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Schlagwort: Liedermacher

Robert Carl Blank in der Kellerhalle am 06.06.2026

Robert Carl Blank in der Kellerhalle am 06.06.2026

Robert Carl Blank in der Kellerhalle, Karlsruhe am 06.06.2026
Robert Carl Blank in der Kellerhalle, Karlsruhe am 06.06.2026

Robert Carl Blank befindet sich momentan mitten in der Crowfunding-Aktion für sein neues Album. Also kein Wunder, dass er aktuell auf Tournee ist, sich in der Nähe aufhält und einige Bühnen bespielt.

Die Kellerhalle in der Oststadt ist der Geheimtipp unter den Geheimtipps. Nichts verrät ihr Vorhandensein. Kein Schild, kein Plakat, keine Webseite. Ein kleiner Raum, der irgendwo mitten in dem lebendigen Stadtteil, Platz für ca. 60-70 Eingeweihte bietet, und in unregelmäßigen Abständen für Events genutzt wird.

Die Historie bietet wohl einige Namen auf und reicht schon einige Jahre zurück, trotzdem ist das Understatement der Kellerhalle legendär. Im zweiten Hinterhof, untergebracht im Keller eines Gebäudes, das an die typischen Werkstätten aus dem späten 19- und frühen 20 Jahrhundert erinnert, wird die Kellerhalle, ausgestattet mit einem breiten Treppenabgang und großen Fenstern, von einigen Engagierten betrieben, die sichtlich Spaß an ihren Konzerten haben.

Die Ausstattung ist gemütlich, bestehend aus Sesseln, Sofas, Barhockern, auf der Bühne liegen Teppiche, man platziert sich um die MusikerInnen und der Erlös des Abends geht direkt an die Kreativen über eine Hutspende. Um 22:00 Uhr ist naturgemäß Schluss, weil der Rahmen eine Wohngegend bildet,und daher ist alles ein bißchen privater. 

Das jedoch macht den Charme der Location aus. Kinder scheinen nicht ungewöhnlich unter den Anwesenden zu sein. Man findet zusammen, trinkt ein Glas Wein, scherzt mit dem Künstler und verbringt einen launigen Abend unter Freunden. Die Kellerhalle hat einen sehr gemütlichen Charme, der besticht und einnimmt. Alles mit sehr viel Liebe fürs Detail und dem richtigen Händchen für zwei angenehme Stunden.

Robert Carl Blank in der Kellerhalle, Karlsruhe am 06.06.2026
Robert Carl Blank in der Kellerhalle, Karlsruhe am 06.06.2026

Robert Carl Blank ist ein Troubadour, ein lakonischer, kantiger Balladensänger, der schon einmal hier zu Gast war, aber mir das erste Mal vor einigen Monaten im Mikado begegnet ist. Seine Songs sind kleine poetische Erzählungen aus dem Alltag, den Begegnungen, aber auch tief empfundenen Roadtrips, die schon hinter ihm liegen, und in ihren Nachwirkungen immer noch vorhanden sind.

Er beherrschte die trockenen Ansagen, brachte Hamburg ein Stückchen, reagierte mit Humor auf Zwischenrufe und zog so einen kleinen, roten Faden durch seine Entwicklung. Stücke, die er einst in Englisch schrieb, präsentierte er nun auf Deutsch, denn es sind die Veränderungen, die eine Geschichte ausmachen.

Sein nächstes Album „Zugvögel“ ist sein zweites, komplett deutsches Album, das nahbarer, konkreter sein soll, in der Sprache verständlicher und griffiger. Verwurzelt im Americana, stark beeinflusst vom angloamerikanischen Folk und dem dortigen Verständnis des Songwriting, zeigte er sich als sehr eingängiger Interpret seiner Melodien und konnte sein Publikum zum Mitsingen aktivieren. Robert Carl Blank zeichnet vor allem eine prägnante Artikulierung, die Kunst der wenigen Worte und einer knarzigen Poesie aus, die oftmals einfach nur Bilder projiziert und zum Wiederhören einlädt.

