Das Fest am See (das Vorfest vor dem eigentlichen großen FEST in der Günter-Klotz-Anlage), ist ja immer die Chance neue Talente zu entdecken.
Daniel Klinger aka DAËNK gehört zu den Künstlern, die man sich merken kann. Geht er doch seinen Weg eigenständig, selbstbewusst und mit einer starken Präsenz.
Er überzeugt nicht nur durch seine Statur, denn vor allem seine Stimme ist ausdrucksstark und einprägsam.
DAËNK singt Deutsch, bodenständig, rockig, erdig und mit viel Gefühl.
Daënk bei Dixigas-Records in Karlsruhe am 23.09.2025
Hat dabei keine Scheu vor großen Gesten und tiefen Emotionen. All das dazu in einer verständlichen und nachvollziehbaren Sprache.
Seine Wurzeln zu dieser Stadt und der Region sind dabei spürbar und seine Liebe zum kantigen, ehrlichen Rock offensichtlich.
Noch sind seine Konzerte rar gesät, aber es gibt keinen Grund, vor der großen Bühne zurückzuschrecken.
Hat seine Stimme doch das Volumen und die Kraft zu beeindrucken.
Vor kurzem kam sein Debüt-Album heraus, einige Release-Acts folgten, also sind die Weichen richtig gestellt.
Daenk – Alles hat einen Sinn (Vinyl)
Der Zug rollt, und daher handelt es sich hier um einenTipp, den man sich also nicht entgehen lassen sollte.
Es sind die Hinterhöfe, die der Südstadt ihren Flair verleihen, und dabei ganz ungeahnte Schätze offenbaren. Von außen eher unscheinbar, öffnen sich in unregelmäßigen Abständen in der Werderstraße die Räumlichkeiten von Daniel für rare, aber angenehm kuratierte Wohnzimmerkonzerte.
Ein Geheimtipp, der sich über Social-Media und Newsletter verbreitet, aber schon einige Namen in seiner kleinen Geschichte vorweisen kann, die lohnenswert sind. Daher eine der Locations, die mir ihren Events zur Vielfalt der lokalen Szene beitragen, aber dabei gar nicht so sehr im Focus sind.
Alles privat organisiert, auf freundschaftlicher Basis, über Mundpropaganda weiter getragen, trifft man sich in einer gemütlichen Runde, die Fenster werden dabei weit geöffnet, der Sommer hereingelassen und man findet Platz im gemütlich ausgestatteten Wohnzimmer, oder draußen, unter den Sternen. Das Publikum ist überschaubar, doch zahlreich erschienen. Eltern mit ihren Kindern, Neugierige, viele Bekannte, und damit alles eher in einem familiären, fast privaten Rahmen, der Neuankömmlinge herzlich begrüßt und aufnimmt.
Stefan Ebert (Hey Moment) in Werders Wohnzimmer am 03.07.2026
Wohnzimmerkonzerte können Experimentierfelder und Möglichkeiten sein, den Kulturbetrieb einer Stadt selbst in die Hand zu nehmen. Ihn dadurch zu bereichern, und unter dem Radar den Kunstschaffenden eine Basis ermöglichen.
Stefan Ebert ist ein umtriebiger Liedermacher aus Mannheim. Anzutreffen ist er regelmäßig in den verschiedensten Kombinationen, denn sein Humor wird geschätzt, seine Art kommt an, und sieht man ihn mit seiner Gitarre, dann hat man es eigentlich mit einer ganzen Band zu tun, firmiert er doch selbstbewußt unter dem Namen „Hey Moment“.
Auch wenn er tatsächlich das einzige Mitglied ist. Seine Songs sind lakonische, selbstironische Abrechnungen mit dem Alltag, seine Interpretation der kleinen Geschichten – vor allem in der Art seiner Präsentation – immer mit einem Augenzwinkern versehen.
So wußte er gekonnt die Rockgriffe einzusetzen und das Publikum, innerhalb weniger Songs, einzubinden, als Chorus zu nutzen, und auf seine Seite zu holen. Der richtige Opener für Rosa Hoelger.
