Der Spieler -Teil 50

Der Spieler -Teil 50

Der Spieler (Fortsetzungsroman auf Jazznrhythm.com in loser Folge)

Der Spieler ist ein Fortsetzungsroman auf den Seiten von Jazznrhythm.com. Unregelmäßig, ohne Ankündigung, oder einem festen Termin, erscheinen weitere Abschnitte.

Dieses ist der fünfzigste Teil (DER FÜNFZIGSTE!!), und jetzt geht es um die wildesten Dinge, die wir alle nicht glauben können. Verschwörungen, geheime Botschaften, Nazis, Tunnel, Bunker, allsowas. Deswegen ist das auch ein bißchen länger. Und wilder.

(Nebenbei: Wenn jemand Vermutungen äußern will, wie es weiter geht – dann würde mich das interessieren. Bitte unten ins Kommentarfeld schreiben)

Andreas Allgeyer, 22.03.2026

„Zugegeben, der war gut. Aber nein, natürlich nicht. Ich bin in keiner Weise tatsächlich an Musik interessiert. Wer will schon wie Cörd leben?“

„Sie wissen, dass er gerade in ihrer Wohnung verreckt?“

Inge ergriff das Wort.“ Er ist im Krankenhaus. Ein Rettungswagen hat ihn noch erreicht.“

„Er wird die Scheisse hier aufliegen lassen.“

„Wohl kaum. Er liegt im Koma und danach wird ihn jemand erklären, in was für einer Situation er eigentlich ist. Kurt kann ziemlich einsichtig sein. Wir werden ihm dazu raten.“

„Wer ist eigentlich wir?“

Er zuckte mit den Schultern. „Lassen sich mich ihnen das doch einfach erklären. Es ging hier weder um die Aufnahme, noch um mich oder um Inge. Genau wie sie, sind wir nur kleine Bausteine in einem Puzzle, dass schon länger über der Geschichte des Landes schwebt.“

„Passen Sie auf, Blumscheid, ich mache ihnen einen Vorschlag. Ich weiß nicht, in welchem Adlerhorst ich mich hier befinde, ich habe keine Ahnung, was sie vorhaben. Mir ging es nie um diese Platte. Ich kenne diese Aufnahme nicht, und ich brauche sie auch nicht hören. Ich habe ein schönes Leben gehabt – bis zu dem Zeitpunkt, an dem man Cörd zusammen geschlagen hat. Ich war vielleicht etwas aufbrausend. Möglicherweise war das nicht angebracht. Vielleicht habe ich Cörd mehr geschadet, als geholfen. Darüber kann man diskutieren. Ich habe noch niemanden umgebracht, aber – bei Gott – ich schwöre, ich würde ihnen am liebsten den Kragen umdrehen. Doch wir können beide noch aus der Geschichte raus. Ich vergesse alles, und zwar restlos alles, und sie beenden das hier, lasse mich gehen und gut ist es. Das was sie hier abziehen übersteigt mein Verständnis und da ich sowieso nicht kapiere, worauf sie hinaus wollen, müssen sie mir auch nichts erklären.“

„Zu spät!“

Er faltete die Hände, blieb in der Hocke, sah zu Boden.

„Ihnen ist sicherlich bekannt, dass die deutsche Raketentechnik in den Jahren des Nationalsozialismus eine geförderte Wissenschaft war, und ihr Stand beeindruckend.“

„Ja, man wollte allen unseren Feinden eins vor den Latz knallen, aber leider implodierten die Versuche, und so blieb es dabei.“

„Die Nationalsozialisten benutzten verlassene Bergwerke, Bunker und Stollen zur Lagerung ihrer Geheimnisse. Manche wurden verschlossen, manche noch Jahrzehnte später gefunden. Manchmal durch Zufall. Das Gewirr in unseren Bergen ist verwirrend. Der Untergrund mancher Städte birgt wahre Tunnelnetze. Die Katakomben von Paris mögen beeindruckend sein, aber sie glauben nicht, wieviele Unterführungen, Durchgänge oder einstige Schienenstränge hier noch versteckt liegen. Einfach weil sie mit der Vernichtung von Lagerinsassen und Zwangsarbeiter erbaut wurden.“

„Ganz ehrlich, ihre Geschichtsstunde beantwortet keine Frage von mir. Ist absolut unnötig. Sie wollen wohl kaum mit mir darüber diskutieren.“

„Darüber gibt es nichts zu diskutieren. Ich fasse das mal zusammen, wir können die Details später noch beleuchten. Eine Menge Nazis flohen in den Monaten nach dem Krieg nach Südamerika und nahmen ihre Geheimnisse mit. Zu den Geheimnissen gehörten verbuddelte Schätze, aber auch wissenschaftliches Material, dass Aufschluss darüber geben konnte, wie weit die deutsche Raketentechnik bereits war. Vieles wurde gefunden. Die Alliierten waren recht findig. Der amerikanische Geheimdienst und die deutschen Behörden sowieso. Im Laufe der Zeit kam man so manchem Projekt der Nazis auf die Spur. Zumal es verschlüsselte Funksprüche und Koordinaten gab, die weiter gereicht wurden. Im Laufe der Jahre wurden die Wege der Übermittlung immer stärker überwacht. Mit der Eroberung des Weltalls gab es Satelliten und die Bedrohung, dass kein Funkspruch auf der Erde ohne Überwachung erfolgen konnte. Es war eine verflixte Situation.“

Ich horchte auf. „Moment, lassen sie mich das fortführen. Sie wollen darauf hinaus, dass die Platte geheime Botschaften enthielt?“

„Genau!“

„So wie das weiße Album der Beatles? Das ist Schwachsinn.“

„Das weiße Album ist Schwachsinn. Drogen und Kinder. Wer meint, er müsste das rückwärts hören, hat seinem Verstand und jeglichem Genuss entsagt. – Nein, auf der Platte, von der wir hier sprechen, befindet sich eine Zahlenreihe mit Koordinaten.“

„Wer sollte sowas machen?“

„Der Tontechniker, der die Platte aus einem Band überspielte.“

„Was für ein Hirnriss. Warum sollte er sowas tun?“

„Hören Sie, die sechziger Jahre waren ein Jahrzehnt des Aufbruchs und der Liberalisierung. Glauben sie ernsthaft, das gefiel jedem? Die Nazis hatten noch Jahre nach ihrer Vernichtung viele Anhänger überall auf der Welt. Es gab ganze Netzwerke, die ihnen zur Verfügung standen. Das weiterreichen von Informationen – auf welche Weise auch immer – mit Tonbändern, Bücher und Platten – war naheliegend.“

„Wenn das jemand mitbekommen hätte…“

„Wenn das jemand mitbekommen hätte, dann wären es Zahlenreihen gewesen. Für die Wissenden von unschätzbarem Wert. Für die Unkundigen dummes Gefasel.“

„Das ist eine Verschwörungstheorie. Sie erzählen mir einen Murks, der keinen Sinn ergibt, für den es keine Belege gibt. Was für Koordinaten sollten das sein?“

„Die Position der Nazischätze!“

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