Im Konzert ein melancholischer Entertainer, der mit leichten Popeinflüssen bewies, wie Lieder aus der Hand geschüttelt wirken können, aber dennoch in ihren Rundungen ein großes Können aufweisen.

Die Kellerhalle – mit Lichterketten atmosphärisch bestückt und begleitet von einer ruhigen, ausklingenden Stimmung – bot ihm eine sympathische, kleine Bühne dafür. 

Externe Links:

Robert Carl Blank – https://robertcarlblank.de/index.html

Ankündigung: Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado am 09.05.2026

Ankündigung: Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025
Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025

Das Mikado in der Nordstadt beherrscht das Understatement. Leise, und fast unbemerkt schaffen sie es immer wieder einige empfehlenswerte Acts zu präsentieren. Anne Pe wird am Samstag, 09.05.2025 im dort zu Gast sein.

Die Offenburger Singer- und Songwriterin brachte im letzten Jahr ihr Album „Songs and Lines“ heraus, auf dem sie verschiedener Sprachen in ihren Songs mit traditionellen, afrikanischen Instrumenten verknüpfte. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich, der Klang faszinierend.

Es ist die harmonische Herangehensweise, die Anne Pes Werk auszeichnet. So fließen die Elemente zusammen, um in einer ungewöhnlichen Einheit präsentiert zu werden. Anne Pe nutzt die lyrische Ausdrucksweise fremder Worte und Sätze, um deren Klangwelten zu aufzuzeigen, und die Möglichkeiten interkultureller Varianten zu offenbaren.

Moussa Cissokho ist ein Meister der Kora, jenem legendären, westafrikanischen Instrument, das wie eine Harfe zu klingen vermag. Doch nicht nur das: In seinen Händen scheinen die Optionen unendlich, so dass er den Saiten ungewohntes und fremdartiges zu entlocken vermag. Ohne Zweifel gehört Moussa aktuell zu einem der besten Koraspieler weltweit. Bei dem Konzert im Mikado wird er neben dem Kontabassisten Tobias Hölscher Anne Pe begleiten.

Anne Pe Lieder sind eingängige, oft berührende Anekdoten aus ihren Reisen, Beziehungen und Aufenthalte in anderen Städten. Sie sind Beobachtungen, Einblicke, aber vor allem im Zusammenspiel zwischen Text und Melodie gut abgestimmte Bilder, die von einem guten Gefühl für Sprache und Musik geleitet werden. Ihr Gesang zeichnet eine angenehme Ruhe und Frische aus, der sie leicht erkennbar macht, aber auch nachhaltig in Erinnerung behält.

Es dauert noch ein paar Tage bis zum 09.05.2026, aber es kann nichts schaden, wenn der Termin im Kalender schon mal rot umkreist wird.

Anne Pe und Moussa Cissohko am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)
Anne Pe und Moussa Cissohko am 30.11.2025 (Wohnzimmerkonzert in Offenburg)

Externe Links:

Mikado – https://mikadokultur.de

Anne Pe. –https://annepe.de

Moussa Cissokho – https://www.princemoussacissokho.com/de

The Green Apple Sea & Joe Astray im Kohi am 5.12.2025

The Green Apple Sea & Joe Astray im Kohi am 5.12.2025

Stefan Prange von The Green Apple Sea im KOHI am 5.12.2025
Stefan Prange von The Green Apple Sea im KOHI am 5.12.2025

Finden in diesen Tagen Konzerte im KOHI statt, dann ist es für die Künstler fast normal, darauf zu verweisen, wie bedrohlich die Situation in Karlsruhe für Bühnen dieser Größe ist. Der Haushalt der Stadt und die derzeitige Debatte treibt die Menschen auf die Straße und die Clubs an den Rand der Finanzierbarkeit.

Es sind viele Themen, die aktuell die Kulturschaffenden – vor allem MusikerInnen – bewegen. Der Fortbestand von Einrichtungen, aber auch der Umgang mit dem Ergebnis kreativen Schaffens, verdient mehr Aufmerksamkeit. Nur wo der Boden fruchtbar bleibt, kann Großes wachsen. 

Bands wie „The green apple sea“ – dieses Mal im KOHI vertreten durch ihren Frontmann Stefan Prange – werkeln seit vielen Jahren an handgemachten Songs und beleben damit Orte wie das KOHI und NUN. Auch an dem gestrigen Abend zeigte sich, dass eine kleine Community aus der Nachbarschaft, aber auch angereiste Besucher aus der Umgebung und von außerhalb hier einen Anziehungspunkt sahen.

Stefan Prange konnte auch solo, ohne die Unterstützung der kompletten Band, überzeugen, in dem er die Songs herunter brach zu wohlklingenden Balladen, die irgendwo zwischen Bergen und Tälern ihre Wurzeln hatten. Erzählungen und Geschichten, verknüpft mit Anekdoten und Ansagen, die er mit einem feinen, selbstironischen Humor vortrug, dabei bewies, wie sehr er die Kommunikation mit den Anwesenden beherrschte.

Er zeigte damit, dass er einer der alten Hasen ist, die das Songwriting fast lässig präsentieren, während all das Können und die jahrelange Erfahrung die Dinge erst rund und stimmig werden liessen. „The Green Apple Sea“ haben das Glück und die Geduld in ihrer langen Geschichte nur eine Handvoll Tonträger hervorgebracht zu haben, die aber von einem ausgereiften Handwerk und einem schönen Umgang mit Lyrics zeugen.  Um die Melodien dann auf einen Punkt zu bringen. 

Das greift bei Americana zu, nutzt den Folk, funktionierte solo und lässt dennoch hoffen, ihn bald wieder mit Band zu sehen. Wo auch immer. Denn er kann es – und die Konzerte sind zu angenehm, um sie sich entgehen zu lassen.

Joe Astray im KOHI am 5.12.2025
Joe Astray im KOHI am 5.12.2025

Joe Astray hatte ich schon mal in einem Podcast zu Gast, und viel zu selten live gesehen. Obwohl er auf seinen ständigen Reisen und im andauernden Wechsel zwischen dem Norden und Karlsruhe, das KOHI fast als seine Heimat betrachtet. 

Joe Astrays Songs sind energisch, straßenerprobt. Seine Stimme trägt und funktioniert locker ohne Mikrofon. Seine Lieder beinhalten eine kraftvolle Melancholie, in der sein Gesang außergewöhnlich stimmungsvoll und rückhaltlos die Verletzlichkeit, aber auch Entschlossenheit präsentiert. Im Kohi war es daher nicht ungewöhnlich, dass er hin und wieder ohne Verstärkung und im Publkum sang. 

Er tat dieses selbstverständlich, mit dem Bewusstsein eines Könnens, dass wohl durch seinen Kontakt zur Straße –  und  den Begegnungen –  gestärkt worden ist. 

Joe Astray wußte das KOHI zu nutzen, seine Größe, die Gemeinschaft der Anwesenden, aber vor allem den Raum, der sich ihm dadurch bot. Seine Darbietungen – begleitet von Einführungen, Erzählungen und Hintergründe – wirkten teilweise ebenso rau und energisch, wie die Umgebung der Südstadt, die in ihrer Buntheit und Wärme Widersprüche pflegt und reizvoll macht. 

Joe Astray im KOHI am 5.12.2025
Joe Astray im KOHI am 5.12.2025

Joe Astray verwies eindrücklich auf die am Samstag stattfindende Demo – die Notwendigkeit zum Erhalt der Kultur am Werderplatz. Bewies dabei mit seinem Auftritt, dass es nur in diesem Rahmen die Möglichkeit gibt, ein alternatives Leben zu Spotify und Konsorten zu finden. Musik, die jetzt, live, im Moment stattfindet. Erfühlbar und in der Nähe der Schaffenden. Tauglich für Bier und mehr danach. Stoff für die Erinnerungen.