Rosa Hoelger in Werders Wohnzimmer am 03.07.2026
Rosa Hoelger kommt aus Berlin, genauer aus Eberswalde. Einer Gegend, die sie gerne und ironisierend in einem Song verarbeitet. Soll es dort doch besonders nachhaltig, gechillt und im Geiste der frühen Hippies zugehen.
Aufgefallen bereits auf Instagram, gehört auch sie – wie Stefan – zu jenen Talenten, die im Umfeld der umtriebigen Dota bereits namentlich genannt wurden. Mit einem Fuß im soliden deutschen Songwriting, mit dem anderen in einer Punkband, auf der man im Laufe des Abends immer neugieriger wurde.
Mit dem richtigen Charme, Witz und einer entwaffnenden Natürlichkeit ausgestattet, schaffte es Rosa Botschaften in ihren Songs zu verpacken, die anrührend melancholisch, aber auch kämpferisch ihre Entrüstung verpackten.
Innerhalb dieses Formates, das so vieles erlaubt, und in den schönsten Momenten exklusiver nicht sein konnte, nutzte sie den direkten Kontakt zu den Anwesenden beeindruckend spielerisch.
Ihr Songwriting zeichnet durch leichte, ungewöhnliche Vergleiche, aber auch durch einen ironischen Einsatz ihrer Stimme aus. Mit einer faszinierenden Aufgeschlossenheit gegenüber Genres und Zitaten, waren es die Brüche in der Interpretation, die genutzten Bilder, aber auch der Dialog mit den ZuschauerInnen, die Rosa Hoelger zu einem gern gesehenen Gast machten.
Jemand, der es schaffte, mit kleinen Geschichten und dazwischen gestreuten Anekdoten, vom Zauber eines lauen Sommerabends getragen, in Erinnerung bleiben wird, um ein Wiedersehen nicht zu verpassen.
Vor einigen Wochen fand im 8 Lights (Kaiserpassage 1, Karlsruhe) ein gemeinsames Konzert verschiedener ukrainischer Musiker statt. Interessant daran war, dass es – obwohl anscheinend gut besucht war – weitgehend unbeachtet blieb und einen Querschnitt durch eine Szene zeigte, der vielleicht bisher zu wenig Beachtung geschenkt wurde.
In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Ukrainischen Verein in Karlsruhe konnten sich im Laufe des Abends einige MusikerInnen aus der Region präsentieren, die in ganz unterschiedlichen Genres unterwegs sind.
Kein Name der Auftretenden war mir bisher bekannt, und auch die Sprache, die ich auf den Videos von dem Konzert sah, verstand ich nicht. Aber eine Szene, die lokal existiert und es schafft ein eigene Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die gut besucht ist und gleichzeitig von den üblichen Veranstaltungskalendern nicht bekannt gemacht wurde, machte neugierig.
Ich nahm in den folgenden Tagen mit einigen der Aktiven über Social Media und persönlich Kontakt auf, um mir ein Bild zu verschaffen, um wen es sich handelte.
Nik Prana ist ein junger Singer-/Songwriter aus der Ukraine. Angelehnt an der amerikanischen Tradition des Folk und Country, kurz Americana genannt, tendiert er mittlerweile zu einer eigenen Art von Country Pop.
Er war einer der jungen Musikerinnen, die ich traf, um mich in einem kurzen Gespräch über die Szene und die musikalische Entwicklung zu unterhalten. Ich begegnete dabei einen ernsthaften jungen Mann, der sehr reflektiert die Optionen und die allgemeine Situation im Business betrachtet.
In einem stark Anglo-amerikanischen Markt, der geprägt ist von einer westlichen Pop- und Rockkultur, finde ich es ausgesprochen interessant, wenn es junge Kreative wagen eine neue Klangfarbe mit ihrer Sprache einfließen zu lassen.
An einem dieser bereits erstaunlich warmen Tage im Frühling 2026 trafen wir uns in der Karlsruher Innenstadt, um das folgende Gespräch zu führen.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Mir ist euer Konzert aufgefallen, weil dort mehrere Leute aufgetreten sind, von denen ich noch nie gehört hatte. Meine Website beschäftigt sich mit der Karlsruher Musikszene, und plötzlich habe ich gemerkt: Die ukrainische Community fehlt bei uns praktisch komplett. Deshalb wollte ich einfach mal nachfragen. Du bist Singer-Songwriter und singst auf Ukrainisch und Englisch?
Nik Prana
Ja, beides. Früher hauptsächlich auf Englisch, inzwischen aber zunehmend auf Ukrainisch. In den letzten Jahren habe ich die Musik etwas zurückgestellt, weil andere Dinge wichtiger waren. Ich habe mich beruflich weiterentwickelt und arbeite als Softwareentwickler. Ursprünglich bin ich allerdings Physiker.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Das ist gar nicht so ungewöhnlich. Viele Physiker landen irgendwann in der Softwareentwicklung. Wie hat deine musikalische Entwicklung angefangen?
Nik Prana
Als Jugendlicher habe ich Hardrock und Metal gespielt. Ich war großer Metallica-Fan, hatte lange Haare und eine Explorer-Gitarre. Aber schon damals mochte ich auch ältere Bands wie Scorpions oder Deep Purple. Später habe ich gemerkt, dass ich eher ein ruhiger, sensibler Typ bin. Deshalb bin ich irgendwann bei akustischer Musik gelandet und habe die E-Gitarre praktisch komplett aufgegeben.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Und dann kamen die Singer-Songwriter?
Nik Prana
Genau. James Blunt war ein großes Vorbild, später auch Ed Sheeran. Heute höre ich vor allem Country-Pop. Besonders Brett Young hat mich beeinflusst. Über ein Cover seines Songs „In Case You Didn’t Know“ bin ich überhaupt erst auf ihn aufmerksam geworden. Seine Musik hat mich direkt angesprochen. Ich war inzwischen sogar mehrfach auf seinen Konzerten in Deutschland.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Country-Pop verbindet man hier nicht unbedingt mit ukrainischen Texten.
Nik Prana
Deshalb finde ich das ja spannend. Mein Umfeld besteht hauptsächlich aus ukrainischen oder russischsprachigen Menschen. Ich habe viele Jahre auf Englisch gesungen, aber irgendwann gemerkt, dass die Leute auf ukrainische Texte viel stärker reagieren. Außerdem ist Country-Pop auf Ukrainisch etwas eher Ungewöhnliches. Diese Nische gefällt mir.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Du kommst ursprünglich aus Charkiw?
Nik Prana
Ja. Als ich dort aufgewachsen bin, wurde fast überall Russisch gesprochen. Ukrainisch konnte ich verstehen, aber Russisch war meine Alltagssprache. Heute hat sich vieles verändert, aber damals war das ganz normal.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Das hat mir heute Morgen auch Kateryna Blokhina erzählt. Viele Menschen hier wissen gar nicht, wie verbreitet Russisch in Teilen der Ukraine früher war.
Nik Prana
Das stimmt. Für mich ist Ukrainisch beim Singen deshalb auch ein Stück weit eine bewusste Entscheidung.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Wann hast du angefangen, eigene Songs zu schreiben?
Nik Prana
Mein erstes komplettes Lied entstand vor über zehn Jahren. Das war eine sehr persönliche Geschichte. Vorher habe ich hauptsächlich Covers gespielt oder in Bands musiziert. Dieses erste Lied war das erste Mal, dass ich wirklich einen kompletten Song alleine geschrieben habe.
Danach habe ich zwar immer wieder Songs geschrieben, aber nicht besonders viele veröffentlicht. Inzwischen arbeite ich wieder regelmäßig daran. Gerade entstehen mehrere neue Stücke, darunter auch etwas schnellere Songs. Bisher war vieles eher ruhig und balladenhaft.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Wie bist du eigentlich in die ukrainische Musikszene in Karlsruhe gekommen?
Nik Prana
Über das ukrainische Kulturzentrum und über andere Musiker. Es gibt hier deutlich mehr ukrainische Künstler, als viele denken. Wir haben eine eigene Telegram-Gruppe mit Musikern aus Karlsruhe und Umgebung. Darüber entstehen viele Kontakte und auch Auftrittsmöglichkeiten.
Nach Beginn des Krieges sind die ukrainischen Kulturvereine deutlich gewachsen. Das Kulturzentrum in der Gellertstraße spielt dabei eine wichtige Rolle. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen statt.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Dort habe ich auch schon Viktor Pashnyk mit seiner Bandura gesehen. Vorher wusste ich gar nicht, dass es diese Szene überhaupt gibt.
Nik Prana
Genau. Viele Veranstaltungen bleiben innerhalb der Community. Deshalb bekommen Außenstehende oft gar nichts davon mit.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Besteht dein Publikum überwiegend aus Menschen aus der Ukraine?
Nik Prana
Ja. Ein eigenes Publikum habe ich bisher noch nicht wirklich aufgebaut. Natürlich kommen gelegentlich Freunde oder Bekannte. Aber ich bin noch an dem Punkt, an dem ich mir überhaupt erst eine feste Zuhörerschaft aufbaue.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Du hast aber Musik auf Spotify veröffentlicht?
Nik Prana
Ja, einige Songs aus den Jahren 2022 und 2023. Danach kam erst einmal nichts Neues. Jetzt möchte ich wieder aktiver werden.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Hast du eine Website?
Nik Prana
Im Moment nicht mehr. Die Domain ist irgendwann ausgelaufen. Derzeit nutze ich hauptsächlich Instagram und YouTube.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Eigentlich könntest du mit deiner Musik auch gut in kleineren Karlsruher Locations auftreten. KOHI, NUN oder ähnliche Orte.
Nik Prana
Solche kleinen Formate mag ich sehr. Für mich ist das Schönste, wenn die Leute wirklich zuhören. Große Veranstaltungen sind oft schwieriger, weil dort viel mehr Ablenkung herrscht.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Das NUN wäre wahrscheinlich tatsächlich ein passender Ort. Dort hören die Leute sehr aufmerksam zu.
Nik Prana
Genau solche Konzerte mag ich. Wenn die Atmosphäre ruhig ist und die Menschen wegen der Musik da sind.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Du hast zuletzt auch mit Bloshka & the Love Spirits zusammen auf der Bühne gestanden.
Nik Prana
Ja. Das war eigentlich spontan. Sie kannte einen Song aus meiner Setliste, und dann haben wir beschlossen, ihn gemeinsam zu spielen. Geprobt hatten wir vorher praktisch nicht.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Wie geht es jetzt weiter?
Nik Prana
Ich möchte neue Songs veröffentlichen und regelmäßiger Musik herausbringen. Früher habe ich relativ viel Geld in einzelne Produktionen investiert. Heute versuche ich, mehr selbst zu machen und dafür kontinuierlicher zu veröffentlichen.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Dann wird Social Media wahrscheinlich auch eine Rolle spielen.
Nik Prana
Natürlich. Aber ich glaube trotzdem, dass die Musik wichtiger bleibt als jede Marketingstrategie. Social Media kann helfen, aber schlechte Musik wird dadurch nicht gut.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Viele Musiker kämpfen trotzdem damit, sichtbar zu werden.
Nik Prana
Ja. Ich sehe das inzwischen aber relativ entspannt. Natürlich freue ich mich über Wachstum. Aber ich habe keine unrealistischen Erwartungen. Mir macht Musik Spaß. Das ist die Hauptsache.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Du hast vorhin etwas Interessantes über Fanbindung gesagt.
Nik Prana
Das habe ich von Damien gelernt. Es geht nicht nur um Streams oder Followerzahlen. Wichtiger sind die Menschen, die wirklich zuhören und einen unterstützen. Wenn jemand nach einem Konzert mit dir spricht oder einen Kommentar schreibt, solltest du darauf eingehen. Diese Beziehungen sind langfristig viel wertvoller als irgendwelche Zahlen.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Die Künstler, die im Kontakt bleiben, bauen oft die stärkste Verbindung zu ihrem Publikum auf.
Nik Prana
Genau.
Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)
Letzte Frage: Wohin soll die Reise gehen?
Nik Prana
Ich möchte weiterhin Musik machen, auftreten und neue Songs veröffentlichen. Natürlich freue ich mich, wenn mehr Menschen zuhören. Aber für mich muss vor allem der Weg Spaß machen.
Der Weg ist das Ziel.
Wenn man nur auf Erfolg oder Zahlen schaut, wird Musik schnell anstrengend. Solange mir die Musik Freude macht, bin ich zufrieden.
Robert Carl Blank in der Kellerhalle, Karlsruhe am 06.06.2026
Robert Carl Blank befindet sich momentan mitten in der Crowfunding-Aktion für sein neues Album. Also kein Wunder, dass er aktuell auf Tournee ist, sich in der Nähe aufhält und einige Bühnen bespielt.
Die Kellerhalle in der Oststadt ist der Geheimtipp unter den Geheimtipps. Nichts verrät ihr Vorhandensein. Kein Schild, kein Plakat, keine Webseite. Ein kleiner Raum, der irgendwo mitten in dem lebendigen Stadtteil, Platz für ca. 60-70 Eingeweihte bietet, und in unregelmäßigen Abständen für Events genutzt wird.
Die Historie bietet wohl einige Namen auf und reicht schon einige Jahre zurück, trotzdem ist das Understatement der Kellerhalle legendär. Im zweiten Hinterhof, untergebracht im Keller eines Gebäudes, das an die typischen Werkstätten aus dem späten 19- und frühen 20 Jahrhundert erinnert, wird die Kellerhalle, ausgestattet mit einem breiten Treppenabgang und großen Fenstern, von einigen Engagierten betrieben, die sichtlich Spaß an ihren Konzerten haben.
Die Ausstattung ist gemütlich, bestehend aus Sesseln, Sofas, Barhockern, auf der Bühne liegen Teppiche, man platziert sich um die MusikerInnen und der Erlös des Abends geht direkt an die Kreativen über eine Hutspende. Um 22:00 Uhr ist naturgemäß Schluss, weil der Rahmen eine Wohngegend bildet,und daher ist alles ein bißchen privater.
Das jedoch macht den Charme der Location aus. Kinder scheinen nicht ungewöhnlich unter den Anwesenden zu sein. Man findet zusammen, trinkt ein Glas Wein, scherzt mit dem Künstler und verbringt einen launigen Abend unter Freunden. Die Kellerhalle hat einen sehr gemütlichen Charme, der besticht und einnimmt. Alles mit sehr viel Liebe fürs Detail und dem richtigen Händchen für zwei angenehme Stunden.
Robert Carl Blank in der Kellerhalle, Karlsruhe am 06.06.2026
Robert Carl Blank ist ein Troubadour, ein lakonischer, kantiger Balladensänger, der schon einmal hier zu Gast war, aber mir das erste Mal vor einigen Monaten im Mikado begegnet ist. Seine Songs sind kleine poetische Erzählungen aus dem Alltag, den Begegnungen, aber auch tief empfundenen Roadtrips, die schon hinter ihm liegen, und in ihren Nachwirkungen immer noch vorhanden sind.
Er beherrschte die trockenen Ansagen, brachte Hamburg ein Stückchen, reagierte mit Humor auf Zwischenrufe und zog so einen kleinen, roten Faden durch seine Entwicklung. Stücke, die er einst in Englisch schrieb, präsentierte er nun auf Deutsch, denn es sind die Veränderungen, die eine Geschichte ausmachen.
Sein nächstes Album „Zugvögel“ ist sein zweites, komplett deutsches Album, das nahbarer, konkreter sein soll, in der Sprache verständlicher und griffiger. Verwurzelt im Americana, stark beeinflusst vom angloamerikanischen Folk und dem dortigen Verständnis des Songwriting, zeigte er sich als sehr eingängiger Interpret seiner Melodien und konnte sein Publikum zum Mitsingen aktivieren. Robert Carl Blank zeichnet vor allem eine prägnante Artikulierung, die Kunst der wenigen Worte und einer knarzigen Poesie aus, die oftmals einfach nur Bilder projiziert und zum Wiederhören einlädt.
Im Konzert ein melancholischer Entertainer, der mit leichten Popeinflüssen bewies, wie Lieder aus der Hand geschüttelt wirken können, aber dennoch in ihren Rundungen ein großes Können aufweisen.
Die Kellerhalle – mit Lichterketten atmosphärisch bestückt und begleitet von einer ruhigen, ausklingenden Stimmung – bot ihm eine sympathische, kleine Bühne dafür.
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