Der Spieler – Teil 58

Der Spieler – Teil 58

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.

Dieses ist der achtundfünfzigste Teil und in dem die Wut die Kontrolle übernimmt.

(Nebenbei: Wenn jemand Vermutungen äußern will, wie es weiter geht – dann würde mich das interessieren. Bitte unten ins Kommentarfeld schreiben)

Andreas Allgeyer, 27.03.2026

Im Nachhinein war es mir unmöglich zu sagen, was in mich gefahren war, aber ich stand auf. Mit beiden Händen stützte ich mich auf dem Schreibtisch ab, spreizte meine Finger und sah Blumscheid an. Seine Blick kletterte von unten zu mir rauf.  Bis mich seine Pupillen fixierten.

„Sie haben keine Chance!“ Flüsterte er.

„Gaben sie mir schon zu verstehen.“

„Sie kommen hier nicht raus.“

„Verstanden.“

„Was haben sie vor?“

Ich schnaufte, holte aus, und gab ihm eine schallende Ohrfeige. Er kippte nach hinten, sein Kopf zur Seite, aber mit einer Hand hielt er sich an der Schreibtischkante. Fing damit den Sturz ab und betastete seine Backe in die Hand.

„Verflucht, man wird sie..“

„Was? Verdammt?“ Brüllte ich an. „Was wird man mit mir machen, du Gnom?“

Die Tür wurde aufgerissen. Der Riese stürzte herein, und jemand, der wie sein Bruder aussah, folgte ihm. Sie packten mich an den Armen, rissen mich vom Schreibtisch zurück, brachten mich wieder in die Beuge und liessen mich den Boden betrachten. 

Die Schmerzen waren genauso furchtbar wie beim ersten Mal. Ich glaubte meine Muskeln und Sehnen würden reißen. Ich schrie vor Schmerz . Und auf Blumscheid ein.


„Ist es jetzt soweit? Was wollen sie mit mir tun?“

Blumscheid hatte sich wieder gefangen. Seine Wange war rot und würde sicherlich noch weitere Farben bekommen. Hätten sie mich losgelassen, dann hätte ich für Ausgleich auf der anderen Seite gesorgt. Ich schrie mich mehr und mehr in Rage.

Er dagegen versuchte ruhig zu bleiben. Wählte seine Worte mit Bedacht, sprach langsam und deutlich, als hätte er es mit jemand zu tun, der ihm nur mit Schwierigkeiten folgen konnte.

„Das war nicht gut. Sie hätten das nicht tun sollen. Sie wissen, dass das ein Fehler war?“

„Es war ein Fehler, ihrem Quatsch überhaupt zuzuhören.“

„Führt ihn weg!“ Und zu mir gewandt . „Wir werden weiter reden, wenn sie wieder bei Vernunft sind.“

Und brüllte mir hinterher, während die Beiden mich raus schleppten.

„Lesen die verdammten Bücher! Das ist kein Spaß.“

Ich hätte gerne etwas geantwortet, aber sie drückten meinen Kopf so tief runter, dass ich beinahe den purpurnen Bodenbelag berührte. So stöhnte ich nur und heulte in den tiefsten Tönen, die mir möglich waren. Ich verfluchte ihn, seine ganze Sippe und den Pfleger, der seine Sanftmut komplett vergessen hatte.

Ich dachte, es konnte überhaupt nicht sein, dass wir hier allein waren. Also schrie ich, bis ich das Gefühl hatte, mir würde die Lunge platzen. Es mochte sein, dass wir unter der Erde waren, oder in einem Stollen oder was auch immer – denn die Fenstverlosigkeit liess darauf schliessen – aber alle diese Türen, diese verwinkelten Gänge, die kein System offenbarten, liessen vermuten, dass es hier mehr Menschen gab. 

Wie auch immer sie mir gesinnt waren, ich brüllte als würden sie mir den Bauch aufschlitzen. Ein vernünftiges Wort formulieren konnte ich sowieso nicht. Mein Stoffe waren durcheinander geschüttelt, meine Wut bekam die Oberhand, meine Angst ging mir verloren und mein Verstand war dabei sich auszuklinken. Ich kannte das. Ich wußte das. Ich hatte das noch nie provoziert. Ich dachte immer, ich müsste das bekämpfen. Ich gab jetzt nach. Es war meine einzige Chance das hier irgendwie zu überleben. Wenn überhaupt.

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