Externe Links:

The Green Apple Sea bei Bandcamp – https://greenapplesea.bandcamp.com/album/directions-presale-ep

Joe Astray – https://joeastray.com/

KOHI – https://kohi.de/

Robert Carl Blank am 03.10.2025 im Mikado

Robert Carl Blank am 03.10.2025 im Mikado

Robert Carl Blank im Mikado am 03.10.2025
Robert Carl Blank im Mikado am 03.10.2025

Hamburger gelten als wortkarg. Aber das war er eigentlich gar nicht. Robert Carl  Blank trat im Mikado auf und brachte alles mit. Die Geschichten und die Songs aus jenen Jahren, die uns allen zu schaffen machten. 

Corona wird in den Geschichtsbüchern der kreativen Menschen auch noch viel später eine Zeit sein, die für Umbrüche und Neugestaltungen verantwortlich waren.  War er davor im Englischen beheimatet, und spielte mehrere Alben in dieser bevorzugten Sprache ein, so fand er während der dieser Zeit den Weg vom Singer-Songwriter zum Liedermacher. Es erschien danach, mit all den Stücken, die er in diesen Tagen schuf, sein erstes Album in deutsch. 

Beinahe hätte ich nun das Wort Muttersprache verwendet, doch so einfach ist die Geschichte nicht.  Es liegt an ihm, sie zu erzählen. 

Mit Wurzeln in Tschechien gilt seine Liebe dem Osten Europas, auch wenn er Plattdeutsch „snakkt“ und den Blues und Folk, damit Americana in all seine Songs einfließen lässt. Seine Worte passen dazu. Nutzen die Erzählweise, den Schwung und die zurückhaltende Melancholie, die dieser Richtung innen wohnen kann. 

Alles ein bißchen Straße, Roadmovie, der Weg, die Veränderung und die Erinnerung an die Spaziergänge, der Ruhe und dem Hoffen auf etwas, was danach kommt. Er schreibt, so erzählt er, seine Lieder gerne unterwegs, an anderen Orten, weniger daheim, vielmehr dort, wo eben kein Alltag ist. Merkt man ihnen an. Mit klarer, kräftiger Stimme sind sie immer ein Aufbruch, ein Mut machen oder ein Blick auf die positiven Momente.

Robert Carl Blank nutzt dabei ein reiches Instrumentarium. Gitarren, drei, davon eine Steelguitar, sowie ein Banjo. Alleine auf der Bühne, nur er und seine Lyrik, gekleidet in der traditionellen, amerikanischen Musik, reiht er sich ein, in die verschwundene Kunst des Liedermachens, die etwas aus der Sicht geraten ist. 

Feilt heute jemand an Zeilen und Strophen in Deutsch, dann findet sich das stärker in anderen Genres. Sich auf Konstantin Wecker zu beziehen – und sei es nur, wenn es um die Bedeutung der eigenen Lyrik geht – verweist auf große Vorbilder und eine Ahnung, wohin die Reise gehen kann. 

So transportiert ein Text von ihm auch mal das Gefühl und nicht die Logik, um sich dann der vielfältigen Interpretation zu öffnen. Wie so oft geht es auch dabei um den Weg, die Beobachtungen, das was am Straßenrand passiert und mit dem Herzen gesehen wird.

Er macht das mit gekonnter Beschränkung auf das notwendige, und lässiger Spielfreude. Zeigt viel Übung im Setzen der wichtigsten Punkte und Melodien, bringt damit das Publikum schon nach kurzer Zeit zum Mitsingen.

Das will etwas heißen. Respekt davor, und Hochachtung, dass es funktioniert und klappt. Etwas, was man den Hamburgern natürlich auch unterstellt: Wenn sie etwas sagen, dann ist es so knapp, dass es nur aufrichtig und ehrlich sein kann. Soviel Nähe war spürbar, das macht den Charme. Und gelingt ihm mit beneidenswerter Selbstironie. 

Der Abend war rund. Wurde unplugged beendet, also ohne Strom. Wirkte dann erstaunlich ruhig, privat und wie ein Abschiedsgruß. Den man gerne mitnahm.

Externer Link:

https://www.robertcarlblank.de