bescheuert ihnen irgendetwas zu glauben.“

Blumscheid winkte ab, nickte kurz und machte eine ausholende Bewegung. 

„Die Amerikaner und die Sowjetunion, sowie der Rest der Alliierten, waren sich einige, dass die deutschen Wissenschaftler zum Ende des zweiten Weltkrieges vor einigen kriegsentscheidenden Ergebnissen standen. Die Alliierten bemühten sich sofort, nach Beendigung des Krieges, um die Unterlagen der deutschen Forschung. Aber natürlich auch um die Personen. Die Wissenschaftler, also die führenden Köpfe, die dahinter steckten.

War man sich bisher – bis zur Entscheidung des Krieges – noch einig, wie man gemeinsam vorgehen konnte, so zerschlug sich das sogleich, als ein Zugriff auf die Dokumente möglich war. Von gemeinsamer Vorgehensweise konnte keine Rede mehr sein. Die damaligen Großmächte, darunter auch Großbritannien verfolgten jeweils sehr eigene Ziele. Man verstrickte sich in den Nachkriegsjahren in einen kalten Krieg. Und in eine Wettlauf um die Eroberung des Weltalls. Der Mond diente dabei als Etappenziel. Im Verständnis der beiden Gegner bedeutete es ein Zeichen des Fortschritts hier den ersten Schritt getan zu haben. Offiziell entschieden die Amerikaner dieses Rennen für sich. Diese Geschichte dürfte ihnen bekannt vorkommen.“

Ich schwieg.

„Erstaunlicherweise, und das ist eines der größten Geheimnisse der jüngeren Geschichte, schlief das Interesse an dem Mond und weiteren Missionen dorthin irgendwann wieder ein. – Die Frage, die immer interessant war, ist, was geschah lange vor der Mondmission, und was geschah in all den Jahren danach?“

Er sah mich erwartungsvoll an. Ich blickte in seine Augen, öffnete demonstrativ den Mund und gähnte.

„Nun gut, alle diese Papiere in diesem Raum waren ungeordnet, ergaben keinen Sinn, und sind heute so etwas wie der Restbestand der Aufzeichnungen, die wir in den verschiedensten Laboren, aber vor allem im weit verzweigten Untergrund fanden. Um ihnen einen Vorstellung zu geben, von welchen Umfang wir sprechen: Die Geschichte begann viel früher als 1933, und das was sie heute als Zugänge zu ehemaligen Stollen und Wasserreservoire in manchen Erhebungen verorten, handelt sich in vielen Fällen um Zugänge und Tore zu einem wertverzweigten Gangsystem, dass in den letzten Kriegsjahren gesprengt und zugeschüttet wurde.“

Autor

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert